Kambodscha – Mit Vielfalt die Ernährungssituation verbessern

Das südostasiatische Land wurde durch die Roten Khmer, die das Land von 1975 bis 1979 totalitär regierten, in seinen Grundfesten erschüttert. Nach Schätzungen sind den Roten Khmer 1,7 bis 2,2 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Zu den Opfern zählten auch Lehrerinnen und Lehrer und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes. Die Befölkerung lebt überwiegend von der Land- und Forstwirtschaft, doch Rodungen und Überfischung gefährden die Ökosysteme und Lebensgrundlage der Menschen.

In den ländlichen Gebieten Kambodschas herrscht oft Nahrungsunsicherheit. Kinder und Erwachsene haben keinen Zugang zu einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung und sind unterernährt. Im Rahmen des Projektes „Food Security and Nutriti­on for All“ unterstützt ADRA Deutschland die Men­schen dabei, Maßnahmen zu ergreifen, um ihnen eine vielseitigere Ernährung zu ermöglichen.
So wurden beispielsweise 122 Frauen und Män­ner zu Ernährungsberatern weitergebildet. Diese Be­rater leiten wöchentliche Treffen mit festen Gruppen in den Dörfern, sogenannte Reflexionskreise, und ge­ben ihr Wissen zu Ernährung und Hygiene weiter. Es wird über exklusives Stillen gesprochen, darüber wie man die Nährstoffdichte erhöhen kann und welche Hygienemaßnahmen man in der Küche und rund um die Kinder ergreifen sollte.
Durch ADRAs Unterstützung konnten außerdem Dorfbewohner zu Bäuerinnen und Bauern ausgebil­det werden. Sie verfügen jetzt über Kleingärten und über Kenntnisse darüber, wie man in den Gärten die Erde vorbereitet, unterschiedliche Gemüsearten säht, sie biologisch düngt und pflegt. So sind diese Men­schen jetzt in der Lage, die wirtschaftliche und gesund­heitliche Situation ihrer Familien zu verbessern.
In anderen Familien tragen Vieh- und Fischzucht zu besseren Lebensverhältnissen bei. Hier vermittelte ADRA Wissen zur Futterherstellung, medizinischen Versorgung und Pflege der Tiere.

Im Rahmen dieses Projekts wurde außerdem eine Kooperation zwischen den Gesundheitszentren vor Ort und ADRA Kambodscha entwickelt. Dabei werden Kinder regelmäßig gewogen und gemessen, mit dem Ziel, die Zahl der unterernährten Kinder stark zu verringern. Stark untergewichtige Kinder werden in die Gesundheitszentren weitergeleitet, um dort ein Reha­bilitationsprogramm zu durchlaufen.
Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass ADRA und die Health Centers vor Ort unterschiedliche Messmethoden anwendeten. Dadurch wurden in einigen Fällen die von ADRA als akut untergewichtig eingestuften Kinder von den Gesundheitszentren nicht als solche gesehen und damit nicht in Behandlung genommen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Lösungen in den Dörfern selbst zu finden und bestärkt ADRA in der Umsetzung eines Programms, bei dem die Kinder und die Essgewohnheiten von Familien in demselben Dorf mit einander verglichen werden. So können die Familien miteinander lernen und selbstständig zu Lösungen gelangen.

Kambodscha
– Hauptstadt: Phnom Penh
– Amtssprache: Khmer
– Durchschnittsalter: 25 Jahre
– Einwohnerzahl: 16 Millionen

 

                                                  

 

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA, um die Lebensgrundlage der Menschen in Kambodscha zu sichern.
>> zum Spendenformular