Humanitäre Hilfe für geflüchtete Menschen in Seenot

Mit der MS Aquarius hat die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée seit Februar 2016 insgesamt 29.318 geflüchtete Menschen vor dem Ertrinken gerettet. ADRA unterstützt gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen diese Arbeit und sichert den Betrieb des Schiffes sowie dessen Such- und Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer. Damit setzt sich ADRA für die humanitäre Unterstützung notleidender Geflüchteter ein.

Das zentrale Mittelmeer ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Fluchtroute nach Europa. Über den Seeweg versuchen Geflüchtete, ihr Ziel zu erreichen – zumeist von dem Transitland Libyen aus. SOS Méditerranée wurde 2015 gegründet, um auf die dabei dramatisch ansteigende Zahl von Todeszahlen im Mittelmeer zu reagieren. Die Organisation ist humanitären Grundprinzipien verpflichtet und von politischen Parteien und Konfessionen unabhängig.

Aktuell können nur noch vereinzelt Rettungsschiffe die Rettungszone befahren, was schwere Auswirkungen hat: In dem Zeitraum, in dem zivile Rettungsorganisationen durch das politische Klima in Europa daran gehindert waren, in der Such- und Rettungszone auf dem Mittelmeer zu sein, sind allein 829 Menschen gestorben. Diese Zahl, die im Juni und Juli 2018 zustande kam, entspricht der Hälfte all derer, die seit Jahresbeginn auf dieser Route ums Leben kamen.

Gemeinsam handeln – für Suche, Rettung und Schutz von Geflüchteten auf dem Mittelmeer

ADRA unterstützt gemeinsam mit einem Konsortium aus weiteren Mitgliedsorganisationen des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft die Arbeit von SOS Méditerranée und der MS Aquarius auf dem Mittelmeer. Es ist Ziel des Projektes, zivile Such- und Rettungsaktionen im Mittelmeerraum durchzuführen und die Rechte der Geflüchteten durch Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Die Kooperationspartner sichern den Einsatz und den Betrieb der Aquarius sowie den Such- und Rettungseinsatz mit dem dazugehörigen Team auf See. Damit wird bewirkt, dass die Aquarius besser ausgestattet und somit die Leistungsfähigkeit für den Einsatz gestärkt wird. Darüber hinaus wird das Rettungsteam durch Trainings gezielt besser ausgebildet.

Die weiteren Mitglieder des Konsortiums, die gemeinsam SOS Méditerranée unterstützen, sind zur Zeit Arbeiterwohlfahrt International e.V., Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Islamic Relief Deutschland e.V., das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, World Vision Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

>> Zur gemeinsamen Pressemitteilung des Konsortiums und SOS Méditerranée anlässlich der Ausfahrt der Aquarius und der neuen Zusammenarbeit.

Projektlaufzeit: 01.07.-31.12.2018

Das Projekt wird gefördert von: 

Petition für die Rettung von Menschen in Seenot
Die Aquarius ist das einzig verbliebene Rettungsschiff im Mittelmeer. Und auch ihr Einsatz ist schwierig und dem Schiff wurde innerhalb eines Monats zweimal die Flagge aberkannt. Eine von SOS Méditerranée organisierte Petition fordert die Staaten Europas dazu auf, ihrer Pflicht nachzukommen, Menschen in Seenot zu retten, und es zivilen Seenotrettungsschiffen zu erlauben, ihren Einsatz so schnell wie möglich fortzusetzen. >> zur Petition (externe Seite)