Wir sind Teil unserer Umwelt – am 24. Oktober ist Tag der Schöpfung

Immer spürbarer wird die Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Die Frage nach der Verantwortung für unsere Erde und Meere einerseits sowie die Notwendigkeit der Versorgung der stetig anwachsenden Weltbevölkerung mit einem Zuhause, Nahrung und Wasser andererseits, ist komplex.

Die Frage nach der Verantwortung umfasst immer auch weltanschauliche, religiöse und kulturelle Aspekte. Menschenbild, Naturverständnis und Schöpfungstheorie haben Einfluss darauf, in welchem Bezug sich der Einzelne zu seinen Mitgeschöpfen und zur Schöpfung sieht. Die biblischen Texte verweisen immer wieder auf den Schöpfergott, der das Leben schuf und der sich um seine Geschöpfe sorgt: „Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut“ (Genesis 1.31) .

Der Mensch ist Teil der Schöpfung. Er hat in Genesis 2, 15 die Verantwortung für sie übertragen bekommen, damit er sie „bebaue und bewahre“. Das bezieht sich auf die gesamte Umwelt – Pflanzen, Tiere, Wasser, Luft und Erde. Der Mensch soll beides – behutsam und achtsam die Welt gestalten und sie gleichzeitig behüten und bewahren. Die Aussagen der Bibel sind aktuell. Die Bewältigung der Umweltprobleme und das Bewahren der Natur ist eine gemeinsame Aufgabe für uns alle!

Um der Welt zu helfen

ADRA setzt sich weltweit für Menschen in Not ein. Dabei wird nicht nur der einzelne Mensch, sondern sein gesamtes Umfeld unterstützt. Dazu gehört ebenso die Umwelt. Durch Maßnahmen wie Wiederaufforstung und Bodenanreicherungstechniken, Waldschutz, Einsatz erneuerbarer Energien sowie Wasserspar- und Bewässerungstechniken werden nachhaltig Natur- und Umwelt geschützt.

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Philippinen: EMPOWER-Projekt nimmt erste Hürden

Die Klimakatastrophe wird Länder wie die Philippinen hart treffen. Unwetter, Überschwemmungen und Stürme nehmen zu und werden heftiger. Durch Katastrophenvorsorge will ADRA das Schlimmste verhindern und Menschen retten. Das Projekt hat nun die erste Hürde genommen.

Vom 14. bis 18. September fand in Tagaytay City ein Workshop zur Maßnahmenplanung statt. Wie bei ADRA üblich werden zuerst die Bedürfnisse der Betroffenen abgefragt und in die Planung einbezogen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die virtuelle Teilnahme von Expert*innen aus den Bereichen Katastrophenvorsorge, Klimaanpassung, ländlicher Raum, Good Governance.

Gemeinsames Ziel des Projektes ist es, die zivilgesellschaftlichen Organisationen zu stärken und sie mit der lokalen Regierung in einen Austausch zu bringen. Dazu gehören Themen wie Gesetze und Richtlinien der Katastrophenvorsorge, gute Regierungsführung und soziale Verantwortung. Besonders im Fokus sind Menschen mit Behinderungen mit ihren besonderen Bedürfnissen.

In einem nächsten Schritt werden nun Multiplikator*innen ausgebildet, die dann wiederum die Bevölkerung schulen werden. So verbreitet sich das Wissen, während gleichzeitig Schutzteams aufgebaut werden, die im Ernstfall ganz praktische Hilfe leisten. Die Stärkung der Zivilgesellschaft ist ein wichtiger Schritt, der über Katastrophenvorsorge hinausgeht. Hierbei handelt es sich um nachhaltiges EMPOWERment!

Das Projekt wird unterstützt durch die Europäische Union

Am 17.10. ist Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen,“ sagte Ban Ki-moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016[1].

Die unter ihm 2015 von der UN-Konferenz in New York aufgestellte Agenda 2030, setzt die Armutsbekämpfung als erstes Ziel. Bis 2030 soll die extreme Armut ausgerottet worden sein.

Per Definition[2] leben Menschen in extremer Armut, denen pro Tag weniger als 1.90$ zur Verfügung stehen. Dennoch ist Einkommen nicht der einzige Faktor, der extreme Armut charakterisiert, sondern auch „medizinische Faktoren“ wie Unter- und Mangelernährung und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung sowie „soziale Faktoren“ wie Chancenungleichheit in Bildung und Politik und Diskriminierung[3]

Hauptursachen der extremen Armut sind Kriege, Klimakatastrophen und die Folgen des Kolonialismus. Die Lösungswege der UN-Entwicklungspolitik beinhalten u.a. Programme zur Verbesserung von Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Bildung.

Dennoch ist das so ehrgeizige Ziel der UN in großer Gefahr. Laut Schätzungen der Weltbank[4] gefährdet die Covid-19-Epidemie nicht nur Menschen, die bereits in Armut leben überproportional, sondern treibt über 75 Millionen weitere Menschen -Tendenz steigend- in die extreme Armut. Statistisch gesehen wirft das die globalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung um fünf Jahre zurück:

Das ist ein Aufruf zum Handeln, der jedoch dadurch erschwert wird, dass die Spendenbereitschaft während der Pandemie weltweit extrem gesunken ist. Beispielsweise kamen auf der Geberkonferenz für den Jemen, eines der ärmsten Länder weltweit[5], dieses Jahr lediglich die Hälfte der letztjährigen Spenden zusammen[6].

