ADRAdirekt zur Lage im Jemen

Seit Generationen gilt der Jemen als das Armenhaus der arabischen Halbinsel. Der Krieg hat die Lage noch schlimmer gemacht. Wir sprechen darüber in der Sendung ADRAdirekt

Im Jahr 2014 besetzen schiitischen Huthi-Rebellen strategisch wichtige Orte im Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und die wichtige Hafenstadt Aden. Im darauffolgenden Jahr stellt sich eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition an die Seite der international anerkannten Regierung und startet Luftangriffe auf die Rebellen.

Laut Vereinten Nationen ist der Krieg im Jemen „die schlimmste humanitäre Krise der Welt“: Zerstörte Infrastruktur, Hunger, Krankheiten und über 2 Millionen Binnenvertriebene im Land. Mehr als 24 Millionen Menschen, also 80 Prozent der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Alle Sendungen ADRAdirekt sind auf YouTube abrufbar: Playlist

Eine bereits katastrophale humanitäre Situation verschlimmert sich

ADRA ist im Jemen eine führende Hilfsorganisation. Im Norden des Landes, in Hajjah, Saada und Hudaida, ist ADRA Deutschland ein zentraler Akteur in der Gesundheitsversorgung. Hudaida ist weiterhin der gefährlichste Ort im Jemen für Zivilisten.

 „Die Zivilbevölkerung trägt weiterhin die Hauptlast der Gewalt. Wohnhäuser, landwirtschaftliche Betriebe, Märkte und Gesundheitseinrichtungen werden beschädigt und zerstört, die bereits katastrophale humanitäre Situation verschlimmert sich“, sagen die humanitären Helfer, die im Jemen tätig sind. In diesem Jahr wurden durch Bodenkampf insgesamt 1.008 Zivilisten getötet. Über 40 Prozent aller Vorfälle von bewaffneter Gewalt gegen die Zivilbevölkerung fand in der Region Hudaida statt.

Die humanitäre Lage ist katastrophal und die Versorgung verschlechtert sich mit jedem Angriff weiter. In diesem Jahr wurden fast 390.000 Jemeniten aus ihren Häusern vertrieben, es sind 2 Millionen Menschen auf der Flucht.

Was die Menschen im Jemen am meisten brauchen, ist ein Ende der Gewalt durch eine politische Lösung des Konflikts. Die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit betrifft 30 Millionen Einwohner, davon sind 80 Prozent, 24 Millionen Menschen, zum Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im Jemen werden durch Land- und Seeblockaden die Lieferungen von Hilfsgütern erheblich erschwert, die Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln kommt immer wieder zum Erliegen. Deshalb wurden Fehlende medizinische Versorgung und zerstörte Infrastruktur führten 2019 zu über 460.000 Cholera-Verdachtsfällen, 2.700 Menschen sind an der Krankheit gestorben.

Die notleidende Bevölkerung wird zusätzlich von einer Dengue-Epidemie heimgesucht. Die Vereinten Nationen haben 2.000 Erkrankungen und bereits 50 Tote (Stand 26.11.19) gemeldet.

Helfen Sie mit! Unter dem Stichwort „JEMEN“ können Sie dabei helfen das Leid der Menschen zu lindern.
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Die Arbeit von ADRA Deutschland im Jemen ist möglich dank Ihrer Spendengelder und der Unterstützung des Auswärtigen Amtes sowie des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“.

Jemen: Dengue-Fieber ausgebrochen!

Das Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die sich sehr schnell ausbreitet. Übertragen wird das Virus von Stechmücken. Nun ist es im Jemen zu einer Epidemie gekommen, die bisher schätzungsweise 50 Menschen das Leben gekostet hat.

Schwerpunkt des Ausbruchs ist die Hafenstadt Hudaida im Westen. ADRA Deutschland ist dort aktiv und leistet humanitäre Hilfe im Gesundheitssektor. Mehr als 2.000 Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen erkrankt. Die meisten Dengue-Fälle verlaufen mit ähnlichen Symptomen wie bei einem grippalen Infekt: Fieber bis 40 °C mit Schüttelfrost und starken Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen.

Dengue-Fieber trifft auf eine geschwächte Bevölkerung

Die Krankheit wird umso bedrohlicher, je mehr die Bevölkerung geschwächt ist. Im Jemen sind mehr als 24 Millionen Menschen (ca. 80 Prozent der Bevölkerung) auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Versorgung mit Nahrungsmittel und medizinischen Gütern ist unsicher. Immer wieder treffen Cholera-Epidemien die Menschen, mehr als 2.700 Menschen sind ums Leben gekommen, mehr als 1,3 Million Verdachtsfälle wurden gemeldet.

