Herzlichen Glückwunsch, Grundgesetz

ADRA bekennt sich zum GrundgesetzVor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, verabschiedete der Parlamentarische Rat das Grundgesetz. Nach nur acht Monaten Beratung einigten sich 61 Männer und vier Frauen auf eine Verfassung für Deutschland. Was zunächst als Provisorium gedacht war, hat sich bewährt und wurde zu einer dauerhaften Institution.

Natürlich steht ADRA Deutschland e.V. fest auf dem Boden des Grundgesetzes und bekennt sich zur freiheilich-demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes. Sonst könnten wir auch nicht mit der Exekutive, namentlich Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Auswärtiges Amt, zusammenarbeiten.

Neben den christlichen Werten begreifen wir das Grundgesetz auch als Auftrag an uns. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige und gerechte Entwicklung aller Menschen zu bewirken. Das erfordert entwicklungspolitische Bildung, Solidarität und zivilgesellschaftliches Handeln in Deutschland und im Ausland.

Als Teil eines global agierenden Netzwerkes von ADRA Organisationen in über 130 Ländern trägt ADRA Deutschland e.V. mit seinen Programmen mit dazu bei, dass jährlich hunderttausenden Menschen geholfen werden. Das tun wir unabhängig ihrer ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 Absatz 1), gleich (Artikel 3 Absatz 1) und niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden (Artikel 3 Absatz 3).

GREEN ENERGY IN ÄTHIOPIEN: ADRA ist federführend im staatlichen Solar-Ausbildungssektor

ADRA bildet Solartechniker ausÄthiopisches Energieministerium, Bildungsministerium und ADRA arbeiten bei der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit durch Ausbildung im Bereich Erneuerbaren Energien Hand in Hand. 

Die Hälfte der Bevölkerung Äthiopiens ist jünger als 18 Jahre, jedes Jahr strömen fast 3 Millionen Heranwachsende auf den Arbeitsmarkt. ADRA Deutschland hat gemeinsam mit unserem Partnerbüro in Äthiopien ein Ausbildungsprojekt entwickelt, dass die Umwelt schützt und jungen Menschen eine Zukunft bietet.

Viele junge Äthiopier sind in städtischen Gebieten ohne Arbeit gestrandet oder müssen auf schlecht bezahlte Jobs zurückgreifen. Erneuerbare Energien hingegen bieten eine saubere, dezentrale Energieversorgung und Zukunftschancen für junge Erwachsene, auch auf dem Land. Das Projekt steht auf drei Säulen:

1) Förderung der Jugendbeschäftigung

2) Stärkung der staatlichen Berufsbildungseinrichtungen im Bereich der erneuerbaren Energien.

3) Schaffung von qualifizierten Arbeitskräften im Bereich Erneuerbare Energien.

ADRA zusammen mit Ministerium von ÄthiopienMitte Mai 2019 hat, ADRA gemeinsam mit dem äthiopischen Energieministerium und dem Bildungsministerium staatlich anerkannte Berufsstandards für Erneuerbare Energien entwickelt, die in das nationale Ausbildungsprogramm aufgenommen wurden. Ziel des Projektes ist es außerdem die technische Infrastruktur an Berufsschulen zu schaffen und Lehrer im Sektor Erneuerbare Energien Sektor fortzubilden.

Das Projekt richtet sich an 2.200 Jugendliche, davon sind 30 Prozent Frauen, aus den Regionen Oromia und Tigray. Neben einer soliden Ausbildung werden die Teilnehmer bei der Arbeitssuche oder Start-Up-Gründung unterstützt.

Das Projekt Green Energy TVET wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von ADRA Deutschland finanziert und von ADRA Äthiopien durchgeführt. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Im Auge des Sturms

Zyklon Mosambik - Im Auge des Sturms

Es gab eine Zeit, da wussten die Menschen in den betroffenen Gebieten am Indischen Ozean, wann ein Zyklon, ein Wirbelsturm, zu erwarten war und konnten sich dagegen einigermaßen wappnen. Heute ist das anders! Durch den Klimawandel, genauer gesagt durch die Erderwärmung, tauchen Zyklone wie Idai und Kenneth zu Zeiten auf, die die Bevölkerung überraschen. Die Folge sind unzählige Opfer, zerstörte Häuser und Ernten. ADRA setzt sich für die Menschen ein, die durch Naturkatastrophen betroffen sind.

