Kampf gegen Genitalverstümmelung in Westkenia

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) ist leider immer noch ein Problem in Kenia, auch wenn die Praxis längst verboten ist. Die traditionelle Zeremonie symbolisiert den Übergang eines Mädchens zur Frau, Teil dieser Zeremonie ist die Beschneidung der Genitalien. Unter den Folgen von FGM leiden junge Mädchen ein Leben lang .  Inkontinenz, Schmerzen beim Urinlassen und beim Geschlechtsverkehr gehören dann zum Alltag. Die Frauen sind einem hohen Risiko für Entzündungen der Harnwege oder Nieren ausgesetzt und demensprechend auch im Alltag eingeschränkt. Besonders gravierende Schmerzen erleiden Frauen während der Entbindung, die oft mit schweren Blutungen einhergehen, wiederkehrenden Infektionen und drohenden Geburtsfisteln.

Um die Situation der Frauen und Mädchen zu verbessern, arbeitet ADRA mit einem ganzheitlichen gesellschaftlichen Ansatz gemeinsam mit gefährdeten Mädchen im beschneidungsreifen Alter, ihre Eltern und Verwandten – vor allem auch männliche Familienmitglieder – und andere relevante Interessengruppen aus den politischen und religiösen Bereichen in Westkenia.

Durch gezielte Sensibilisierung und den Einbezug von Familien in den Kommunen, lokalen Repräsentanten und Amtsträger*innen und der Einführung von alternativen Ritualen, die den Übergang vom Mädchensein zum Frausein schmerzfrei und ohne Verstümmelungen erlauben, wird eine gesundheitsschädigende Tradition langsam verändert. Durch die Arbeit mit allen Personengruppen einer Gemeinschaft wird ein gemeinsamer Konsens geschaffen, auf die Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen zu verzichten. Zudem werden vor Verstümmelung geflüchtete Mädchen durch eine Schulgeldpatenschaft unterstützt, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

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Ostafrika – Ernten in Gefahr

Als wenn Dürre und Wassermangel nicht genug wären, müssen sich die Bauern in Ostafrika nun auch gegen die Heuschrecken­plage wehren. Wiedereinmal sind ihre Ernten und damit ihre Lebensgrundlage gefährdet. Alexandra Michel-Döbler, Programmkoordinatorin für Somalia und Kenia bei ADRA Deutschland, spricht im Interview über eine drohende Hungerkatastrophe in Ostafrika.

    Äthiopien, Somalia und Kenia leiden aktuell unter dem zerstörerischen Befall der Wüstenheuschrecke. Ganze Ernten werden dadurch vernichtet. Können die Menschen die Verluste aus eigener Kraft auffangen?

Es wird diesmal sehr schwer. Durch die Dürre und die Überflutungen in den letzten Jahren sind die Menschen in den ohnehin sehr trockenen Gebieten am Rande dessen, was sie ertragen können. Im April stand eigentlich die nächste Ernte an, doch die Heuschrecken vernichteten die Erträge. Es droht eine große Hungerkatastrophe in den Gebieten.

    Der Heuschreckenschwarm, der über Ostafrika herfällt, hat die Größe des Saarlands. Gibt es dagegen überhaupt ein Mittel?

Wir versuchen, ohne chemische Insektizide auszukommen, denn Insektizide dringen in die Erde ein und beschädigen den Boden. Auf diesem Boden wachsen dann wiederum Pflanzen, in deren Früchten Giftstoffe enthalten sind und die Menschen nehmen diese zu sich. Dazu kommt, bei der Ausbringung der Insektizide atmen die Menschen dieses Gift ja auch ein. Das hat gesundheitliche Auswirkungen auf lange Zeit. Wir arbeiten in unseren Projekten intensiv daran, dass ökologische Landwirtschaft betrieben wird. Für die Gesundheit der Bauern und Konsumenten, aber auch für den Boden. Wie der Boden bewirtschaftet wird, hat natürlich Auswirkungen darauf, was auf dem Boden wächst. Die Gegend ist von einer fortschreitenden Wüstenbildung bedroht. Wir wollen den Bo­den rehabilitieren und die Verwendung von chemischen Insektiziden widerspricht dem.

