Katastrophenhilfe in Haiti – Nothilfeeinsatz verlängert

27. August 2021 | Pierre Schweitzer

Zwei Wochen nach dem Erdbeben sind die Menschen weiterhin auf unsere Unterstützung angewiesen. Essen, Trinkwasser und einen Schutz für die Nacht fehlen. 

ADRA Deutschland hat sich mit ADRA international und mit weiteren Partnerbüros zusammengeschlossen, um die Hilfe mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus der Ersthilfe ist ein Netzwerkprojekt entstanden. 200.000 Euro konnten dank aller Spenderinnen und Spendern zusammengelegt werden. Eine erste Bedarfsanalyse wurde von den Kollegen vor Ort durchgeführt.

In den nächsten Wochen werden in Saint-Louis du Sud, Les Cayes und Camp-Périn 6.000 Menschen mit Essen, Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und Notunterkünfte versorgt. Die Hilfe ist nicht ausreichend. Sie erschwert zumindest die Ausbreitung von schlimmen Krankheiten und verschafft den Menschen ein bisschen Zeit, um die Schäden an ihren Häuser zur analysieren.

Wir danken unseren Spenderinnen und Spendern für die großartige Unterstützung. Wir brauchen Sie, um mehr Menschen auf Haiti helfen zu können.

Helfen auch Sie den Menschen in Haiti mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort “Katastrophenhilfe”.
Danke!

ADRA Mitarbeiter nach dem Erdbeben in HaitiDas Erdbeben vom 14. August und der nachfolgende Tropensturm „Grace“ hinterlassen große Not. Die Zahl der Opfer steigt weiter an. Fast 2.000 Menschen sind bisher gestorben, etwa 10.000 Menschen wurden verletzt. Und es gibt immer noch Vermisste. Viele Überlebende schlafen im Freien. Krankenhäuser sind überfüllt und Patienten warten stundenlang auf medizinische Versorgung.

ADRA ist bei den Menschen vor Ort. In Zusammenarbeit mit dem Haiti Adventist Hospital in der Hauptstadt Port-au-Prince werden Verletzte medizinisch betreut. Das ADRA-Büro im Süden des Landes macht schnelle Hilfe möglich und die Betroffenen werden mit Trinkwasser und Nahrung sowie mit Hygieneartikeln versorgt. Die Verteilung von Zeltplanen gibt den Obdachlosen Schutz. Helfen Sie uns, zu helfen und spenden Sie unter dem Spendenstichwort KATASTROPHENHILFE. Danke!

Erdbeben in Haiti16. August 2021 | Pierre Schweitzer

Am Morgen des 14. August erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 den Süden Haitis. Bisher sind 1.300 Menschen gestorben, viele werden noch vermisst. Die Rettungskräfte sind Tag und Nacht im Einsatz, um Überlebende aus den Trümmern zu ziehen.

Die Erschütterungen richteten große Schäden an. Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Kirchen sind eingestürzt. Viele Straßen und Brücken sind nicht mehr befahrbar.

Das Beben traf eine ohnehin geschwächte Bevölkerung. 80 Prozent der Bevölkerung lebt von weniger als 2 US-Dollar am Tag; etwa die Hälfte muss mit weniger als 1 US-Dollar auskommen.  Zugleich erlebt das Land eine tiefe politische Krise. Am 7. Juli wurde Präsident Jovenel Moise ermordet. Der Karibikstaat wird seither von einer Übergangsregierung geführt. Die Präsenz von kriminellen Banden schafft zusätzlich ein Klima der Unsicherheit.

Die Erschütterungen erinnern unmittelbar an das verheerende Erdbeben von 2010, bei welchem mehr als 200.000 Menschen ums Leben kamen. Bis heute hat sich der Karibikstaat nicht von den Folgen des Bebens erholt. Nun brauchen die Menschen unsere Gebete und unsere Unterstützung, um diese Krise zu bewältigen.

ADRA ist vor Ort aktiv und hilft den Menschen mit ersten Maßnahmen.

Helfen auch Sie den Menschen in Haiti mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort “Katastrophenhilfe”.
Danke!

