Die Lage in Ostafrika verschärft sich: Heuschrecken gewinnen die Oberhand

Während die ganze Welt mit Besorgnis auf die Verbreitung und Auswirkungen des COVID-19 blickt, werden Ostafrika und Teile Asiens bereits seit Beginn des Jahres von einer zusätzlichen Tragödie heimgesucht. Wüstenheuschrecken bedrohen seit Januar die Existenzen von Millionen von Menschen.

Die ersten Schwärme, die das Horn von Afrika befielen, haben bereits ihre Eier gelegt, die wiederrum schon geschlüpft sind und neue Schwärme gebildet haben. Jeden Tag steigt die Anzahl der Heuschrecken, die ganze Felder und Weideflächen kahlfressen. Schon heute sind die meisten Ernten in Äthiopien, Kenia und Somalia zerstört. Die ohnehin schon prekäre Lage der Bevölkerung in dieser Region hat sich dadurch weiter verschlechtert und wird durch Maßnahmen gegen COVID 19 zusätzlich noch verschlimmert. Infolge der Ausbreitung des Coronavirus haben Kenia und Somalia Ausgangssperren verhängt. Diese Einschränkungen des öffentlichen Lebens wirken sich negativ auf die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Bevölkerung aus. Die Folge beider Krisen ist eine Verarmung der Bevölkerung und eine zunehmende Nahrungsmittelunsicherheit. Wenn nicht schnell Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, rechnen die Vereinten Nationen damit, dass 25 Millionen Menschen bis Juni von Hunger bedroht sein könnten! ADRA ist in der Region aktiv und versucht mit dem Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ das Leid der Kleinbauern vor Ort zu lindern. Die Kleinbauern sind sehr dankbar über die Hilfe unserer Spenderinnen und Spendern. Nächstenliebe und das Gefühl, nicht allein gelassen zu sein, helfen ihnen, die schwere Situation zu überstehen. Die Lage beleibt dennoch sehr angespannt.

Längst sind die Heuschrecken nicht mehr nur ein Problem der Länder am Horn von Afrika. Manche Schwärme sind weitergezogen und haben auch dort neue Eier gelegt. Die Heuschreckenplage trifft nun weite Teile Ostafrikas und bedroht einige Länder in Asien. Die aktuelle Entwicklung und Ausbreitung der Schwärme hat die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) auf einer Karte widergespiegelt. Die rote Fläche zeigt die Ausbreitung der Schwärme im März. Die anderen Farben zeigen die akute Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Heuschrecken an, denen die umliegenden Länder ausgesetzt sind.

Abbildung: Ausbreitung der Heuschreckenschwärme

Die meisten betroffenen Länder reagieren auf diese Naturkatastrophe mit dem vermehrten Einsatz von Pestiziden, die sie aus der Luft auf die Heuschrecken versprühen.[1] Die kenianische Regierung hat beispielweise fünf Flugzeuge mit Pestiziden im Einsatz. Die Anzahl der Flieger ist dennoch zu gering, um effektiv gegen die exponentielle Ausbreitung der Heuschrecken vorgehen zu können. Die Nutzung von Pestiziden birgt jedoch Gefahren für die Umwelt und die Menschen. In den ADRA-Projekten wollen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ohne chemische Pestizide und Insektizide auskommen. Umso wichtiger ist es, dass Maßnahmen vor der Ankunft der Flieger ergriffen werden. Im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ planen derzeit die Mitgliedsorganisationen, wie sie die Menschen in Ostafrika effizient unterstützen können. Die Menschen vor Ort haben nur einen Wunsch: wieder genug zu essen und einen Grund zum Lächeln zu haben. Dafür brauchen diese Menschen unsere Unterstützung! Eure Spenden sind keine Almosen! Sie sind eine Investition in die Zukunft und können das Schicksal vieler Menschen verändern. Jeder Cent zählt! Wir danken euch vom ganzen Herzen für eure Hilfe! >> zum Spendenformular


Mwikali Nzoka zählt zu den Landwirten in Kenia, die nach dieser Katastrophe alles verloren haben.


Kahlgefressen und weitergezogen: Heuschrecken vernichten die Ernten.

 

[1] http://www.fao.org/ag/locusts/common/ecg/562/fr/DL497f.pdf