Dementsprechend ist es an uns, zu handeln, um die Utopie Ban Ki-Moons trotz aller Widrigkeiten wieder in eine Vision zu verwandeln!

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[1] https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/armut/?gclid=EAIaIQobChMIk4vc07iq6wIVSeJ3Ch1W_QtbEAAYASAAEgL92_D_BwE (20.8.2020, 21:00h)
[2] https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52680/armut (20.8.2020, 20 :21)
[3] https://www.un.org/en/sections/issues-depth/poverty/ (20.8.2020, 22:00h)
[4] https://blogs.worldbank.org/opendata/updated-estimates-impact-covid-19-global-poverty (20.8.2020, 21:20h) einschl. Graph
[5] https://www.focus-economics.com/blog/the-poorest-countries-in-the-world (20.8.2020, 21:45h)
[6] https://www.tagesschau.de/ausland/geberkonferenz-jemen-109.html (20.8.2020 21:40h)

Zero Hunger! Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Am 16. Oktober feiern wir den Welternährungstag. Man könnte sich fragen, warum es einen Welternährungstag geben muss? Die Realität ist, dass wir in einer Welt leben, in der derzeit Lebensmittel hergestellt werden, die 12 Milliarden Menschen ernähren könnten, jedoch wird jedes Jahr ein Drittel dieser Produktion weggeworfen.

Die Zahl der unterernährten Menschen betrug im Jahr 2019 690 Millionen oder 8,9 Prozent der Weltbevölkerung. Zwei Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu Wasser und sicheren, nahrhaften Lebensmitteln. Die Zahlen werden wahrscheinlich aufgrund der COVID-19-Pandemie steigen. Beim Welternährungstag geht es also darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie der Hunger bekämpft werden kann.

Die Hauptgründe für den Hunger sind Krieg, Klimawandel und Naturkatastrophen. Das zweite Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen ist „Zero Hunger“ und soll bis 2030 alle Formen der Unterernährung stoppen, indem eine nachhaltige Lebensmittelproduktion geschaffen wird und die landwirtschaftliche Produktivität gesteigert wird, die sich an den Klimawandel anpasst und die biologische Vielfalt erhält.

ADRA trägt mit ihren zahlreichen Projekten in Ländern rund um den Globus, die von Hunger und Klimawandel betroffen sind, ebenfalls zur Erreichung dieses Ziels bei. Sie ist auch eine der ersten Organisationen, die an einem Ort ankommt, an dem eine Naturkatastrophe eintritt. Eines der aktuellen Projekte von ADRA befindet sich in Madagaskar. Süd-Madagaskar war in den letzten Jahren von einer langen Dürre und den Klimaveränderungen betroffen. Das Projekt umfasst den Bau von Wasserbrunnen, die Schulung lokaler Landwirte in innovativen Produktions- und Lagerungstechniken sowie die Entwicklung einer Präventionsstrategie, die ihnen letztendlich hilft, besser auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein.

Jeder von uns kann etwas tun, um „Zero Hunger“ zu unterstützen. Wir können lokale Landwirte unterstützen, nachhaltige Lebensmittelentscheidungen treffen und Lebensmittelverschwendung reduzieren. Wir können einen Einfluss auf unser soziales Umfeld haben und als Kunden von Unternehmen verlangen, dass sie nachhaltig sind und auf „Zero Hunger“ hinarbeiten. Einen schönen Welternährungstag! >>zum Spendenformular

Bergkarabach: Krieg im schwarzen Garten

Um die Region Bergkarabach (übersetzt: schwarzer Garten) zwischen Armenien und Aserbaidschan wird seit Jahrzehnten gestritten, teilweise blutig gekämpft. Leidtragende der neu entfachten gewaltsamen Auseinandersetzung sind die Zivilisten, die entweder die Bombardierungen ertragen oder fliehen. In der Region könnte ein größerer Konflikt, auf dem Rücken der Zivilisten ausgetragen werden.

Mitarbeiter von ADRA und freiwillige Helfer*innen packen Lebensmittelrationen

ADRA hilft den Menschen auf beiden Seiten

Die Lage mag zwar unübersichtlich sein, das Leid ist unübersehbar. Deshalb zögerten die ADRA-Mitarbeiter und -Freiwillige nicht und setzten alle Hebel in Bewegung, um die Geflohenen zu versorgen. Für 170 Kinder, deren Zuhause zerstört wurde, besorgte ADRA Aserbaidschan warme Kleidung. Der Winter steht vor der Tür, die Menschen brauchen Schutz vor der Witterung, Kleidung und Hilfe beim Wiederaufbau.
Nach Armenien sind ebenfalls viele Menschen geflohen. Um die erste Not zu lindern verteilte ADRA Armenien Lebensmittellieferungen an die Geflüchteten in den Städte Stepanakert, Khndzorestan und Goris.

