BEKÄMPFUNG DER DÜRRE IM SÜDWESTEN SOMALIAS

Dürre in SomaliaSomalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben bewaffneten Konflikten herrscht in Teilen des Landes zusätzlich eine Nahrungsmittelknappheit, ausgelöst durch extreme Dürre.
Im Somalia Resilience Program verpflichteten sich sieben internationale NGOs gemeinsam mit der somalischen Regierung ein Resilienzmodell zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit aufzubauen. ADRA und seine Partner wollen dadurch die Folgen der Dürre mildern und die Widerstandsfähigkeit gegen künftige Dürren stärken.

Die Maßnahmen, die ADRA in Somalia durchführt, werden partizipativ mit der Bevölkerung geplant und umgesetzt. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem die Verteilung von landwirtschaftlichen Gütern, gemeinschaftliche Initiativen zur Nutztiergesundheit und der Bau bzw. Modernisierung wichtiger Wasserentnahmestellen. Wir wollen die Menschen in Somalia dabei unterstützen, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen und sich langfristig selbst zu versorgen.

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA in Somalia: Spendenstichwort „Bildung“ oder online direkt über das Spendenformular.

Projektlaufzeit: 06/2019 – 11/2019

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Wenn die Heimat verschwindet… durch Vertreibung

Wenn Heimat verschwindet durch Vertreibung„Ich bin wie ein Baum, der ohne Wurzeln leben muss!“ Keynan ist 28 Jahre alt und in einem kleinen Dorf im Süden Somalias zuhause. Seine Heimat hat er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Bürgerkrieg, religiöser Extremismus mit wiederkehrenden Anschlägen und Gewalt versetzten Keynan in Angst und Schrecken.

Die unsichere Lage für die Bevölkerung wird durch Dürre und Hunger verstärkt und macht wie Keynan über 2 Million Menschen in Somalia zu Vertriebenen im eigenen Land. Damit steht Somalia auf Platz 5 der Länder mit den meisten Binnenvertriebenen. Weltweit waren 2018 laut UN 68,8 Millionen Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht.
Vor zehn Jahren waren es nur 37,5 Millionen.

Keynan nahm große Risiken in Kauf und ließ alles zurück, was ihm lieb und teuer ist. „Flucht war der einzige Ausweg, doch ich habe alles verloren. Ich habe meine Heimat, meinen ganzen Besitz, Freunde und Familie verlassen, um in Sicherheit zu sein. Jetzt habe ich Schutz, lebe aber an einem fremden Ort mit Fremden auf engstem Raum zusammen“, beschreibt er die Situation im Flüchtlingscamp. „Wir Geflüchtete befinden uns in einem Schwebezustand. Wir wissen nicht, wie lange er andauert und können nicht selbst bestimmen, was wir essen, kaufen oder arbeiten dürfen!“ ADRA setzt mit seiner Projektarbeit genau an dieser Stelle an. Die Hilfsmaßnahmen werden an die Verhältnisse der Notleidenden angepasst. Die vertriebenen Menschen werden in die Planung und Umsetzung mit einbezogen. Wenn sich Somalia eines Tages stabilisiert hat, möchte Keynan in seine Heimat zurückkehren. Sie können ihn dabei unterstützen!

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA für Vertriebene unter dem Spendenstichwort „Heimat“ oder online direkt über das Spendenformular.

Das Evangelium mit Taten verkündigen

Frank Brenda von ADRA Deutschland

Ende April verließ Frank Brenda (65,5) ADRA Deutschland e.V. in Richtung (Un)Ruhestand. Zum Abschied führte die Redaktion von ADRAheute ein Interview mit Frank.

Lieber Frank, du bist seit 1992 für ADRA tätig, erst als Ehrenamtler, dann ab 1993 in Festanstellung. Wie bist du zu ADRA gekommen?