Zyklone gab es schon immer

Wirbelstürme wie Zyklone (Indischer Ozean), Taifune (Pazifik) und Hurrikans (Atlantik) treffen normalweise in regelmäßigen Abständen auf bestimmte Küstenregionen. Der Anfang Mai auf Indien und Bangladesch aufkommende Zyklon Fani war zu erwarten. Wirbelstürme entstehen dort meist kurz vor oder nach der Zeit des Sommermonsuns, also in den Monaten Mai/Juni und Oktober/November. Im Verhältnis zur betroffenen Bevölkerung und den daraus resultierenden Personen- und Sachschäden bleibt das Ausmaß im „Rahmen“, da die Menschen in diesen Regionen mit den saisonalen Wirbelstürmen vertraut sind. Dennoch kommt es auch dort, aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel einfach gebauter Häuser und Hütten, einer sehr hohen Bevölkerungsdichte und Defiziten im Frühwarnsystem, zu Zerstörung und Toten.

Zyklone werden unberechenbarer

Mudanças climáticas, auf Portugiesisch bedeutet das „Klimawandel“. Diesen Begriff kennt in Mosambik schon fast jedes Kind. Denn die Zyklone treten nun auch in Jahreszeiten auf, in denen sie normalerweise nicht zu erwarten sind. Die übliche Saison der Zyklone an den Küsten Südostafrikas südlich des Äquators während der Sommermonate. Simbabwe, Malawi und besonders Mosambik wurden aber schon Mitte März davon überrascht: und nicht nur einmal, von Zyklon Idai, sondern kurz darauf auch durch den Zyklon Kenneth!
Das Paradoxe: Generell haben die Menschen in diesen Gebieten zu wenig Regen. Wenn aber ein Zyklon auf das Land trifft, dann entstehen nicht nur gewaltige Sturmschäden mit Toten und Verletzten, sondern durch die Überflutungen und andauernd starken Niederschläge wird zusätzlich die Ernte vernichtet. Ist Mosambiks Landwirtschaft, der größte Wirtschaftsfaktor des Landes, durch die zunehmende Erderwärmung großen Dürreperioden und somit Ernteausfällen ausgesetzt, so bringen Wirbelstürme dafür zu viel Wasser. Überflutungen und heftige Regenfälle lassen die Ernte verschimmeln und unbrauchbar machen – die Ernte geht unter. Aus dem vermeintlich nassen Segen wird Verderben!

ADRA setzt sich in Mosambik für die Opfer der Naturkatastrophen mit sehr viel Engagement ein.
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Hilfsbedürftigen in Mosambik unter dem Stichwort „Zyklon Mosambik“ auf https://adra.de/spendenformular/.

Zyklon Fani trifft auf indische Küste

Zyklon Fani

Am Freitag um acht Uhr Ortszeit traf Zyklon Fani die indische Küste mit einer Geschwindigkeit von bis zu 240 Kilometer pro Stunde und zieht eine Schneise der Verwüstung durch Indien in Richtung Bangladesch. Es gibt 29 gemeldete Todesopfer und 160 Verletzte.

Bei Zyklon Fani handelt es sich um den schwersten Sturm in der Region seit 20 Jahren. Die indischen Behörden haben frühzeitig mit Evakuierungen begonnen, konnten die Todesopfer aber nicht verhindern. Auch in Bangladesch wurden mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Die Versorgung ist vielerorts zusammengebrochen, weitreichende Zerstörungen führen zu Stromausfällen und Wassermangel.                                                         
Die Regierung versorgt die Bevölkerung mit Lebensmitteln. In einer gemeinsamen Bewertung, die von mehreren Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht wurde, erklären diese, dass Lebensmittel nur für begrenzte Anzahl an Menschen verfügbar seien. Da in Indien das Kastensystem noch immer einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat, wird die höhere Kastengemeinschaft vorrangig versorgt und die restlichen Lebensmittel werden dann von den anderen Gemeinschaften verzehrt.