     Es schlüpfen jetzt schon die Nachkommen der Wüstenheuschrecken. Ist die nächste Ernte nun auch schon bedroht?

Ja. Und das können wir schon heute deutlich sehen. Die Heuschrecken warten nicht, bis der Mais reif für die Ernte ist. Die Erfahrung mit Heuschreckenpopulationen zeigt, es wird noch schlimmer. Unter günstigen Bedingungen produziert eine weibliche Wüstenheuschrecke 16 bis 20 Nachkommen. Das Problem wird also noch potenziert. Es ist eine Jahrhundertplage, unter der Kenia, Somalia, Äthiopien und weitere Länder leiden. Das heißt, es gibt keine Erfahrungswerte und wir können keinen Masterplan aus der Schublade ziehen und alles wird gut – leider. Dennoch bleiben wir mit unserer Hilfe bei den Menschen.

Das Interview wurde vor der Ernte im April geführt.

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„In meinen 57 Jahren habe ich so etwas noch nie gesehen!“

Die Bäuerin Mwikali Nzoka (siehe Foto) lebt in Kenia. Sie gehört zu den Menschen, die durch die Heuschreckenplage alles verloren haben.

Alles begann am Nachmittag des 5. Februar 2020“, erzählt sie. „Es war ein Mittwoch. Mein Mann und ich saßen vor unserem Haus, nachdem wir den ganzen Morgen auf dem Bauernhof gearbeitet hatten. Plötzlich fiel ein großer Heuschreckenschwarm in unseren Hof ein. Es waren so viele, dass sie wie eine dunkle Wolke im Himmel aussahen! In meinen 57 Jahren habe ich so etwas noch nie gesehen!

Die Heuschrecken blieben zwei Wochen auf ihrem Hof und vernichteten die komplette Ernte. „Wir waren erleichtert, als sie weg waren!„, erzählt sie weiter. „Wir dachten, das war es, bis wir nur zwei Tage später, am frühen Morgen des 21. Februar, den größten Schock unseres Lebens bekamen.“ Ihr Land war von Millionen schwarzer Nymphen bedeckt.

Der Schwarm hatte offenbar Eier gelegt, die geschlüpft waren (siehe Foto). „Das sind die hungrigsten Insekten, die ich je gesehen habe. Sie ernähren sich von allem, auch vom Stamm der Pflanzen! Der gesamte Betrieb ist befallen. Jeden Tag schlüpfen mehr Eier. Die Heuschrecken haben uns alles genommen und zu Bettlern gemacht!fügt sie beschämt hinzu.

Sie sind auf ihre Ernte angewiesen, um ihre Familie zu ernähren und die Schulgebühren ihrer drei Kinder zu bezahlen.

Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen unsere Hilfe, um wieder auf die Beine zu kommen. Sie brauchen Saatgut und Lebensmittel.

Wie Familie Nzoka geht es sehr vielen Bauern. Bis vor kurzem  waren sie unabhängig und konnten von ihrer Landwirtschaft gut leben. Sie leiden sehr darunter, um Hilfe bitten zu müssen.

Gemeinsam können wir den kenianischen Bauern helfen, einen Neuanfang zu wagen, damit sie wieder unabhängig werden.

Deine Spende macht diesen Neuanfang möglich!

Eine drohende Katastrophe: Heuschreckenplage in Ostafrika

Die Heuschreckenplage betrifft Teile Asiens und Ostafrika. Besonders Somalia, Kenia und Äthiopien leiden unter dem zerstörerischen Befall durch Wüstenheuschrecken. Ganze Ernten werden ‚weggefressen‘, im wahrsten Sinne des Wortes.

Diese Naturkatastrophe trifft eine ohnehin schon von Dürren geschwächte Region und Bevölkerung. In diesen Ländern sind ungefähr 10 Millionen Menschen von der Heuschreckenplage betroffen. ADRA ist in allen drei Ländern aktiv und koordiniert mit dem Bündnis ‚Aktion Deutschland Hilft‘ Gegenmaßnahmen vor Ort.

