Menschen sterben im Mittelmeer!

Das Mittelmeer ist eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Und eine der tödlichsten dazu. Laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ertrinken täglich sechs Menschen. Sie sind auf der Flucht vor Gewalt, Folter und Krieg im eigenen Land.

Die humanitäre Lage im zentralen Mittemeer verschlechtert sich dramatisch, denn derzeit werden fast alle zivilen Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer an ihrem Einsatz gehindert. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Sea-Eye, Sea-Watch und SOS MEDITERRANEE Deutschland vom 4. August werden alle Hilfsorganisationen zum wiederholten Mal „mit fadenscheinigen Begründungen am Auslaufen gehindert, um das Anlanden von Geretteten in Europa mit allen Mitteln zu verhindern“. Aufgeführt werden beispielsweise angebliche technische Mängel und die Überschreitung der zulässigen „Passagierzahl“. Dabei geht es hier nicht um Passagiere, sondern um Menschen, die aus Seenot vor dem Ertrinken gerettet werden. Diese lebensrettenden Einsätze werden regelmäßig blockiert. Nach internationalem Seerecht ist die Rettung Ertrinkender jedoch Pflicht. Nach der Charta der Grundrechte der EU hat „jeder Mensch das Recht auf Leben“ und jeder Schiffbrüchige hat das Recht, in einen sicheren Hafen gebracht zu werden. „Es ist offensichtlich, dass die italienischen Behörden in den vergangenen Monaten angebliche Sicherheitsmängel vorgeschoben haben, um die zivilen Rettungsschiffe vom Mittelmeer zu verdrängen“, sagt Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE. Derzeit ist kein ziviles Rettungsschiff im Einsatz.

Rettung von Menschenleben nicht blockieren

Am 22. Juli wurde die Ocean Viking, das Rettungsschiff der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE, nach einer elfstündigen Inspektion von den italienischen Behörden festgesetzt. In der Corona-Pandemie erklärten im April Italien und Malta ihre Häfen als nicht sicher. „Es ist schlimm genug, dass die EU die Rettung von Menschen in Seenot nicht wirklich organisiert. Die zivilen Rettungsschiffe auch noch lahmzulegen, damit keine Geflüchteten in Europa ankommen, ist aus humanitärer Sicht ein Skandal. Seit 2014 sind über 20.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken und auch jetzt ertrinken Menschen auf dem Mittelmeer, deren Tod zivile Seenotretter*innen hätten verhindern können“, kritisiert Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin vom Katastrophenbündnis „Aktion Deutschland Hilft“.

ADRA unterstützt seit 2015 die europäische Nichtregierungsorganisation SOS MEDITERRANEE. Der Schutz von Leben und die Rettung Schiffbrüchiger ist ein humanitäres und christliches Gebot. Insgesamt 31.799 Kinder, Frauen und Männer konnten bisher von SOS MEDITERRANEE gerettet werden.

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„…zusehen, wie der Jemen von der Klippe stürzt“

Dass die Lage im Jemen ernst ist, das ist seit Ausbruch des Kriegs klar. Die Corona-Krise hat die ohnehin unmenschlichen Zustände weiter verschärft. Dazu kommt, dass zugesagte Hilfsgelder nicht gezahlt werden.

Mitten in der Pandemie, die eine geschwächte, unterversorgte Bevölkerung im Jemen trifft, steht die Zahlung vieler, von Geberregierungen bereits zugesagten, Hilfsgelder leider noch aus. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm, bis zu drei Viertel der ohnehin knappen Gesundheitseinrichtungen stehen vor dem Aus. Es fehlt an Schutzkleidung, Medikamenten und medizinischen Geräten. Fast 20 Millionen Jemenitinnen und Jemeniten haben keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung.

Die Corona-Pandemie trifft ein schlecht ausgestattetes Land im Ausnahmezustand. Bei den gemeldeten Fällen von Covid-19 liegt die Sterblichkeit bei jedem vierten Patienten. Im weltweiten Durchschnitt liegt die Sterblichkeit bei unter fünf Prozent. Das Corona-Virus trifft auf eine geschwächte Bevölkerung, die unter fehlenden sanitären Einrichtungen und massiver Unterernährung leidet.

