Wir sind Teil unserer Umwelt – am 24. Oktober ist Tag der Schöpfung

Immer spürbarer wird die Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Die Frage nach der Verantwortung für unsere Erde und Meere einerseits sowie die Notwendigkeit der Versorgung der stetig anwachsenden Weltbevölkerung mit einem Zuhause, Nahrung und Wasser andererseits, ist komplex.

Die Frage nach der Verantwortung umfasst immer auch weltanschauliche, religiöse und kulturelle Aspekte. Menschenbild, Naturverständnis und Schöpfungstheorie haben Einfluss darauf, in welchem Bezug sich der Einzelne zu seinen Mitgeschöpfen und zur Schöpfung sieht. Die biblischen Texte verweisen immer wieder auf den Schöpfergott, der das Leben schuf und der sich um seine Geschöpfe sorgt: „Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut“ (Genesis 1.31) .

Der Mensch ist Teil der Schöpfung. Er hat in Genesis 2, 15 die Verantwortung für sie übertragen bekommen, damit er sie „bebaue und bewahre“. Das bezieht sich auf die gesamte Umwelt – Pflanzen, Tiere, Wasser, Luft und Erde. Der Mensch soll beides – behutsam und achtsam die Welt gestalten und sie gleichzeitig behüten und bewahren. Die Aussagen der Bibel sind aktuell. Die Bewältigung der Umweltprobleme und das Bewahren der Natur ist eine gemeinsame Aufgabe für uns alle!

Um der Welt zu helfen

ADRA setzt sich weltweit für Menschen in Not ein. Dabei wird nicht nur der einzelne Mensch, sondern sein gesamtes Umfeld unterstützt. Dazu gehört ebenso die Umwelt. Durch Maßnahmen wie Wiederaufforstung und Bodenanreicherungstechniken, Waldschutz, Einsatz erneuerbarer Energien sowie Wasserspar- und Bewässerungstechniken werden nachhaltig Natur- und Umwelt geschützt.

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Am 17.10. ist Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen,“ sagte Ban Ki-moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016[1].

Die unter ihm 2015 von der UN-Konferenz in New York aufgestellte Agenda 2030, setzt die Armutsbekämpfung als erstes Ziel. Bis 2030 soll die extreme Armut ausgerottet worden sein.

Per Definition[2] leben Menschen in extremer Armut, denen pro Tag weniger als 1.90$ zur Verfügung stehen. Dennoch ist Einkommen nicht der einzige Faktor, der extreme Armut charakterisiert, sondern auch „medizinische Faktoren“ wie Unter- und Mangelernährung und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung sowie „soziale Faktoren“ wie Chancenungleichheit in Bildung und Politik und Diskriminierung[3]

Hauptursachen der extremen Armut sind Kriege, Klimakatastrophen und die Folgen des Kolonialismus. Die Lösungswege der UN-Entwicklungspolitik beinhalten u.a. Programme zur Verbesserung von Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Bildung.

Dennoch ist das so ehrgeizige Ziel der UN in großer Gefahr. Laut Schätzungen der Weltbank[4] gefährdet die Covid-19-Epidemie nicht nur Menschen, die bereits in Armut leben überproportional, sondern treibt über 75 Millionen weitere Menschen -Tendenz steigend- in die extreme Armut. Statistisch gesehen wirft das die globalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung um fünf Jahre zurück:

Das ist ein Aufruf zum Handeln, der jedoch dadurch erschwert wird, dass die Spendenbereitschaft während der Pandemie weltweit extrem gesunken ist. Beispielsweise kamen auf der Geberkonferenz für den Jemen, eines der ärmsten Länder weltweit[5], dieses Jahr lediglich die Hälfte der letztjährigen Spenden zusammen[6].

Dementsprechend ist es an uns, zu handeln, um die Utopie Ban Ki-Moons trotz aller Widrigkeiten wieder in eine Vision zu verwandeln!

