Laos: Mangelernährung und Blindgänger

ADRA unterstützt in einer der ärmsten Provinzen Laos mehr als 900 Familien ausreichend Nahrung zu produzieren und den Speiseplan ausgewogener zu gestalten. Dabei gilt es vieles zu beachten.

Nur wenige Menschen wissen, dass der Vietnamkrieg sich auch auf die Nachbarländer ausgewirkt hat. Zwischen 1964 bis 1973 wurde Laos Ziel von Luftangriffen der US Air Force. Die Bombardements sollten Rückzugsgebiete der nordvietnamesischen Befreiungsarmee entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades zerstören, trafen aber auch die Zivilgesellschaft. Bis heute gehen von „nicht explodierten Kampfmitteln“ (UXO – unexploded Ordnances) Gefahren für die Bevölkerung aus.

Außerdem nehmen durch den Klimawandel extreme Wetterlagen und Überschwemmungen zu. Mit Blick auf die Blindgänger sind diese Überschwemmungen besonders dramatisch, da nichtexplodierte Sprengsätze durch Hochwasser mitgerissen werden und an ganz anderer Stelle wieder angespült werden können. Vormals sichere Gebiete werden von Neuem kontaminiert.

In diesem Umfeld startete ADRA 2018 ein Projekt zur Ernährungssicherung in der Provinz Xiengkhouang, die hauptsächlich von Bauern bewohnt wird. Dass trotzdem Nahrungsmittelmangel besteht, hat verschiedene Gründe: Landwirte verfügen nicht über genug Fläche, um neben dem Anbau auch Brachzeiten einzuhalten. Der vorhandene Boden wird durch Dünger und Pestizide übermäßig beansprucht und kann sich nicht mehr regenerieren. Außerdem ist der Anbau von Nahrung zu einseitig, um die Mangelernährung zu beheben.

Gemeinsam mit ADRA Laos und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat ADRA Deutschland ein Hausgartenprojekt entwickelt und schult Landwirte, um die Bewirtschaftung von Land, Wald und Wasser zu verbessern. Das Projekt motiviert die Menschen sich aktiv am Schutz ihrer Umwelt zu beteiligen, was langfristig zur Ernährungssicherheit beitragen wird. In 15 Dörfern werden Modellgewächshäuser aufgestellt. Mit ihnen zeigt ADRA auf, wie Lebensmittelvielfalt und -verfügbarkeit gesteigert werden kann. Wie beim Aus- und Neubau von Bewässerungssystemen wird auch beim Bau der Gewächshäuser zunächst eine Minenräumung stattfinden.

DAS PROJEKT WIRD VOM BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT UND ENTWICKLUNG GEFÖRDERT.

 

 

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