Ich war 15 Jahre Gemeindepastor. Durch meine Scheidung konnte ich den Beruf nicht mehr ausüben und bin dann zu ADRA gewechselt. Wie sich herausstellte, hat sich eine der schwersten Einschnitte meines Lebens positiv entwickelt. Die Tür, die mit ADRA aufgegangen ist, war größer und weiter, als die Tür, die geschlossen wurde.

Was hat dich an ADRA gereizt?

Humanitäre Hilfe ist ein Auftrag aus dem Evangelium und so habe ich es immer als Teil meiner Bestimmung gesehen. Als Pastor habe ich das Evangelium mit Worten verkündigt, mit ADRA habe ich das Evangelium durch Taten verkündigt, wie es Jesus letztendlich auch getan hat.

Mein Wirkungsbereich hat sich bei ADRA wesentlich vergrößert. Ich war weltweit unterwegs und habe Menschen erreicht, die ich als Pastor nie erreicht hätte. Ich konnte für viele tausende Menschen Projekte durchführen und ihnen Hilfe in unterschiedlichen Lebenssituationen zukommen lassen.

Wofür steht ADRA in deinen Augen?

Wir hatten früher das Motto, dass wir durch die humanitäre Hilfe die Liebe Jesu zum Ausdruck bringen. Ich habe das immer so verstanden, dass die Liebe Gottes durch die Arbeit von ADRA Hände und Füße bekommen hat.

Ich bin oft in Gebiete gereist bin, wo man ADRA noch nicht kannte, und wurde fragt: Was ist ADRA? Klingt ja zunächst wie eine Zauberformel: ADRA Kadabra. Unseren Auftrag sehe ich bereits im Namen ADRA beschrieben. Das erste A steht für Adventistisch. Hier steckt die Hoffnung drin, die wir in Jesus Christus haben; und in einer Katastrophensituation wollen wir den Menschen Hoffnung bringen.

Die Buchstaben D und R stehen für „Development and Relief“, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. Wir machen beides zusammen. Wir sind nicht nur eine Organisation, die in einer Katastrophe kurz da und nach ein paar Monaten wieder weg ist, sondern, wenn wir irgendwo Hilfe leisten, verfolgen wir einen langfristigen Ansatz. An die Katastrophenhilfe schließen sich Rehabilitations- und Entwicklungsmaßnahmen an.

Das letzte A steht für „Agency“. Eine Agentur zeichnet aus, dass sie etwas vermittelt. Heiratsagentur, Finanzagentur, Versicherungsagenturen, es wird immer etwas vermittelt. Und was vermittelt ADRA? Wir vermitteln Ressourcen, damit diese von dort, wo sie im Überfluss sind, dort hinkommen, wo ein Mangel herrscht. Damit wollen wir zu einem gewissen Ausgleich beitragen. Wir sind also ein Kanal, der Ressourcen dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Das betrifft nicht nur Geld, sondern auch menschliche Kapazitäten, Wissen, ‚Know-how‘, natürlich auch Hilfsgüter und andere Dienste, die wir durch unsere Projekte vermitteln.

Weißt du noch, was dein erster Einsatz für ADRA war?

Vor 27 Jahren war ich in Somalia. Ein Land gezeichnet von Hungersnot, Dürre und Bürgerkrieg. Wir waren damals vor Ort, um Essen zu verteilen. Ich hatte keine große Erfahrung als ADRA-Mitarbeiter und bin mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen worden. Ohne große Vorkenntnisse gleich den ersten Einsatz in einem Bürgerkriegsland mit Hungersnot, Chaos und ohne Regierung. Ich musste mich da irgendwie zurechtfinden. Gleich zu Beginn bestand meine Aufgabe, täglich eine LKW-Ladung mit zehn Tonnen Lebensmittel zu verteilen. Die Frage war, wie macht man das am besten.