Eine Heuschrecke wiegt zirka 2 Gramm und kann an einem Tag das eigene Gewicht an Nahrung zu sich nehmen. In einem Heuschreckenschwarm versammeln sich bis zu 80 Millionen Tiere, die dann an einem Tag unvorstellbare 160 Tonnen vernichten. In Ostafrika sind Heuschreckenschwärme von der Fläche des Saarlands unterwegs. Ohne sofortige Hilfe droht dort die nächste Hungerkatastrophe.

Die Zeit drängt also doppelt.

Im April wird am Horn von Afrika die Ernte eingebracht. Die Heuschrecken, die jetzt schon unterwegs sind, haben es auf die Pflanzen abgesehen und fressen die Ernte auf. Doch das Problem kann noch größer werden. Denn eine weibliche Heuschrecke kann, unter guten Bedingungen, bis zu 20 Nachkommen in die Welt setzen. Das bedeutet, dass sich die Heuschreckenplage noch verstärkt, wenn jetzt nicht entschlossen gehandelt wird.

Wenn der Schwarm weiterzieht, ist es noch nicht vorbei!

Die Wüstenheuschrecke nimmt tätlich etwa 2 Gramm grüne Vegetation, wie Blätter, Blüten, Rinde, Stängel, Früchte und Samen zu sich. Fast jede Pflanze steht auf dem Speiseplan der 7 bis 9 Zentimeter großen Insekten, darunter Hirse, Reis, Mais, Zuckerrohr, Gerste, Baumwolle, Obstbäume, Dattelpalmen, Gemüse. Die verdaute Nahrung scheidet die Wüstenheuschrecke als giftigen Kot[1] aus.

Heuschrecken mit Chemie bekämpfen?

In den ADRA-Projekten wollen die Bauern ohne chemische Pestizide und Insektizide auskommen. Dazu tauschen sie sich untereinander intensiv aus und setzen auf natürliche Schädlingsbekämpfung. Die natürliche Bekämpfung stößt bei Plagen in diesem Ausmaß an ihre Grenzen. Dennoch ist der Einsatz von Chemikalien kritisch. Chemische Insektizide werden über die Atemwege aufgenommen, verändern den Boden und landen schlussendlich über die Pflanzen wieder in unserem Essen.

Faktor Klimawandel

Der Niederschlag in der Region war in den letzten Monaten ungewöhnlich stark. Nach Prognosen der internationalen Klimaforscher[2] ist dieser Niederschlag, der in Kenia sogar Fluten auslöste, eine Folge des Klimawandels. Diese Phänomene können mit Fortschreiten der Erderwärmung zunehmen und solche Schwärme werden häufiger auftreten.

Die Hilfe läuft an.

Im Bündnis ‚Aktion Deutschland Hilft‘ planen derzeit die Mitgliedsorganisationen, wie sie den Menschen in Ostafrika Hilfe bringen können. Dafür sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen und bitten um ihre Spende. >> zum Spendenformular

[1] http://tierdoku.com/index.php?title=W%C3%BCstenheuschrecke

[2] https://www.deutschlandfunk.de/heuschreckenplage-in-ostafrika-in-kurzer-zeit-die-gesamte.676.de.html?dram:article_id=468660

Schul- und Rettungszentrum für Massai-Mädchen

20 Jahre lang unterstützte ADRA Deutschland das Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kajiado. Mit dem Projekt konnten viele Mädchen und junge Frauen vor Genitalverstümmelung und Frühverheiratung geschützt werden. Dank Bildung hat ihr Leben eine Perspetive bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen ADRA Deutschland e.V. und dem Schul- und Rettungszentrum in Kajiado endete 2018.