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[1] https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/armut/?gclid=EAIaIQobChMIk4vc07iq6wIVSeJ3Ch1W_QtbEAAYASAAEgL92_D_BwE (20.8.2020, 21:00h)
[2] https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52680/armut (20.8.2020, 20 :21)
[3] https://www.un.org/en/sections/issues-depth/poverty/ (20.8.2020, 22:00h)
[4] https://blogs.worldbank.org/opendata/updated-estimates-impact-covid-19-global-poverty (20.8.2020, 21:20h) einschl. Graph
[5] https://www.focus-economics.com/blog/the-poorest-countries-in-the-world (20.8.2020, 21:45h)
[6] https://www.tagesschau.de/ausland/geberkonferenz-jemen-109.html (20.8.2020 21:40h)

Zero Hunger! Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Am 16. Oktober feiern wir den Welternährungstag. Man könnte sich fragen, warum es einen Welternährungstag geben muss? Die Realität ist, dass wir in einer Welt leben, in der derzeit Lebensmittel hergestellt werden, die 12 Milliarden Menschen ernähren könnten, jedoch wird jedes Jahr ein Drittel dieser Produktion weggeworfen.

Die Zahl der unterernährten Menschen betrug im Jahr 2019 690 Millionen oder 8,9 Prozent der Weltbevölkerung. Zwei Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu Wasser und sicheren, nahrhaften Lebensmitteln. Die Zahlen werden wahrscheinlich aufgrund der COVID-19-Pandemie steigen. Beim Welternährungstag geht es also darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie der Hunger bekämpft werden kann.

Die Hauptgründe für den Hunger sind Krieg, Klimawandel und Naturkatastrophen. Das zweite Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen ist „Zero Hunger“ und soll bis 2030 alle Formen der Unterernährung stoppen, indem eine nachhaltige Lebensmittelproduktion geschaffen wird und die landwirtschaftliche Produktivität gesteigert wird, die sich an den Klimawandel anpasst und die biologische Vielfalt erhält.

ADRA trägt mit ihren zahlreichen Projekten in Ländern rund um den Globus, die von Hunger und Klimawandel betroffen sind, ebenfalls zur Erreichung dieses Ziels bei. Sie ist auch eine der ersten Organisationen, die an einem Ort ankommt, an dem eine Naturkatastrophe eintritt. Eines der aktuellen Projekte von ADRA befindet sich in Madagaskar. Süd-Madagaskar war in den letzten Jahren von einer langen Dürre und den Klimaveränderungen betroffen. Das Projekt umfasst den Bau von Wasserbrunnen, die Schulung lokaler Landwirte in innovativen Produktions- und Lagerungstechniken sowie die Entwicklung einer Präventionsstrategie, die ihnen letztendlich hilft, besser auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein.

Jeder von uns kann etwas tun, um „Zero Hunger“ zu unterstützen. Wir können lokale Landwirte unterstützen, nachhaltige Lebensmittelentscheidungen treffen und Lebensmittelverschwendung reduzieren. Wir können einen Einfluss auf unser soziales Umfeld haben und als Kunden von Unternehmen verlangen, dass sie nachhaltig sind und auf „Zero Hunger“ hinarbeiten. Einen schönen Welternährungstag! >>zum Spendenformular

Wir sind die Hälfte der Welt! Am 11. Oktober ist Weltmädchentag

Wenn am 11. Oktober der Berliner Funkturm, die Niagarafälle, das London Eye oder die Pyramiden von Gizeh in leuchtendem Pink erstrahlen, ist das kein Zufall. An diesem Tag ist Weltmädchentag, ein von den Vereinten Nationen ins Leben gerufener Aktionstag, der auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen hinweist. 2011 wurde der Weltmädchentag sowohl von der UNO als auch von Deutschland offiziell eingerichtet und steht seitdem jedes Jahr unter einem besonderen Thema mit eigenen Kampagnen. Forderungen der Kampagnen sind zum Beispiel Förderung durch Bildung für Mädchen und junge Frauen, die Abschaffung der Zwangsehe, eine komplette Gleichberechtigung und die Etablierung von Anti-Diskriminierungsgesetzen.

