Solarenergie schützt Gesundheit und Umwelt auf Vanua Balavu

Abholzen führt zur Erosion der Küste

Auf Vanua Balavu, einer der Inseln Fidschis, belastet der Gebrauch von Dieselgeneratoren und offenen Kochstellen die Gesundheit der Menschen und die Umwelt zusehends. ADRA Deutschland verhilft den Inselbewohnern mit Solaranlagen und energieeffizienten Öfen zu einer besseren Gesundheit und mehr Lebensqualität. Die Einführung von umweltschonenden Fischfangmethoden schützt die Fischbestände und die Küsten.

Auf Vanua Balavu werden in der Mehrzahl der Haushalte Dieselgeneratoren als Energiequelle vor allem zur Lichtgewinnung in den Nachtstunden verwendet. Der Kraftstoff ist teuer und das Einkommen der Familien, das hauptsächlich aus der Landwirtschaft und der Fischerei stammt, sehr niedrig. Daher können sich nicht alle Familien den Betrieb der Generatoren leisten und Kindern ist es in den Abendstunden nicht mehr möglich, zu lernen.

Zudem kochen fast alle Familien über offenem Feuer, wodurch es zu Lungen- und Herzkrankheiten kommt. Das Feuerholz stammt überwiegend aus den Mangrovenwäldern an der Küste, doch unkontrolliertes Abholzen führt zur Erosion der Küste und wirkt sich negativ auf die Biodiversität des Gebiets und die Lebensmittelsicherheit der lokalen Bevölkerung aus.

Mehr Lebensqualität durch Solarenergie

Mit Hilfe von Solaranlagen und energieeffizienten Öfen verbessert ADRA Deutschland die Energieversorgung von 500 Haushalten auf Vanua Balavu auf ökologische und effiziente Weise. Die Solaranlagen ermöglichen den Familien eine kostengünstige Beleuchtung in den Abendstunden, wodurch sich ihre Lebensqualität stark verbessert und die Kinder mehr Zeit zum Lernen haben. Durch die energieeffizienten Öfen sind die Frauen beim Kochen keinen schädlichen Dämpfen mehr ausgesetzt und die Zahl der Atemwegs- und Herzkrankheiten wird stark zurückgehen. Umweltschutz und im Besonderen der Schutz der Küstengebiete werden durch die Umstellungen auf umweltschonende Fischfangmethoden zusätzlich gewährleistet.

Die Nachhaltigkeit über den Projektzeitraum hinaus wird durch einen partizipatorischen und gemeindeorientierten Ansatz sichergestellt. Gemeindekomitees werden in den Dörfern die zentrale Anlaufstelle für Informationen über erneuerbare Energie sein und auch die Haushalte selbst werden mit ausreichenden Kenntnissen in der Verwendung und Wartung der Solarsysteme und Öfen versorgt.

 

Projektlaufzeit: 01.01.16 – 28.02.19

Das Projekt wird gefördert durch

Vergessen kostet Leben! #vergesseneKrisen

Vergessene humanitäre Krisen sind meist langandauernde Krisen mit großem humanitärem Bedarf, der nicht gedeckt wird. Zum einen aufgrund des geringen öffentlichen Interesses, zum anderen weil der Bedarf an humanitären Mitteln weltweit steigt, vorhandene Mittel aber immer knapper werden. ADRA vergisst die Betroffenen solcher Krisen nicht und unterstützt sie auch fernab öffentlicher Aufmerksamkeit.

Südsudan – „Ohne ADRA wäre das nicht möglich gewesen“

Luk Khor Paduil ist 56 Jahre und stammt aus armen Verhältnissen. Er hat sieben Kinder. Während des Bürgerkriegs im Jahr 2013 hat Luk sein gesamtes Vieh, Hab und Gut sowie die Hoffnung verloren, wieder ein normales Leben führen zu können. Er überlebte durch das Sammeln wilder Pflanzen, Fischen und Jagen. Er konnte sich zwar wieder einige Kühe besorgen, aber sie litten unter Krankheiten und gaben kaum Milch.

