Schaut mit uns zurück, was wir 2020 erreicht haben

Das Jahr 2020 mit allen seinen nie gekannten Herausforderungen liegt hinter uns. Es war wahrlich kein einfaches Jahr. Die Corona-Pandemie hat einige unserer Gewohnheiten verändert und wichtige Fragen des Lebens neu gestellt. Im vergangenen Jahr ereigneten sich weltweit auch andere Katastrophen, die das Leben hunderttausender Menschen erschütterten. 

Als Hilfsorganisation setzte sich ADRA unermüdlich für die Betroffenen ein. Das war nur möglich durch die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender. 

Die Heuschreckenplage in Ostafrika zerstört die Ernte und damit die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort

Anfang 2020:
Heuschrecken verbreiten große Verzweiflung in Äthiopien

Afrika / Asien

Letztes Jahr fielen Wüstenheuschrecken über Teile Asiens und
die Länder am Horn von Afrika her. Besonders Somalia, Kenia und Äthiopien litten unter der Heuschreckenplage. Ganze Felder und wertvolle Weideflächen wurden kahlgefressen.

Die Wüstenheuschrecken sind bis heute noch eine Herausforderung für die Menschen in dieser Region. Das ganze Jahr über haben sich die Schwärme vermehrt und die Ernten vernichtet: Der Hunger wird für mehr als 10 Millionen
Menschen zu einem täglichen Überlebenskampf.

ADRA steht an der Seite der Kleinbauern in Äthiopien und
kämpft gemeinsam mit den Betroffenen gegen den Hunger. Die Kleinbauern erhielten neues Saatgut, um die nächste Ernte vorzubereiten.

Mehr Informationen zur Heuschreckenplage in Ostafrika.

JUNI 2020:
Schwere Überschwemmungen
in Assam

Indien

Im Juni 2020 wurde der indische Bundesstaat Assam von schweren Überschwemmungen getroffen. Der Fluss Brahmaputra trat weit über seine Ufer. Die Fluten haben alles Hab und Gut der ärmsten Bewohner dieser Region in Minuten zerstört. Tausende Ortschaften standen unter Wasser.
Mehr als 7 Millionen Menschen waren unmittelbar von der Katastrophe betroffen und 133 Personen verloren dabei ihr Leben.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit OXFAM kümmerte sich ADRA um fast 100.000 Opfer. Die Betroffenen erhielten Bargeldhilfen für Lebensmittel und Baumaterial für ihre zerstörten Häuser. Der Zugang zu Trinkwasser wurde verbessert und Haushalte bekamen Hygiene-Kits, um eine Ausbreitung der COVID-19-Pandemie und anderer Krankheiten zuvorzukommen.

Mehr zuNothilfeprojekt in Assam.

(Das Projekt wurde gefördert von der Europäischen Union)

AUGUST 2020 – BEIRUT IN TRÜMMERN

Libanon

Am 4. August 2020 hat eine gewaltige Explosion im Hafen von Beirut eine ganze Stadt großflächig verwüstet und deren Einwohner erschüttert. Die Detonation hat enorAme Schäden verursacht. Weite Teile des Hafens sowie der umliegenden Stadtgebiete sind zerstört. 170 Menschen haben ihr Leben verloren, 5.000 weitere wurden verletzt und 300.000 Menschen sind obdachlos.

Bereits kurz nach der Katastrophe hat ADRA mit der Verteilung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet, denn seit bereits 7 Jahren existiert ADRA im Libanon.

Langfristig möchten wir denen, die durch die Explosion ihre Wohnung verloren haben, eine Rückkehr nach Hause ermöglichen. Bis Ende Januar erhielten 470 Haushalte 500 USD, um erste Reparaturen durchführen zu können.

Weitere Artikel zur Explosion in Beirut.

(Das Projekt wurde von Aktion Deutschland Hilft unterstützt.)

SEPTEMBER 2020:
Humanitäre Hilfe im Kriegsgebiet

Bergkarabach

Im Südkaukasus kämpften Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach, in der hauptsächlich armenische Bevölkerung lebt. Die Region gehört jedoch seit dem Ende der Sowjetunion zu Aserbaidschan.
Immer wieder kam es zu kriegerischen useinandersetzungen zwischen Armeniern und Aserbaidschanern. Diese führten auch zu Ermordungen und Vertreibungen unter der Zivilbevölkerung.

