ADRA mit Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. ausgezeichnet

ADRA Deutschland e.V. erhält neben 15 weiteren gemeinnützigen Organisationen das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. und bezeugt damit die Einhaltung hoher Qualitätsstandards. Ein sparsamer und transparenter Umgang mit Spendenmitteln wird von unabhängigen Wirtschaftsprüfern bestätigt.

In einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Deutschen Spendenrates e.V. wurde Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V., das Spendenzertifikat überreicht. Die für drei Jahre gültige Auszeichnung belegt, dass die Hilfsorganisation ADRA Deutschland e.V. mit den ihr anvertrauten Geldern und Spenden zweckgerichtet und wirtschaftlich umgeht. „Unsere Spender und Unterstützer schenken uns großes Vertrauen! Dies verpflichtet uns zu einem verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit den uns zur Verfügung gestellten Mitteln. Es bedeutet mir sehr viel, für diese Transparenz heute ausgezeichnet zu werden!“, so Christian Molke.

Der Deutscher Spendenrat e.V. ist ein Dachverband von 66 Spenden sammelnden Mitgliedsorganisationen, der sich für die Stärkung von Transparenz im deutschen Spendenwesen einsetzt. ADRA Deutschland e.V. führt Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und in der Katastrophenhilfe durch und ist seit 2013 Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.

Das Spendenzertifikat wird erst seit 2017 vergeben und ist Teil einer zweistufigen Qualitätssicherung. In einer ersten Stufe verpflichten sich die Mitgliedsorganisationen gegenüber der Öffentlichkeit, ihre Strukturen, Tätigkeiten, Projekte und Finanzen jährlich transparent zu veröffentlichen. In einer zweiten Stufe wird die zweckgerichtete, wirtschaftliche und sparsame Mittelverwendung nach strengen Kriterien des Spendenrates geprüft. „Unser Spendenzertifikat ist das einzige Prüfverfahren in Deutschland, bei dem unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die Qualitätskontrolle übernehmen“, sagte Wolfgang Stückemann, Vorsitzender des Deutschen Spendenrates e.V., bei der Verleihung des Zertifikates.

Überreicht wurde die Auszeichnungen von MdB Stefan Zierke, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

Unsere Webseite wird überarbeitet

Zur Zeit überarbeiten wir unsere Webseite. In den nächsten Tagen werden wir Schritt für Schritt alle Funktionen wiederherstellen.

Wir bedauern die entstehenden Unannehmlichkeiten und freuen uns, Sie bald wieder mit unserem vollen Informationsangebot an dieser Stelle begrüßen zu dürfen.

action medeor und ADRA helfen im Jemen: 28,5 Tonnen Medikamente sind bereits angekommen

Seit mehr als drei Jahren herrscht im Jemen ein erbarmungsloser Krieg. Die Gesundheitsversorgung ist zusammengebrochen. Mehr als 22 Millionen Menschen hungern und können medizinisch nicht versorgt werden. action medeor hat alleine in diesem Jahr bereits sieben Container medizinischer Hilfsgüter mit einem Gesamtgewicht von 34,5 Tonnen auf den Weg gebracht.

Den Großteil dieser Hilfe – 28,5 Tonnen – lieferte action medeor an die Partnerorganisation ADRA im Jemen. „Enthalten sind Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfallerkrankungen, aber auch Wasserfiltersysteme, zum Schutz vor Krankheiten durch verunreinigtes Wasser“, sagt Dirk Angemeer, Leiter der Medikamentenhilfe von action medeor. „Zwischenzeitlich waren die Transportwege gesperrt, doch momentan ist ein Zugang über den Seeweg möglich, sodass wir unsere Lieferungen jetzt ins Land bringen können.“

Vor Ort sorgt ADRA für die sichere Verteilung der Medikamente an Krankenhäuser. ADRA ist die zweitgrößte Hilfsorganisation im Jemen, betreibt selbst ein Krankenhaus und unterstützt mit medizinischen Einsatzteams weitere medizinische Einrichtungen.

„Jemen ist von Importen abhängig. Durch die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen laufen wir in den von uns unterstützten Krankenhäusern und Gesundheitsstationen kontinuierlich Gefahr, selbst für die notwendigste Versorgung der Zivilbevölkerung keine Medikamente mehr zur Verfügung zu haben. Die Zusammenarbeit mit action medeor ist daher essentiell für den Erfolg unserer Arbeit vor Ort.“, so Nikolaus Kirchler, ADRA Deutschland Nothilfekoordinator für den Jemen.

Bereits im vergangenen Jahr leisteten action medeor und ADRA gemeinsam medizinische Hilfe im Jemen. Als Bündnispartner bei Aktion Deutschland Hilft koordinieren die Organisationen ihre Arbeit, um gemeinsam schnell und effizient helfen zu können.