Ich habe mich mit meinen lokalen Mitarbeitern beraten. Der Aspekt Sicherheit spielte natürlich eine große Rolle. Zu dem Zeitpunkt begann gerade der UN-Einsatz in Somalia. Wir waren damals in Mogadischu und für unseren Stadtteil war das italienische Militär für die Sicherheit verantwortlich. Ich bin also zum italienischen Kommandanten gegangen und habe gesagt: „Wir haben morgen eine Lebensmittelverteilung und ich brauche von euch Sicherheit und Unterstützung.“ „Kein Problem, machen wir, dafür sind wir ja da“, hat er gesagt.

Am nächsten Morgen um acht Uhr ging es los. Soldaten, Panzer und der Lebensmittellaster fuhren vor, stellten sich vor unserem Bürogelände auf und bauten mit Stacheldraht eine Absperrung um den LKW herum. Wir haben eine Verteilstelle eingerichtet und die Lebensmittel ausgegeben. Man muss sich das so vorstellen, dass wir keine gepackten Rationen ausgegeben haben, sondern die Frauen und Männer haben ein Stück ihres Gewands/T-Shirts aufgehalten und dort hinein gaben wir eine Portion Mais. Dann zogen sie wieder ab.

Die erste halbe Stunde lief dieses Verteilsystem auch ganz gut. Doch als die Menschen mit Lebensmitteln durch die Stadt liefen, zog das weitere Menschen an. Es sprach sich schnell herum, dass bei ADRA Lebensmittel verteilt wurden. Innerhalb kurzer Zeit war eine riesige Traube von Menschen zusammengekommen. Die Menschenmenge wuchs an, aber die Menge an Lebensmitteln wurde immer kleiner. Irgendwann wurde allen klar, dass die Lebensmittel nicht mehr für alle reichen würden. Daraufhin brach das Chaos aus. Die ersten haben den Stacheldraht überwunden, um sich selbst zu bedienen. Um den LKW und die Verteilung zu schützen haben die italienischen Soldaten Warnschüsse in die Luft abgegeben. Aber in einem Bürgerkriegsland, in dem nahezu jeden Tag geschossen wird, halten ein paar Luftschüsse niemanden ab. Die Soldaten haben sich machtlos gefühlt und zogen sich in ihren Panzer zurück. Wir hatten ebenfalls keine andere Wahl und zogen uns in unser Bürogebäude zurück. Der LKW blieb vor der Tür stehen, frei für jedermann. Das war das abrupte Ende der ersten Verteilung.

In meinem Zimmer habe ich mir dann gesagt, dass wir so etwas nicht jeden Tag wiederholen können. Es war niemand da, den ich um Rat fragen konnte. Also bin ich in Zwiesprache mit Gott gegangen: ‚Lieber Gott, jetzt bist du dran und musst mir weiterhelfen. Wie soll ich das organisieren?‘ Dann sagte eine innere Stimme zu mir: ‚Lies doch mal nach, wie Jesus damals 5000 Leute gespeist hat‘. Die Geschichte mit den fünf Broten und zwei Fischen hatte ich schon unzählige Mal erzählt. Ich las die Geschichte also in der Bibel noch einmal nach. Im Markusevangelium fiel mir dann ein interessanter Hinweis auf: Bevor Jesus das Brot gebrochen und verteilt hat, trug er seinen Jüngern auf: Teilt die Leute in Gruppen zu fünfzig und hundert auf, lasst sie sich aufs Gras setzen und dann gebt ihnen zu essen. (Markus 6:39-40)

Plötzlich wurde mir klar: Die Menge, die wir hier in Somalia jeden Tag versorgen mussten, waren auch 5000 Menschen. Auf unserem LKW waren zehn Tonnen Lebensmittel und wir sollten zwei Kilo pro Person herausgeben. Das waren 5000 Portionen. Jesus hatte die Menschen in Gruppen eingeteilt und sich setzen lassen, bevor sie gespeist wurden. Wäre das nicht für uns eine mögliche Methode? Ich habe mich mit meinen somalischen Kollegen beraten und ihnen meine Idee vorgestellt: Auf der Straße vor unserem Bürogelände lassen wir die Menschen sich setzen und teilen sie in kleine Gruppen zu je 50 Leute auf. Die dürfen dann aufstehen und sich ihre Lebensmittelration abholen. „Ja, Frank, können wir gerne versuchen.“
Gesagt, getan. Es hat funktioniert, es war eine super Verteilung ohne Ärger oder Gedränge.

