Im Auge des Zyklons

Der ganze Norden Honduras steht unter Wasser. Wie kommt es dazu? Am Morgen des dritten Novembers wurde das kleine zentralamerikanische Land vom Zyklon „ETA“ heimgesucht. Der Sturm hinterließ große Schäden. Viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren. Die Regierung des Landes ist mit der Situation überfordert und appelliert an die internationale Gemeinschaft. Die Lage vor Ort bleibt angespannt.

Der Zyklon „ETA“ brach viel Leid mit sich. Den neuesten Berichten zufolge sind 74 Menschen ums Leben gekommen. 200.000 haben ihr Zuhause verloren oder müssten evakuiert werden. An viele Orte stehen Straßen, Häuser oder Felder unter Wasser. Viele Brücken sind gestürzt. Das Straßennetz im Norden des Landes kann kaum noch benutzt werden. Viele Gegenden sind zwei Wochen nach der Katastrophe noch nicht wieder bewohnbar. Nach den letzten Einschätzungen von ADRA Honduras leiden direkt oder indirekt 2,9 Millionen unter den Auswirkungen des Wirbelsturms. Die Hilfe vor Ort organisiert sich nur langsam. Das liegt zum einen daran, dass einige Gebiete noch schwer zugänglich sind, zum anderen daran, dass die Regierung nicht über ausreichende Ressourcen verfügt, um alle Betroffenen zu unterstützen.

In den letzten sieben Monaten befand sich das ganze Land in einem Lockdown. Die Wirtschaft wurde weitgehend stillgelegt. Diese Maßnahme stürzte viele Familien, die ihren Job verloren, in die Armut. Schon vor der COVID-Pandemie bezifferte die Weltbank den Anteil der Bevölkerung, die in extremer Armut leben würde – das heißt mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag – auf knapp 20%.[1] Mit der Katastrophe hat sich die Lage verschärft. Schon jetzt sind Lebensmittelknappheiten im Lande, aufgrund der Überflutungen festzustellen. Die Preise für das Essen steigen, gleichzeitig haben arme Menschen kein Geld, um ihre Familien zu ernähren. Dabei ist das schlimmste noch nicht vorbei. Ein neuer Wirbelsturm weht in der Region und bedroht Honduras in den nächsten 24 Stunden auf Land zu treffen. Ganz Honduras steht unter Alarmbereitschaft. Die Menschen erleben eine Katastrophe nach der anderen. Sie brauchen unsere Unterstützung, um die Hoffnung nicht aufzugeben.

ADRA hat schon Essen und Hygieneartikeln an 2000 Familien verteilt. Notunterkünfte wurden gebaut. Niemand wird im Stich gelassen. ADRA ist mit vielen NGOs und internationalen Organisationen im Gespräch, um die Hilfe vor Ort auszuweiten. USAID (United States Agency for International Development) hat bereits 50.000 Euro für den Bau von Notunterkünften zugesagt. Die Adventistische Kirche im Lande beteiligt sich auch an die ersten Hilfsmaßnahmen. Gemeinsam helfen wir den Menschen aus der Krise. Jede Hilfe ist willkommen!

Helfen auch Sie mit und unterstützen Sie die Arbeit von ADRA in Honduras mit einer Spende unter dem Stichwort „Katastrophenhilfe“ >> zum Spendenformular

[1] https://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY?locations=HN

Honduras im Unwetter

Anfang November wurden die Philippinen vom schwersten Taifun seit fast einem Jahrzehnt heimgesucht. Letzte Woche fegte ein starker Wirbelsturm über Mittelamerika. In beiden Fällen setzte sich ADRA für die Menschen ein und leistete Katastrophenhilfe. Neuigkeiten aus Mittelamerika haben wir in den letzten Tagen von unseren Kolleg*innen aus Honduras bekommen.

Anfang des Monats erreichte der Zyklon „ETA“ das zentralamerikanische Westland und wütete mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 230 Kilometer pro Stunde über Honduras. Der Sturm löste starke Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Viele Gebäude stürzten ein oder wurden unter den Schlammmassen verschüttet. Acht Menschen verloren ihr Leben. 1,6 Millionen Menschen fliehen vor den Überschwemmungen. Die meisten von ihnen brauchen dringend sauberes Wasser und Essen, um den nächsten Tagen zu überleben. Ohne Hilfe werden es die Menschen nicht schaffen. In den Monaten vor der Katastrophe verhängte die Regierung eine Ausgangsperre, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. In dieser Zeit verloren viele Leute ihre Arbeit und ihr Einkommen. Nun fehlt es ihnen an Mitteln, um sich der Naturkatastrophe zu stellen. Die Regierung reagierte auf diese Notsituation mit der Ausrufung des nationalen Katastrophennotstandes.

Schon vor der Ausrufung des Notstandes stand ADRA den Menschen in Honduras zur Seite. Die Soforthilfe vor Ort umfasst unter anderem zahlreiche Hygiene-Maßnahmen und die Bereitstellung von Notunterkünften. Mit den Hygiene-Maßnahmen schaffen wir Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Lebensmittel werden verteilt, um den Hunger in den betroffenen Regionen zu verringern. Zusammen werden wir diese schwere Zeit überleben.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Naturkatastrophen zugenommen. Immer wieder berichten die Medien über starke Wirbelstürme, die ganze Gebiete verwüsten. Im Zuge des Klimawandels nehmen Unwetterphänomene und somit das Ausmaß an Zerstörungen allmählich zu. Während Europa von diesem Phänomen weitgehend verschont bleibt, leiden viele Menschen in anderen Regionen der Welt unter deren Auswirkungen.

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