Im Jemen haben 18 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge davon sind Infektionskrankheiten, wie die Cholera, an der im vergangenen Jahr über 1.000 Menschen gestorben sind. Fehlende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Frischwasserversorgung machen auch den Schutz vor dem Corona-Virus fast unmöglich. Wer es sich leisten kann, bleibt zu Hause. Doch die meisten Menschen sind Tagelöhner, sie können sich „soziale Distanz“ nicht leisten. Gehen sie nicht arbeiten, verdienen sie kein Geld.

Mark Lowcock, UN-Hilfschef, warnte davor, dass die Weltgemeinschaft die Wahl habe, „die humanitäre Hilfe im Jemen zu unterstützen und dabei zu helfen, den Raum für eine nachhaltige politische Situation zu schaffen oder zuzusehen, wie der Jemen von der Klippe fällt„.

Neuigkeiten aus Afghanistan

Seit über zehn Jahren wird den Menschen in Afghanistan geholfen. Spender und das Auswärtige Amt machen diese Hilfe möglich. Insbesondere in den schweren Wintermonaten braucht die einheimische Bevölkerung Hilfe, um zu überleben. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie Hilfe erfolgreich sein kann. Die Antworten liefern Kollegen von ADRA Afghanistan, die die Hilfe dort hinbringen, wo und wann sie gebraucht wird.

Der Winter in der Gegend um die Stadt Bamiyan im Norden des Landes ist besonders kalt. In dieser Bergregion können die Temperaturen bis -20 Grad Celsius fallen. In dieser Jahreszeit ist das Land auf teure importierte Nahrungsmittel angewiesen. Die Menschen gehen oft mit einem leeren Magen schlafen. Wie kommt es dazu? In den letzten Jahren haben kriegerische Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen die Situation für die Menschen immer schwieriger gemacht. Staatliche Infrastrukturen gibt es kaum, sodass Afghaninnen und Afghanen auf sich allein gestellt sind. Viele von ihnen haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben. 

In solchen Notsituationen wird humanitäre Hilfe geleistet. Das reine Überleben wird gesichert. Humanitäre Hilfe war in dieser Hinsicht erfolgreich, wenn die Menschen überlebten. Das Wohlergehen des Begünstigten steht im Mittelpunkt der Hilfe.

Mit diesem Ziel vor Augen arbeitet ADRA gemeinsam mit den Menschen in den Städten Bamiyan und Herat. Die Hilfe richtet sich speziell an Menschen in besonderer Not. Zwischen Oktober 2019 und März 2020 wurden 2005 Haushalte (ca. 14.000 Personen) unterstützt.

In Bamiyan wurde gegen die Kälte und die Nahrungsmittelknappheit angegangen. Es wurde für genügend Heizmaterial gesorgt und Bargeld für Lebensmittel verteilt.

In Herat wurde ebenfalls gegen den Hunger mit der Bereitstellung von Bargeld vorgegangen. Die Hilfe richtete sich in dieser Region speziell an Menschen, die einst im Iran eine Arbeit suchten und nun zurück nach Afghanistan kommen. Der Ausbruch der COVID19-Pandemie hat die iranische Wirtschaft stark herausgefordert. Die Menschen finden deshalb keine Arbeit mehr und kehren nach Hause. Sie kommen oft mit leeren Händen nach Afghanistan zurück. Das Geld, welches sie von ADRA bekamen, ermöglichte ihnen zu überleben und die Grundlage für ein neues Leben zu legen. 

