Am 08. September ist Weltalphabetisierungstag: Ein Tag, um Menschen in Not zu unterstützen

Es ist selbstverständlich. Kaum einer denkt darüber nach. Man macht es unbewusst und wenn möglich in maximaler Geschwindigkeit. Lesen und schreiben.

In Deutschland haben wir das Privileg, dass nahezu jeder lesen und schreiben kann. In der Vorschule hat man bereits die ersten Buchstaben kennengelernt, in der Schule folgt das Lernen von lesen und schreiben. Doch diese Fähigkeit ist leider nicht in jedem Land und in jeder Kultur Normalität.

Analphabeten – Erwachsene, denen grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse fehlen. Jeder Mensch sollte Zugang zu Bildung haben, lesen und schreiben erlernen dürfen. Es ist ein Menschenrecht und eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Doch diese Möglichkeit bleibt leider vielen Menschen verschlossen. Weltweit gibt es ca. 750 Millionen Analphabeten. Die meisten leben in Entwicklungsländern. Menschen kämpfen ums Überleben. Es ist kaum Geld vorhanden, um sich Essen zu kaufen. Kein Wunder, dass das Geld für die Schule fehlt. Oft spielt auch die Geschlechterdiskriminierung eine entscheidende Rolle: Weltweit dürfen viele Mädchen und Frauen nach wie vor nicht zur Schule gehen. Hinzu kommt die Rollenverteilung in den südlicheren Kulturen: Der Mann geht arbeiten, die Frau ist für Haushalt und Kinder verantwortlich. Daher sind auch fast zwei Drittel der Analphabeten Frauen. Um ein Zeichen zu setzen, hat 1965 die UNESCO den Weltalphabetisierungstag am 8. September ins Leben gerufen. Dieser Tag soll an die Bedeutung von Alphabetisierung und Bildung erinnern.

Bildung ist ein Schlüssel zu nachhaltigem Fortschritt. ADRA setzt sich weltweit dafür ein, dass auch Menschen in Entwicklungsländern eine Ausbildung ermöglicht werden kann. So auch zum Beispiel in Albanien in den Roma Gesellschaften. Durch Zusammenarbeit mit offiziellen Behörden, unter anderem auch mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ), wurden in Albanien (u. a. in Tirana, Fushe-Kruje, Bubq) Roma Community Center aufgebaut. Dort gibt es für Kinder und Jugendliche wie auch für Erwachsene und Senioren Kurse, die wöchentlich von den ADRA Albanien Mitarbeitern gestaltet werden. Dort lernen Romas nicht nur lesen, schreiben und rechnen, sondern auch mehr über Themen wie Nachhaltigkeit, Mülltrennung, Schulpflicht usw.

Ein Kurs zum Thema: „Jedes Kind hat Recht auf Schulbildung“ im Roma Community Center Tirana.

Ein Roma Mädchen beim Lernen der Buchstaben (Community Center Tirana)

Roma Community Center Fushe-Kruje

Alphabetisierung ist eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In Albanien gab es 57.715 Erwachsene Analphabeten (Stand 2015), die nicht in der Lage sind, mit Verständnis einen kurzen, einfachen Text über ihr alltägliches Leben zu lesen und zu schreiben. Und dies versucht ADRA Albanien nachhaltig zu verändern, mit dem Ziel: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es ist ein Entwicklungsprozess über einen langen Zeitraum – doch es lohnt sich!

Auch in anderen Ländern wie Äthiopien, Serbien und Myanmar werden Bildungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von ADRA durchgeführt. Weltweit wurden Kindergärten, Schulen und Bildungszentren gegründet, durch die Menschen eine neue Perspektive für die Zukunft geschenkt bekommen haben.

ADRA hat sich der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ angeschlossen. In dieser Agenda drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Sie schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Für jedes Land der Welt ist sie anwendbar und lässt sich in 17 Zielen (Sustainable Development Goals, SDGs) zusammenfassen:

Bildnachweis: Bundesregierung

Heute ist der Weltalphabetisierungstag.

Ein Tag, um Menschen in Not zu unterstützen.
Ein Tag, um wieder neu zu investieren für „eine bessere Welt“.
Ein Tag, um über persönliche Ziele im Bereich Nachhaltigkeit zu reflektieren.
Ein Tag, um sich bewusst zu machen, welch ein Privileg es ist, diesen Artikel gelesen zu haben.

