Ilias aus dem Libanon dankt Gott für die Helfer in der Not

Eliane, ADRA-Mitarbeiterin in Beirut, erzählt: Ich bin gerade in der Wohnung von Ilias (82 Jahre). Er lebt mit seinem Bruder in Mar Mikhael, einem Vorort von Beirut, ganz in der Nähe der explodierten Lagerhalle.

Zum Zeitpunkt der Explosion saß er im Wartezimmer seines Arztes. Er wurde am Kopf und an der Hand von herumfliegenden Splittern und Möbeln verletzt. Um ihn herum brach Chaos aus. Die Menschen schrien durcheinander und rannten die Treppen hinunter aus dem Haus. Auch er rannte, fiel hin und verlor dabei sein Handy. Trotz seinen Verletzungen und seinem fortgeschrittenen Alter stand er auf und lief zu seiner Wohnung. Dort angekommen fand er seinen Bruder blutend auf dem Boden liegend. Verzweifelt schrie er um Hilfe. Nach einiger Zeit kamen Sanitäter vom Roten Kreuz, versorgten seine Wunden und brachten seinen Bruder ins Krankenhaus. Da alle Türen und Fenster zerstört waren, hatte er Angst vor Plünderungen und konnte seinen Bruder nicht ins Krankenhaus begleiten. Jemand brachte ihm Decken als Ersatz für Türen und Fenster.
Es gibt keinen Strom, kein Telefon und auch kein Wasser. Ich frage ihn, wie er überleben kann. Daraufhin erzählt Ilias mir, dass Helfer kommen, die ihm zu essen und zu trinken bringen. Er dankt Gott für diese Menschen und auch uns, dass wir für ihn da sind. Er fleht immer wieder:“ Bitte, bitte, repariert mein Haus! Mein Bruder wurde operiert und ist noch immer auf der Intensivstation. Wo soll er hin, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird? In dieses kaputte Haus kann er nicht zurückkommen. Bitte helft uns!“ Auch Ilias selbst braucht täglich Medikamente. Ich habe mir alles notiert und versprochen, sie vorbeizubringen.

Als ich gehe, sagt er zum Abschied ein Gedicht für mich auf, das mich zum Weinen bringt. Ich hoffe, wir können ihm mit allem helfen, was er so dringend braucht.

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