Unfreiwillige Frühverheiratung und Genitalver­stümmelung von Mädchen bei den Massai in Kenia sind bei einem Großteil nach wie vor Teil der Tradi­tion. Die jungen Mädchen und Frauen sind den ge­sundheitlichen und seelischen Folgen oft hilflos ausgesetzt. Die traditionelle Rolle der Mädchen und Frauen dreht sich um Haushalt und Kinder. Der Bil­dung für Mädchen wird wenig Bedeutung beige­messen. Das Schul- und Rettungszentrum ist eine Einrichtung der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge geflüchtete Massai-Mädchen vor Gewalt, Genitalverstümmelung und Zwangsverhei­ratung zu schützen und ihnen eine neue Perspekti­ve zu geben. Im Gründungsjahr 2000 suchten 14 Mädchen im Zentrum von Kajiado Zuflucht – bis heute hat die Einrichtung über 2.000 gefährdete Mädchen unterstützt und geschützt.
Das Zentrum ermöglicht ihnen Zugang zu Bil­dung, bietet Schutz und Sicherheit, medizinische Versorgung sowie ein familiäres, liebevolles Um­feld. ADRA unterstützte die bedürftigen Kinder mit Schulgeldern, Schuluniformen und Bedarfsartikeln, ermöglichte Renovierungen der Gebäude und sani­tären Anlagen und stellte die Wasserversorgung durch den Bau eines Brunnens sicher. In Dürrezei­ten half ADRA durch Nahrungsmittelversorgung.
Doch der Auftrag geht noch weiter. Langfristi­ges Ziel ist es, eine Änderung der Tradition bei den Massai und der Stellung der Frau in der Gesellschaft zu bewirken. Deshalb ist die Einrichtung heute kei­ne reine Mädchenschule mehr, sondern steht auch Jungen aus der Region Kajiado offen. So lernen die Mädchen mit Jungen umzugehen und auch Vertrau­en zum anderen Geschlecht zu entwickeln.

Erfolgsgeschichte von Zipporah und Josephine

Zwei Mädchen, die durch das Schul- und Rettungszentrum unterstützt wurden, sind Zipporah und Josephine. Beide haben Zuflucht im Rettungszentrum gesucht und Unterstützung durch das Projekt gefunden. Anschließend haben sie sich über Bildung eine Perspektive erarbeitet. Nach dem Schulbesuch haben sie an einer Hochschule studiert und sind schließlich Lehrerinnen an der Kajiado-Schule geworden. Für die anderen geretteten Mädchen sind Zipporah und Josephine echte Vorbilder, die zeigen, dass es sich lohnt, motiviert zu lernen. Geschichten, wie die von Zipporah und Josephine, gab es viele am Kajiado Schul- und Rettungszentrum. ADRA Deutschland unterstützte über 200 Mädchen allein in den letzten fünf Jahren.
Ende 2018 zog sich ADRA Deutschland aus dem Projekt zurück, weil nach mehrfachem Wechsel der Schulleitung unsere administrativen Ansprüche und unsere Forderung nach Transparenz nicht mehr erfüllt werden konnten und eine selbstunterhaltende Perspektive der Bildungseinrichtung fehlte. Das heisst, konkrete Ziele, um durch die Unterstützung von ADRA Deutschland unabhängig zu werden und selbstständig Gelder einnehmen zu können, konnte wegen fehlender Führungskapazitäten vor Ort nicht aufgebaut werden. Aus diesem Grund haben wir die offizielle Zusammenarbeit mit dem Schul- und Rettungszentrum eingestellt.
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und frühe Ehen bleiben aber für ADRA Deutschland weiter ein wichtiges Thema und wir unterstützen unseren kenianischen ADRA Partner bei laufenden und neuen Vorhaben auf diesem Gebiet .
Insofern wird ADRA Deutschland auch in Zukunft Sensibilisierungskampagnen in dem Distrikt Kajiado fördern und sich nach wie vor für die Rechte von Mädchen und Frauen in Kenia einsetzen. Zudem kooperiert ADRA Deutschland weiterhin mit dem Verein Waldfriede e.V., um gezielte, individuelle Förderungen von einzelnen motivierten Mädchen am Schul- und Rettungszentrum Kajiado zu ermöglichen.

Kajiado:
2010: Bau eines Gästehauses
2012: Renovierung Speisesaal und Küche
2014: 36 Mädchen unterstützt
2015: 36 Mädchen unterstützt
2016: 35 Mädchen unterstützt
2017: 54 Mädchen unterstützt
2018: 77 Mädchen unterstützt

Das Projekt wurde unterstütz von Aktion Deutschland Hilft.

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Zuverlässige Trinkwasserversorgung für Schulzentrum in Kenia

Das Schul- und Rettungszentrum Kajiado in Kenia bietet Mädchen der Massai Schutz vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Doch schon mehrere Jahre in Folge ist diese Region stark von Dürreperioden betroffen. Der Bau eines Brunnens sorgt für eine zuverlässige Versorgung mit aufbereitetem Wasser.