Nutzen Sie den heutigen Tag und unterstützen Sie Menschen in Not mit Ihrer Spende. >>zum Spendenformular

Quellen:
https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/255710/weltalphabetisierungstag
https://knoema.de/atlas/Albanien/topics/Bildung/Alphabetisierung/Analphabetismus-Erwachsene
http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/index.html

Am 19. August ist Welttag der humanitären Hilfe

In Kriegs- und Bürgerkriegsregionen Vertriebene versorgen, nach Stürmen, Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben oder Tsunamis helfen, Hunger, Mangel und Krankheit bekämpfen. Für Hunderttausende Frauen und Männer auf der ganzen Welt sind Krisen und ihre Folgen für die betroffenen Menschen auch ein Arbeitsplatz. Die Vereinten Nationen ehren die humanitären Helfer und die Idee der Krisenhilfe an sich daher jedes Jahr mit einem Aktionstag.

Am Anfang waren europäische Kriege, ein Schweizer Geschäftsmann, ein viel beachtetes Buch und eine heute sehr bekannte britische Krankenpflegerin. Vor fast 170 Jahren war die Britin Florence Nightingale über die Zustände in den Lazaretten des Krimkrieges 1854 so entsetzt, dass sie mit vielen Freiwilligen und unter Beachtung (für die damalige Zeit) professioneller medizinischer Standards ein Krankenhaus für Tausende schwer Verletzte auf die Beine stellte. Fünf Jahre später beobachtete der Schweizer Henri Dunant fassungslos die vielen auf dem Schlachtfeld von Solferino in Italien einfach zurückgelassenen lebensbedrohlich Verwundeten. Er veröffentlichte seine Eindrücke und wird heute als Initiator der Rotkreuzbewegung und einer der Begründer moderner humanitärer Hilfe gesehen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Frühzeit der international koordinierten Krisenhilfe gilt noch heute: dass professioneller materieller und logistischer Beistand für Menschen in Not ohne Ansehen der Person, unparteiisch und neutral gewährt werden muss, dass die Betroffenen ein Anrecht auf diese Hilfe haben, und dass vor allen anderen tunlichst den Schwächsten und Verletzlichsten geholfen wird. Heute spricht man sogar vom „humanitären Imperativ“, der die internationale Gemeinschaft verpflichtet, zu helfen, wo immer Hilfe auf der Welt gebraucht wird. Außerdem gibt es schon lange obligatorische und immer wieder aktualisierte Mindeststandards zum Beispiel für die Unterbringung von Flüchtlingen, für die Versorgung Hungernder oder die medizinische Behandlung, auf die sich unter anderem die meisten humanitären Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie ADRA) und die Vereinten Nationen (UN) geeinigt haben.

Die UN und internationale wie nationale NGOs sind neben den Staaten selbst (oder auch der EU) die maßgeblichen Akteure der humanitären Hilfe: Sie sammeln Spenden, beantragen Budgets bei Regierungen und Institutionen, planen die notwendigen Projekte, führen sie durch und beschäftigen die Helfer. Heute werden pro Jahr weltweit etwa 25 Milliarden Euro aus privaten Spenden, Stiftungsgeldern und aus Steuermitteln v.a. der wohlhabenden Länder für Sofort- und Nothilfe ausgegeben. Das klingt nach viel, ist aber wenig, wenn man sich die Vielzahl der weltweit gärenden Konflikte, die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, Naturkatastrophen und aktuell etwa 70 Millionen Geflüchtete vor Augen führt.

ADRA Deutschland e. V. ist seit seiner Gründung 1986 in der humanitären Hilfe aktiv. Das internationale ADRA-Netzwerk, heute in über 130 Ländern vertreten, gewährleistet bei Konflikten und Katastrophen schnelle und direkte Hilfe an Millionen von Menschen in Not. Ein Schwerpunkt der humanitären Arbeit von ADRA Deutschland liegt derzeit zum Beispiel im Jemen, wo durch die Kriegssituation, durch Restriktionen und Zerstörung der Zugang zu besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen allerdings schwierig ist. Nichtsdestotrotz unterstützt ADRA dort mittlerweile fast eine halbe Million Menschen unter anderem mit einer medizinischen Grundversorgung und mit Nahrungsmittelhilfen und ist eine der aktivsten Hilfsorganisationen im Land.

