Eine Gruppe aus vier Erwachsenen und einem Kleinkind stehen im Freuen vor einer Auswahl von Gartenwerkzeug wie Schubkarren, Gießkannen und Harken

Ein Pflänzchen der Hoffnung

Kleinbäuerliche Familien in Mali trotz dem Klimawandel

Eine Gruppe aus vier Erwachsenen und einem Kleinkind stehen im Freuen vor einer Auswahl von Gartenwerkzeug wie Schubkarren, Gießkannen und Harken

Ein Pflänzchen der Hoffnung

Kleinbäuerliche Familien in Mali trotz dem Klimawandel

In Banamba, im Süden Malis, sind die Menschen arm und von ihren Erträgen aus der Landwirtschaft abhängig. Oft reicht die Ernte nicht aus, um alle Menschen satt zu machen. In 40 Dörfern geht ADRA dieses Problem an und unterstützt 4.500 Familien, ihre Produktion zu erhöhen. In einer vom Klimawandel betroffenen Region lernen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern neue Produktionstechniken kennen. Somit können sie ihre Ernteerträge und die Ernährungssicherheit in der Region steigern.

Projektinfos

Nahrung

Mali

2018 - 2022

PROJEKTZIELE

Mali ist ein Vielvölkerstaat in Westafrika und liegt im Zentrum der Sahelzone. Zwei Drittel des Landes – fast der gesamte Norden – besteht aus Wüste. Jedes Jahr wächst das Wüstengebiet und drängt immer mehr Menschen in den Süden Malis. Während im Norden die jährliche Regenzeit weniger als einen Monat anhält, regnet es im Süden im Durschnitt fünf Monate lang. Die Mehrheit der Einwohner lebt von ihren Erträgen aus der Landwirtschaft und ca. 90 Prozent der Gesamtbevölkerung konzentriert sich im Süden. Die Bevölkerung wächst sehr schnell, Weideflächen, Äcker oder Waldbestände reichen für den hohen Bedarf an Nahrung für Menschen und Tiere sowie an Brennmaterial nicht aus. Im Norden des Landes bekämpfen sich Separatisten-, Terror- und Rebellengruppen untereinander und gegen die Regierung. Die Kamphandlungen führen auch dazu, dass immer mehr Menschen im Süden Zuflucht suchen.   

Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Einwohner leiden zu sehr großen Teilen unter extremer Armut. Durch den Klimawandel und schlechte Ernten sind viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Im Südwesten des Landes betreibt ADRA gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das Projektgebiet im Bezirk Banamba liegt in der Sahelzone, die direkt an die Wüste angrenzt. Der überwiegend sandige Boden ist nicht fruchtbar, trocknet schnell aus und wird in der Regenzeit durch das abfließende Regenwasser starker Regenschauer, in der Trockenzeit  durch starke Winde, erodiert. In dem Projektgebiet sind die Ernteerträge immer unzureichend, sodass viele Menschen unterernährt sind. Die kleinbäuerlichen Familien haben kein Geld für verbessertes Saatgut. Dieses Saatgut ist an veränderte Klimabedingungen optimal angepasst: es kann auch bei Trockenheit oder kurzen Überschwemmungen keimen. Außerdem gibt es wenige Arbeitsmöglichkeiten außerhalb von landwirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Land. Junge Menschen stehen vor der schwierigen Wahl, auszuwandern oder in die Städte zu ziehen.

Zusammen mit den kleinbäuerlichen Familien arbeiten wir an einer sicheren Zukunft

Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Kreis Banamba steht im Mittelpunkt unseres aktuellen Engagements in Mali. Gemeinsam mit ADRA entwickeln 4.500 bäuerliche Haushalte in 40 Dörfern nachhaltige Methoden des Anbaus von Nutzpflanzen, Hirse, Sorghum und Augenbohnen. Durch verbesserte Pflanzensamen und angepasste Anbaumethoden können sie ihre Ernte steigern, ihr Einkommen erhöhen, ihre Familie über ein ganzes Jahr lang ernähren und die Kinder zur Schule schicken. Landwirtinnen und Landwirte bekommen Schubkarren, Schaufeln, Gießkannen, Hacken, Gartenscheren und Zugtiere gestellt und lernen Neues über Bewässerung, Saatgut und organische Düngung. In Schulungen erlernen sie neue Methoden zur sicheren Lagerung ihrer Ernteerträge und können so für schwere Zeiten vorsorgen. Die Integration von Nutzbäumen in die landwirtschaftlichen Produktionsfelder schützt den Boden vor Erosion. Diese Maßnahmen zielen auf eine nachhaltige Nutzung der Felder, Waldbestände und Weideflächen ab, sodass die Umwelt, trotz einer Steigerung der menschlichen Aktivitäten, geschützt bleibt. 

In neu gegründeten Dorfläden kann verbessertes Saatgut aus lokaler Produktion günstig eingekauft werden.