ADRA setzt Zeichen der Verständigung

Während sich die Länder streiten arbeiten die Büros von ADRA gemeinsam an humanitärer Hilfe für die Menschen, die unter dem Krieg leiden. Das Zeichen der Versöhnung gibt den Menschen auf beiden Seiten der Konfliktlinie Hoffnung. Es ist diese Hoffnung, die die Herzen der Menschen erreicht.

Hilfe, wie es die Sicherheitslage zulässt

Der Zugang für Hilfsorganisationen in die umkämpfte Region ist teilweise nur unter hohem persönlichem Risiko, teilweise überhaupt nicht möglich. Im Rahmen der Möglichkeiten wird ADRA helfen. ADRA kümmert sich darüber hinaus um die geflohenen Menschen, die meist ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Sie sind mit dem Schrecken davon gekommen und hoffen nun auf unsere Hilfe. In diesem Konflikt steht ADRA an der Seite der Menschen, die unsere Unterstützung benötigen. Wir schlagen uns nicht auf die Seite einer Konfliktpartei, wir haben die Menschen im Blick und in unseren Herzen. Die Menschen haben dieselben Wünsche und Hoffnungen, wie wir sie haben: sie wünschen sich Glück und ein friedliches Leben.

Bleiben oder fliehen – die Menschen in der Region Bergkarabach wissen nicht weiter

„Wir müssen unsere Kinder von diesem Albtraum fernhalten“

Das ist die Geschichte von Roza (82) aus Askeran, einer Stadt in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach mit 2.300 Einwohner*innen (Stand 2015). Sie floh mit ihrer Familie von den Kämpfen. Hier berichtet sie über die Flucht:

„Es war der frühe Morgen des 27. September, als wir plötzlich von Schüssen und Bombenangriffen geweckt wurden. Wir konnten uns nicht erklären, was da vor sich ging. Aber der bedrohliche Lärm ging weiter. Alle Menschen rannten in ihre Häuser und suchten Schutz in ihren Kellern.

Roza (82) floh aus Bergkarabach nach Armenien

Als der Beschuss aufhörte, gingen wir hinaus, hatten aber keine Ruhe und der Angriff begann von Neuem. Wir verbrachten die Nacht in schrecklicher Angst. Früh am Morgen packten die Familien mit kleinen Kindern das Nötigste zusammen und flohen in kleinen Gruppen. Unsere Männer blieben zurück. Da wir auf dem Weg allen Schüsse ausweichen mussten, dauerte der Weg fünf Stunden länger als sonst. Ich habe Diabetes, es war schwer für mich, den Weg zu gehen, aber meine Enkelin weigerte sich, ohne mich zu gehen. Sie brachte mich an einen Ort, an dem wir jetzt mit 12 anderen Menschen, acht Kindern und vier Erwachsenen leben. Gott sei Dank gibt es mitfühlende Menschen, die freiwillig ihre Häuser teilen, damit wir an einem sicheren Ort bleiben können. Es ist uns zwar gelungen, die ersten benötigten Dinge zu beschaffen, aber bald werden uns die Mittel ausgehen. Vieles konnten wir nicht mitnehmen. Ich muss zum Beispiel meine Medikamente holen. Das Wetter ändert sich, und die paar Kleidungsstücke, die wir mitnehmen konnten, werden bald nicht mehr reichen. Unsere Kleinen haben Schulen und Kindergärten verlassen. Die Kinder sind der Bildung beraubt. Alles, was wir brauchen, ist Frieden, aber während der Krieg weitergeht, müssen wir unsere Kinder von diesem Albtraum fernhalten.

Roza (rechts) im Kreise ihrer Enkelkinder mit ADRA-Mitarbeiterinnen
Roza (rechts) mit ihren Enkelkinder und zwei ADRA Kolleginnen

Aufgezeichnet durch ADRA Armenien

Am 13. Oktober ist Tag der Katastrophenvorsorge

Jedes Jahr am 13. Oktober würdigen die Vereinten Nationen den Schutz vor Dürren, Stürmen oder Fluten. Vor allem in Bezug auf är­mere Länder und den Klimawandel wächst das Interesse an nachhal­tiger Katastrophenvorsorge.

Bei der Planung von ADRA-Projekten spielt das Thema schon lange eine wichtige Rolle. So werden etwa Landwirtschafts- und Naturschutzprojekte auch in Sachen Katastro­phenvorsorge nachhaltiger gestaltet. Staaten und Gemeinden werden zu Zivilschutzplänen beraten und es wird über Trainings Aufklärung für gefährdete Bevölkerungsgruppen geleistet. In den letzten Jahren gab es erfolgreiche AD RA-Projekte mit Schwerpunkten in der vorbeu­genden Katastrophenhilfe unter anderem in Nepal, Indien, Somalia, auf den Philippinen, den Fidschi-Inseln, in Papua-Neuguinea und auf Madagaskar.

Seien auch Sie dabei und unterstützen Sie die Arbeit von ADRA in der Katastrophenvorsorge >>zum Spendenformular