ADRA kümmert sich aber etwa auch um die Leidtragenden eines fast vergessenen Konflikts, der zudem vor der Haustür der EU stattfindet. In der Ostukraine sind vor allem Alte und Schwache vom Zusammenbruch der technischen und sozialen Infrastruktur durch den Krieg zwischen der Ukraine und den Separatisten betroffen. ADRA hilft den Bedürftigen hier zum Beispiel in Sachen Zugang zu Strom und Wasser, die Häuser winterfest zu machen, beim Transport zu Ärzten und bei der psychosozialen Versorgung.

Der Jemen und die Ukraine sind nur zwei Beispiele für die Arbeit von ADRA in der Sofort- und Nothilfe. Derzeit betreut ADRA Deutschland fast 20 humanitär orientierte Hilfsprojekte auf vier Kontinenten. Über die Jahrzehnte hat sich die Arbeit in der humanitären Hilfe auch bei ADRA sehr verändert, geradezu modernisiert. Stand früher in Krisen die Lieferung von Hilfsgütern im Mittelpunkt – etwa: Nahrung, Zelte und Decken – geht es heute mehr um die Stärkung der Kapazitäten in den Gemeinschaften vor Ort, um Hilfe zur Selbsthilfe, oft sogar auch schon um Katastrophenvorsorge. ADRA hat zum Beispiel bei humanitären Interventionen (etwa in Somalia, im Jemen oder in Zimbabwe) schon oft das inzwischen als sehr fortschrittlich geltende Instrument der Bargeldauszahlung erfolgreich angewandt. Diese so genannten Cash-Transfers sind zielgerichtete Auszahlungen an unmittelbar Betroffene in Not, die in Krisenzeiten nicht nur den Bedürftigen ein Stück Würde erhalten, sondern auch die lokalen Märkte stärken, eine faire Bezahlung für dringend notwendige Wiederaufbau-Arbeiten an Personal vor Ort ermöglichen und vor allem sehr schnell und flexibel einsetzbar sind.

Am Ende geht es eben auch in der humanitären Hilfe – und damit auch bei ADRA – ums Geld. Es geht darum, wieviel wir alle als Spender und Steuerzahler in den wohlhabenden Ländern bereit sind, für andere in Not auszugeben. Es geht darum, mit dem gezielten professionellen Einsatz von Mitteln Leid nach oder während Krieg, Dürre, Flucht oder Flut zu mildern und den betroffenen Menschen ein würdiges Leben in den Zeiten des Wiederaufbaus zu ermöglichen.

ADRA Deutschland e.V. leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not – darunter auch in Deutschland. Unsere Erfolge, über die wir regelmäßig berichten, sind auch die Erfolge von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender. Bei ADRA wird das Stichwort GEMEINSAM großgeschrieben. Warum? Nur zusammen können wir großartige Ergebnisse erzielen. Dank Ihnen können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

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Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag

Die Zahl der Menschen, die vor Gewalt, Krieg, Verfolgung oder Klimawandel fliehen, wächst Jahr für Jahr. Die Entscheidung das eigene Zuhause zu verlassen, ist oft keine freiwillige und keine leichte. Vor diesem Hintergrund erklärte die UN-Vollversammlung im Dezember 2000 den 20. Juni zum weltweiten Gedenktag für Geflüchtete.

Die Geschichte der Menschheit ist von Ein- und Auswanderungen geprägt. Jedes Jahr verlassen Millionen von Menschen ihre Heimat, weil ihre Existenz bedroht ist. Sie möchten Verfolgung, Krieg, Gewalt oder Naturkatastrophen entkommen. Im Jahr 2018 begaben sich 70,8 Millionen Menschen auf die Flucht.[1] So viele wie noch nie. Jeder zweite Geflüchtete ist minderjährig. Den Daten des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR)[2] zufolge verlassen mehr als 35.000 Personen jeden Tag ihr Heim. Im Schnitt werden jede Minute 25 Menschen auf der Welt zur Flucht gezwungen. Viele von ihnen erleben auf dem Weg zu einem sicheren Ort tragische Schicksale. Auf Initiative des UNHCR wurde deshalb der 20 Juni ausgewählt, um auf die Not und Bedürfnisse der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Als Akt der Solidarität finden an diesem Tag in vielen Ländern weltweit Veranstaltungen zu diesem Thema statt.