Im Juli 2020 brachen dann großflächige Kämpfe zwischen schwer bewaffneten Streitkräften der Armenier und Aserbaidschaner aus; die Gefechte entwickelten sich rasant zu den blutigsten Kämpfen seit den 1990er Jahren.

Wenn Bomben fallen sind humanitäre Helfer machtlos. Die Kriegsparteien konnten keinen sicheren Zugang in das Kampfgebiet gewährleisten, so dass wir dort auch keine direkte humanitäre Hilfe leisten konnten.
Doch untätig war ADRA keineswegs. So halfen wir bei der Unterbringung der Geflüchteten und organisierten eine Erstausstattung für die Familien, die all ihr Hab und Gut zurücklassen mussten.

Hier berichtet Roza (82) von ihrer Geschichte in der Region und der Flucht ihrer Familie.

November 2020: Katastrophenvorsorge rettet Leben

Philippinen

Die Philippinen wurden im letzten Jahr von über 20 Wirbelstürmen heimgesucht. Trauriger Höhepunkt war der Supertaifun „Goni“ im November, bei dem mindestens 20 Menschen starben und mehr als 24.000 Familien ihr Zuhause verloren. Die Zunahme von Wirbelstürmen in der Region geht auf den menschengemachten Klimawandel zurück.

Informationen und Hilferuf zum Supertaifun “Goni”

Wir können Naturkatastrophen nicht verhindern, aber wir können uns besser darauf vorbereiten. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wird Katastrophenvorsorge geplant und umgesetzt.

Auf den Philippinen werden lokale Schutzteams aufgebaut, um bei Naturkatastrophen schnelle Hilfe zu leisten. Helferinnen und Helfer erhalten Schutzausrüstung sowie Frühwarnkits, um gezielt denjenigen zu helfen, die sich
nicht selbst helfen können. Es ist der Katastrophenvorsorge zu verdanken, dass die Opferzahlen kontinuierlich sinken.

DEZEMBER 2020:
Ein Paradies ist in Gefahr

Fidschi

Der Südseestaat Fidschi mit seinen mehr als 300 Inseln ist stark gefährdet und buchstäblich vom Untergang bedroht. Hier ist der Klimawandel besonders spürbar und messbar. Der steigende Meeresspiegel, tropische Wirbelstürme
und Sturmfluten bedrohen das Leben der Bewohner. Welle für Welle frisst das Meer das Land entlang der Küstenlinien. Die Heimat vieler Menschen verschwindet einfach.

Katastrophenvorsorge verhindert Leid, bevor es geschieht. Um umfangreiche Maßnahmen wie Simulationsübungen, Ausbildung von Rettungsteams und Evakuierungsplanungen zu bewältigen, schlossen sich verschiedene Hilfsorganisationen und Kirchen zu einem Netzwerk
zusammen. Dieser „Church Agency Network for Desaster Operations“ (CANDO) gehören ADRA und mehrere STA-Kirchengemeinden an.

Mit dem Zyklon “Yasa” im Dezember zeigte sich, dass sich die Katastrophenvorsorge bewährt. 

(Das Projekt wir durch das Katastrophenbündnis
Aktion Deutschland Hilft unterstützt.)

Dezember 2020: Euer Engagement gibt uns Hoffnung –

Aktion „Kinder helfen Kindern“

Wir sind überwältigt und dankbar für die großartige Unterstützung, die wir in diesem schwierigen Jahr für die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ erfahren haben. Während wir im ersten Halbjahr nach Möglichkeiten suchten, wie wir die Aktion im Jahr der globalen Pandemie durchführen können, haben Kinder, Eltern und Freunde unermüdlich schöne Sachen für die Paketaktion gesammelt. Nach dem Abschluss der Sammlung begann umgehend die Planung der Verschickung der Pakete.

Die überwältigende Beteiligung ist für uns Auftrag und Motivation zugleich. Auch wenn dieses Jahr nicht alles glatt gelaufen ist, danken wir euch von ganzem Herzen.

Im Jahr 2020 konnten wir trotz schwieriger Umstände viel erreichen – und das wurde nur möglich gemacht mit der Hilfe unserer Spenderinnen und Spender.