Ausbeutung, sexualisierte Gewalt, Genitalverstümmelungen und Menschenhandel treffen vor allem Mädchen und Frauen. Auch für den Einsatz gegen Ungleichheit unter dem Deckmantel Kultur und Tradition ist der Weltmädchentag Symbol und Motivation für neue Initiativen.

Das Thema 2015 lautete „The Power of Adolescent Girl: Vision for 2030“. Dabei wurde insbesondere auf die Ziele der Agenda 2030 eingegangen. Diese umfasst 17 Zielsetzungen der Vereinten Nationen, welche eine nachhaltige Entwicklung der Welt sichern sollen und für alle Staaten gleich gültig sind. Besonders die Punkte „Quality Education“ (Qualitative Bildung), „Reduced Inequalities“ (weniger Ungleichheit) und „Gender Equality“ (Geschlechtergleichheit) werden am Weltmädchentag in die Öffentlichkeit gerückt.

Projekte wie die Erleuchtung des Empire State Buildings in Pink, ein Marathonlauf in Nepal für die Rechte von Mädchen und eine Demo am Züricher Hauptbahnhof für die Bildung von Mädchen waren nur einige von vielen Aktionen in jenem Jahr.

ADRA unterstützt nicht nur am Weltmädchentag Projekte auf der ganzen Welt, die die Gleichberechtigung von Mädchen und die nachhaltige Entwicklung fördern.

In Thailand leitet ADRA ein Heim für Mädchen, die Opfer von Menschenhandel waren oder weiterhin gefährdet sind. Neben Bildung gibt es dort auch psychologische Betreuung. Nach dem Schulabschluss hilft ADRA bei der Jobsuche und leistet Aufklärungsarbeit in den Familien.

150 junge Frauen erhalten durch ADRA im ländlichen Äthiopien eine Computerausbildung, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen.

Somit trägt ADRA in den jeweiligen Ländern zu der Erfüllung der Agenda 2030 bei und ist für viele Mädchen eine große Stütze im fortwährenden Kampf gegen Ungleichheit und Diskriminierung gegen Frauen.

Setze dich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und unterstütze die Arbeit von ADRA mit deiner Spende!
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Am 08. September ist Weltalphabetisierungstag: Ein Tag, um Menschen in Not zu unterstützen

Es ist selbstverständlich. Kaum einer denkt darüber nach. Man macht es unbewusst und wenn möglich in maximaler Geschwindigkeit. Lesen und schreiben.

In Deutschland haben wir das Privileg, dass nahezu jeder lesen und schreiben kann. In der Vorschule hat man bereits die ersten Buchstaben kennengelernt, in der Schule folgt das Lernen von lesen und schreiben. Doch diese Fähigkeit ist leider nicht in jedem Land und in jeder Kultur Normalität.

Analphabeten – Erwachsene, denen grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse fehlen. Jeder Mensch sollte Zugang zu Bildung haben, lesen und schreiben erlernen dürfen. Es ist ein Menschenrecht und eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Doch diese Möglichkeit bleibt leider vielen Menschen verschlossen. Weltweit gibt es ca. 750 Millionen Analphabeten. Die meisten leben in Entwicklungsländern. Menschen kämpfen ums Überleben. Es ist kaum Geld vorhanden, um sich Essen zu kaufen. Kein Wunder, dass das Geld für die Schule fehlt. Oft spielt auch die Geschlechterdiskriminierung eine entscheidende Rolle: Weltweit dürfen viele Mädchen und Frauen nach wie vor nicht zur Schule gehen. Hinzu kommt die Rollenverteilung in den südlicheren Kulturen: Der Mann geht arbeiten, die Frau ist für Haushalt und Kinder verantwortlich. Daher sind auch fast zwei Drittel der Analphabeten Frauen. Um ein Zeichen zu setzen, hat 1965 die UNESCO den Weltalphabetisierungstag am 8. September ins Leben gerufen. Dieser Tag soll an die Bedeutung von Alphabetisierung und Bildung erinnern.