Die wenigsten Geflüchteten kommen nach Europa

Das Thema „Flüchtlinge“ ist in westlichen Gesellschaften sehr umstritten. Die Bilder von überfüllten Ruderbooten im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa sind sehr präsent in unseren Köpfen. In Wirklichkeit sucht nur eine Minderheit der Geflüchteten Schutz in Europa. 91 Prozent aller Flüchtlinge fliehen nicht in die Europäische Union, sondern suchen einen Zufluchtsort im eigenen Land oder in einem direkten Nachbarland. Etwa 80 Prozent von ihnen finden Schutz in Entwicklungsländern. Der Libanon, Jordanien, die Türkei, Uganda und der Tschad sind die Länder, die am meisten Geflüchtete, im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsgröße, aufgenommen haben.[3]

Das Ankommen an einem sicheren Ort ist nicht mit einer goldenen Zukunft gleichzusetzen. Die geflüchteten Menschen müssen zwar nicht mehr unmittelbar um ihr Leben fürchten, ein Haus und eine Arbeitsstelle haben sie trotzdem nicht. Ihren Alltag verbringen sie meistens in einem Flüchtlingslager, wo sie dem Hunger, Krankheiten oder gar Diskriminierung ausgesetzt sind. Insbesondere in Zeiten von Pandemien, wie die des COVID 19, sind Menschen in den Lagern besonders stark gefährdet. Ohne Hilfe ist deshalb der Beginn eines neuen Lebens schwer.

Fluchtursachen vor Ort bekämpfen

ADRA Deutschland leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not.  Flüchtlingshilfe liegt uns dabei sehr am Herzen. Wir möchten den Menschen helfen, neue Perspektiven für die Zukunft zu gewinnen. Wenn Menschen wieder für sich und ihre Familie sorgen können, sinkt das Leid in der Welt. Mit unserer Entwicklungszusammenarbeit bekämpfen wir die Fluchtursachen in den Herkunftsländern. Mit unserer Not- und humanitären Hilfe stehen wir den Menschen auf der Flucht und am Zufluchtsort zur Seite.

Schutz bieten und Perspektiven schaffen

In Thailand unterstützen wir Flüchtlinge aus Myanmar mit beruflichen Schulungen. Die Geflüchteten sind vor vielen Jahren den Kämpfen in ihrem Herkunftsland entflohen und haben Zuflucht im Nachbarland gefunden. Nun dürfen sie das Flüchtlingslager nicht verlassen. Mit den Bildungsangeboten möchte ADRA den Menschen helfen, sich wieder ein selbständiges Leben aufzubauen. In Deutschland engagierte sich ADRA seit 2015 im Rahmen des Bündnisses Gemeinsam für Flüchtlinge an der Seite von Geflüchteten, um ihnen den Einstieg in die neue Gesellschaft zu erleichtern. Im Mittelmeer arbeiten wir mit der NGO SOS Méditerranée zusammen. Die Rettung Schiffbrüchiger ist ein humanitäres Gebot, das sich aus unserem Selbstbild ergibt. Deshalb unterstützen wir SOS Méditerranée bei ihrem Einsatz zur Rettung von Menschen aus Seenot. Schließlich hat – nach dem Wortlaut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948 – jeder das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der eigenen Person verdient.

ADRA Deutschland e.V. leistet weltweit Unterstützung für Menschen in Not – darunter auch in Deutschland. Unsere Erfolge, über die wir regelmäßig berichten, sind auch die Erfolge von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender. Bei ADRA wird das Stichwort GEMEINSAM großgeschrieben. Warum? Nur zusammen können wir großartige Ergebnisse erzielen. Dank Ihnen können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

Zuflucht in Thailand für Geflüchtete aus Myanmar

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[1] Die genaue Zahl für das Jahr 2019 liegen noch nicht vor (Quelle: UNCHR).

[2] Der UNHCR ist mit dem Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen beauftragt und auch im Bereich der
humanitären Hilfe tätig.

[3] Quelle UNHCR

Die Umwelt retten – ja bitte!

Am 05. Juni 1972 fand die erste internationale Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Umwelt in Stockholm statt. In Erinnerung an diese Konferenz wurde der 05. Juni zum jährlichen „Tag der Umwelt“ erklärt. Mit diesem Beitrag möchte ADRA Deutschland auf den Klimawandel und seiner Konsequenzen aufmerksam machen.