Der Jemen braucht dringend Unterstützung!

Zur Bekämpfung der jüngsten Dengue-Epidemie benötigt der Jemen ein funktionierendes Gesundheitssystem, um alle Patienten zu behandeln. ADRA ist ein wichtiger Akteur der Gesundheitsversorgung im Jemen und stellt Gesundheitsdienstleistungen für fast eine halbe Millionen Menschen in Hudaida, Hajjah und Saada bereit.

Ein weiterer Baustein, um die Epidemie einzugrenzen sind Hygienemaßnahmen und ein funktionierendes Sanitärsystem. Deshalb organisiert ADRA Gesundheitsschulungen, um die Ansteckung zu vermeiden.

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Dieses Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

Die Lage im Jemen bleibt kompliziert

Seit März 2015 wütet im Jemen ein barbarischer Krieg zwischen Regierungstruppen, ausländischen Verbündeten und bewaffneten Oppositionsgruppen. Der Krieg hat große Teile der zivilen Infrastruktur zerstört und die bereits vor Kriegsausbruch verarmte jemenitische Bevölkerung hart getroffen.

Behandlungszimmer auf der Kinderstation ©ADRA Yemen
Behandlungszimmer auf der Kinderstation (c) ADRA Yemen

Nun hat sich die Lage noch einmal verschärft. Das Militärbündnis zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien und den Regierungstruppen bricht auseinander, es droht ein Bürgerkrieg im Bürgerkrieg. Leidtragende, im wahrsten Sinne des Wortes, sind die Jemenitinnen und Jemeniten, allen voran die Kinder.

Die aktuelle Situation im Jemen

Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind mehr als 24 Millionen Menschen (ca. 80 Prozent der Bevölkerung) auf humanitäre Hilfe angewiesen, besonders auf Nahrung und medizinische Versorgung. Eine Cholera-Epidemie hat mehr als 2.700 Menschen das Leben gekostet. Bisher wurden mehr als 1,3 Million Verdachtsfälle gemeldet.

Ärzte und ADRA-Mitarbeiter bei einer Einsatzbesprechung ©ADRA Yemen
Ärzte und ADRA-Mitarbeiter bei einer Einsatzbesprechung (c) ADRA Yemen

Ein baldiges Ende der Kampfhandlungen ist nicht in Sicht. Deshalb ist die Arbeit von ADRA im Jemen so wichtig! Seit sieben Jahren ist ADRA Deutschland im Wiederaufbau des Gesundheitssystems tätig. ADRA stellt Gesundheitsdienstleistungen für fast eine halbe Millionen Menschen in Al-Hudaydah, Hajjah und Saada, im Norden und Nordwesten des Landes, bereit. Dazu kommen Gesundheitsschulungen, die ADRA organisiert. Einen weiteren Fokus legt ADRA im Jemen auf Schwangere und stillende Mütter mit ihren Babys und Kleinkindern. ADRA versorgt Mütter und ihre Kinder bei Krankheiten und Unterernährung. Damit es im Jemen eine nächste Generation gibt, müssen besonders Kleinkinder geschützt werden. Sie trifft Unterernährung oder Mangel besonders hart und reist nachhaltige Lücken in ihre Entwicklung. Bisher konnten dadurch über 9.000 kleine  Patienten stabilisiert und gerettet werden.

Unter dem Stichwort „JEMEN“ unter https://adra.de/spendenformular/ können Sie helfen.

Zwischen den Fronten: ADRA ist im Jemen weiterhin aktiv

ADRA zwischen den Fronten im JemenDer Krieg im Jemen wird weiterhin unerbittlich auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen. Die Bedingungen für Hilfsorganisationen werden immer komplizierter. Im UN-Sicherheitsrat bezeichnete UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcook den Krieg im Jemen als „die schlimmste menschengemachte humanitäre Katastrophe der Welt“. Dem Vernehmen nach werden Hilfslieferungen umgeleitet, daher warnt das Welternährungsprogramm davor, dass sie unter diesen Voraussetzungen keine weiteren Hilfslieferungen durchführen können.

ADRA ist im Jemen eine der größten Hilfsorganisationen. Wir sind in den Bereichen Gesundheit, Nahrung, Wasserversorgung und Hygiene aktiv und versorgen Menschen im ganzen Land. Die Hilfsgüter beziehen wir Teilweise aus dem Jemen selbst und importieren medizinische Hilfsgüter über den Seeweg. Die Versorgung mit Hilfsgütern ist in einer schwierigen Situation zurzeit noch gewährleistet.