„Lebensgefährliche Infektionskrankheiten breiten sich rasend schnell aus, wenn die Menschen nicht direkt behandelt werden können“, so Angemeer. Er koordiniert die Hilfslieferungen von Tönisvorst aus. „Dafür müssen wir zuverlässige Logistikdienstleister finden, Zollbestimmungen berücksichtigen und den Weitertransport vor Ort sicherstellen“, so Angemeer. „Die Krankenhausapotheken sind leer, die Ärzte haben fast nichts, um zu helfen.“

Um für einen sicheren Ablauf zu sorgen, versendet Dirk Angemeer die Fracht jedoch in zeitlichen Abständen. In den nächsten Wochen wird action medeor weitere große Hilfslieferungen vorbereiten. „Die Sicherheitslage erschwert die Arbeit für die Hilfsorganisationen vor Ort“, so Angemeer, „wir sind froh, dass wir einen Weg gefunden haben, die Krankenhäuser kontinuierlich und zuverlässig zu versorgen.“

Um im Jemen medizinische Hilfe leisten zu können, benötigt ADRA Ihre Unterstützung: IBAN: DE87660205000007704000, BIC: BFSWDE33KRL oder per Online-Spende unter www.adra.de/spendenformular .

Außenminister besucht Trinkwasser-Verteilung von ADRA in der Ostukraine

Bei seiner Reise in der Ostukraine sprach Außenminister Heiko Maas im Rahmen einer Trinkwasser-Verteilung von ADRA mit betroffenen Anwohnern. ­­In den umkämpften Regionen Donezk und Luhansk hilft ADRA mit Reparatur- und Nothilfemaßnahmen.

Donezk/Weiterstadt, 06. Juni 2018. Außenminister Heiko Maas traf am vergangenen Freitag im Rahmen einer Trinkwasser-Verteilung von ADRA die Einwohner des ostukrainischen Dorfes Berdyanske, die nach wie vor von den Kampfhandlungen in der Region und deren Folgen betroffen sind. ADRA ist in dem Gebiet mit einem Nothilfeprojekt tätig und unterstützt die lokale Bevölkerung.

Die Ausgabe von Trinkwasser, von der sich der Außenminister einen Eindruck verschaffen konnte, findet in Berdyanske seit Anfang Juni statt und ist Teil des gemeinsamen Nothilfeprojekts von ADRA Deutschland und ADRA Ukraine. Die Verteilung von Trinkwasser und Instandsetzung zerstörter Wasserinfrastruktur entlang der Frontlinie in der Region Donezk wird noch bis Ende des Jahres weitergehen.

ADRA engagiert sich in der Ostukraine seit zwei Jahren in den am stärksten betroffenen Regionen Donezk und Luhansk. Zu dem Projekt gehört auch, dass ADRA Wohnhäuser, die durch den Krieg zerstört wurden, instand setzt und Heizmaterial an bedürftige Haushalte verteilt. So können Menschen in ihrer Heimat bleiben und werden nicht zur Flucht gezwungen.

Darüber hinaus wird Hilfestellung bei der Überwindung der Kriegserlebnisse gegeben, vor allem bei Kindern. Teams von Psychologen und Sozialarbeitern besuchen die Dörfer entlang der Front, leisten psychosoziale Hilfe, betreuen Kinder und Jugendliche an Schulen und bieten mit einem mobilen Spielmobil Kindern die Chance zum ungestörten Spielen und Lernen. Verschiedene therapeutische Angebote fördern die Überwindung der Traumata. Bilder von brennenden Häusern, Granateneinschläge und der Verlust von

Familienangehörigen wirken lange nach. Daher werden auch 50 lokale Psychologen und Sozialarbeiter in Traumatherapie geschult, um nachhaltige Hilfe zu fördern. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt unterstützt.

Straßenaktionen in Kenia machen gegen Geburtsfisteln mobil

Jährlich finden in Kenia anlässlich des Welttages zur Beendigung von Geburtsfisteln im Mai verschiedene Aktionen statt, um auf das tabuisierte Thema mit seinen Ursachen und Komplikationen aufmerksam zu machen. Für ADRA ist dieses Jahr Evelyn Brenda in Eldoret und Kisii unterwegs und aktiv an den Aktionen beteiligt. Sie enden am 5. Juni.

Evelyn Brenda in Eldoret (erste von links)

Nach einer langen Trockenperiode leiden viele ostafrikanische Länder unter heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Der traditionelle Fistula-Marathon, der von Dr. Mabeya und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gynocare Women’s and Fistula Hospitals in Eldoret ausgerichtet wird, fällt dieses Jahr buchstäblich ins Wasser. „Dieses Jahr führen wir dafür Müllsäuberungsaktionen durch und verteilen Informationsbroschüren über das Gynocare Women´s and Fistula Hospital,“ berichtet Evelyn Brenda aus Eldoret. Sinn und Ziel der Aktionen sind die Verbreitung von Informationen über Themen wie Genitalverstümmelung und Geburtsfisteln. Betroffenen Frauen soll eine Stimme gegeben werden und über Komplikationen und Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Diese Aufklärungskampagnen sind wichtig, um langfristig eine Veränderung in den Gesellschaften zu bewirken. Rund 50 Mitarbeiter und ehemalige Patientinnen der Klinik nehmen an der Müllsäuberungsaktion teil und bieten Hilfestellungen für betroffene Mädchen und Frauen an.

Internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln am 23. Mai

Damit Frauen weltweit geholfen werden kann, dürfen Geburtsfisteln kein Tabuthema sein. Der 23. Mai erinnert daran, dass 2 Millionen Frauen an dieser Erkrankung mit Schmerzen und Inkontinenz leiden. Die durch Inkontinenz von Blase und Darm verursachten schlechten Gerüche lassen die Frauen zu Ausgestoßenen ihrer Gesellschaft werden.

Evelyn Brenda in Eldoret (zweite von rechts)

Geburtsfisteln entstehen aufgrund von Komplikationen bei der Geburt. Schwangerschaften im zu frühen Alter, Genitalverstümmelung und ungenügende medizinische Versorgungsmöglichkeiten beim Geburtsstillstand sind die Ursache. Kann nicht schnell genug ein Kaiserschnitt eingeleitet werden, reißt das Beckenbodengewebe ein und es entstehen unnatürliche röhrenförmige Verbindungen zwischen Blase und/oder Darm. Durch diese Fisteln verliert die Frau unkontrolliert Urin und Stuhl. Gemeinsam mit dem Krankenhaus Waldfriede und den kenianischen Partnerkliniken in Kisii und Eldoret führt ADRA ein Gesundheitsprojekt mit Präventionsmaßnahmen durch, um betroffenen Frauen durch rekonstruktiver Chirurgie ein würdevolles Leben zurückzugeben. Bildungsmaßnahmen und Mikrokredite befähigen Frauen dazu, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Präventionsmaßnahmen beinhalten Aufklärungskampagnen sowie Schulungen von medizinischem Personal, damit langfristig eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erzielt werden kann.

AKTIONEN AM WORLD FISTULA DAY IN KENIA

Evelyn Brenda ist in den kommenden Tagen für ADRA Deutschland in Kenia unterwegs, um über den Internationalen Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln (World Fistula Day) am 23. Mai zu berichten. In Kenia finden viele Aktionen zu diesem Thema in diesen Tagen statt. Evelyn Brenda besucht die Partnerkliniken von ADRA in Eldoret und Kisii und nimmt mit Dr. Mabeya vom „Gynocare Women´s and Fistula Hospital“ in Eldoret am 23. Mai an einer Feierstunde teil. Dr. Mabeya führt seit 2011 in Eldoret an betroffenen Frauen Fistula-Operationen durch. Auch nach der Operation werden die Frauen an dieser Klinik weiter betreut. In Deutschland wird Dr. Mabeya im Juni an der Berliner Partnerklinik Krankenhaus Waldfriede zu Gast sein. Er ist dort vom 20. bis 23. Juni als Gastredner auf dem Kongress „Innovations in Coloproctology 2018“ aktiv.

ADRA trauert um Mitarbeiter im Südsudan

ADRA trauert um den Mitarbeiter und Kollegen Agoyo Robert, der am 24. April bei einem Überfall ums Leben kam. Agoyo Robert war in einem Gesundheitsprojekt im Südsudan für die Durchführung von Impfungen zuständig. Er befand sich auf dem Rückweg aus der Hauptstadt Juba in das Arbeitsgebiet, als sein Auto unter Beschuss geriet und die tödlichen Schüsse auf ihn abgegeben wurden.
In Juba hatte Agoyo Robert seine Frau besucht, die wegen Komplikationen bei der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus lag. Zwei weitere Mitreisende wurden bei dem Überfall verletzt. ADRA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen sich bestürzt über den gewaltsamen Tod des Kollegen. Das gesamte ADRA Netzwerk verurteilt den Überfall scharf.

„Wir sind zutiefst betroffen über den Verlust unseres Kollegen. Unser Mitgefühl und unsere Gebete gelten in dieser schweren Stunde Agoyo Roberts Familie, insbesondere seiner Frau“, sagt Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V. „Obgleich wir wissen, dass in solch riskanten Einsatzgebieten trotz aller Sicherheitsbestrebungen und -maßnahmen immer ein Restrisiko besteht, so ist ein solcher Verlust nur schwer zu ertragen“, so Molke weiter.

Auch Jonathan Duffy, Präsident von ADRA International sagt: „Diese Tragödie zeigt erneut den enormen Mut und Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich den ständigen Herausforderungen in einigen der schwierigsten Gegenden der Welt stellen, wo sie selbstlos ihrer Arbeit nachgehen, um unzähligen Familien Hoffnung und bessere Chancen zu geben.“

Die Arbeit im vom Bürgerkrieg geprägten Südsudan ist herausfordernd und gefährlich zugleich. Zuletzt mussten wegen der zunehmend gewalttätigen Konflikte die medizinischen Dienste eines ADRA Projekts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Davon sind in der Folge rund 200.000 Menschen betroffen, die eine bessere Versorgung erhalten sollten. Auch ADRA Deutschland e.V. unterstützt im Südsudan mit Bundesmitteln seinen ADRA Partner und setzt sich dort seit einigen Jahren für die Ernährungssicherheit von Binnenvertriebenen in Upper Nile ein.