2021 wollen wir genau hier weitermachen! Unterstütze die Arbeit von ADRA mit deiner Spende. Danke!

Soforthilfen für die Armen – JETZT!!

Solidarisch für sozialen Zusammenhalt und gegen die Krise

Die Covid-19-Pandemie mit all ihren wirtschaftlichen und sozialen Folgen ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Sie lässt niemanden unberührt, und wir werden sie nur dann erfolgreich bewältigen, wenn wir gemeinsam füreinander einstehen. Solidarität ist das Gebot der Stunde – besonders gegenüber jenen Menschen, die ohnehin zu den Ärmsten in dieser Gesellschaft zu zählen sind.

Bereits im ersten Lockdown 2020 wurden für Bezieher*innen von Hartz IV und Altersgrundsicherung keinerlei zusätzlichen Hilfen zur Verfügung gestellt, obwohl der zusätzliche Bedarf durch wegfallende Schulessen, geschlossene Tafeln, steigende Lebenshaltungskosten und insbesondere auch für Desinfektionsmittel und Masken offensichtlich gegeben war. Laptops für das Homeschooling wurden versprochen, auf die die Kinder vielfach noch heute warten. Umso unverständlicher ist dies, als zugleich hohe Milliardenbeträge zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zur Verfügung gestellt wurden.

Die Hoffnung, dass sich die Corona-Krise bis Jahresende 2020 erledigt haben dürfte, hat sich nicht erfüllt. Stattdessen sind wir mitten in einem zweiten Lockdown, von dem wir nicht wissen, wie lange er nötig sein wird. Getrogen hat auch die Hoffnung, dass die Ärmsten spätestens mit der für 2021 anstehenden Anpassung der Regelsätze endlich entlastet würden. Im Gegenteil: Entgegen dem Rat und der Expertise aller Fachleute und von Gewerkschaften und Sozialverbänden erfolgte im Januar eine Erhöhung um lediglich 14 Euro auf 446 Euro, was einem armutspolitischen Offenbarungseid gleichkam.

Vor diesem Hintergrund sehen sich die Unterzeichnenden erneut veranlaßt, sofortige Hilfen für die Ärmsten unter uns einzufordern. Wir fordern:

•  für Bezieher*innen von Hartz IV und Grundsicherung für Alte und Erwerbsgeminderte die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro,

•  für alle Kinder und Jugendlichen in Familien mit niedrigem Einkommen Hard- und Software sowie weitere Lernmittel, die für die Nutzung der digitalen Bildungsangebote der Schulen notwendig sind, als einmalige Leistungen der Jobcenter,

•  zum Schutz aller, die aufgrund der Pandemie in Mietzahlungsschwierigkeiten geraten sind, ein erneutes Kündigungsschutzmoratorium, um sicherzustellen, dass niemand aufgrund pandemiebedingter Einkommensverluste die Wohnung verliert. Auch das Kreditmoratorium ist zu erneuern, um zu verhindern, dass Menschen aufgrund ihrer sozialen Situation in Existenznot geraten.

                                                         Marlis Tepe      Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
                                                   Frank Werneke      ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
                                      Prof. Dr. Jens Schubert      AWO Bundesverband e.V.
                                           Dr. Ulrich Schneider      Der Paritätische Gesamtverband e.V.
                                                     Maria Loheide      Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
                                                          Adolf Bauer      Sozialverband Deutschland e.V.
                                                    Verena Bentele      Sozialverband VdK e.V.
                                         Susanna Karawanskij       Volkssolidarität Bundesverband e.V.
                                                      Aron Schuster       Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.
                                                        Heinz Hilgers       Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
                                                  Holger Hofmann       Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
                                                            Olaf Bandt        Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland/
                                                                                       Friends of the Earth Germany
                                               Olaf Zimmermann       Deutscher Kulturrat e.V.
                                  Dr. Melanie Weber-Moritz       Deutscher Mieterbund e.V.
                                                         Jochen Brühl       Tafel Deutschland e.V.
                                                       Martin Rücker       foodwatch e.V.
                                                 Georg Grohmann       BAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e.V.
                                                 Benjamin Andrae       Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.
                                                         Birgit Görres       Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.
                                          Dr. Klaus-Dieter Warz      DEUTSCHE DIABETES FÖDERATION e.V.
                   Wolfgang Schreck und Oliver Kunz      Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V.
                                               Christel Achberger      Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.
                                                  Herbert Temmes      Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
                                        Prof. Christel Bienstein      Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – DBfK Bundesverband e.V.
                                                           Gunter Erbe      Deutscher Wohlfahrtsverband für Gehör- und Sprachgeschädigte GSW e.V.  
                                                            Georg Roth       Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.)
                                                        Uwe Weppler       PARITÄTisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
                                                    Christian Molke       ADRA Deutschland e.V.
                             Andreas Luttmer-Bensmann       Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
                                                           Uwe Hiksch       NaturFreunde Deutschlands
                                             Volkmar Proschwitz       Advent Wohlfahrtswerk e.V.
                                                      Carmen Thiele       PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V.
                                                 Helena Steinhaus       Sanktionsfrei e.V.
                                                 Annegret Gabelin       Sozialwerk des dfb (Dachverband) e.V.
                                                            Heiko Frost       Verband Deutscher Schullandheime e.V.
                                                   Britta Altenkamp      Zukunftsforum Familie e.V.