Bildung ist ein Schlüssel zu nachhaltigem Fortschritt. ADRA setzt sich weltweit dafür ein, dass auch Menschen in Entwicklungsländern eine Ausbildung ermöglicht werden kann. So auch zum Beispiel in Albanien in den Roma Gesellschaften. Durch Zusammenarbeit mit offiziellen Behörden, unter anderem auch mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ), wurden in Albanien (u. a. in Tirana, Fushe-Kruje, Bubq) Roma Community Center aufgebaut. Dort gibt es für Kinder und Jugendliche wie auch für Erwachsene und Senioren Kurse, die wöchentlich von den ADRA Albanien Mitarbeitern gestaltet werden. Dort lernen Romas nicht nur lesen, schreiben und rechnen, sondern auch mehr über Themen wie Nachhaltigkeit, Mülltrennung, Schulpflicht usw.

Ein Kurs zum Thema: „Jedes Kind hat Recht auf Schulbildung“ im Roma Community Center Tirana.

Ein Roma Mädchen beim Lernen der Buchstaben (Community Center Tirana)

Roma Community Center Fushe-Kruje

Alphabetisierung ist eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In Albanien gab es 57.715 Erwachsene Analphabeten (Stand 2015), die nicht in der Lage sind, mit Verständnis einen kurzen, einfachen Text über ihr alltägliches Leben zu lesen und zu schreiben. Und dies versucht ADRA Albanien nachhaltig zu verändern, mit dem Ziel: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es ist ein Entwicklungsprozess über einen langen Zeitraum – doch es lohnt sich!

Auch in anderen Ländern wie Äthiopien, Serbien und Myanmar werden Bildungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von ADRA durchgeführt. Weltweit wurden Kindergärten, Schulen und Bildungszentren gegründet, durch die Menschen eine neue Perspektive für die Zukunft geschenkt bekommen haben.

ADRA hat sich der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ angeschlossen. In dieser Agenda drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Sie schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Für jedes Land der Welt ist sie anwendbar und lässt sich in 17 Zielen (Sustainable Development Goals, SDGs) zusammenfassen:

Bildnachweis: Bundesregierung

Heute ist der Weltalphabetisierungstag.

Ein Tag, um Menschen in Not zu unterstützen.
Ein Tag, um wieder neu zu investieren für „eine bessere Welt“.
Ein Tag, um über persönliche Ziele im Bereich Nachhaltigkeit zu reflektieren.
Ein Tag, um sich bewusst zu machen, welch ein Privileg es ist, diesen Artikel gelesen zu haben.

Nutzen Sie den heutigen Tag und unterstützen Sie Menschen in Not mit Ihrer Spende. >>zum Spendenformular

Quellen:
https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/255710/weltalphabetisierungstag
https://knoema.de/atlas/Albanien/topics/Bildung/Alphabetisierung/Analphabetismus-Erwachsene
http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/index.html

Am 19. August ist Welttag der humanitären Hilfe

In Kriegs- und Bürgerkriegsregionen Vertriebene versorgen, nach Stürmen, Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben oder Tsunamis helfen, Hunger, Mangel und Krankheit bekämpfen. Für Hunderttausende Frauen und Männer auf der ganzen Welt sind Krisen und ihre Folgen für die betroffenen Menschen auch ein Arbeitsplatz. Die Vereinten Nationen ehren die humanitären Helfer und die Idee der Krisenhilfe an sich daher jedes Jahr mit einem Aktionstag.