Haiti: Zehn Jahre nach dem Erdbeben

Am 12. Januar 2010 kam das Leben in Haiti plötzlich zum Stillstand. An diesem Tag wurde Haiti von der schwersten Katastrophe ihrer jüngsten Zeitgeschichte getroffen. Ein Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala verwüstete große Teile des Karibikstaates – und machte das Überleben im ärmsten Land der Welt zu einem alltäglichen Kampf. Nach dem Erdbeben lagen weite Teile des Landes in Trümmern, mehr als 230.000 kamen ums Leben, etwa 190.000 Häuser wurden zerstört und 1,5 Millionen Menschen waren obdachlos. Die wenig vorhandene Infrastruktur brachen zusammen, sodass die Regierung kaum noch in der Lage war, wichtige Hilfsmaßnahmen zu organisieren. Das Ausmaß der Naturkatastrophe mobilisierte die internationale Gemeinschaft zugunsten eines schnellen Wiederaufbaus des Landes. 

ADRA Deutschland e.V. war vom ersten Tag an dabei und versuchte das Leid der Menschen mit Sofort- und Nothilfe zu lindern. In den ersten Monaten nach der Katastrophe wurden Hilfsgütern, wie Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Notunterkünfte per LKW oder Hubschrauber verteilt. Dank der Einrichtung von Wasseraufbereitungsauflagen konnten ebenso täglich etwa 20.000 Liter trinkbares Wasser zu Verfügung gestellt werden. Dadurch wurden Krankheitsausbrüche und Hungersnöte verringert.

ADRA blieb in den Folgejahren auf der Insel aktiv, um eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der Lebensgrundlagen der Menschen zu erreichen. Die wichtigsten Aktivitäten konzentrierten sich auf die Aufbereitung und Lagerung von Trinkwasser, den Bau von sanitären Einrichtungen und die Bereitstellung von Notunterkünften. Außerdem initiierte ADRA unterschiedliche Bauprojekten wie den Wiederaufbau eines Krankenhauses in der zweitgrößten Stadt der Insel, Carrefour, oder den Bau eines Gemeinschaftszentrums in Les Palmes. Die einheimische Bevölkerung war immer am Bauprozess beteiligt. Dadurch wurde ein Einkommen gezahlt und vielen die Möglichkeit gegeben, für sich und ihr Nächsten aufzukommen.

Während der Gesamtlaufzeit der Hilfsprojekten arbeitete ADRA Deutschland eng mit ADRA Büros aus der ganzen Welt zusammen. Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen von ADRA Haiti zeichneten sich durch hohe Motivation und großes Engagement aus. Der damalige Einsatz-Koordinator für ADRA Deutschland auf Haiti, Fritz Neuberg, betonte hierbei wie wichtig es sei, „dass die Menschen schnell wieder ins normale Leben zurückkommen“ können.

Zehn Jahre nach dem Erdbeben hat sich jedoch die Lage vor Ort kaum verbessert. Der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran. Trotz massiver Hilfe von außen befindet sich die heimische Wirtschaft immer noch in Krise. Die extreme Armut und der Unmut über die politische Klasse steigt.In den letzten Jahren sind gewalttätige Proteste und Unruhen fast zur Normalität geworden. Das Land scheint immer mehr ins Elend und Chaos zu stürzen. Die politische Instabilität im Lande verhindert dabei den effektiven Wiederaufbau. Es gibt heute noch immer kein funktionierendes Gesundheitssystem auf der Insel.

Tatsächlich wird Haiti noch sehr lange mit den Folgen des Erbebens zu kämpfen haben. Aufgrund ihrer geographischen Lage ist die Insel regelmäßig Opfern von Naturkatastrophen. Die Hurrikane „Matthew“ (2016) und „Irma“ (2017) trafen sie mit voller Wucht und verschlimmerten die Versorgungslage. Jede weitere Katastrophe erschwert den Wiederaufbau und verschärft die sozioökonomische Krise im Land.

Umso wichtiger ist die Arbeit von ADRA. Mit einem erneuten Einsatz auf der Insel konnte ADRA 2016 nicht nur die materielle Grundlage vieler notleidender Menschen verbessern, sondern auch bereits verlorene Hoffnungen wieder erwecken.