Am darauffolgenden Tag fand das regelmäßige UN Sicherheitstreffen statt. Viele andere Hilfsorganisationen hatten ähnliche Erfahrungen gemacht wie wir am ersten Tag: Verteilungen, die außer Kontrolle liefen und im Chaos endeten. Ich war zunächst erleichtert, dass es nicht nur mir so ging und dass es in diesem Land unter diesen Bedingungen wohl so üblich war. Dann hat sich unser italienischer Kommandant zu Wort gemeldet und von unserem zweiten Tag berichtet. Zu guter Letzt hat er alle anderen Organisationen eingeladensich anzusehen, wie eine Verteilung bei ADRA abläuft.
Am nächsten Morgen kamen nicht nur tausende Somalis zu unserer Verteilaktion, sondern auch hunderte Neugierige von den anderen Hilfsorganisationen, bis hin zum Nachrichtensender CNN, die ein Video darüber machten und berichtet haben. Alle hatten eine sehr geordnete, disziplinierte Verteilung von Essen gesehen. Seitdem wird diese Art von Verteilung in Somalia durchgeführt. Auch bei ADRA ist diese Verteilmethode in das Nothilfe Protokoll aufgenommen worden für zukünftige Projekte in der Nothilfe.
Letztlich war es nicht meine Idee, sondern ein Rat, den ich in der Bibel gefunden habe, weil Jesus es uns vorgemacht hat.

Lieber Frank, vielen Dank für das Interview.

Mosambik nach dem Zyklon: Nur langsame Rückkehr zur Normalität

Zyklon mosambik - ADRA hilftIn Mosambik traf am 14. März der Zyklon Idai ein Gebiet von der Größe des Saarlandes und nur einen Monat später, am 25. April traf der Zyklon Kenneth ebenfalls Mosambik. Zu diesem Zeitpunkt war unser Mitarbeiter René Fechner in Mosambik, um nach dem ersten Zyklon Katastrophenhilfe zu leisten. Nach seiner Rückkehr haben wir ein Interview mit ihm geführt.

Hallo René, du kommst gerade zurück aus Mosambik. Was hast du da gemacht?

Ich war als Teil des Emergency Response Teams (Notfallteam, Anm. der Redaktion) des ADRA Netzwerks als technischer Berater vor Ort. Meine Aufgabe war es, das Team in der Projektumsetzung technisch zu unterstützten.

Was hast du für einen Eindruck gewonnen, wie geht es den Menschen nach der Katastrophe?

Ich kam in Mosambik vier Wochen nach der Katastrophe an. In einigen Teilen des Landes hat sich die Lage bereits normalisiert. Das heißt, die Märkte sind wieder geöffnet, die Menschen haben wieder Zugang zu Lebensmitteln und eine gewisse Grundversorgung. Schulen öffnen nach und nach wieder. Aber es ist noch nicht so wie vor dem Zyklon. Über 70 Prozent der Ernten wurden durch den Zyklon vernichtet und vielen Menschen ist die Lebensgrundlage zerstört worden. Auch wenn sich die Situation teilweise normalisiert hat, sind viele Familien in den nächsten Wochen und Monaten von Lebensmittelunsicherheit bedroht. Bis sich das Leben wieder hundertprozentig normalisiert wird es dauern, ich schätze bis zur nächsten Ernte im Oktober oder sogar bis März des kommenden Jahres.

Du bist also als Teil des ADRA Netzwerks nach Mosambik gereist. Was können wir uns unter dem Netzwerk vorstellen?