Am Anfang waren europäische Kriege, ein Schweizer Geschäftsmann, ein viel beachtetes Buch und eine heute sehr bekannte britische Krankenpflegerin. Vor fast 170 Jahren war die Britin Florence Nightingale über die Zustände in den Lazaretten des Krimkrieges 1854 so entsetzt, dass sie mit vielen Freiwilligen und unter Beachtung (für die damalige Zeit) professioneller medizinischer Standards ein Krankenhaus für Tausende schwer Verletzte auf die Beine stellte. Fünf Jahre später beobachtete der Schweizer Henri Dunant fassungslos die vielen auf dem Schlachtfeld von Solferino in Italien einfach zurückgelassenen lebensbedrohlich Verwundeten. Er veröffentlichte seine Eindrücke und wird heute als Initiator der Rotkreuzbewegung und einer der Begründer moderner humanitärer Hilfe gesehen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Frühzeit der international koordinierten Krisenhilfe gilt noch heute: dass professioneller materieller und logistischer Beistand für Menschen in Not ohne Ansehen der Person, unparteiisch und neutral gewährt werden muss, dass die Betroffenen ein Anrecht auf diese Hilfe haben, und dass vor allen anderen tunlichst den Schwächsten und Verletzlichsten geholfen wird. Heute spricht man sogar vom „humanitären Imperativ“, der die internationale Gemeinschaft verpflichtet, zu helfen, wo immer Hilfe auf der Welt gebraucht wird. Außerdem gibt es schon lange obligatorische und immer wieder aktualisierte Mindeststandards zum Beispiel für die Unterbringung von Flüchtlingen, für die Versorgung Hungernder oder die medizinische Behandlung, auf die sich unter anderem die meisten humanitären Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie ADRA) und die Vereinten Nationen (UN) geeinigt haben.

Die UN und internationale wie nationale NGOs sind neben den Staaten selbst (oder auch der EU) die maßgeblichen Akteure der humanitären Hilfe: Sie sammeln Spenden, beantragen Budgets bei Regierungen und Institutionen, planen die notwendigen Projekte, führen sie durch und beschäftigen die Helfer. Heute werden pro Jahr weltweit etwa 25 Milliarden Euro aus privaten Spenden, Stiftungsgeldern und aus Steuermitteln v.a. der wohlhabenden Länder für Sofort- und Nothilfe ausgegeben. Das klingt nach viel, ist aber wenig, wenn man sich die Vielzahl der weltweit gärenden Konflikte, die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, Naturkatastrophen und aktuell etwa 70 Millionen Geflüchtete vor Augen führt.

ADRA Deutschland e. V. ist seit seiner Gründung 1986 in der humanitären Hilfe aktiv. Das internationale ADRA-Netzwerk, heute in über 130 Ländern vertreten, gewährleistet bei Konflikten und Katastrophen schnelle und direkte Hilfe an Millionen von Menschen in Not. Ein Schwerpunkt der humanitären Arbeit von ADRA Deutschland liegt derzeit zum Beispiel im Jemen, wo durch die Kriegssituation, durch Restriktionen und Zerstörung der Zugang zu besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen allerdings schwierig ist. Nichtsdestotrotz unterstützt ADRA dort mittlerweile fast eine halbe Million Menschen unter anderem mit einer medizinischen Grundversorgung und mit Nahrungsmittelhilfen und ist eine der aktivsten Hilfsorganisationen im Land.

ADRA kümmert sich aber etwa auch um die Leidtragenden eines fast vergessenen Konflikts, der zudem vor der Haustür der EU stattfindet. In der Ostukraine sind vor allem Alte und Schwache vom Zusammenbruch der technischen und sozialen Infrastruktur durch den Krieg zwischen der Ukraine und den Separatisten betroffen. ADRA hilft den Bedürftigen hier zum Beispiel in Sachen Zugang zu Strom und Wasser, die Häuser winterfest zu machen, beim Transport zu Ärzten und bei der psychosozialen Versorgung.

