SOS MEDITERRANEE ist zurück im Einsatzgebiet

Nach über fünfmonatiger Zwangspause ist die Ocean Viking, das Rettungsschiff von SOS MEDITERRANEE, zurück im Mittelmeer. Das Schiff wurde im Sommer von italienischen Behörden aufgrund neuer Auslegungen der Sicherheitsanforderungen auf Sizilien festgesetzt und erst kurz vor Weihnachten wieder freigegeben. Momentan ist die Ocean Viking das einzige Rettungsschiff in besagtem Gebiet.

Klaus Vogel, selbst Handelsschifffahrtskapitän, hat vor fünf Jahren die zivile Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE gegründet: „Es ist unmenschlich und skandalös, schutzsuchende Menschen im Mittelmeer wissentlich ertrinken zu lassen. Wir wollen keine derart tödliche europäische Außengrenze. Denn auf dem Mittelmeer wird Recht gebrochen. Das ist inakzeptabel und Europas unwürdig“, sagt Vogel. 

ADRA Deutschland ist Teil eines Konsortiums, das die Arbeit von SOS MEDITERRANEE ideell und finanziell unterstützt.

Bitte unterstützen Sie unser Bündnis zur zivilen Seenotrettung >> zum Spendenformular

ADRA Deutschland e.V. wurde erneut mit dem DZI-Spenden-Siegel ausgezeichnet

Das DZI-Spendensiegel: Zeichen des Vertrauens

Wer Geld an eine gemeinnützige Organisation spenden möchte, sucht nach Wirksamkeit, Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Welcher Organisation kann man vertrauen? Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat ADRA Deutschland e.V. einer sechsmonatigen Prüfung unterzogen. Mit Erfolg: Die Hilfsorganisation ist berechtigt, das Spenden-Siegel zu tragen.

Das DZI-Spenden-Siegel gilt als eines der wichtigsten
Zeichen des Vertrauens im Spendenwesen.

„Das Gütesiegel belegt, dass ADRA Deutschland e.V. mit den ihr anvertrauten Spenden verantwortungsvoll und sorgfältig umgeht. Im vollen Bewusstsein unserer gewaltigen Aufgabe, das Leid in der Welt zu mindern, streben wir bei ADRA danach, Gelder und Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Dazu lassen wir uns jährlich unabhängig kontrollieren“, berichtet Robert Schmidt, Abteilungsleiter Finanzen bei ADRA Deutschland.

ADRA verpflichtet sich freiwillig, die vom DZI vorgegeben Standards zu erfüllen und damit hohen Qualitätsansprüchen zu entsprechen. Geprüft werden neben der zweckgerichteten und sparsamen Mittelverwendung unter anderem eine wahrheitsgemäße und sachliche Öffentlichkeitsarbeit, geprüfte Rechnungslegungen, eine funktionierende Leitung und wirksame Aufsichts- und Kontrollstrukturen.

„Es ist uns wichtig, dass unsere Spenderinnen und Spender sich darauf verlassen können, dass Ihre Spenden wirklich ankommen. Die uns anvertrauten Gelder setzen wir wirksam und nachhaltig für unsere Arbeit in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ein. Wir sind allen, die uns in unserer Arbeit für Menschen in Not unterstützen, dankbar für ihr Vertrauen“, so Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland.

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Über ADRA Deutschland e.V.
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungs-Organisation (Non Governmental Organization). ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 gegründet und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Getreu dem Motto „damit Menschen wieder hoffen können“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. als Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

Entdecke was in dir steckt!

Im August 2019 habe ich meinen Freiwilligendienst in einem Heim für Menschen mit Beeinträchtigungen in Bolivien begonnen. Ich wollte nach der Schule nicht direkt eine Ausbildung oder ein Studium anfangen, sondern mehr von der Welt kennenlernen, meinen Blickwinkel erweitern und neue Erfahrungen sammeln.

