Ein Land versinkt im Chaos

Dienstag, der 4. August wird im Kollektivbewusstsein der libanesischen Bevölkerung als Tag der Katastrophe eingehen. An diesem Tag wurden kleine Explosionen im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut gemeldet. Kurz darauf folgte eine gewaltige Detonation, die große Teile des Hafens zerstörte und umliegende Stadtgebiete verwüstete. Der Grund für die Katastrophe ist noch unklar. 

Das Land steht unter Schock. Schon jetzt gibt es mehr als 130 Tote und 5.000 Verletzte. Durch die Explosion haben auch 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Die Zahl der Opfer könnte in den nächsten Tagen noch steigen: Rettungsdienste suchen pausenlos unter den Trümmern nach Überlebenden. Auch ADRA ist seit Anfang an vor Ort und versucht die Grundbedürfnisse der Menschen in Beirut zu befriedigen. Es wird alles darangesetzt, die Menschen nicht allein zu lassen und sie in diesem schweren Moment zu unterstützen.  

In einer solchen Notsituation ist Nächstenliebe wichtiger denn je! ADRA hat mit der Verteilung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln bereits erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Weiterhin hat ADRA Deutschland beschlossen ein Netzwerkprojekt mit ihren Partnern schnellstmöglich vorzubereiten, um das Überleben der Menschen zu sichern. Wir beraten uns mit den Partnern vor Ort, um abzuklären, wo und wie Hilfe am effizientesten gebracht werden kann

Die Folgen der Katastrophe werden dabei noch lange zu spüren sein. Denn sie gilt als Höhepunkt einer Reihe von Krisen, die den Libanon in den letzten Jahren erschütterten. Das Land galt einst als „Schweiz des Orients“. Doch Misswirtschaft und Korruption haben das Land an den Rand des Bankrotts geführt. In den letzten Monaten stürzte eine schwere Wirtschaftskrise weite Teile der Menschen in Beirut und im ganzen Land in die Armut. Die wirtschaftliche Lage wird sich nun weiter verschlechtern. Die Menschen haben längst die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verloren. Die Lage vor Ort ist angespannt. Das Misstrauen in die eigene Regierung ist groß. Zugleich fehlt der Bevölkerung die Kraft diese neue Krise zu bewältigen. 

Nach der Detonation ist der Hafen von Beirut nicht mehr funktionsfähig. Bis jetzt war er die einzige Eintrittstür in das Land für den Einfuhr von wichtigen Grundnahrungsmitteln. Das Land importiert 90 Prozent seiner Lebensmittel. Die Zerstörung des Hafens, gekoppelt an die Wirtschaftskrise, könnte sich zu einer Hungerkatastrophe entwickeln. 

Das möchten wir nicht hinnehmen. Libanesinnen, Libanesen wir stehen an eurer Seite!

Sie können den Menschen im Libanon mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort „Beirut/Libanon“ beistehen! Danke! >>zum Spendenformular