Um den Hunger langfristig zu besiegen, wird Luk von ADRA bei der Land- und Viehwirtschaft unterstützt. So hat er Wissen zu verbesserten Anbaumethoden sowie zu Tiergesundheit vermittelt bekommen. Seine Kühe sind nun gesund und geben 5 bis 8 Liter Milch am Tag. Sein monatliches Einkommen hat sich damit von 30 auf 450 Sudanesische Pfund vervielfacht. Die Familie hat genug zu essen und es können sogar Vorräte für schlechtere Zeiten angelegt werden. Außerdem kann Luk jetzt auch die Schulgebühren für seine Kinder bezahlen. „Ohne ADRA wäre diese Veränderung nicht möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Jemen – „Berliner Appell – gemeinsam gegen Hungersnot“

Die herrschende Hungersnot ist so gravierend, dass der Jemen in den von Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller ausgerufenen „Berliner Appell – gemeinsam gegen Hungersnot“ mit aufgenommen wurde. Hierbei werden die internationale Gemeinschaft, Unternehmen sowie die Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, die Arbeit der Hilfsorganisationen gegen die Hungersnot zu unterstützen. ADRA ist mit mobilen medizinischen Teams im Jemen aktiv und hilft den akut betroffenen Menschen.

So auch der kleinen Huda. Das kleine Mädchen stammt aus einer sehr armen Familie. Ihr Vater, einziger Ernährer der Familie, sitzt im Rollstuhl. So leidet Huda unter akuter Unterernährung, als sie dem medizinischen Team vorgestellt wird. Aufgrund ihres akuten Zustandes wird das kleine Mädchen sofort in das Nothilfe-Programm aufgenommen und mit therapeutischer Aufbaunahrung versorgt. Ihr Gesundheitszustand wird wöchentlich kontrolliert und dokumentiert, bis sie nach vier Monaten ihr Normalgewicht erreicht hat. Die Familie sagt: „Wir sind dem medizinischen Team und ADRA sehr dankbar, dass sie unserer Tochter schnell geholfen und sie für vier Monate mit Medizin versorgt haben!“

Ukraine – Überleben im Kriegschaos

Olga und ihre Familie traf der Krieg besonders hart. Als ihr Dorf im Sommer 2014 von der ukrainischen Armee und pro-russischen Streitkräften eingekesselt wurde, fürchtete sie um ihr Leben und das ihrer acht Kinder. Sie erzählt: „Von allen Seiten wurde geschossen und wir hatten keine Chance zu fliehen. Wir hatten Tag und Nacht große Angst. Um uns zu schützen, lebten mein Mann und ich gemeinsam mit unseren Kindern im Keller unseres Hauses.“ Eines Tages traf eine Bombe das Zuhause der zehnköpfigen Familie und zerstörte das Dach. Wochenlang war die Familie der Witterung ausgesetzt. Obwohl das Dach und leichte Schäden innerhalb des Hauses durch ADRA repariert wurden, sind die seelischen Verletzungen der Familie noch immer spürbar. Dennoch kümmert sich Olga tapfer und fürsorglich um ihre Familie: „Ich bin ADRA unendlich dankbar. Ohne die Hilfe würden wir immer noch in einem kaputten Haus leben. Im Winter wird es hier sehr kalt, ohne ein intaktes Dach würden wir erfrieren, denn eine Heizung haben wir nicht.“

Somalia – Bildung macht Frauen stark

Ein somalisches Sprichwort sagt „Wenn du eine Frau bildest, hast du eine gesamte Nation gebildet.“ Das zählt umso mehr für Somalia, das zu den fragilsten Ländern der Welt gehört. Leider wird in Teilen der traditionellen somalischen Gesellschaft die Bildung von Mädchen nach wie vor für nicht notwendig erachtet. Oftmals ist es wichtiger, dass sie den Haushalt unterstützen und früh heiraten. Somit sind die meisten Frauen Analphabeten. Deswegen bietet ADRA Alphabetisierungskurse und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Frauen an.

Eine von ihnen ist Khadra Abdullahi Dirie. Khadra hat nicht einmal die erste Klasse besucht. Stattdessen erwarteten ihre Eltern, dass sie sich um den Haushalt und ihre vier Geschwister kümmert. Im Alter von 14 Jahren wurde sie dann mit einem viel älteren Mann verheiratet. Jetzt hat sie selbst sieben Kinder und hat in einem der von ADRA unterstützen Ausbildungszentren einen Schneiderkurs belegt, den sie fast abschlossen hat. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem geeigneten Ort, an dem sie ihren eigenen Laden eröffnen kann.