ADRA besteht aus über 130 Büros weltweit. In den jeweiligen Büros sitzen Fachleute für verschiedene Themen. Als Netzwerk ist es wichtig, gebündelt aufzutreten und die Stärken der einzelnen Mitarbeiter einzubinden. ADRA Mosambik hat die Erfahrung vor Ort, kennt sich mit den Märkten aus und hat viele Projekte in der Landwirtschaftsentwicklung durchgeführt. Deshalb leitet ADRA Mosambik den Einsatz und aus dem Netzwerk kommt Unterstützung. Ich war einer der Experten, die aus dem Netzwerk nach Mosambik geschickt wurden, um die Leitung vor Ort zu unterstützen. Ich war hauptsächlich für die weitere Projektentwicklung zuständig. Gemeinsam mit ADRA Mosambik konnten wir ein Projekt mit dem Netzwerk entwickelt, das sich mit der Landwirtschaft beschäftigt. Wir haben Lebensmittelverteillungen in unterschiedlichen Regionen durchgeführt. Und langfristig natürlich auch Saatgutverteilung.

Und wo bekommt ihr die Lebensmittel her, die verteilt werden?

Diese Lebensmittel kommen zum Großteil aus den Nachbarregionen. Nach und nach wird die Hilfe von Lebensmittel auf Gutscheine umgestellt. Wir wollen damit die lokalen Märkte stärken.

Ich habe gelesen, ganze Regionen waren von der Außenwelt abgeschnitten?

Schauen wir uns beispielsweise die Bursi-Region an. Dieser Distrikt war von der Außenwelt quasi abgeschnitten und nur über Hubschrauber zu erreichen. Jetzt sind wenigstens die Straßen für LKWs wieder befahrbar.

Nicht nur die Ernten und Vorräte wurden vernichtet, auch die Häuser der Menschen hat es schwer getroffen. Über 40.000 Häuser wurden zerstört?

Ja, das stimmt leider. Viele Menschen haben ihre Unterkunft verloren. Die Häuser standen unter Wasser oder wurden durch den Sturm zerstört. In einer Erstversorgung verteilen wir Zeltplanen, um zum Beispiel das Dach abzudecken und die Menschen vor dem Regen zu schützen

Verteilung von Saatgut durch ADRAWarum verteilt ADRA nicht direkt Saatgut, dann könnten die Menschen sich doch selbst versorgen?

Es stimmt schon, in der Region, die vom Zyklon verwüstet wurde, ist die Landwirtschaft stark. Es gibt dort – im Gegensatz zu Deutschland – zwei Ernten im Jahr. Die nächste Aussaat ist bis Mitte Juni möglich. Die Menschen brauchen Saatgut und Dünger. Bevor wir dazu kommen muss aber die Lebensmittelunsicherheit, die größte Not, behoben werden. Stell dir vor, du bist hungrig und bekommst Maiskörner. Du wirst den direkten Hunger stillen, weil du bis zur nächsten Ernte verhungert bist. Das heißt, wir müssen zuerst Lebensmittel verteilen bevor wir Saatgut verteilen, da die Menschen sonst das Saatgut nutzen, um ihren Hunger zu stillen.

Kaum hat Zyklon Idai Mosambik verwüstet, traf auch schon Zyklon Kenneth auf Mosambik.

Ja, stimmt. Aber Mosambik ist ein großes Land, um es von Nord nach Süd zu durchqueren, sind es 2400 Kilometer. Dadurch sind die Menschen, die vom Zyklon Idai betroffen sind, nicht die gleichen, die der Zyklon Kenneth getroffen hat. Zyklon Kenneth hat eine eher dünn besiedelte Region getroffen. Schwierig ist dort der Zugang zur humanitären Hilfe, denn dort gibt es regionale Konflikte mit Terrorismus und Anschlägen. Der Zyklon hat die bestehende Unsicherheit noch verstärkt.