Quelle: https://www.der-paritaetische.de/presse/aufruf-soforthilfen-fuer-arme/

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Katastrophenvorsorge & Katastrophenhilfe

Katastrophenvorsorge
Bewährte Fachkenntnisse in der Katastrophenhilfe gestatten ADRA, umfassende Präventivmaßnahmen zu ergreifen und die Risiken für den Katastrophenfall zu minimieren. Zum Beispiel werden in Regionen, die wiederholt von Überschwemmungen betroffen sind, Schutzräume erbaut, Trainings für den Notfall angeboten und Frühwarnsysteme installiert.

Katastrophenhilfe
Erdbeben, Taifune, Epidemien, Krieg – Katastrophen haben viele Gesichter. In allen Fällen aber benötigen die in Not geratenen Menschen schnelle Hilfe. ADRA leistet im Krisenfall schnell, direkt und unbürokratisch Katastrophenhilfe. Dank des weltweiten ADRA-Netzwerks mit 140 Länderbüros ist ADRA nach Katastrophen in kürzester Zeit vor Ort.

ADRA unterstützt die humanitäre Hilfe durch die Verteilung von Wasser, Nahrung, Hygieneartikeln und Kleidung. Außerdem stellt ADRA Notunterkünfte und bietet den Menschen medizinische Versorgung und psychosoziale Betreuung.

Unterstützen auch Sie die Arbeit von ADRA mit einer Spende unter dem Spendenstichwort “Katastrophenhilfe”.

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Wir brauchen Hilfe, denn wir haben alles verloren

In der Nacht vom 20. auf dem 21. Mai entwickelte sich im Golf von Bengalen ein schwerer Sturm zu einem gefährlichen Zyklon. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis 160 Kilometer pro Stunde fegte der tropische Wirbelsturm über die indische Provinz Westbengalen und später dann über Bangladesch hinweg. Der starke Wind löste Überschwemmungen aus, die zusätzlich Schäden anrichteten. 

„Mein Mann arbeitet, wie Millionen andere, bei einer Firma, die ihren Arbeitern keine Verträge gibt. Er bekommt täglich seinen kleinen Lohn. Seit Ende März durfte er nicht mehr zur Arbeit, weil ein Ausgangsverbot verhängt wurde, für alle, die keinen Arbeitsvertrag haben. Wir mussten über 2 Monaten versuchen mit unseren vier Kindern irgendwie zu überleben. Wir waren zwar hungrig, aber hatten uns wenigstens nicht angesteckt. Dann kam die Katastrophenwarnung. Am 18.05. mussten wir unsere Hütte am Rande von Kalkutta verlassen und wurden in einer Schule untergebracht, zusammen mit vielen hundert anderen Menschen. Die Schutzräume, die speziell für Sturmflute gebaut wurden, waren von Corona Patienten oder positiv getesteten belegt. Somit konnten wir dort nicht hin.