Spenden Sie für die Menschen, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen unter dem Stichwort „Vergessene Krisen“. > Zum Online-Spendenformular

ADRA hilft nach Waldbränden in Portugal

Mitte Juni haben in Portugal Waldbrände unvorstellbaren Ausmaßes gewütet. 64 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, mehr als 200 wurden teils schwer verletzt. Ganze Siedlungen sind zerstört und viele Familien haben alles verloren.

ADRA Portugal ist bereits kurz nach der Katastrophe aktiv geworden und hat betroffene Familien mit Hilfsgütern versorgt. Insgesamt hat ADRA etwa sieben Tonnen Lebensmittel, 150 Mahlzeiten, hunderte Wasserflaschen, Hygieneartikel, kleine und große Haushaltsgeräte, Matratzen, Bettwäsche, Decken sowie Küchenutensilien verteilt und damit den akut Betroffenen schnelle Nothilfe geleistet.

Jetzt geht es an das Bereinigen der Grundstücke, Säubern derjenigen Häuser, die den Bränden entkommen sind sowie den Wiederaufbau. Weiterhin sammelt ADRA Portugal Möbel und Haushaltsgeräte und leistet psychosoziale Betreuung für die traumatisierten Familien.

Spendenkonto:
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BIC BFS WDE 33 KRL

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Stichwort: Feuer Portugal

Vergessen kostet Leben!

Humanitäre Katastrophen geschehen tagtäglich, sie erhalten aber nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Denn wenn sie über einen längeren Zeitraum stattfinden, werden sie von aktuellen Geschehnissen in den Medien abgelöst und geraten in Vergessenheit. So kämpfen Millionen Menschen um ihr Überleben, ohne dass die breite Öffentlichkeit Notiz davon nimmt. ADRA hilft diesen Menschen und setzt sich dafür ein, dass ihr Leid nicht in Vergessenheit gerät.

Humanitäre Krise im Jemen

Die humanitäre Lage im Jemen spitzt sich zu

Die Situation im Jemen ist alarmierend. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2015 wird die humanitäre Lage zunehmend kritisch. Das Land ist weitgehend abgeriegelt und die Hilfsgüter sind sehr knapp. Millionen Menschen mussten fliehen und leben im Elend, unzähligen Kindern droht der Hungertod. Die Gesundheitsversorgung ist fatal und selbst einfache Krankheiten können leicht zum Tod führen. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Zugang zu sauberem Wasser gibt und Cholera sich bedrohlich ausbreitet. Für ADRA sind in Hudaidah zwei mobile Einheiten in verschiedenen Distrikten unterwegs, um mit der Hilfe von Ärzten und Pflegepersonal die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine Hebamme betreut Schwangere und Mütter. In einem separaten Therapieprogramm werden unterernährte Kinder und Frauen mit Zusatz- und Aufbaunahrung behandelt.

Kritische Situation für Flüchtlinge im Südsudan

Seit Jahren herrscht im Südsudan Bürgerkrieg. Die Zivilbevölkerung leidet unter der andauernden Gewalt und viele Menschen mussten ihre Dörfer verlassen. In den Bezirken Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors haben sich viele von ihnen angesiedelt. Dort sind sie in Sicherheit, aber es fehlt am Nötigsten. Die Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und leiden Hunger. Um den Hunger langfristig zu besiegen, unterstützt sie ADRA bei der Landwirtschaft und Fischerei. Es werden Produktionsmittel bereitgestellt und Wissen zu verbesserten Anbaumethoden sowie Vieh- und Fischwirtschaft vermittelt.

Der Bürgerkrieg in der Ukraine hinterlässt Spuren

Der seit 2013 bestehende Bürgerkrieg in der Ukraine hat vor allem in Luhansk und Donszek über zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Zurückgeblieben sind zerstörte Häuser, verlassene Städte und traumatisierte Menschen. Viele von ihnen haben nicht nur ihren gesamten Besitz, sondern auch Angehörige verloren. So fällt der Weg zurück zur Normalität sehr schwer. ADRA unterstützt die Betroffenen dabei, ihre kriegsbeschädigten Häuser zu reparieren. Hierfür wird das benötigte Reparaturmaterial zur Verfügung gestellt und mit der Hilfe von Bautrupps werden die Schäden behoben. Zusätzlich ermöglicht ADRA die Aufarbeitung von Traumata durch psychosoziale Betreuung.

