Äthiopien – Existenzsicherung für nomadische Viehzüchter

Die Region Afar im Nordwesten Äthiopiens zählt zu einem der heißesten und trockensten Orten der Erde. Die Meschen in der schwach entwickelten Region leben von der Landwirtschaft und Viehzucht, größententeils als nomadische Viehzüchter. Sie ziehen von Ort zu Ort, um Grasweiden für ihre Tiere zu finden. Doch immer häufiger bleibt der Niederschlag aus.

Weideland sichert die Existenz der umherziehenden Viehzüchter, wird aber durch die Klimaveränderungen immer knapper. Durch den Mangel an Gras und Wasserstellen kommt es zu Spannungen in einer von Konflikten geprägten Region. Um den Konflikten zuvorzukommen und auch den Menschen mehr Sicherheit zu bieten, führt ADRA Deutschland in dieser Region ein Vier-Komponenten-Projekt durch.

Die erste Komponente umfasst die Einführung neuer landwirtschaftlicher Methoden. Moderne Werkzeuge und Saatgut werden an die Bewohner verteilt und sie werden in modernen landwirtschaftlichen Arbeitsweisen geschult. Unser langfristiges Ziel besteht darin, weitläufige trockene Flächen wieder zu begrünen, indem der Boden aufgelockert wird, die Flächen umzäunt und trockenresistente Pflanzen angebaut werden.

Die zweite Komponente ist die Tiergesundheit. Das Vieh bildet den Lebensmittelpunkt der meisten Familien in Afar. Während und nach den Dürreperioden sterben viele Tiere beispielsweise an Wurmerkrankungen. Jedes gestorbene Tier bedeutet einen großen Verlust für die Familien. ADRA hat Tierpfleger ausgebildet, die Impfungen und einfache Behandlungen durchführen können. Durch eine Startfinanzierung von ADRA konnten eine Tierbehandlungseinrichtung und eine Tierapotheke aufgebaut und eingerichtet werden. Die Gesundheitseinrichtungen werden nun von staatlichen Behörden weiterfinanziert. Der Apotheker hat sich selbstständig gemacht und versorgt die Bewohner mit Medikamenten.

In einigen Dörfern wurden drittens Spar- und Kreditgruppen aufgebaut. Diese Projektkomponente richtet sich gezielt an Frauen, die ihr Geld sparen und auch kleine Kredite aufnehmen können. Das geliehene Geld kann in Vieh oder in den Aufbau eines eigenen Geschäfts investiert werden. ADRA fördert in diesem Rahmen Trainings, bei denen vermittelt wird, wie man ein eigenes Business aufbaut. So wurden zum Beispiel zwei Getreidemühlen errichtet, die von Frauen betrieben werden.

Zu guter Letzt konnten in drei Dörfern Wasserversorgungssysteme gebaut werden; eine große Entlastung für die Menschen, da sie nun ausreichend Wasser für ihr Vieh, ihre Landwirtschaft und ihre Familien zur Verfügung haben. Für das Vieh wurden Tränkebecken gebaut. Zurzeit werden die Wasserpumpen in den Anlagen noch mit Diesel-Motoren betrieben, in Zukunft soll dies mit Hilfe von Sonnenenergie passieren.

Die Menschen in Afar leben in schwierigen Wetterverhältnissen und sind daher immer wieder in Konflikte um Weideland und Wasser involviert. ADRA unterstützt die Menschen, weniger abhängig von diesen knappen Ressourcen zu werden.

Afar:
– Fläche: 96.707 km²
– Einwohner: 1.411.092 (2007)
– liegt im Norden Äthiopiens, angrenzend an Eritrea und Dschibuti

                                            

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

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