Erste Cholerafälle in Haiti – ADRA hilft nach Hurrikan „Matthew“

Nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti leben viele Einwohner noch immer in Übergangshütten und Zelten. Sie bieten vor starken Stürmen nicht genug Schutz. Hurrikan „Matthew“ sorgte im Herbst 2016 dafür, dass sie evakuiert werden mussten und jetzt in Notunterkünften leben. Doch die Kapazitäten sind knapp. „Matthew“ zerstörte tausende Häuser, Bäume knickten um, Straßen und Felder wurden überflutet. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser. In den südlichen Bezirken Haitis sind ca. 80 Prozent der Brunnen, Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt. 67 Prozent der  Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beziehen dieses aus unsauberen Quellen und Flüssen. Durch die Überschwemmungen wurde ein Großteil der Ernten zerstört. Die Versorgung der Hilfebedürftigen mit Nahrung und medizinischer Hilfe ist schwierig, denn viele Gemeinden sind von der Unterstützung abgeschnitten. Viele Zufahrtsstraßen sind nicht passierbar. Der Mangel an sauberem Wasser und Nahrung führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gibt Anlass zur Sorge. Die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Cholera wächst. Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und schnell austrocknet. Das wichtigste, um einen Ausbreitung der Cholera zu verhindern, ist die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung.

Ban Ki Moon appelliert an helfende Hände

„Die derzeitige Situation, die derzeitige Katastrophe, die „Matthew“ in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich“, so Ban. Der UNO-Generalsekretär traf Mitte Oktober in Haiti zur Visite ein. „Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen“, sagte er in Les Cayes. Genau hier hat ADRA ein Projekt für die betroffenen Kommunen begonnen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren und hygienische Vorsorgemaßnahmen zu treffen. An 1.500 Haushalte werden Wasserfilter und Hygieneartikel verteilt. Bei dem Aufbau, der Instandhaltung und dem Management der Wasser- und Sanitäranlagen sind die Gemeinden beteiligt. Außerdem werden Hygieneausbildungen über Risiken und vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt. Dieses Projekt sichert 9.000 Haitianern die Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 15.02.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: 

ADRA schickt Hilfsgüter nach Haiti

Am heutigen Freitag werden durch eine gemeinsame Aktion der Deutsche Bahn Stiftung und dem Kinderhilfswerk nph mithilfe des Logistikspezialisten DB Schenker 75 Tonnen Hilfsgüter von Frankfurt am Main nach Haiti geflogen.

Einen Monat nach dem verheerenden Wirbelsturm Matthew berichten nur noch wenige Medien über die 2,1 Millionen Menschen, die in Haiti von dieser Katastrophe betroffen sind. Neben der Gefahr einer großen Hungersnot breiten sich Cholera und Typhus sehr schnell aus. Auf der Pressekonferenz am 10. November in den Hallen des Logistikunternehmens DB Schenker anlässlich des Verladens von 75 Tonnen Hilfsgütern bezeichnete Michele Dominique Raymond, Botschaftsrätin der Republik Haiti, die Cholera als besonders aggressiv: „Ohne entsprechende Hilfe kann diese Krankheiten binnen weniger Stunden zum Tode führen.“ Zudem seien ihre Landsleute nach dem Sturm besonders auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser angewiesen. Viele Betroffene haben außerdem ihr Zuhause verloren.

75 Tonnen Hilfsgüter für Haiti

Am heutigen Freitag werden durch eine gemeinsame Aktion der Deutsche Bahn Stiftung und dem Kinderhilfswerk nph mithilfe des Logistikspezialisten DB Schenker 75 Tonnen Hilfsgüter von Frankfurt am Main nach Haiti geflogen. Darunter befinden sich 10 DOMO-Zelte, die von ADRA Deutschland an sein Partnerbüro in Haiti geliefert werden. Diese besonders stabilen und bis zu 10 Jahre haltbaren Zelte werden Betroffenen des Wirbelsturms in Roche-a-Bateau (Les Cayes) ein vorübergehendes Dach über dem Kopf und Schutz bieten. ADRA leistet dort zurzeit Hilfe in Form von Hygieneschulungen sowie der Ausstattung mit Hygieneartikeln und Haushaltswasserfiltern.

ADRA leistet Nothilfe nach Hurrikan „Matthew“ auf Haiti

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern ist Hurrikan „Matthew“ am vergangenen Dienstag über Haiti hinweggefegt. Es war der stärkste gemessene Wirbelsturm seit Jahrzehnten, der auf Haiti getroffen ist. Es gab zahlreiche Todesopfer und viele Häuser wurden schwer beschädigt oder komplett zerstört. ADRA ist vor Ort und hilft den Betroffenen im Süden der Insel.

„Matthew“ hinterlässt verheerende Schäden

Die Zahl der Todesopfer nach Hurrikan „Matthew“ steigt weiter. Bis jetzt hat die Regierung des Inselstaates 336 Todesfälle offiziell bestätigt. Einige Medien berichten von bis zu 1.000 Todesopfern. 2,1 Millionen Menschen sind insgesamt von den verheerenden Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, mindestens 750.000 Menschen benötigen sofortige Hilfe. 61.537 Menschen wurden evakuiert und in 191 temporäre Unterkünfte gebracht. Medien berichten, dass in einigen betroffenen Regionen 90 Prozent der Häuser und Felder zerstört sind. Die Kommunikation ist nur sehr eingeschränkt möglich, viele Straßen stehen unter Wasser und sind unpassierbar. Das Wasser ist kontaminiert, weil auch Latrinen geflutet wurden und es besteht die Gefahr, dass sich Seuchen wie Cholera ausbreiten. Die ersten Todesopfer hat die Krankheit schon gefordert. Ebenso steigt die Population der Mosquitos und damit die Gefahr einer Ansteckung mit Krankheiten wie der Zikavirus-Infektion oder Dengue-Fieber.

ADRA leistet Nothilfe im Süden der Insel

ADRA unterstützt die Betroffenen in den Bezirken Maniche, Torbeck, Arniquet, Roche à Bateau und Bergeaud im Süden der Insel mit der Verteilung von Wasser und Tabletten zur Wasseraufbereitung, Lebensmitteln sowie Hygieneartikeln. In Planung sind zusätzliche Wasseraufbereitungsanlagen und Notunterkünfte sowie die Verteilung von weiteren Hygieneartikeln und Schulungen mit Fokus auf Seuchen-Prävention.

Die Notunterkünfte, die ADRA nach dem großen Erdbeben 2010 in der Küstenstadt Petit Goâve  errichtet hat, sind bis auf die Dächer zum größten Teil unbeschädigt. Auch die Wasseraufbereitungsanlage konnte umgehend zum Einsatz kommen.

– Helfen Sie den Menschen auf Haiti mit Ihrer Spende!

Wirbelsturm auf Haiti – ADRA ist bereits vor Ort

Evakuierte in einer Notunterkunft.
Der in der Karibik wütende Hurrikan „Matthew“ ist mittlerweile mit Windgeschwindigkeiten über 220 Kilometer pro Stunde über Haiti und Kuba hinweggefegt. Die Menschen auf Haiti trifft dies besonders schwer, da viele noch unter den Folgen des Erdbebens im Jahr 2010 leiden. ADRA ist vor Ort und hat bereits damit begonnen, Wasser, Lebensmittel und Hygieneartikel zu verteilen.

„Matthew“ ist der stärkste gemessene Wirbelsturm seit über 50 Jahren, der auf Haiti getroffen ist. Insgesamt wurden elf Kommunen an der Südküste Haitis evakuiert und rund 340.000 Menschen in Notunterkünfte gebracht. Die Lage vor Ort ist zwar noch unübersichtlich, fest steht aber, dass bereits zahlreiche Häuser zerstört wurden und der Starkregen Überflutungen und Erdrutsche mit sich bringt. Schätzungen zufolge sind etwa 50 Prozent der Bevölkerung von Überschwemmungen und Sturmschäden betroffen. Lokale Mitarbeiter von ADRA Haiti sowie die Partnerbüros ADRA Jamaika und ADRA Kuba verteilen bereits seit dem 3. Oktober Lebensmittel sowie Trinkwasser und Hygieneartikel an die Bewohner des Inselstaats. Umgestürzte Bäume und teils zerstörte Infrastruktur erschweren jedoch den Transport der Hilfsgüter. Die einzige Brücke, die den Norden und Süden des Landes miteinander verbindet und in die Stadt Petit-Goave führt, wo sich auch das regionale ADRA Büro befindet, wurde zerstört.