Notunterkünfte werden dringend benötigt

Viele Häuser wurden durch den Zyklon zerstört und es werden dringend kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten benötigt. Ebenso konnten viele Haushalte keine Nahrungsvorräte anlegen und sind nun auf Unterstützung angewiesen. Auch die Landwirtschaft hat der Sturm getroffen, Ernteausfälle sind zu befürchten. Viele Menschen sind somit ohne Arbeit, was die Kaufkraft einschränkt und dadurch auch andere Wirtschaftsbereiche betroffen sind.

Und den Fischern an der Küste im Distrikt Puri wurde die Existenzgrundlage entzogen, der Sturm hat ihre Boote zerstört. Der fehlende Fischfang verschärft die Nahrungsmittelunsicherheit zusätzlich.

Die Saison für Zyklone hat in dieser Region gerade erst begonnen.

Zyklon Fani trifft auf ostindische Küste

Zyklon FaniDer Zyklon Fani (gesprochen „Foe-nee“) trifft heute auf die Küste Ostindiens und zieht in Richtung Bangladesch. Hunderttausende Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht, Flüge gestrichen und Schulen geschlossen. Es könnte sich um den schlimmsten Wirbelsturm seit 20 Jahren in der Region handeln.

Es wird erwartet, dass der Wirbelsturm mit bis zu 200 Stundenkilometer am heutigen Freitag auf die indische Küste trifft und sich weiter ins Landesinnere bewegt. Am Samstag erreicht der Zyklon dann Bangladesch. ADRA überwacht den Wirbelsturm und bereitet sich auf den Ernstfall vor. Mitarbeiter von ADRA sind in Indien und Bangladesch und arbeiten eng mit den jeweiligen Behörden zusammen, um direkt Hilfe leisten zu können, sobald der Sturm vorbei ist.

Zum Emergency Response Team wird am Montag auch ein Kollege von ADRA Deutschland gehören.

Zyklon Fani wird voraussichtlich auch auf die Flüchtlingslager der Rohingya treffen. Über eine Millionen Rohingya sind aus Myanmar nach Bangladesch geflohen und leben dort in Flüchtlingslagern.

Über die Entwicklung halten wir Sie auf dem Laufenden.

Heimat – ein Ort, an dem man sich sicher und geborgen fühlt

Heimat – ein Ort, an dem man sich sicher und geborgen fühltHeimat ist da, wo man gelebt und sich geborgen gefühlt hat. Man muss dort nicht lange gelebt haben, aber eine Weile. Manche Leute unterscheiden Zuhause und Heimat nicht. Sie haben einen oder mehrere Orte, wo sie vielleicht ein Haus sowie Familie und Freunde haben und wo sie sich wohl fühlen.

Ich bin in England geboren, aber meine Familie ist sehr bald dort wegezogen. Aber ich besuche es manchmal und habe noch Freunde und Familie dort. Meine Muttersprache ist Englisch und es ist immer noch die Sprache, die in der Familie hauptsächlich gesprochen wird. Die Sprache ist für mich also ein Stück Heimat. Aber das Land nicht, weil ich dort nie länger als drei Monate gewesen bin.

Ich bin in Portugal aufgewachsen und als ich elf Jahre war, bin ich weggezogen. Es ist mein Zuhause. Also eins von mehreren. Und es ist auch meine Heimat. Ich habe da noch Freunde und sehr viele Erinnerungen. Ich fühle mich dort wohl und glücklich. Ich kenne mich dort aus. Ich hatte sehr viel Zeit, eine nahe Beziehung zu Portugal zu entwickeln.

Aber es ist nicht nur der Ort, an dem ich Heimat festmache. Was ich am meisten vermisst habe, als ich wegezogen bin, waren die Leute. Meine Freunde, die Leute mit dem ich aufgewaschen bin. Ich werde mich da immer wohl fühlen und es immer vermissen. Zuhause ist der Ort, den man vermisst, wenn man lange weg ist.

Der Ort, wo man geboren wurde, ist nicht automatisch Heimat. Es gibt auch viele andere Kriterien, ob ein Ort Heimat ist oder nicht. Zum Beispiel, ob man die Sprache spricht, ob Teile der Familie dort leben und wie oft man den Ort besucht.

