Neue Hoffnung für ausgestossene Frauen in Kenia

Rund zwei Millionen Frauen weltweit leiden unter Geburtsfisteln, weil sie keine angemessene medizinische Hilfe bei der Geburt ihrer Kinder erhalten. Geburtsfisteln führen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen und machen betroffene Frauen häufig zu sozial Ausgestoßenen. Die Frauen verarmen und vereinsamen. ADRA verhilft erkrankten Frauen in Kenia zu einem neuen Leben.

Genitalverstümmelung der Frau und frühe Verheiratung von Mädchen sind in Kenia nach wie vor weit verbreitet. Eine Genitalverstümmelung wird meist unter unhygienischen Bedingungen durchgeführt und hinterlässt zudem starke Vernarbung und eine verengte Vagina. Aufgrund dieser Genitalverstümmelungen und fehlender ärztlicher Versorgung kann es bei der Geburt zu Komplikationen bis hin zum Geburtsstillstand kommen. Wird das Kind dann nicht durch einen Kaiserschnitt geboren, reißt in vielen Fällen das Beckenbodengewebe der Mutter ein und es entsteht eine unnatürliche Öffnung zu den angrenzenden Organen. Durch diese Fisteln kommt es zu Inkontinenz, denn die Frauen verlieren unkontrolliert Urin und/oder Stuhl. Dies führt zu einer starken Geruchsbildung. Oft werden diese Frauen deshalb von ihren Männern verlassen und aus der Gesellschaft ausgestoßen. Allein in Kenia sind jährlich über 3000 Frauen von diesem Problem betroffen und führen ein Leben in Armut und Isolation.

ADRA FÖRDERT PRÄVENTIONSMASSNAHMEN UND DIE BEHANDLUNG DER ERKRANKUNG

Das Projekt von ADRA umfasst sowohl Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Geburtsfisteln als auch die Behandlung der Fistelerkrankungen. Denn der Zugang zu guter Geburtshilfe und ärztlicher Versorgung ist in den ländlichen Regionen Kenias sehr beschränkt.
ADRA konzentriert sich bei diesem Projekt auf die Distrikte Kisii, Nyamira und Homa und verhilft 510 Frauen, die an Geburtsfisteln leiden durch rekonstruktive Chirurgie und medizinische Versorgung, zu einem neuen Leben. Denn nach der Operation werden sie durch bildungsfördernde Maßnahmen oder Mikrokredite befähigt, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und der Armut zu entkommen. Aufklärung in der Gesellschaft und Schulungen von regionalem medizinischem Personal tragen zur Veränderung der Rahmenbedingungen bei und wirken der Stigmatisierung der Betroffenen entgegen.

 

Projektlaufzeit: 01.09.15 – 31.08.18