Die vergessene humanitäre Krise in Somalia

Bei humanitären Krisen denkt kaum einer noch an Somalia. Dabei herrscht in Somalia eine der größten und komplexesten Notsituationen weltweit und das Land ist von einer Stabilisierung weit entfernt. Darüber hinaus belastet eine schwere Dürre die ohnehin sehr fragile Lage des Landes. Menschen verlassen ihre Dörfer, um in den Städten Arbeit als Tagelöhner zu finden, weil sie auf dem Land ihre Familie nicht mehr ernähren können. Seit rund 25 Jahren engagiert sich ADRA im Bildungssektor in Somalia. ADRA verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl den Aufbau von Infrastruktur fördert, die Bildungsministerien und -institutionen unterstützt und gleichzeitig die Partizipation der lokalen Bevölkerung sicherstellt. Als neue Komponente stellt ADRA an den Schulen die Verpflegung der Schüler sicher. Das verhindert, dass die Familien abwandern, weil ihre Kinder gut versorgt sind. Außerdem hilft ADRA in der aktuellen Hungerkrise durch viele andere Aktivitäten, wie Verteilung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser sowie die Verbesserung der Hygiene- und Sanitärsituation in Dörfern und Flüchtlingslagern, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern.

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Neue Zukunftsperspektiven für Nomaden in der Mongolei

Bereits seit über 15 Jahren ist ADRA Deutschland in der Mongolei aktiv, denn das raue Klima sowie die hohen Arbeitslosenzahlen führen zu großer Armut im Land. Derzeit unterstützt ADRA einen Genossenschaftsverband in der Provinz Zavkhan, bestehend aus 15 Kooperativen. Anna Krikun, Regionalkoordinatorin Südostasien & Pazifik, berichtet, wie ADRA das Leben der Menschen verändert.

Wollprodukte der Kooperative

Verschiedene Lebensmittel, die die Kooperative produziert.

Milchprodukte der Kooperative

Traditionelle Kleidung

Der erste „Youth Club“ der Kooperative.

Warum benötigen die No

Verschiedene traditionelle Produkte
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Wollverarbeitung
Beautysalon in der Provinzstadt Uliastai
den in der Mongolei Hilfe?

Die Mongolei wird immer wieder von sogenannten Dsuds mit Temperaturen von bis -50 Grad heimgesucht. Dabei handelt es sich um sehr schneereiche Winter, die es den Tierherden erschweren, Futter zu finden. Ein Großteil der Viehherden der Nomaden stirbt dann aufgrund von Hunger und Kälte. Ihr Verlust stürzt die Menschen in Not und Armut, denn die Tiere sind ihr wichtigste Nahrungsquelle. Hinzu kommt, dass in der Mongolei eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und die Nomaden kaum Möglichkeiten haben, ihren Lebensunterhalt anderweitig zu bestreiten.

Was sind die konkreten Maßnahmen, mit denen ADRA die mongolischen Hirten unterstützt?

ADRA unterstützt die Nomaden bei der Bildung von so genannten Kooperativen. Dabei handelt es sich um Erzeugergemeinschaften, die durch den Zusammenschluss einzelner Bauern ihre Kompetenzen bündeln und damit eine bessere Markt- und Verhandlungsposition erreichen. Sie lernen Gemüse anzubauen, zu verarbeiten, zu lagern und haltbar zu machen. Sie pflanzen Viehfutter an und bauen Gewächshäuser. Gerade Gewächshäuser sind in den kalten Regionen der Mongolei wichtig, denn der Permafrostboden taut nur für kurze Zeit oberflächlich auf. Zusätzlich produzieren die Kooperativen traditionelle Kleidung und Produkte aus Wolle, Milch und Getreide für den lokalen Markt sowie den Export nach China und Russland. Dabei erhalten sie von ADRA Unterstützung in Form von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu Produktqualität, Ertragssteigerung, Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung.

Inwiefern unterstützt ADRA speziell die jüngere Generation, um sie vor Arbeitslosigkeit zu bewahren?