Mit der Fridays for Future-Bewegung ist das Thema Umwelt seit dem Jahr 2019 – vor dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie – wieder stärker in den Vordergrund der Öffentlichkeit gerückt.

Warum ist es aber so wichtig, die Umwelt zu schützen? Seit vielen Jahren wird darüber berichtet. Haben wir noch nicht genug getan?

Die Erde ist ein Planet, auf dem wir alle leben. Es ist unser gemeinsames Gut. Die lebensnotwendigen Ressourcen wie Trinkwasser, Energiequellen oder die für die Landwirtschaft benötigten Ackerböden sind begrenzt. Schon jetzt verbrauchen wir pro Jahr mehr von diesen Ressourcen als die Erde es uns geben könnte. Damit opfern wir die Zukunft, um kurzfristige Bedürfnisse zu erfüllen. Wir müssen auf die Umwelt achten, um unseren Kindern eine Chance auf ein sicheres Leben zu geben.

In den letzten Jahren wurde schon viel zum Schutz unseres Planeten unternommen. In Europa wird vermehrt darauf geachtet, den Müll richtig zu trennen. Die EU hat ein Emissionshandelssystem auf die Beine gestellt, welches darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen von Unternehmen zu reduzieren. Auf den Pariser Klimagipfel 2015 hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, ihre CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren.  Das Thema Umwelt wird also ernst genommen! Die angekündigten Maßnahmen reichen dennoch nicht aus! Mit dem voranschreitenden Klimawandel sind unsere Lebensgrundlagen in Gefahr. Der Klimawandel zwingt große Population dazu, ihre Heimat zu verlassen. Ganze Gebiete sind nicht mehr bewohnbar. Es betrifft alle Menschen – reiche wie arme. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

Genau nach diesem Motto legt ADRA die Hand ans Werk. Wir arbeiten daran – sowohl im In- als auch im Ausland – unsere Gegenwart und Zukunft nachhaltiger zu gestalten. In vielen unserer Projekte gehen nachhaltige und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand. Weltweit fördert ADRA den Einsatz von erneuerbaren Energien und die Entwicklung von klimafreundlichen Methoden für die Landwirtschaft. Auch In Deutschland möchten wir ein Zeichen setzten. Bis zu 60 Prozent des Energiebedarfs unserer Gebäude in Weiterstadt decken wir durch Solarenergie. Mit unserer Solaranlage vermeiden wir dabei zirka 23,6 Tonnen CO2 jährlich. Wir möchten den Menschen eine Zukunft und Entfaltungsmöglichkeiten geben. Das wird uns jedoch nur gelingen, wenn wir alle – dort und hier – an einem Strang ziehen!

Schützen Sie mit uns die Umwelt und unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort KLIMA. >> zum Spendenformular

Hunger – eine menschliche Tragödie

Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungersnot „biblischen Ausmaßes“. Bewaffnete Konflikte, ungleiche Lebensbedingungen und die Auswirkungen des Klimawandels tragen maßgeblich dazu bei, dass Menschen unter Hunger und Ernährungsunsicherheit leiden. Diese Situation wird durch die Corona-Pandemie noch verschärft.

Das Coronavirus schränkt weltweit das Leben der Menschen ein. Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren sind notwendige Maßnahmen, um die Verbreitung der Covid-19-Pandemie einzudämmen. Doch die wirtschaftlichen Folgen gefährden viele Existenzen. Und sie treffen die Ärmsten zuerst. Der Zugang zu den Märkten und zu lebenswichtigen Nahrungsmittelhilfen ist aufgrund der Schutzmaßnahmen stark eingeschränkt. Der Welthunger-Index (WHI) 2019 verdeutlicht, dass sich in mehreren Ländern die aktuelle Hungersituation gegenüber 2010 noch verschärft hat. Etwa 45 Länder sind gefährdet, und das mit längerfristigen Folgen. Noch über das Jahr 2030 hinaus werden sie ein hohes Hungerniveau aufweisen.