Wir haben hier besonders mit der Adventistischen Universität in Beira mitgefiebert.

Die Universität in Beira wurde durch den Zyklon Idai stark zerstört. Der Sturm hat Dächer abgerissen und es gab Überschwemmungen. Der Aufbau wird dauern, Unterstützung ist weiterhin notwendig.

Nach dem Zyklon drohen Krankheiten. Wer ist besonders gefährdet?

Krankheiten sind natürlich ein Thema. Wasserbezogene Krankheiten entstehen dadurch, dass zum Beispiel Tierkadaver oder Fäkalien das Grundwasser verseuchen. Dann ist es wichtig, die besonders vulnerablen Menschen zu schützen. Das sind Kinder unter fünf Jahren, schwangere Frauen und ältere Menschen. In diesem Bereich ist neben der Cholera-Impfung wichtig, mit Hygieneschulungen die Menschen darauf hinzuweisen, wie wichtig Hygiene ist. Jeder Mensch auf der Welt weiß, wie wichtig Händewaschen ist. Nur, wenn wir uns in einer Krise befinden, sind andere Dinge wichtiger als die persönliche Hygiene. Aber auch in solchen Fällen darf man die persönliche Hygiene nicht vergessen. ADRA unterstützt vor Ort nicht nur die lokalen Wasserkomitees, sondern führt Hygieneschulungen mit jungen Familien und in den Schulen durch, um gemeinsam mit der lokalen Zivilgesellschaft für Sensibilität zu sorgen.

Wir in Deutschland können uns kaum vorstellen, was eine Katastrophe mit den Menschen macht. Du hast angesprochen, wie ADRA hilft. Mit Hygieneartikeln und -Schulungen. Mit Lebensmitteln und Saatgut. Mit Zelten und Planen. Habe ich etwas vergessen?

Wir als ADRA haben eine starke Verpflichtung die Begünstigten zu schützen. Begünstigte sind in einer Extremsituation hohem Stress ausgesetzt. Es gibt immer Menschen, die so etwas auch ausnutzen. Zu meinem Aufgabenbereich gehört es auch, die Mitarbeiter zu sensibilisieren, wie man die Begünstigten davor schützt, ausgenutzt zu werden.

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Hilfsbedürftigen in Mosambik unter dem Stichwort „Zyklon Mosambik“ auf https://adra.de/spendenformular/.

Every Child. Everywhere. In School.

Kinder brauchen Bildung. Every Child. Everywhere. In School.Jedes Kind. Überall. In der Schule. ist eine weltweite Aktion von ADRA und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA), die sich dafür einsetzt, dass jedes Kind, überall, die Schule besucht, seine Ausbildung abschließt und sein von Gott gegebenes Potenzial entfalten kann.

262 Millionen Kindern und Jugendlichen wird das Recht auf Bildung verweigert

ADRA fordert in einer Petition, dass keinem Kind jemals Bildung verweigert werden sollte.
Nicht wegen der Lage, in der sie leben. Nicht, weil ihre Regierung es versäumt, eine angemessene und kostenlose Bildung anzubieten. Nicht, weil ihre Familie arm ist. Nicht wegen Konflikten oder Vertreibung. Nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer Behinderung. Jedes Kind, überall, hat das Recht, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu erhalten.
Konflikte, Naturkatastrophen und andere Notfälle stören die Bildung der Kinder erheblich. Kinder in instabilen, von Konflikten betroffenen Ländern sind mehr als doppelt so häufig von der Schule ausgeschlossen wie Kinder in konfliktfreien Ländern. Flüchtlingskinder haben eine fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit, eine Schule nicht zu besuchen oder früher verlassen zu müssen als Nicht-Flüchtlingskinder.

ADRA setzt sich mit dieser Petition ein, allen Kindern auf der Welt einen Schulzugang und damit Bildung zu ermöglichen.

Button-Every Child. Everywhere. In School.

Gerade Mädchen wollen Bildung. Every Child. Everywhere. In School.Bildung verbessert das Leben

Ohne Bildung ändert sich nichts. Nachteile bleiben bestehen. Die Armut hält an. Wenn ein Kind seine Ausbildung abgeschlossen hat, eröffnet sich eine ganz neue Welt der Möglichkeiten. Wenn du ein Kind erziehst, änderst du nicht nur ein Leben, sondern auch das Leben ihrer Familie, ihrer Gemeinschaft und zukünftiger Generationen. Wenn jedes Kind eine Ausbildung erhält, profitiert die gesamte Gesellschaft.
Für Mädchen sind die Vorteile besonders gravierend – wenn alle Frauen die Sekundarausbildung abschließen würden, gäbe es 49 Prozent weniger Kindersterblichkeit, 64 Prozent weniger frühe Ehen, 59 Prozent weniger junge Schwangerschaften und sie würden bis zu 45 Prozent mehr verdienen als eine Frau ohne Ausbildung.

ADRA unterstützt mit dieser Petition besonders Mädchen, die gleichen Bildungschancen wie Jungen zu erhalten.

Button-Every Child. Everywhere. In School.

Selbstbestimmung und Würde - Für jedes Kind. Überall. In der Schule.Warum startet die Petition EVERY CHILD. EVERYWHERE. IN SCHOOL.?

Mit 20 Millionen Mitgliedern weltweit und dem zweitgrößten privaten Bildungssystem der Welt hat die die Freikirche der STA nicht nur eine einzigartige Chance, sondern auch eine moralische und christliche Verantwortung, dafür zu sorgen, dass jedes Kind überall die Möglichkeit hat, die Schule zu besuchen und eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu erhalten – unabhängig von Rasse, Religion oder Lebensumstände.

Die Forderung, dass jedes Kind, überall, in der Schule sein sollte, ist eine Anerkennung des Wertes und des Potenzials jedes einzelnen Kindes. Jedes Kind ist ein Kind Gottes – kostbar – und verdient die Möglichkeit, ein Leben in Würde zu führen, frei von Ausbeutung und den Fesseln der Armut.

ADRA fordert mit dieser Petition, weltweit allen Kindern ein selbstbestimmtes und angemessenen Leben zu ermöglichen.

Diese Petition, die bis 2020 aktiv ist, richtet sich an die führenden Politiker der Welt und fordert sie zu mehr Engagement auf. Dabei ist die Petition nur ein Teil einer nachhaltigen globalen Kampagne, die von ADRA und der Adventistischen Kirche gestartet und unterstützt wird, um jedem Kind, überallbis 2030 eine Schulbildung zu ermöglichen. Bildung ist dabei eines der wichtigen Themen der politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen.

Button-Every Child. Everywhere. In School.

Quelle: Aktion und Petition „inschool“ von ADRA International

Bitte beachten Sie, dass, wenn Sie auf den Link zur Petition klicken, Sie auf die englischsprachige Webseite von ADRA International https://inschool.adra.org/, mit Sitz in den USA, gelangen.
Die eingegebenen Daten werden von ADRA International zum Zweck der Durchführung derSpeak up for out-of-school children Kampagne und Petition, zur Information der Teilnehmer über den Verlauf der Petition sowie zum Nachweis der Teilnahme des Teilnehmers an der Petition verarbeitet.  Die Daten des Teilnehmers werden auch an amerikanische politische Entscheidungsträger und andere Adressaten der Petition übermittelt.
Dabei erfolgt die Übermittlung der eigenen Daten in ein sog. genanntes Drittland außerhalb der Europäischen Union, das datenschutzrechtlich als unsicherer Drittstaat zu betrachten ist. Die Empfänger der Daten unterliegen nicht den Vorgaben der DS-GVO. ADRA Deutschland hat keinen Einfluss darauf, wie die Empfänger mit den Daten umgehen, ob und zu welchen Zwecken die Daten in den USA verarbeitet werden.