Als neue Maßnahme ist die Gründung eines so genannten „Youth Clubs“ hinzugekommen. Viele junge Leute sind zwar gut gebildet und studieren in der Stadt, können aber wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes anschließend keine Arbeit finden. Sie kehren zurück zu ihren Eltern aufs Land, wo ihre Zukunftsperspektiven aber auch nicht besser sind. Der „Youth Club“ bringt ihnen das Konzept der Kooperativen näher und lädt sie zum Austausch und Weiterbildung ein. So haben bereits viele junge Leute Interesse an der Arbeit innerhalb der Kooperativen gefunden und arbeiten aktiv mit. Auf diese Weise erhalten sie eine ganz neue Zukunftsperspektive.

Welche Fortschritte haben die Begünstigten bis jetzt gemacht?

ADRA hat in den vergangenen Jahren in mehreren Provinzen Kooperativen gegründet, die jetzt erfolgreich und eigenständig weitergeführt werden. Die Kooperativen des aktuellen Projektes haben mittlerweile ebenfalls einen hohen Grad an Professionalität erreicht und werden nach Ende des Projektzeitraums selbstständig weiterarbeiten können. Ihre Produkte können sich auf dem Markt behaupten und werden stark nachgefragt. Eine Besonderheit ist diesmal die Gründung eines Beautysalons in der Provinzhauptstadt Uliastai, der sogar zu den größten und erfolgreichsten des Landes gehört und den Arbeitsmarkt der Stadt positiv bereichert.

Was plant ADRA für die Zukunft?

ADRA strebt die Bildung eines Netzwerks von Stakeholdern bestehend aus Regierungsbehörden, Lehrinstituten und Wirtschaftsunternehmen an, welches sich künftig am Bildungs- und Professionalisierungsprozess der Kooperativen aktiv beteiligt. Es soll zukünftig die Aufgaben von ADRA übernehmen, die Kooperativen beispielsweise mit Trainings unterstützen und sie gegenüber Großhändlern vertreten. Auf diese Weise wird ein dynamischer Prozess angestoßen, der die ökonomische Infrastruktur des Landes zum Positiven verändern wird.

Anna Krikun, Regionalkoordinatorin Südostasien & Pazifik

 

Dieses Projekt wird unterstützt von:

Erfolgsgeschichten

Nasanerdene, 26, ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren: „Ich habe in einer Bank gearbeitet, allerdings nur als Vertretung und habe den Job anschließend wieder verloren. Dann habe ich mich mit Kooperativen beschäftigt und mich dazu entschlossen, selbst eine Kooperative zu gründen, von der meine Gemeinde profitieren kann. In Uliastai bin ich dann auf das Büro eines von ADRA initiierten Genossenschaftsverbandes gestoßen, wo ich sehr gut beraten und unterstützt wurde. Schließlich konnte ich die neue Kooperative am 21. Februar 2017 gründen.

Außerdem bin ich Mitglied und Gründerin des „Youth Clubs“.  Ich denke, es ist wichtig, dass angesichts der hohen Arbeitslosenquote auch junge Leute den Kooperativen beitreten. Denn sie geben ihnen eine neue Zukunftsperspektive. In unserem „Club“ tauschen wir Wissen und Erfahrungen aus und geben Trainings für neue Kooperativen und Produzenten geben. Ich bin ADRA dankbar, dass wir diese Chance bekommen haben!“

ADRA Deutschland e.V. feiert 30-jähriges Bestehen

Nach Katastrophen ist ADRA schnell vor Ort und hilft den Betroffenen.

30 Jahre ADRA Deutschland heißt 30 Jahre Engagement und Hilfe für Menschen nach christlichen Werten. Dabei war es ADRA immer ein besonderes Anliegen, Menschen nicht nur eine kurzfristige Hilfeleistung zukommen zu lassen, sondern ihnen im Sinne der Entwicklungszusammenarbeit Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen, damit sie auf lange Sicht eine bessere Perspektive haben.

Derzeit ist ADRA in 76 verschiedenen Projekten weltweit tätig, die sich in unterschiedliche Arbeitsgebiete unterteilen.