Die ersten Berichte aus Afghanistan zeigen, dass die Begünstigten den größten Teil ihres Geldes für Lebensmittel ausgegeben haben. An zweiter und dritter Stelle wurde das Geld für die Miete oder die Zurückzahlung von Schulden verwendet. Die Hilfe wurde benötigt, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Die Menschen konnten den Winter überstehen und kamen aus dem Projekt gestärkt hervor. Sie lernten, dass sie nicht allein sind. Sie haben neue Hoffnung in die Zukunft bekommen. Wenn Menschen wieder für sich und ihre Familie sorgen können, sinkt das Leid in der Welt. Wir sind allen unseren Spenderinnen und Spendern für ihre Unterstützung dankbar! Die Erfolge in der Projektländern sind auch Eure Erfolge. Dank Euch können wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

Seien auch Sie ein Teil von ADRA und unterstützen Sie unsere Arbeit in der Katastrophenhilfe mit Ihrer Spende >> zum Spendenformular

Projektinformationen:

Projektdauer: 6 Monate (Oktober bis März)
Projektorte: Bamiyan und Herat
Hilfeempfänger: 2005 Haushalte (ca. 14.000 Personen)
Projektinhalt: Verteilung von Heizmaterial und Bargeld

Verteilung von Bargeld in der Provinz Herat

Junge afghanische Familie erhält Steinkohle und Feuerholz in der Provinz Bamiyan.


Beschwerdestelle:

Um das Wohlergehen der Begünstigten zu garantieren, wurde eine unparteiische Beschwerdestelle eingerichtet. Die Menschen hatten dort die Möglichkeit Fehlverhalten der Helfer und Helferinnen sowie Probleme bei der Verteilung der Hilfsmittel zu melden. Diese Möglichkeit wurde auch genutzt, sodass die Hilfe noch effizienter gestaltet werden konnte.

Kampf gegen Genitalverstümmelung in Westkenia

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) ist leider immer noch ein Problem in Kenia, auch wenn die Praxis längst verboten ist. Die traditionelle Zeremonie symbolisiert den Übergang eines Mädchens zur Frau, Teil dieser Zeremonie ist die Beschneidung der Genitalien. Unter den Folgen von FGM leiden junge Mädchen ein Leben lang .  Inkontinenz, Schmerzen beim Urinlassen und beim Geschlechtsverkehr gehören dann zum Alltag. Die Frauen sind einem hohen Risiko für Entzündungen der Harnwege oder Nieren ausgesetzt und demensprechend auch im Alltag eingeschränkt. Besonders gravierende Schmerzen erleiden Frauen während der Entbindung, die oft mit schweren Blutungen einhergehen, wiederkehrenden Infektionen und drohenden Geburtsfisteln.

Um die Situation der Frauen und Mädchen zu verbessern, arbeitet ADRA mit einem ganzheitlichen gesellschaftlichen Ansatz gemeinsam mit gefährdeten Mädchen im beschneidungsreifen Alter, ihre Eltern und Verwandten – vor allem auch männliche Familienmitglieder – und andere relevante Interessengruppen aus den politischen und religiösen Bereichen in Westkenia.

Durch gezielte Sensibilisierung und den Einbezug von Familien in den Kommunen, lokalen Repräsentanten und Amtsträger*innen und der Einführung von alternativen Ritualen, die den Übergang vom Mädchensein zum Frausein schmerzfrei und ohne Verstümmelungen erlauben, wird eine gesundheitsschädigende Tradition langsam verändert. Durch die Arbeit mit allen Personengruppen einer Gemeinschaft wird ein gemeinsamer Konsens geschaffen, auf die Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen zu verzichten. Zudem werden vor Verstümmelung geflüchtete Mädchen durch eine Schulgeldpatenschaft unterstützt, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Unterstützen Sie ADRA im Kampf gegen Genitalverstümmelung mit Ihrer Spende >> zum Spendenformular

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ findet auch dieses Jahr statt!

Auch bei ADRA sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürbar. Nun sind wir froh, sagen zu können, dass die beliebte „Aktion Kinder helfen Kindern“ auch im Herbst 2020 wieder starten wird.
Einige Veränderungen sind dabei aber notwendig. Neu ist vor allem, dass in diesem Jahr Pakete für Kinder in Deutschland sowie im Ausland gepackt werden. Ins Ausland können ausnahmsweise keine Bananenkartons (große Sachspenden) geschickt werden. Genauere Informationen zum Ablauf der diesjährigen Aktion werden hier in Kürze veröffentlicht und über die bestehenden Aktionsgruppen verbreitet.