Ausgeprägte Trockenzeiten im Osten Kenias führen zu unfruchtbaren Böden und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. So auch in dem von ADRA unterstützten Schul- und Rettungszentrum Kajiado. Da der nächstgelegene Brunnen nicht funktionstüchtig ist, war das Zentrum auf mobile Versorgung durch Wassertankwagen angewiesen: eine kostspielige und nicht nachhaltige Angelegenheit. Nach Probebohrungen wurde jedoch ausreichend Grundwasser zur Förderung gefunden und ein eigener Brunnen für das Schul- und Rettungszentrum gebaut.

Nachhaltige Versorgung durch einen Brunnen und Wasserbehandlung

Das Wasser aus dem neuen Brunnen, der mit einer Solarpumpe ausgestattet ist, kann nun zur persönlichen Hygiene, zum Wäschewaschen, für die Schulküche und zur Bewässerung der Felder genutzt werden. Es wird mittels sogenannter Umkehrosmose aufbereitet. Auf diese Weise wird der Salz- und Fluoridwert stark reduziert, was die Wasserqualität und Verträglichkeit steigert; sowohl für den Gebrauch als Trinkwasser als auch für die Bewässerung der Nutzpflanzen.

Projektlaufzeit: 15.09.2018 – 31.12.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Neue Sanitäreinrichtungen für das Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kaijado County

Die Dusch- und Toiletteneinrichtungen im Schul- und Rettungszentrum in Kajiado County müssen dringend erneuert werden: Sie sind in einem schlechten Zustand und reichen nicht für die Anzahl an Schülerinnen aus. Die große Entfernung zum Hauptgebäude des Zentrums stellt darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko für die jungen Frauen dar. ADRA stellt neue und verbesserte Sanitäranlagen zur Verfügung.

Seit einigen Jahren unterstützt ADRA das Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kajiado County, das Mädchen und jungen Frauen der Massai Zuflucht vor Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung bietet. Darüber hinaus erhalten die derzeit 172 Mädchen Zugang zu Bildung und leben in einem sicheren und familiären Umfeld.

Allerdings sind die sanitären Anlagen der Schule mittlerweile völlig veraltet und unzureichend. Es gibt nur einen Toilettenblock ohne Handwaschanlage sowie eine provisorische Gemeinschaftsdusche mit sechs Duschplätzen. Deren Erneuerung ist aus hygienischer Sicht dringend notwendig. 172 Schülerinnen teilen sich fünf Toiletten, die zudem in schlechtem Zustand sind und deren Bodenplatte gefährdet ist, einzubrechen. Durch die fehlende Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, verbreiten sich Keime und Krankheitserreger schneller und Infektionen werden begünstigt. Krankheiten führen wiederum zu erhöhten Arztkosten und die Mädchen verpassen wichtigen Unterricht.

Die Lage der sanitären Einrichtungen stellen darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko für die Schülerinnen dar. Sie sind weit vom Hauptgebäude des Zentrums entfernt, was bedeutet, dass die Mädchen mehrmals täglich ohne den Schutz von Lehrern und Mitschülerinnen sind – und das in einem sensiblen Moment. Auch die brüchige Bodenplatte ist eine Gefahr für die Gesundheit der Mädchen.

Neue Sanitäranlagen für eine bessere Hygiene und erhöhte Sicherheit

Mit dem Bau von zwei neuen Toilettenblöcken und drei Duschblöcken am Haupthaus der Schule verbessert sich die sanitäre Situation wesentlich. Zwei Handwaschbecken sorgen außerdem für die nötige Handhygiene und beugen Krankheiten vor. Die größere Nähe schützt die Mädchen zudem vor Übergriffen auf dem Weg zu den Sanitäranlagen.

Ein solarbetriebener Warmwasserbereiter spart Kosten und schont die Umwelt, da nicht länger Feuerholz für die Erwärmung des Wassers genutzt werden muss. Ergänzt werden die Maßnahmen durch ein Hygiene-Training für die Schülerinnen, in dem Techniken beim Händewaschen, die Vermeidung von Krankheiten und das Thema Monatshygiene besprochen werden.

Projektlaufzeit: 01.05.2018 – 31.12.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch