Neuigkeiten aus Afghanistan

Seit über zehn Jahren wird den Menschen in Afghanistan geholfen. Spender und das Auswärtige Amt machen diese Hilfe möglich. Insbesondere in den schweren Wintermonaten braucht die einheimische Bevölkerung Hilfe, um zu überleben. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie Hilfe erfolgreich sein kann. Die Antworten liefern Kollegen von ADRA Afghanistan, die die Hilfe dort hinbringen, wo und wann sie gebraucht wird.

Der Winter in der Gegend um die Stadt Bamiyan im Norden des Landes ist besonders kalt. In dieser Bergregion können die Temperaturen bis -20 Grad Celsius fallen. In dieser Jahreszeit ist das Land auf teure importierte Nahrungsmittel angewiesen. Die Menschen gehen oft mit einem leeren Magen schlafen. Wie kommt es dazu? In den letzten Jahren haben kriegerische Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen die Situation für die Menschen immer schwieriger gemacht. Staatliche Infrastrukturen gibt es kaum, sodass Afghaninnen und Afghanen auf sich allein gestellt sind. Viele von ihnen haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben. 

In solchen Notsituationen wird humanitäre Hilfe geleistet. Das reine Überleben wird gesichert. Humanitäre Hilfe war in dieser Hinsicht erfolgreich, wenn die Menschen überlebten. Das Wohlergehen des Begünstigten steht im Mittelpunkt der Hilfe.

Mit diesem Ziel vor Augen arbeitet ADRA gemeinsam mit den Menschen in den Städten Bamiyan und Herat. Die Hilfe richtet sich speziell an Menschen in besonderer Not. Zwischen Oktober 2019 und März 2020 wurden 2005 Haushalte (ca. 14.000 Personen) unterstützt.

In Bamiyan wurde gegen die Kälte und die Nahrungsmittelknappheit angegangen. Es wurde für genügend Heizmaterial gesorgt und Bargeld für Lebensmittel verteilt.

In Herat wurde ebenfalls gegen den Hunger mit der Bereitstellung von Bargeld vorgegangen. Die Hilfe richtete sich in dieser Region speziell an Menschen, die einst im Iran eine Arbeit suchten und nun zurück nach Afghanistan kommen. Der Ausbruch der COVID19-Pandemie hat die iranische Wirtschaft stark herausgefordert. Die Menschen finden deshalb keine Arbeit mehr und kehren nach Hause. Sie kommen oft mit leeren Händen nach Afghanistan zurück. Das Geld, welches sie von ADRA bekamen, ermöglichte ihnen zu überleben und die Grundlage für ein neues Leben zu legen. 

Die ersten Berichte aus Afghanistan zeigen, dass die Begünstigten den größten Teil ihres Geldes für Lebensmittel ausgegeben haben. An zweiter und dritter Stelle wurde das Geld für die Miete oder die Zurückzahlung von Schulden verwendet. Die Hilfe wurde benötigt, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Die Menschen konnten den Winter überstehen und kamen aus dem Projekt gestärkt hervor. Sie lernten, dass sie nicht allein sind. Sie haben neue Hoffnung in die Zukunft bekommen. Wenn Menschen wieder für sich und ihre Familie sorgen können, sinkt das Leid in der Welt. Wir sind allen unseren Spenderinnen und Spendern für ihre Unterstützung dankbar! Die Erfolge in der Projektländern sind auch Eure Erfolge. Dank Euch können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

Seien auch Sie ein Teil von ADRA und unterstützen Sie unsere Arbeit in der Katastrophenhilfe mit Ihrer Spende >> zum Spendenformular

Projektinformationen:

Projektdauer: 6 Monate (Oktober bis März)
Projektorte: Bamiyan und Herat
Hilfeempfänger: 2005 Haushalte (ca. 14.000 Personen)
Projektinhalt: Verteilung von Heizmaterial und Bargeld

Verteilung von Bargeld in der Provinz Herat

Junge afghanische Familie erhält Steinkohle und Feuerholz in der Provinz Bamiyan.


Beschwerdestelle:

Um das Wohlergehen der Begünstigten zu garantieren, wurde eine unparteiische Beschwerdestelle eingerichtet. Die Menschen hatten dort die Möglichkeit Fehlverhalten der Helfer und Helferinnen sowie Probleme bei der Verteilung der Hilfsmittel zu melden. Diese Möglichkeit wurde auch genutzt, sodass die Hilfe noch effizienter gestaltet werden konnte.