Viele Länder, die unter verbreitetem Hunger leiden, sind gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen. Sie sind aber nur bedingt in der Lage, mit den Folgen umzugehen oder ihnen entgegenzuwirken. Gleichzeitig haben sie oft am wenigsten zu seiner Entstehung beigetragen. Seit den 1990er Jahren hat sich die Häufigkeit der Extremwetterereignisse verdoppelt. Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Überflutungen, Dürren oder Waldbrände sind eine Gefahr für den Lebensraum und das Auskommen von Millionen von Menschen. Naturkatastrophen führen zu geringeren Ernteerträgen der wichtigsten Nutzpflanzen. Die Folgen sind höhere Lebensmittelpreise und Einkommensverluste.

Der Klimawandel und seine Nebenwirkungen

Seit Anfang des Jahres leiden die Menschen in Ostafrika und in Teilen Asiens zusätzlich unter einer der schlimmsten Heuschreckenplagen seit vielen Jahrzehnten. Schwärme in der Größe des Saarlandes fallen über die Felder her und vernichten mit ihrem Kahlfraß die Ernten. Die UN-Behörde für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schätzt, dass ein Heuschreckenschwarm von einem Quadratkilometer die Nahrung von 35.000 Menschen vernichtet. Zahlreiche Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind auf Hilfe angewiesen, doch diese werden durch die Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie blockiert. Dringend benötigt werden neues Saatgut für die Felder und zusätzliches Futter für die Tiere. Viele Familien brauchen Lebensmittel, um bis zur nächsten Ernte überleben zu können. Im April hat die Regenzeit eingesetzt. Sie führt zur Vermehrung der Heuschrecken und belastet die Ernährungssituation von neuem.

Millionen Menschen stehen vor einer Hungerkatastrophe

Andauernde Mangel- und Unterernährung sind vor allem für Kinder und Geschwächte eine Gefahr, denn sie werden anfälliger für Erkrankungen. Dabei ist ein gutes Immunsystem bei Pandemien wie Covid-19 überlebenswichtig. „Um die Ausbreitung des Coronavirus und das Kollabieren des Gesundheitssystems zu verhindern, sind Maßnahmen wie Ausgangssperren und Grenzschließungen unabdingbar. Für den Kampf gegen die Heuschreckenplage sind sie jedoch ein massives Hindernis“, erklärt Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin des Katastrophenbündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. ADRA ist Mitglied im Katastrophenbündnis und in einigen Ländern Ostafrikas und Asiens aktiv. Die MitarbeiterInnen von ADRA passen vor Ort Hygienemaßnahmen an und helfen damit, das Covid-19-Virus einzudämmen. So wurden beispielsweise Bewässerungssysteme für die Felder umgerüstet und dienen nun als Handwaschstationen. Zusätzlich werden Hygieneschulungen durchgeführt. Verhandlungen mit den öffentlichen Geldgebern sollen zusätzliche Mittel bewirken, um weitere Maßnahmen gegen Covid-19 umsetzen zu können.

Dafür appellierte der UN-Generalsekretär António Guterres anlässlich der Veröffentlichung des „Global Humanitarian Response Plans Covid-19“ der Vereinten Nationen am 25. März 2020 in New York: „Wir müssen den Verwundbarsten zu Hilfe kommen – Millionen und Abermillionen von Menschen, die am wenigsten in der Lage sind, sich selbst zu schützen. Dies ist eine Frage der grundlegenden menschlichen Solidarität.

ADRA ist gegen den Hunger in Ostafrika aktiv. Mit der Verteilung von Nahrungsmitteln, klimaangepasstem Saatgut oder durch die Einführung von wasserspeichernden Techniken und Bewässerungsanlagen werden kleinbäuerlichen Familien unterstützt.

Gemeinsam mit unseren Spenderinnen und Spendern wie Ihnen setzen wir uns für Menschen in Not ein. Gegen den Hunger. Denn jeder Mensch zählt gleich viel. Seien Sie Teil dieser lebenswichtigen Arbeit von ADRA und unterstützen Sie uns mit ihrer Spende unter dem Stichwort „Corona“. >> zum Spendenformular

Tag der Erneuerbaren Energien: Entwicklung geht auch nachhaltig

Der Tag der Erneuerbaren Energien findet bundesweit vom 24. bis 26. April 2020 als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 statt. Da ist es eine Kuriosität, dass im Vorfeld des diesjährigen Tags verheerende Brände im Wald von Tschernobyl toben. Zwar ist die Reaktorruine nicht mehr direkt bedroht, von dem Waldbrand geht trotzdem eine strahlende Gefahr aus. Durch das Feuer werden radioaktive Teilchen freigesetzt und weiterverbreitet.