Der Jemen und die Ukraine sind nur zwei Beispiele für die Arbeit von ADRA in der Sofort- und Nothilfe. Derzeit betreut ADRA Deutschland fast 20 humanitär orientierte Hilfsprojekte auf vier Kontinenten. Über die Jahrzehnte hat sich die Arbeit in der humanitären Hilfe auch bei ADRA sehr verändert, geradezu modernisiert. Stand früher in Krisen die Lieferung von Hilfsgütern im Mittelpunkt – etwa: Nahrung, Zelte und Decken – geht es heute mehr um die Stärkung der Kapazitäten in den Gemeinschaften vor Ort, um Hilfe zur Selbsthilfe, oft sogar auch schon um Katastrophenvorsorge. ADRA hat zum Beispiel bei humanitären Interventionen (etwa in Somalia, im Jemen oder in Zimbabwe) schon oft das inzwischen als sehr fortschrittlich geltende Instrument der Bargeldauszahlung erfolgreich angewandt. Diese so genannten Cash-Transfers sind zielgerichtete Auszahlungen an unmittelbar Betroffene in Not, die in Krisenzeiten nicht nur den Bedürftigen ein Stück Würde erhalten, sondern auch die lokalen Märkte stärken, eine faire Bezahlung für dringend notwendige Wiederaufbau-Arbeiten an Personal vor Ort ermöglichen und vor allem sehr schnell und flexibel einsetzbar sind.

Am Ende geht es eben auch in der humanitären Hilfe – und damit auch bei ADRA – ums Geld. Es geht darum, wieviel wir alle als Spender und Steuerzahler in den wohlhabenden Ländern bereit sind, für andere in Not auszugeben. Es geht darum, mit dem gezielten professionellen Einsatz von Mitteln Leid nach oder während Krieg, Dürre, Flucht oder Flut zu mildern und den betroffenen Menschen ein würdiges Leben in den Zeiten des Wiederaufbaus zu ermöglichen.

ADRA Deutschland e.V. leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not – darunter auch in Deutschland. Unsere Erfolge, über die wir regelmäßig berichten, sind auch die Erfolge von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender. Bei ADRA wird das Stichwort GEMEINSAM großgeschrieben. Warum? Nur zusammen können wir großartige Ergebnisse erzielen. Dank Ihnen können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

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Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag

Die Zahl der Menschen, die vor Gewalt, Krieg, Verfolgung oder Klimawandel fliehen, wächst Jahr für Jahr. Die Entscheidung das eigene Zuhause zu verlassen, ist oft keine freiwillige und keine leichte. Vor diesem Hintergrund erklärte die UN-Vollversammlung im Dezember 2000 den 20. Juni zum weltweiten Gedenktag für Geflüchtete.

Die Geschichte der Menschheit ist von Ein- und Auswanderungen geprägt. Jedes Jahr verlassen Millionen von Menschen ihre Heimat, weil ihre Existenz bedroht ist. Sie möchten Verfolgung, Krieg, Gewalt oder Naturkatastrophen entkommen. Im Jahr 2018 begaben sich 70,8 Millionen Menschen auf die Flucht.[1] So viele wie noch nie. Jeder zweite Geflüchtete ist minderjährig. Den Daten des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR)[2] zufolge verlassen mehr als 35.000 Personen jeden Tag ihr Heim. Im Schnitt werden jede Minute 25 Menschen auf der Welt zur Flucht gezwungen. Viele von ihnen erleben auf dem Weg zu einem sicheren Ort tragische Schicksale. Auf Initiative des UNHCR wurde deshalb der 20 Juni ausgewählt, um auf die Not und Bedürfnisse der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Als Akt der Solidarität finden an diesem Tag in vielen Ländern weltweit Veranstaltungen zu diesem Thema statt.