Die Mehrheit der Menschen im Jemen kämpft jeden Tag ums Überleben. Mit Ihrer Spende geben Sie Hoffnung, gerade den Kindern.

Unter dem Stichwort „JEMEN“ unter https://adra.de/spendenformular/ können Sie helfen.

Dieses Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

Der kleine Moteeb darf nicht sterben

Yemen -der kleine MoteebDer Bürgerkrieg im Jemen bedroht immer mehr die Ärmsten der Armen. Die immer stärker werdende humanitäre Krise führt zu Mangelernährung aufgrund fehlender Lebensmittel, fehlender Infrastruktur und Gesundheitsleistungen und unzureichenden Wasser- und Sanitärbedingungen. Seuchen und der Ausbruch von schweren Krankheiten, die häufig sogar tödlich enden, sind deren Folge.

Gerade die Kinder leiden unter diesem Krieg. Mehr als zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an Mangelernährung, davon circa 400.000 wie der kleine Motteeb an schwerer Unterernährung, was sich auch auf deren Gesundheit auswirkt. Schon sechs Monate nach seiner Geburt traten aufgrund von Unterernährung Mangelerscheinungen bei ihm auf. Sein Körper wurde immer „brüchiger“, sein Gesicht immer blasser. Im letzten Moment kam der kleine Junge in ein von ADRA unterstütztes Krankenhaus in Al Jawf. Dort wurde Moteeb sofort unparteilich in kostenlose ärztliche Betreuung und in das stationäre Ernährungsprogramm aufgenommen. Die ersten Tage waren voller Sorge um ihn, da man nicht wusste, ob er diese überleben werde. Nach zwei Wochen verbesserte sich sein Gesundheitszustand aber so, dass er an Gewicht zunahm und bald wieder nach Hause gebracht werden konnte.

Bitte unterstützen Sie weiterhin die Kinder im Jemen mit Ihrer Spende! Es gibt leider noch viel zu viele kleine Moteebs.
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Dieses Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

Die Lage im Jemen bleibt unverändert angespannt

Jemen ADRADie kriegerische Zerstörung der Infrastruktur, der steigende Bedarf an Hilfsgütern durch immer mehr Binnenvertriebene und die unzureichende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung lässt den Jemen nicht zur Ruhe kommen.

Durch den seit vier Jahren andauernden Krieg liegt die Wirtschaft und das Gesundheitswesen des kompletten Landes darnieder. Eine Cholera-Welle, nach 2016 und 2017 schon die dritte, bedroht die Bevölkerung erneut. Die hygienischen Zustände sind teilweise katastrophal, eine Müllentsorgung existiert nicht mehr. Und der Jemen ist generell ein wasserarmes Land. Aber wenn die Kanalisation durch den Krieg auch noch stark beschädigt ist oder zerstört wurde, dann können sich Krankheitserreger ungehindert vermehren. Das Abwasser gelangt ungefiltert auf die Felder. Die Menschen sind aber von den wenig übrig gebliebenen Erträgen abhängig. So bleibt ihnen oftmals gar nichts anderes übrig, als von diesen Feldfrüchten sich zu ernähren. Ein Teufelskreislauf.

ADRA steigert weiter die Hilfe

ADRA hat auf die erhöhte Krankheitsgefahr und auf den Ausbruch der Cholera-Welle bereits reagiert. Die Kapazitäten der eigenen Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen wurden erhöht, neue Behandlungsstationen aufgebaut, so dass mehr Menschen als ursprünglich geplant behandelt werden können. Zur Zeit gibt es zwar noch genügend Medikamente, die aus Deutschland eingeführt wurden. Aber alle Hilfsgüter können nur über den Seeweg importiert werden. Durch willkürliche Einfuhrbestimmungen und administrativen Hürden der jeweiligen Behörden kommt es immer wieder vor, dass drei oder vier Wochen ins Land gehen, bis die Medikamente zu den Bedürftigen kommen. All dies muss vorsorglich miteingeplant werden, ansonsten droht der totale Kollaps.

Dennoch stoßen auch unsere Mitarbeiter an ihre Grenzen. Neben der hohen körperlichen nimmt immer mehr die psychische Belastung zu. Tagtäglich müssen sie sich mit dem Elend, Krankheiten und sogar dem Tod auseinandersetzen. Gerade für die jemenitischen Helfer ist es schwer zu ertragen, wie ihre Landsleute leiden müssen.

Die Mehrheit der Menschen im Jemen kämpft immer noch jeden Tag ums Überleben. Mit Ihrer Spende geben Sie ihnen Hoffnung, gerade den Kindern, eine Zukunft zu haben.
Unter dem Stichwort „JEMEN“ können Sie helfen.

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