Zenebu ist Teilnehmerin des Green Energy-Projekts in Äthiopien

Die Energie der Zukunft ist erneuerbar und dezentral
Wie sich am Beispiel Äthiopien zeigt. Dort gewinnt die Solarenergie an Bedeutung. Strom aus Solaranlagen ist günstig, mobil und mittlerweile ein ganzer Wirtschaftszweig für KleinunternehmerInnen. Die Ausbildung dazu wird mittlerweile von ADRA übernommen. Zenebu ist eine der über 600 Frauen, die sich im Green Energy-Projekt von ADRA zu Solartechnikerinnen ausbilden lassen. Das Projekt wurde im Mai 2019 gemeinsam mit dem äthiopischen Energieministerium und dem Bildungsministerium entwickelt und ermöglicht erstmals staatlich anerkannte Berufsstandards für Erneuerbare Energien. So wird in Äthiopien bereits an einer nachhaltigen, dezentralen Energieversorgung gearbeitet.

Auch ADRA Deutschland nutzt Solarenergie. Bis zu 60 Prozent des Energiebedarfs unserer Gebäude in Weiterstadt decken wir durch Solarenergie. Mit unserer Solaranlage vermeiden wir zirka 23,6 Tonnen CO² jährlich.

Solaranlage in Äthiopien

Bleiben Sie gesund! Am 07. April ist Weltgesundheitstag

Irgendwann brauchen wir alle ihre Hilfe! Allein in Deutschland stehen uns 1,6 Millionen Pflegekräfte in den verschiedensten Fachrichtungen und Einrichtungen im Krankheitsfall zur Verfügung. Und nochmal 24.000 Hebammen und Entbindungspfleger.[1] Sie stehen uns rund um die Uhr in medizinischen Notlagen bei.

Jedes Jahr stellt die WHO den Weltgesundheitstag unter ein neues Thema. In diesem Jahr werden am Weltgesundheitstag alle Pflegenden und Hebammen geehrt. Und das nicht nur an diesem Tag. Das gesamte Jahr 2020 wurde zum weltweiten Jahr der professionellen Pflegekräfte, Hebammen und Entbindungspfleger ausgerufen.

„Die WHO ist stolz darauf, 2020 als das Jahr der Pflegenden und Hebammen zu nominieren. Diese beiden Gesundheitsberufe sind unschätzbar wertvoll für die Gesundheit der Bevölkerung. Ohne sie werden wir die nachhaltigen Entwicklungsziele und eine universelle Gesundheitsversorgung nicht erreichen können. 2020 wird sich darauf fokussieren, die enormen Entbehrungen und Leistungen von Pflegefachpersonen und Hebammen hervorzuheben und sicherzustellen, dass wir den Mangel an diesen lebenswichtigen Berufen adressieren,“ sagt Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO. Angesichts der Corona-Pandemie erhält die Würdigung dieser Berufsgruppen eine zusätzliche Bedeutung.

Die Arbeitsbedingungen für medizinisches Personal in Kriegs- und Krisengebieten sind erschwert und der Arbeitsanfall erhöht. ADRA unterstützt seit vielen Jahren zwei Projekte im Gesundheitsbereich.

In der Mekele Seventh Day Adventist Clinic in Mekele City in Äthiopien werden Dank unserer Spenderinnen und Spender die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal verbessert. Neue medizinische Geräte und Materialien sowie renovierte Toiletten und Untersuchungszimmer verbessern die Gesundheitsversorgung der Kinder deutlich. Mehr Sitzplätze erleichtern den Familien der kleinen Patienten das Warten.

Im Jemen leistet ADRA seit sieben Jahren lebensrettende medizinische Hilfe. Nur ca. 50 Prozent der Gesundheitseinrichtungen im Jemen sind funktionstüchtig. Für fast eine halbe Million Menschen stellt ADRA medizinische Versorgung und Ernährungshilfen bereit. Allein 9.000 Säuglinge und Kleinkinder konnten vor Hunger bewahrt werden.

Werden Sie Teil dieser Erfolgsgeschichten und unterstützen Sie die Arbeit von ADRA im Gesundheitsbereich mit Ihrer Spende.
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[1] https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Berufe/generische-Publikationen/Altenpflege.pdf