Die wenigsten Geflüchteten kommen nach Europa

Das Thema „Flüchtlinge“ ist in westlichen Gesellschaften sehr umstritten. Die Bilder von überfüllten Ruderbooten im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa sind sehr präsent in unseren Köpfen. In Wirklichkeit sucht nur eine Minderheit der Geflüchteten Schutz in Europa. 91 Prozent aller Flüchtlinge fliehen nicht in die Europäische Union, sondern suchen einen Zufluchtsort im eigenen Land oder in einem direkten Nachbarland. Etwa 80 Prozent von ihnen finden Schutz in Entwicklungsländern. Der Libanon, Jordanien, die Türkei, Uganda und der Tschad sind die Länder, die am meisten Geflüchtete, im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsgröße, aufgenommen haben.[3]

Das Ankommen an einem sicheren Ort ist nicht mit einer goldenen Zukunft gleichzusetzen. Die geflüchteten Menschen müssen zwar nicht mehr unmittelbar um ihr Leben fürchten, ein Haus und eine Arbeitsstelle haben sie trotzdem nicht. Ihren Alltag verbringen sie meistens in einem Flüchtlingslager, wo sie dem Hunger, Krankheiten oder gar Diskriminierung ausgesetzt sind. Insbesondere in Zeiten von Pandemien, wie die des COVID 19, sind Menschen in den Lagern besonders stark gefährdet. Ohne Hilfe ist deshalb der Beginn eines neuen Lebens schwer.

Fluchtursachen vor Ort bekämpfen

ADRA Deutschland leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not.  Flüchtlingshilfe liegt uns dabei sehr am Herzen. Wir möchten den Menschen helfen, neue Perspektiven für die Zukunft zu gewinnen. Wenn Menschen wieder für sich und ihre Familie sorgen können, sinkt das Leid in der Welt. Mit unserer Entwicklungszusammenarbeit bekämpfen wir die Fluchtursachen in den Herkunftsländern. Mit unserer Not- und humanitären Hilfe stehen wir den Menschen auf der Flucht und am Zufluchtsort zur Seite.

Schutz bieten und Perspektiven schaffen

In Thailand unterstützen wir Flüchtlinge aus Myanmar mit beruflichen Schulungen. Die Geflüchteten sind vor vielen Jahren den Kämpfen in ihrem Herkunftsland entflohen und haben Zuflucht im Nachbarland gefunden. Nun dürfen sie das Flüchtlingslager nicht verlassen. Mit den Bildungsangeboten möchte ADRA den Menschen helfen, sich wieder ein selbständiges Leben aufzubauen. In Deutschland engagierte sich ADRA seit 2015 im Rahmen des Bündnisses Gemeinsam für Flüchtlinge an der Seite von Geflüchteten, um ihnen den Einstieg in die neue Gesellschaft zu erleichtern. Im Mittelmeer arbeiten wir mit der NGO SOS Méditerranée zusammen. Die Rettung Schiffbrüchiger ist ein humanitäres Gebot, das sich aus unserem Selbstbild ergibt. Deshalb unterstützen wir SOS Méditerranée bei ihrem Einsatz zur Rettung von Menschen aus Seenot. Schließlich hat – nach dem Wortlaut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948 – jeder das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der eigenen Person verdient.

ADRA Deutschland e.V. leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not – darunter auch in Deutschland. Unsere Erfolge, über die wir regelmäßig berichten, sind auch die Erfolge von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender. Bei ADRA wird das Stichwort GEMEINSAM großgeschrieben. Warum? Nur zusammen können wir großartige Ergebnisse erzielen. Dank Ihnen können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

Zuflucht in Thailand für Geflüchtete aus Myanmar

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[1] Die genaue Zahl für das Jahr 2019 liegen noch nicht vor (Quelle: UNCHR).

[2] Der UNHCR ist mit dem Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen beauftragt und auch im Bereich der
humanitären Hilfe tätig.

[3] Quelle UNHCR