Als die E-Mail von ADRA kam, dass ich wegen COVID-19 nach Deutschland zurückzukehren musste, war ich seit fast acht Monaten im Projekt tätig. Ich war schockiert. Ich konnte es nicht glauben, denn eine Woche davor war die­ses Virus in Bolivien noch kein Hauptthema und die Anzahl der daran Erkrank­ten sehr gering. Ich machte mir eher Sorgen um die Situation in Deutschland und den Rest von Europa. Aber alles veränderte sich, die Quarantäne wurde eingeführt, die Grenzen dicht gemacht und die Menschen bekamen Angst. Ab dem Tag bekam ich täglich E-Mails von ADRA und dem Auswärtigen Amt. Ich stand ständig unter Spannung, weil ich nicht wusste, wann mein letzter Tag in Bolivien sein würde und ob ich es überhaupt schaffen würde auszureisen. Ich wartete ungeduldig auf die Rückreise und 12 Tage nach der ersten E-Mail war es soweit. Ich stieg in einen vollen Flieger ein und kam 12 Stunden später Zu­hause an. Trotz des abrupten Endes meines FSJs war diese Zeit eine Bereiche­rung für mein Leben. Und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, die ich hatte, in einem Projekt mitzuhelfen, das eine wertvolle Arbeit für Menschen in Not leistet. Ich habe gelernt, das mehr zu schätzen, was ich habe und es nicht für selbstverständlich zu halten. Ich darf immer zu Gott kommen und darauf vertrauen, dass er es schon gut machen wird.

ADRA bietet verschiedene Möglichkeiten, sich nach der Schule ein Jahr zu engagieren. Unsere Gastautorin Heidi Vasiu verbrachte ihren Auslandseinsatz im Rahmen von „weltwärts“, den Freiwilligendienst vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Weitere Erfahrungsberichte und Infos zu den Freiwilligendiensten findest du unter live.adra.de.

Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

So lautet das sechszehnte der 17 Ziele für eine nachhaltige Ent­wicklung, welche 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Na­tionen bestimmt wurden. Bei diesem Ziel geht es unter anderem darum, Korruption zu bekämpfen. Denn Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen kann es nur in einer korruptionsfreien Gesell­schaft geben. Dies ist jedoch nicht so einfach, denn der Begriff Kor­ruption „ist so undurchsichtig wie die Strukturen, in denen Korruption gedeiht.“ (Transparency International). Bildung spielt in diesem zu­sammehang eine zentrale Rolle, denn eine chancengerechte und hochwertige Bildung gibt Menschen die Chance auf ein besseres Le­ben und ermöglicht die Weiterentwicklung eines Landes und der dar­in lebenden Gesellschaft. Auch die Korruption wird verringert, wenn Menschen eine Perspektive und die Möglichkeit auf eine sichere Zu­kunft bekommen. ADRA setzt sich weltweit dafür ein, die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen und gegen Korruption vor­zugehen. Bildungsprojekte setzt ADRA derzeit in Myanmar, Thailand, Fidschi, Somalia, Äthiopien und Serbien um.

„Und dann hörte ich das schreiende Baby“

Im Jemen fehlt es an allem, außer Gewalt. Durch den Krieg wurden viele Krankenhäuser zerstört und eine vernünftige Behandlung ist nur noch selten möglich. Das hat tödliche Konsequenzen. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei Leben gerettet werden, wie uns ein Vater im Jemen berichtete.

„Meine Frau war im neunten Monat schwanger. Als der Geburtstermin näher rückte, stieg bei uns beiden die Nervosität. Was, wenn etwas schief geht? Ich bin ein einfacher Mann ohne viel Geld oder ohne regelmäßiges Einkommen. Als dann schließlich meine Frau in den Wehen lag, kümmerte sich meine Mutter so gut es ging um sie.

Ich wartete angespannt vor der Tür und hoffte.
Plötzlich fing meine schwangere Frau an zu schreien und verlor das Bewusstsein. Meine Mutter war verzweifelt und rief um Hilfe. Ich konnte aber nichts anderes tun, als meine Frau auf den Arm zu nehmen und mit ihr Hilfe zu suchen. Eigentlich wollte ich ins Krankenhaus nach Sana´a, doch wer sollte uns hinbringen? Ich flehte überall um Hilfe. Ein Mann gab uns den Rat in die ADRA Gesundheitsstation zu gehen, die war näher.

Als wir bei ADRA ankamen ging es meiner Frau nicht besser. Ein Arzt und eine Hebamme kümmerten sich sofort um sie. Sie bekam Medikamente und ich hörte, wie die Hebamme sagte, dass meine Frau operiert werden müsse, um ihr Leben und das des Babys zu retten. Ich stimmte einem Kaiserschnitt zu und musste dann warten.

Die Operation dauerte zwei Stunden.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich fühlte, als ich mein Baby schreien hörte. Das schönste Geräusch meines Lebens. Die Krankenschwester kam aus dem Kreißsaal und reichte mir das Baby. Mir stiegen Freudentränen in die Augen, als ich sah, dass auch meine Frau wohlauf war!

Ich bin dem Arzt, der Hebamme und all den Freiwilligen so dankbar für ihren Einsatz. Sie haben ihre ganze Arbeit unterbrochen, um das Leben meiner Frau und des Babys zu retten!