Eine Frau bückt sich bei der Feldarbeit
Ein Mann steht in einem Maisfeld

Frauen im Mittelpunkt des Projekts

Ganz besonders stehen Frauen im Fokus des Projektes. In den kleinbäuerlichen Haushalten der ausgewählten Dörfer sind die Frauen sehr aktiv in der Landwirtschaft und tragen mit Lebensmitteln, Brennholz, Schulgeld und Kinderernährung zu einem großen Teil zur Versorgung der Haushalte bei. Trotz ihres Engagements verfügen sie über eine geringe Kaufkraft und haben nicht die gleichen Einkommensmöglichkeiten wie die Männer. Nun erhalten Frauenkooperativen das nötige Werkzeug wie Pflüge und Ochsen und Wissen, um Getreide leichter und besser zu produzieren.

Neue Arbeitsmöglichkeiten

Im Rahmen des Projektes haben die Menschen die Möglichkeit, eine Weiterbildung in den Bereichen der Honigproduktion, Baum- und Pflanzenzucht zu absolvieren. Nach der Ausbildung können sie eine dieser Arbeiten als Nebenbeschäftigung ausüben und ihr Einkommen aufbessern. Als Startkapital erhalten Interessierte Werkzeuge, Setzlinge für die Produktion von Nutzpflanzen, einen Bienenstock für die Herstellung von Honig, und die nötige Ausrüstung.

Unterernährung vorbeugen

Unterernährung ist eines der häufigsten diagnostizierten Probleme bei Kindern in der Projektregion. Dagegen helfen gute und ausgewogene Mahlzeiten. In Demonstrationsveranstaltungen lernen junge Mütter oder Schwangere neue Kochtechniken und Kochrezepte kennen. Das Ziel ist es, eine ausgewogene Ernährung mit lokal verfügbaren Lebensmitteln herzustellen. Mit zunehmenden Ernten können die Eltern ihren Kindern nun ausreichendes Essen geben. Die Kleinen freuen sich und nehmen wieder an Kraft und Gewicht zu.

Jetzt für Mali spenden

10 Euro

ermöglichen den Kauf von sechs Kilo verbesserten Saatguts von Sorghum oder Hirse

50 Euro

schonen die Waldbestände durch bessere Kochherde

130 Euro

erleichtern die schwere Feldarbeit durch gutes Handwerkzeug

380 Euro

ermöglichen einen Ochsenpflug für eine Frauengruppe

Tenin T. berichtet über ihre Veränderung als Bäuerin dank einer landwirtschaftlichen Schulung

Mein Name ist Tenin T. und ich bin 60 Jahre alt. Ich habe zwei Enkelkinder. Seit über 20 Jahren ziehe ich ca. 200 Setzlinge im Jahr und verkaufe sie auf dem Markt. Von dem Erlös konnte ich fünf bis sechs Monate überleben. Ich hatte kein richtiges Werkzeug und auch keine richtige Ausbildung. Nachdem ich an den Schulungen teilgenommen habe, hat sich mein Leben geändert. Ich habe viel dazugelernt über Bewässerung, Kompost, Saatgut, Hege und Pflege der Setzlinge. Mit dem Werkzeug ging die schwere körperliche Arbeit viel besser.

So gelang es mir im letzten Jahr, die unglaubliche Menge von 1.000 Setzlingen zu erzielen. Ich konnte z.B. Papaya-, Zitronengras- und andere Setzlinge an einige Frauengruppen weitergeben. Zum ersten Mal konnte ich meine Tochter mit ihren zwei Kindern unterstützen. Damit alles was ich lernen durfte nicht vergessen wird, habe ich mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meine Setzlinge zu teilen. Auch von meinem Wissen sollen andere profitieren.

Ich bin unendlich dankbar für alles, was die Spender von ADRA für mich getan haben. Ich bitte Sie von ganzem Herzen, helfen Sie auch den anderen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den 40 Nachbardörfern genauso, wie sie mir geholfen haben.

Über Mali

Mali ist dreieinhalbmal so groß wie Deutschland und zählt ca. 19 Millionen Einwohner. Bis 2012 war das Land politisch stabil und galt als ein Paradebeispiel für einen gelungen Transformationsprozess von einer Autokratie zu einer Demokratie. Seit 2012 haben sich die Probleme vermehrt: das Militär und die politische Elite streitet um die Macht, der Staat wird von Tuareg-Rebellen im Norden und von Terror-Gruppen im Süden bekämpft, es gibt keine funktionierende Staatsverwaltung mehr. Das Land ist von einer hohen Arbeitslosigkeit und Armut geprägt: mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Hunger.

Partner und Förderung

Dieses Projekt wird unterstützt von dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit - Deutsche Zusammenarbeit Logo
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit - Deutsche Zusammenarbeit Logo
Eine Frau mit Kind im Arm lächeld in die Kamera. Im Hintergrund ist Gartenwerkzeug wie Schubkarren und Harken zu sehen sowie ein ADRA-Schild
Eine Bauernfamilie sammeln Weizen in Säcke ein
Zwei Frauen bei der Feldarbeit; im Hintergrund ist ein Ochsenpflug zu sehen

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