Wir tragen alle Masken, den ganzen Tag, aber einen Abstand oder die nötige Hygiene, wie sie verordnet wurde, können wir nicht einhalten. Die Gefahr, dass wir uns anstecken ist jetzt höher als je zuvor. Unsere Hütte ist verschwunden, mein Mann darf nicht arbeiten, und wir sitzen mit vielen Menschen in einem Klassenraum fest. Wir brauchen Hilfe, denn wir haben alles verloren. Wir beten darum nicht krank zu werden, denn das würde das Ende für unsere Familie bedeuten“, berichtet Poppi Das aus Kalkutta.

Frieden auf Erden!

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Freunde von ADRA,

Weihnachten ist die Zeit des Friedens, der Besinnlichkeit und der Dankbarkeit. Wir sind Ihnen von ganzem Herzen dankbar für Ihre Unterstützung im Jahr 2019.

Wir freuen uns darauf mit Ihnen den eingeschlagenen Weg voranzuschreiten. Gemeinsam können wir es schaffen, die Welt ein bisschen besser zu machen, jeden Tag. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesem Jahr besonders bei den Kindern. Sie leiden am stärksten unter Gewalt, Klimaveränderungen und gewalttätigen Konflikten.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Lieben, Ihnen und euch wünschen wir Gesundheit, Freude und Wohlergehen.

Schreiben Sie uns Ihre Weihnachtswünsche an redaktion@adra.de.

Armut bekämpfen, Ressourcen schonen und Alternativen aufzeigen

Burundi gehört zu den am wenigsten entwickelten und am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Auch die Geburtenrate ist die höchste in Afrika. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze und hat keine ganzjährige Versorgung mit Lebensmitteln. Der Klimawandel und die Rodung des Kabila Nationalparks verschärft die Situation zusätzlich.

Im Einsatzgebiet von ADRA rund um den Kibira Nationalpark findet ein Kampf um Anbauflächen statt. Der Wald ist einerseits unabdingbar für die Wasserversorgung der Region, andererseits wird er durch illegale Rodung zurückgedrängt, um Platz für landwirtschaftliche Anbauflächen zu schaffen. An den Steilhängen sorgten einst Baumwurzeln für halt, durch die Rodung der Bäume kommt es nun immer wieder zu Erdrutschen, die Mensch, Tier und Ernten bedrohen. Weil den Anwohnern des Nationalparks anderweitige Einnahmequellen fehlen, werden sie weiter Bäume abholzen und versuchen, den Wald in landwirtschaftliche Nutzflächen umzuwandeln.

Wirtschaftliche Alternativen fördern, die nachhaltig sind

Um aus diesem Kreislauf auszubrechen bietet ADRA den Anwohnern nachhaltige wirtschaftliche Alternativen an. Ein zentraler Teil des Projektes besteht in der Einrichtung und Förderung von landwirtschaftlichen Produktionskooperativen. 50 lokale Gruppen lernen wassersparende Bewässerungsmethoden zum Anbau von Gemüsepflanzen in der Trockenzeit kennen, und wie ein besseres Management der Kooperativen funktioniert. Dank der Einrichtung einer Bewässerungsanlage konnte eine zusätzliche Ernte eingefahren werden. Überschüsse werden verkauft.

Die Vermarktung der produzierten Lebensmittel bietet noch Verbesserungspotenzial. Deshalb ist Teil des Projektes ein Alphabetisierungsprogramm, das vor allem Frauen schult und sie auf Führungsaufgaben in den Kooperativen vorbereitet, so dass Frauen verstärkt mit Führungsaufgaben betraut werden können.

Schulung in Anbautechniken gegen Mangelernährung

Um die Unterernährung, speziell von Kindern unter fünf Jahren, zu beenden werden Familien im Gemüseanbau unterrichtet und befähigt selbst die Nahrungsmittelversorgung zu verbessern. Dazu stehen ihnen Hausgärten zur Verfügung. Durch den Unterricht lernen sie vorhandene Flächen effizienter zu nutzen und durch clevere Anbautechniken gezielt gegen Mangelernährung vorzugehen. Die Familien ernähren sich abwechslungsreicher und gesünder.