In mehreren Ländern Afrikas wie Südsudan, Äthiopien und Kenia kämpft ADRA gegen die akute Hungernot, unter der aktuell Millionen Menschen leiden. Im vom Bürgerkrieg geplagten Jemen ist ADRA mit zwei mobilen medizinischen Einheiten unterwegs, um die Cholera-Epidemie einzudämmen und Gesundheitsversorgung zu leisten. In Somalia engagiert sich ADRA seit 25 Jahren im Bildungssektor und hilft dabei, das Land zu stabilisieren.

Das sind nur wenige Beispiele, die neben Katastrophenhilfe die vielfältige Arbeit von ADRA dokumentieren. Diese Arbeit ist nur möglich dank der Spenden, die ADRA erhält. Mit Ihrer Hilfe kann ADRA Missstände bekämpfen, Vorsorge treffen und vielen Menschen weltweit zu einem besseren Leben verhelfen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, mit der ADRA die nächsten 30 Jahre genauso erfolgreich weiterarbeiten wird.

> Unterstützen Sie die Spendenaktion zugunsten der humanitären Arbeit von ADRA. Damit Menschen wieder hoffen können!

Neue Hoffnung für Vertriebene im Südsudan

Der Bundesstaat Upper Nile steht u.a. seit Beginn des Bürgerkrieges im Dezember 2013 im Zentrum der humanitären Hilfe. In die Bezirke Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors sind viele Menschen geflohen und haben sich dort angesiedelt. Dawit Mehari, Länderkoordinator Äthiopien und Südsudan, war vor Ort und schildert, wie ADRA den Hunger in der Region bekämpft.

Die Bauern können einen guten Ertrag erwarten.

Bauern bei den gemeinsamen Feldarbeiten

Die Bauern verkaufen einen Teil ihrer Ernte auf dem lokalen Markt

Die Tiersterblichkeit ist erheblich zurückgegangen und die Rinder produzieren deutlich mehr Milch als vorher.

Ein Fischer bereitet sein Netz vor.

Fischer kehren mit ihrem Fang zurück.

Die Fische werden getrocknet und sogar über die Landesgrenze hinaus verkauft.
Wie ist die Lage in der Projektregion aktuell?

Im Gegensatz zu anderen Regionen im Südsudan, ist die Lage in den Bezirken Nasir und Ulang relativ stabil, aber dennoch zeitweise fragil. Sporadisch kommt es in diesem Gebiet zu kämpferischen Auseinandersetzungen und ethnischen Konflikten. Das Zusammenleben mit den Gastkommunen verläuft dagegen friedlich. Derzeit ist Regenzeit und die Menschen bestellen ihre Felder.

Was sind die größten Probleme für Vertriebene und Gastkommunen?

Alle Binnenvertriebenen müssen ganz von vorne beginnen, denn durch den Bürgerkrieg wurden ihre Dörfer zerstört und sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ihnen fehlt das eigene Land, Produktionsmittel und Vieh, um sich selbst versorgen zu können. Des Weiteren reichen ihre landwirtschaftlichen Kenntnisse, die auf traditionellen Methoden beruhen, nicht aus, um eine höhere Produktivität zu erzielen. Dies ist aber erforderlich, um Überschüsse zu erwirtschaften, damit sie Rücklagen und Vorräte bilden können. Wiederholt kommt es zu Ernteverlusten durch saisonal bedingte Überflutungen und Schädlingsbefall. Ein weiteres Problem ist die Tiersterblichkeit, die aufgrund von Krankheiten und fehlenden präventiven Impfungen recht hoch ist. Insgesamt führen alle diese Faktoren letztendlich zu chronischem Hunger und Mangelernährung.

Wie hilft ADRA den Hunger bzw. die chronische Ernährungsunsicherheit zu bekämpfen?

Alle Maßnahmen von ADRA sind darauf ausgerichtet, dass sich die Menschen langfristig selbst helfen können. Nachhaltigkeit ist uns ein Anliegen. Deshalb werden Produktionsmittel für Landwirtschaft und Fischerei an die Menschen verteilt, damit sie ihre Lebensgrundlage wieder aktiv mitgestalten können. Um das bestehende Potential voll auszuschöpfen, erhalten sie Schulungen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Techniken einschließlich Fischerei. Neben der Landwirtschaft und Fischerei ist die Viehhaltung für die Menschen von essentieller Bedeutung. Abgesehen vom Besitz des Viehs, dient die Milch der Ernährung, während Dung ein wesentlicher Bestandteil der organischen Landwirtschaft ist. Den Menschen werden tiermedizinische Kenntnisse vermittelt und es werden tiermedizinische Dorfhelfer ausgebildet, welche in Zusammenarbeit mit Veterinärmedizinischen Fachkräften (von ADRA) Behandlungen von Tieren durchführen.

