Die Lage im Jemen bleibt unverändert angespannt

Jemen ADRADie kriegerische Zerstörung der Infrastruktur, der steigende Bedarf an Hilfsgütern durch immer mehr Binnenvertriebene und die unzureichende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung lässt den Jemen nicht zur Ruhe kommen.

Durch den seit vier Jahren andauernden Krieg liegt die Wirtschaft und das Gesundheitswesen des kompletten Landes darnieder. Eine Cholera-Welle, nach 2016 und 2017 schon die dritte, bedroht die Bevölkerung erneut. Die hygienischen Zustände sind teilweise katastrophal, eine Müllentsorgung existiert nicht mehr. Und der Jemen ist generell ein wasserarmes Land. Aber wenn die Kanalisation durch den Krieg auch noch stark beschädigt ist oder zerstört wurde, dann können sich Krankheitserreger ungehindert vermehren. Das Abwasser gelangt ungefiltert auf die Felder. Die Menschen sind aber von den wenig übrig gebliebenen Erträgen abhängig. So bleibt ihnen oftmals gar nichts anderes übrig, als von diesen Feldfrüchten sich zu ernähren. Ein Teufelskreislauf.

ADRA steigert weiter die Hilfe

ADRA hat auf die erhöhte Krankheitsgefahr und auf den Ausbruch der Cholera-Welle bereits reagiert. Die Kapazitäten der eigenen Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen wurden erhöht, neue Behandlungsstationen aufgebaut, so dass mehr Menschen als ursprünglich geplant behandelt werden können. Zur Zeit gibt es zwar noch genügend Medikamente, die aus Deutschland eingeführt wurden. Aber alle Hilfsgüter können nur über den Seeweg importiert werden. Durch willkürliche Einfuhrbestimmungen und administrativen Hürden der jeweiligen Behörden kommt es immer wieder vor, dass drei oder vier Wochen ins Land gehen, bis die Medikamente zu den Bedürftigen kommen. All dies muss vorsorglich miteingeplant werden, ansonsten droht der totale Kollaps.

Dennoch stoßen auch unsere Mitarbeiter an ihre Grenzen. Neben der hohen körperlichen nimmt immer mehr die psychische Belastung zu. Tagtäglich müssen sie sich mit dem Elend, Krankheiten und sogar dem Tod auseinandersetzen. Gerade für die jemenitischen Helfer ist es schwer zu ertragen, wie ihre Landsleute leiden müssen.

Die Mehrheit der Menschen im Jemen kämpft immer noch jeden Tag ums Überleben. Mit Ihrer Spende geben Sie ihnen Hoffnung, gerade den Kindern, eine Zukunft zu haben.
Unter dem Stichwort „JEMEN“ können Sie helfen.

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Drei Forderungen aus der Zivilgesellschaft – offener Brief an die Bundeskanzlerin

ADRA stellt Forderungen an die BundeskanzlerinADRA Deutschland stellt wie weitere 261 Organisationen in einem Brief an die Bundeskanzlerin Forderungen, um für mehr Humanität im Umgang mit den „Mittelmeerflüchtlingen“ zu sorgen. Konkret wird verlangt, einen Notfallplan für Flüchtlinge zu erstellen, „sichere Häfen“ zu ermöglichen und keine Rückführungen nach Libyen mehr durchzuführen.

Wir setzen uns für eine menschenrechtsbasierte, solidarische Flüchtlingspolitik ein. Da zivile Seenotrettungsschiffe seit geraumer Zeit blockiert werden, wird durch diese Abschottung und Abschreckung der Tod von Tausenden hingenommen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind schon über 300 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das See- und somit auch das Völkerrecht muss wieder eingehalten werden.
Aus diesem Grund wurden drei Forderungen gestellt. Die erste Forderung beinhaltet einen Notfallplan für Bootsflüchtlinge, der den Schutzsuchenden eine sichere Landung in einem europäischen Hafen, eine humane Aufnahme und ein faires Asylverfahren gewährt.
Der zweite Punkt betrifft die zusätzliche freiwillige Aufnahmebereitschaft von Schutzsuchenden. Viele deutscher Kommunen, Gemeinden und Städte habe diese Bereitschaft schon angekündigt.
Und als Drittes fordern wir, keine Rückführungen nach Libyen mehr durchzuführen. Viele der Menschen, die in dieses Land zurück müssen, sind der Gefahr ausgesetzt, gefoltert, versklavt und der Gewalt ausgesetzt zu werden.
ADRA Deutschland hat diesen Brief mitunterzeichnet, damit humanitäre Lösungen in der „Mittelmeerfrage“ gefunden werden und die Schutzbedürftigen nicht zu Schaden kommen.

Lesen können Sie den kompletten Brief unter https://de.scribd.com/document/404264222/Offener-Brief.