Aus den Kooperativen heraus wird auch die Wiederaufforstung vorangetrieben. In Baumschulen werden Setzlinge gezogen und bei Zeiten ausgebracht. Zum Schutz des verbliebenen Kibira Nationalparks stattet und bildet ADRA Umweltkomitees aus. Diese patrouillieren im Wald, um illegale Holzfällung zu ahnden und sorgen als Multiplikatoren dafür, dass der Umweltschutz in den Köpfen und Herzen der Anwohner verankert wird.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner des Kibira Nationalparks ist der Wald eine Lebensader. Doch Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelknappheit erhöhen den Druck auf die Anwohner wirtschaftliches Kapital aus dem Nationalpark zu schlagen. ADRA bietet den Menschen alternative Formen der Landwirtschaft, steigert Effizienz und sorgt für ressourcenschonendes, nachhaltiges Wachstum zum Wohl der Menschen und der Natur. Damit schützt ADRA wiederum den Kibira Nationalpark, die größte zusammenhängende Waldfläche in Burundi und den größten CO2-Speicher des Landes und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

         

Das Projekt  wird gefördert von: 

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ADRA ist im Bündnis für zivile Seenotrettung

Neues Schiff von SOS Méditerranée bekommt Unterstützung von Mitgliedsorganisationen des Katastrophenbündnisses „Aktion Deutschland Hilft.

Die europäische Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée ist mit ihrem neuen Rettungsschiff, der Ocean Viking, im Einsatzgebiet in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste angekommen. Damit nimmt sie den Einsatz auf See zur Rettung von Schiffsbrüchigen im zentralen Mittelmeer vor Ort wieder auf. Die Organisation erhält dabei kräftigen Rückenwind aus der Zivilgesellschaft.

Mehrere Mitglieder des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“, die Organisationen ADRA Deutschland e.V., AWO International e.V., die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, Islamic Relief Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) fördern den Einsatz von SOS Méditerranée auch in diesem Jahr.

Die Hilfsorganisationen stellen sich öffentlich hinter die Arbeit der zivilen Seenotretterinnen und -retter, die sie bereits im Jahr 2018 unterstützten. „Wir freuen uns, dass fünf unserer Bündnisorganisationen die zivile Seenotrettung erneut unterstützen und sich aktiv an der Rettung von Schiffbrüchigen im Mittelmeer beteiligen. Denn humanitäre Hilfe zu leisten, bedeutet für unser Bündnis auch die Rettung von Menschen, die im offenen Meer in Not geraten“, sagt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“. 

„Wir begrüßen die breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft von „Aktion Deutschland Hilft“. Sie zeigt, dass sich unterschiedliche Organisationen in einem einig sind: Leben retten steht an oberster Stelle“, so David Starke, Geschäftsführer von SOS Méditerranée in Berlin. Allein dieses Jahr sind mindestens 840 Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht aus Libyen im Mittelmeer umgekommen. Das ist erschütternd und für uns nicht hinnehmbar. Es ist unsere Pflicht, das Sterben im Mittelmeer zu beenden.“ 

ADRA unterstützt die Ocean VikingDie Ocean Viking ist eines der wenigen Schiffe, die sich aktuell im Mittelmeer um die Rettung von Menschen in Seenot kümmern kann. SOS Méditerranée betreibt das Schiff gemeinsam mit der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, die an Bord die medizinische Versorgung der geretteten Menschen übernimmt. Die Ocean Viking – Baujahr 1986, 69 Meter lang, 15 Meter breit – fährt unter norwegischer Flagge und wurde früher als Rettungs- und Notfallschiff für Öl-Förderanlagen in der Nordsee eingesetzt. Sie ist demnach für die Rettung und Versorgung einer großen Anzahl von Menschen ausgelegt. Für den Einsatz im Mittelmeer installierte die Crew von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen auf dem Hinterdeck des Schiffs spezielle Unterbringungsmöglichkeiten mit Schutzräumen für gerettete Frauen, Kinder und Männer sowie eine Klinik.  

Von Mai 2016 bis Dezember 2018 hatten die Hilfsorganisationen im Mittelmeer gemeinsam das Rettungsschiff Aquarius betrieben und in dieser Zeit insgesamt 29.523 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt. Nach politisch motivierten Angriffen auf ihre Arbeit mussten die Organisationen den Einsatz mit der Aquarius im Dezember 2018 einstellen und gaben das Schiff an den Reeder zurück.  

Bitte unterstützen Sie unser Bündnis zur zivilen Seenotrettung unter dem Stichwort “SEENOTRETTUNG”. Dies können Sie auch online, mithilfe unseres Spendenformulars, tun.