Welche Projektaktivitäten gibt es noch?

Darüber hinaus werden Workshops zur Führung von Kleinstunternehmen durchgeführt, damit die Begünstigten lernen, wie sie ihre Erzeugnisse vermarkten und Rücklagen bilden können. Zu diesem Zweck werden auf Dorfebene „Spar- und Kleinkreditgruppen“ geschult, die ähnlich einer Bank Geld ansparen und für Investitionen verleihen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Aufbau von Saatgutbanken. So wird sichergestellt, dass ausreichend Saatgut der wichtigsten und resistenten Kulturarten und einheimischen Getreidesorten erhalten bleiben, die den Bauern für die nächste Aussaat zur Verfügung stehen und nicht im Fall von Hungersnöten verzehrt werden. 

Was hat ADRA seit Beginn des Projekts im November 2015 in der Projektregion erreicht?

Mit den Hilfsmaßnahmen hat ADRA insgesamt 10.000 Haushalte erreicht und in der Land- und Viehwirtschaft, Fischerei und Einkommensförderung unterstützt. Die Begünstigten konnten sehr gute Erfolge erzielen. Sie haben Überschüsse an Getreide und Gemüse sowie aus dem Fischfang erwirtschaftet und einen beträchtlichen Teil auf den lokalen Märkten verkauft. Zum Teil werden die Fische getrocknet und sogar über die Landesgrenze hinaus verkauft. Von dem Verkaufserlös haben die Menschen Rücklagen gebildet, auf die sie in schweren Zeiten zurückgreifen oder in ihre Produktion reinvestieren können. Außerdem ist die Tiersterblichkeit erheblich zurückgegangen und die Rinder produzieren deutlich mehr Milch als vorher. Die Milch dient den Menschen als Lebensmittel und trägt zu einem zusätzlichen Einkommen bei.

Was sind die langfristigen Ziele von ADRA im Südsudan?

Um Nachhaltigkeit zu erreichen, brauchen die Menschen noch weiterhin Unterstützung, deshalb strebt ADRA an, den Projektzeitraum zu verlängern. Nur so kann die Eigenständigkeit der Menschen langfristig sichergestellt werden. Außerdem soll das Projekt durch weitere Komponenten ergänzt werden, wie zum Beispiel durch die Einrichtung von dörflichen Tierapotheken und solarbetriebenen Bewässerungssystemen sowie Schulungen zu verbesserten Fischtrocknungsmethoden.

Dawit Mehari, Länderkoordinator für Äthiopien und Südsudan

 

Dieses Projekt wird unterstützt von

Erfolgsgeschichten

Marry Yor Deng wurde 2014 aus ihrem Heimatdorf vertrieben. Jetzt führt sie ein kleines Restaurant und einen Laden in Mandeng Payam, sie sagt: „Bevor ADRA kam, wusste ich nicht, wie man ein Geschäft führt, wie man die Produkte vermarktet und Rücklagen bildet. Ich hatte kaum Einkommen und wenig zum Essen. Dank ADRA konnte ich an Schulungen teilnehmen, die mir dabei geholfen haben, mein Geschäft erfolgreich aufzubauen und zu führen. Jetzt können meine Kinder und ich drei Mahlzeiten am Tag essen und ich kann meine Familie gut versorgen.“

Choat Nyang Riek gehört zur Fischergruppe in Makak Payam. Hierhin floh er im Januar 2016. Von ADRA erhielt er eine Ausrüstung zum Fischen und es wurden ihm Basiskenntnisse für Kleinstunternehmen vermittelt, er sagt: „Ich gehe jetzt nicht nur fischen, sondern ich habe gelernt, wie ich die Fische vermarkten und profitabel von der Fischerei leben kann. Ich kann meine Familie wieder versorgen und die Schulgebühren für meine Kinder bezahlen. Wir essen wieder drei Mahlzeiten am Tag und müssen nicht mehr hungern.“