Meine Schwester wurde zum Beispiel in Portugal geboren und ist da aufgewaschen, aber ihre Familie kommt aus England. Sie hat die englische Nationalität, aber sie fühlt sich sehr zu Portugal hingezogen und sagt, dass sie Portugiesin ist. Das es ihre Heimat ist. Für sie ist der Geburtsort sehr wichtig.

Es gibt keine festen Regeln, was für jemanden Heimat oder Zuhause ist. Manche fühlen sich dort, wo sie nur ein paar Tage lang waren, schnell Zuhause. Manche leben viele Jahre lang in einen Ort, wurden vielleicht sogar dort geboren, aber es geht ihnen dort nicht gut, sie haben keine Freunde, fühlen sich nicht sicher und wohl. Dann ist es auch kein Zuhause und keine Heimat.

Ich glaube, dass der Unterschied zwischen Zuhause und Heimat darin liegt, dass es nicht so schwer ist, einen Ort Zuhause zu nennen. Man lebt dort eine Weile lang, man ist glücklich. Aber um einen Ort seine Heimat zu nennen, braucht es etwas mehr. Einerseits einfach mehr Zeit, aber man muss auch wirklich eine Verbindung und Zugehörigkeit fühlen.

Ich konnte nach ein paar Monaten Deutschland mein Zuhause nennen, aber es hat Jahre gedauert, bis es eine Heimat war.

IRIS MONTGOMERY BESUCHT DIE 9.KLASSE UND HAT EIN PRAKTIKUM BEI ADRA IN BERLIN ABSOLVIERT. ADRA UNTERSTÜTZT WELTWEIT PROJEKTE FÜR MENSCHEN, DIE IHRE HEIMAT VERLOREN HABEN, ZUM BEISPIEL DURCH KLIMAVERÄNDERUNGEN, KRIEG ODER VERTREIBUNG. SPENDE UNTER DEM STICHWORT „HEIMAT“ FÜR MENSCHEN IN NOT AUF https://adra.de/spendenformular/.

Zyklon Kenneth trifft auf den Norden von Mosambik

Zyklon Kenneth VerlaufÜber die nördliche Provinz von Mosambik, in Cabo Delgado, ist der Zyklon Kenneth mit voller Wucht gekommen. Laut dem National Disaster Management Institute (INGC) sind circa 163.000 Einwohner von dem Wirbelsturm betroffen. Etwa 35.000 Häuser wurden zerstört und 23.000 Menschen mussten in Notunterkünften unterkommen. Leider gab es bisher auch 38 Todesopfer zu verzeichnen.

Große Zerstörung

Besonders die Bezirke Quissanga, Macomia und Ibo sind von Zyklon Kenneth betroffen. Gerade auf den Ibo-Inseln sind 90 Prozent der Gebäude und der Infrastruktur durch den Wirbelsturm zerstört worden. Neben den zerstörten Häusern kommt hinzu, dass auch einige Schulen und Gesundheitseinrichtungen stark beschädigt wurden, was wiederum die ärztliche Betreuung für die Notleidenden erschwert. Zusätzlich belastet die Region starke Regenfälle und die darauf eintretenden Überschwemmungen, was zur Folge hat, dass Hilfe nur unter erschwerten Bedingungen die Menschen dort erreicht. Und unabhängig vom Sturm kommt noch hinzu, dass Cabo Delgado von einem Konflikt mit nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen betroffen ist, die für Selbstmordanschläge in den Regionen verantwortlich sind.

ADRA leistet Hilfe

Zusammen mit weiteren nationalen und internationalen ADRA-Mitarbeitern ist ein Projektleiter von ADRA Deutschland bereits in Mosambik. Sobald die Flughäfen im Norden wieder geöffnet sind, wird er dort eintreffen und sich ein Bild von der Lage machen und erste Hilfsmaßnahmen einleiten. Sicher ist, dass auf jeden Fall Nahrungsmittel erforderlich sein werden, da viele Familien durch den Zyklon und dessen Folgen ihre Ernte verloren haben. Ebenso muss unverzüglich durch Prävention gegen ein Cholera- und Malariaausbruch angegangen werden. Das bedeutet, eine Wasserversorgung und eine Abwasserentsorgung sind dringend erforderlich.

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Hilfsbedürftigen in Mosambik unter dem Stichwort „Zyklon Mosambik“ auf https://adra.de/spendenformular/.