Schon jetzt möchten wir uns für Ihre/ eure Geduld bedanken und sind optimistisch, gemeinsam ein weiteres erfolgreiches Kinder-helfen-Kindern-Jahr hinter uns zu bringen. Wie jedes Jahr sind wir dabei auf Ihre/ eure Hilfe angewiesen und wissen sehr zu schätzen, dass wir auf so viele helfende Hände zählen können!

Ganz liebe Grüße,

das Kinder-helfen-Kindern-Team

Kinder helfen Kinder

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Menschen retten und Schulen wiederaufbauen

„Hurrikan Dorian ist der schlimmste und größte Sturm, den die Bahamas je erlebt haben. Dorian verursachte vor allem auf den Inseln Abaco und Grand Bahama Verwüstungen, was dazu führte, dass Kommunikation und Strom auf beiden Inseln unterbrochen wurden“ – Leonardo Rahming, Generalsekretär der Südbahamas-Konferenz und ehrenamtlicher Helfer bei ADRA.

Anfang September 2019 wurden die Bahamas durch den Hurrikan „Dorian“ verwüstet. Der Wirbelsturm blies heftig mit über 250 Stundenkilometer, hing jedoch lange über den Inseln fest. Dadurch konnten die zerstörerischen Kräfte des Hurrikans besonders heftig wüten. Hurrikan Dorian, war mit der Kategorie 5 der zweitstärkste jemals registrierte Atlantiksturm und der stärkste jemals auf den Bahamas aufgetretene Sturm. Er traf am 1. September auf die nordbahamaischen Insel Abaco und tags darauf auf die Grand Bahama Island. Die langsame Bewegung des Sturms führte zu weitreichenden Verwüstungen auf diesen beiden Inseln. Die Zahl der Todesopfer beträgt 70, die Zahl der Vermissten beträgt noch immer über 200 Menschen. In der Folge des Hurrikans waren rund 70.000 Menschen unmittelbar auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es fehlte auf den Inseln an Nahrung, sauberem Wasser und Unterkünften.

ADRA schickte Notfallteam

Eine große Stärke des ADRA Netzwerks ist es, dass es Expertinnen und Experten auf der ganzen Welt gibt, die im Ernstfall unverzüglich handeln können. So auch auf den Bahamas. Das internationale ADRA-Notfallteam wurde umgehend mobilisiert, um in die betroffenen Gebiete vorzudringen.

Ein Vorabteam sondierte die Lage und sprach mit den Betroffenen, um zu erfahren, was genau benötigt wurde. Die Menschen brauchten am dringendsten Nahrungsmittel und Schutzmaterial. Also organisierte und verteilte ADRA Wasser und Nahrung (Soja, Reis u.a.) an die Menschen. Zu den Schutzmaterialien gehörten Decken, Plastikplanen und Behälter für Wasser.

Ein besonderes Augenmerk legt ADRA auf die Kinder und Heranwachsende. Knapp 7.000 Schülerinnen und Schüler konnten nicht in die Schule gehen, weil die Gebäude zerstört oder Lernmaterial unbrauchbar war. Die Kinder wurden umgehend mit Schulmaterial versorgt. Darüber hinaus kümmerte sich ADRA um die Schulen, damit schnell wieder unterrichtet werden konnte.

Nach der Erstversorgung

Familien, in den an den stärksten betroffenen Gemeinden, wurden mit Lebensmittelpaketen und falls nötig auch mit Matratzen versorgt.

Damit Kinder wieder zur Schule gehen konnten hat ADRA
– 5.142 Rucksäcke und Schulmaterial
– 3.000 Tische und Stühle und
– die Wasserversorgung für 8 Schulen
organisiert und verteilt.

Mit unseren Maßnahmen haben wir zunächst das Überleben der Menschen sichergestellt. Mit Blick auf die Kinder haben wir alles unternommen, damit sie schnellstmöglich wieder zur Schule gehen können. Das hätten wir nicht ohne die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender erreicht. Ein ganz besonderer Dank geht an die STERN-Stiftung, die unsere Arbeit mit
10.000 Euro unterstütze.