Der kleine Moteeb darf nicht sterben

Yemen -der kleine MoteebDer Bürgerkrieg im Jemen bedroht immer mehr die Ärmsten der Armen. Die immer stärker werdende humanitäre Krise führt zu Mangelernährung aufgrund fehlender Lebensmittel, fehlender Infrastruktur und Gesundheitsleistungen und unzureichenden Wasser- und Sanitärbedingungen. Seuchen und der Ausbruch von schweren Krankheiten, die häufig sogar tödlich enden, sind deren Folge.

Gerade die Kinder leiden unter diesem Krieg. Mehr als zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an Mangelernährung, davon circa 400.000 wie der kleine Motteeb an schwerer Unterernährung, was sich auch auf deren Gesundheit auswirkt. Schon sechs Monate nach seiner Geburt traten aufgrund von Unterernährung Mangelerscheinungen bei ihm auf. Sein Körper wurde immer „brüchiger“, sein Gesicht immer blasser. Im letzten Moment kam der kleine Junge in ein von ADRA unterstütztes Krankenhaus in Al Jawf. Dort wurde Moteeb sofort unparteilich in kostenlose ärztliche Betreuung und in das stationäre Ernährungsprogramm aufgenommen. Die ersten Tage waren voller Sorge um ihn, da man nicht wusste, ob er diese überleben werde. Nach zwei Wochen verbesserte sich sein Gesundheitszustand aber so, dass er an Gewicht zunahm und bald wieder nach Hause gebracht werden konnte.

Bitte unterstützen Sie weiterhin die Kinder im Jemen mit Ihrer Spende! Es gibt leider noch viel zu viele kleine Moteebs.
>> Spendenformular

Dieses Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

Dürre in Somalia, Kenia und Äthiopien: ADRA hilft!

Es hat seit Monaten in Somalia nicht geregnetNicht nur in Deutschland, sondern auch in den Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien hat es viel zu wenig geregnet. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gefährdet, es droht die nächste Hungerkrise nach 2017.

Die Region Ostafrika leidet seit mehreren Jahren unter ausbleibenden Regenfällen. Die sich verschärfende Trockenheit verschlechtert die Agrarwirtschaft- und Nutztierhaltung. Das bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Ernten der Menschen in den nördlichen und zentralen Regionen Somalias und im Nordosten Kenias. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität trifft die arme Bevölkerung ins Mark. Meteorologen sagen auch für Mai und Juni unterdurchschnittliche Regenwahrscheinlichkeiten voraus.

ADRA ist vor Ort aktiv

Die anhaltende Dürre sorgt für Binnenmigration und Spannungen in den betroffenen Ländern. ADRA ist vor Ort und unterstützt die Menschen. Wir haben uns langfristig zu folgenden Zielen verpflichtet:

  • Bereitstellung lebensrettender und lebenserhaltender Hilfe für Menschen in Not, wobei den Schwächsten Vorrang einzuräumen ist.
  • Wiederherstellung und Stärkung der Lebensgrundlagen und der Grundversorgung, um die Widerstandsfähigkeit gegen wiederholte Naturkatastrophen wie zum Beispiel Dürre zu erhöhen.
  • Stärkung des Schutzes der Vertriebenen und anderer gefährdeter Gruppen und ausloten dauerhafter Lösungen.

Auch Sie können helfen

  • Eine Spende von 13 Euro entspricht dem Preis eines Nahrungsmittelpakets für 1 Person in Somalia (Reis, Öl und roten Bohnen).
  • Eine Spende von 90 Euro deckt den täglichen Wasserbedarf einer Schule mit bis zu 2.000 Schülerinnen und Schülern in Somalia.

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Menschen in der Dürreregion unter dem Stichwort „Hungersnot“ auf https://adra.de/spendenformular/.