Worte sind nicht genug, um all den treuen Menschen zu danken, die sich unermüdlich um die Kranken und Verletzten kümmern.“

ADRA hat einen Schwerpunkt der Arbeit im Jemen auf die Versorgung von Schwangeren und Kleinkindern gelegt. Ihr könnt uns dabei unterstützen, zum Beispiel durch eine Spende in Höhe von € 110: https://adra.de/gift-catalogue/jemen_schwangerschaft/ Wir werden nicht aufhören, uns für die Menschen im Jemen einzusetzen. Bist du dabei?

Große Beteiligung auch im Jahr der Pandemie

Die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ fand in diesem Jahr trotz globaler Pandemie statt. Zwar mussten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer flexibel auf die Corona-Kontakteinschränkungen reagieren, der Empathie für bedürftige und benachteiligte Kinder hat dies aber nicht geschadet. ADRA dankt den kleinen und großen Spender*innen.

„Gestern ging der letzte LKW mit Weihnachtspäckchen auf die Reise. Insgesamt haben die Sammler*innen 26.942 Päckchen gesammelt und damit alle Erwartungen übertroffen. Wir danken ihnen von ganzem Herzen für ihre Großzügigkeit“, sagt Christian Molke, geschäftsführender Vorstand ADRA Deutschland e.V., angesichts des überwältigenden Engagements.

In diesem Jahr liegt die Summe der gesammelten Päckchen unter dem Niveau des Vorjahres. Durch die Corona-Pandemie konnten einige Stadtteil- und Gemeindefeste nicht wie gewohnt stattfinden. Auch mussten sich einige Kindergärten und Schulen aus der Sammlung zurückziehen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben jedoch mit viel Engagement und Eigeninitiative kompensiert, was nur möglich war.

Die Menschen waren froh, etwas Positives zu tun: Päckchen für bedürftige Kinder packen! In den Schulen hatten wir gar nicht damit gerechnet, aber es hieß oft, ‚wegen und trotz Corona machen wir mit! Toll, dass es stattfindet.‘‘ Statement aus Norddeutschland

Parallel dazu haben die Mitarbeiter*innen der ADRA-Zentrale die Transporte in die Zielländer geplant und dabei das Infektionsgeschehen im Auge behalten. „Während wir nach Möglichkeiten suchten, wie wir die Aktion im Jahr der globalen Pandemie durchführen können, haben Kinder, Eltern und Freunde unermüdlich gesammelt. Es ist uns gelungen, fast alle Zielländer zu erreichen und freuen uns über jedes Paket, dass wir ausliefern können. Denn jedes Paket steht für ein Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes“, so Michael Weller, kommissarischer Leiter der Aktion.

Sie können die Sammlung weiter unterstützen. Nutzen Sie dazu bitte unser Spendenformular

Mehr über die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ erfahren Sie hier: www.kinder-helfen-kindern.org

Vom Wissen zum Tun

Am letzten Augustwochenende fand die erste Nachhaltigkeitskonferenz von ADRA Deutschland statt. Trotz Corona kamen Teilnehmende nach Darmstadt, um mit Gleichgesinnten über Nachhal­tigkeit zu diskutieren. Neben Fachvorträgen und Workshops empfing ADRA prominenten (virtuel­len) Besuch.

Die Konferenz wurde eröffnet mit einer Keynote der ehemaligen Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick­lung Heidemarie Wieczorek-Zeul (Foto), in der sie für eine Entschul­dung und gegen die ungebremste wirtschaftliche Ausbeutung der ärmsten Länder argumentierte. Frau Wieczorek-Zeul, die auch im nati­onalen Rat für Nachhaltigkeit sitzt, plädiert für eine verbindliche Umset­zung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, ähnlich wie das Pariser Klimaabkommen. Die Keynote wurde vorher aufgezeichnet. Frau Wieczorek-Zeul ließ es sich jedoch nicht nehmen, mit den Teilneh­menden zu diskutieren, sie wurde virtuell zugeschaltet. Nach dem Auf­takt folgten eine Podiumsdiskussion, Fachvorträge zu nachhaltigem Wirtschaften und Workshops, in denen die praktische Umsetzung dis­kutiert wurde. Am Ende der Konferenz, die durch das Bundesministeri­um für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wurde, fasst eine Teilnehmerin die Lage zusammen: Es besteht kein Er­kenntnisproblem, wir müssen uns selbst und andere zum Handeln bringen! Dafür hat die Konferenz Beispiele aufgezeigt, die wir im Nachgang auch veröffentlichen. Die Handlungskonzepte und Vorträge sind abrufbar unter https://adra.de/nachhaltigkeitskonferenz.
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