Humanitäre Krise in der Demokratischen Republik Kongo

Über 13 Millionen Kongolesen sind laut der UN auf Hilfe angewiesen. Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen und eine Hungersnot belasten das Land. Aufgrund monatelanger Unterversorgung sind alleine 770.000 Kinder mangelernährt, darunter 400.000 Mädchen und Jungen unter fünf Jahren. Mangelernährung erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Jetzt treten erste Ebola-Fälle auf.

Die Gründe für die Not in der Demokratischen Republik Kongo sind komplex. Politische Instabilität, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und bewaffnete Konflikte in verschiedenen Regionen sind Ursachen für Ernährungsunsicherheiten und Flucht. Es ist ein Kreislauf. Nahrungsmittelknappheit führt zu Mangel- und Unterernährung, diese führen zu gesundheitlichen Problemen und erhöhen die Anfälligkeit für Epidemien. Binnenflüchtlinge und Flüchtlinge schwächen zusätzlich den Markt an Nahrung und Gesundheitsleistungen. Die anhaltende politische Unsicherheit im Kongo führte laut dem UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) zu 4,3 Millionen Vertriebenen im eigenen Land, mehr als 600.000 Kongolesen flohen in umliegende Länder, so auch nach Uganda. Gleichzeitig nahm der Kongo hunderttausende Geflüchtete aus den Nachbarländern auf. Neben gewalttätigen Auseinandersetzungen und Hunger bedrohen Krankheiten die Menschen vor Ort. Der Kongo kämpft mit dem größten Cholera-Ausbruch seit 20 Jahren. In der Regenzeit und bei Überschwemmungen ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. 2017 erkrankten 55.000 Kongolesen an dieser durch verunreinigtes Wasser verursachte Bakterieninfektion des Darmes. Im April 2018 traten erste Ebola-Fälle auf. 35 Fälle sind vom Gesundheitsministerium des Kongo bestätigt worden, 27 Personen sind bereits verstorben. Bei einer Epidemie 2014/2015 in Liberia, Guinea und Sierra Leone starben mehr als 11.000 Menschen.

Das ADRA-Netzwerk hilft den Menschen in der Krise

Das ADRA-Büro im Kongo gehört zu den lokalen Katastrophenkoordinatoren, um eine Ausbreitung der Epidemie zu vermeiden. Zur Verbesserung der hygienischen Situation in den Flüchtlingscamps versorgt das ADRA-Büro in Uganda Geflüchtete der Demokratischen Republik Kongo mit entleerbaren Toilettenanlagen und Wassertanks. Bisher mussten sich über 480 Personen eine Toilette teilen. An 16.000 geflüchtete Familien werden Hilfspakete mit Decken, Schlafmatten, Wasserkanister, Geschirr und Seife verteilt, damit sie mit dem Nötigsten versorgt sind. Die Mehrfachkrise in der Demokratischen Republik Kongo ist eine der größten humanitären Krisen weltweit.