Armutsbekämpfung in Somalia durch Stärkung des Bildungssystems

Das Bildungssystem Somalias ist aufgrund jahrelanger politischer Konflikte und Bürgerkriege fast völlig zerbrochen und ist bis heute stark geschwächt. Die Quote der Analphabeten ist eine der höchsten weltweit. ADRA engagiert sich in Somalia seit 25 Jahren im Bildungssektor, um zur Armutsreduzierung beizutragen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu fördern und auszubilden.

Somalia gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 60 Prozent der Bevölkerung leben als viehzüchtende Nomaden und Halbnomaden. Durch die damit verbundene Lebensweise der Wanderwirtschaft und die bis heute andauernde Dürre können Kinder nicht regelmäßig eine Schule besuchen. Ein weiterer Grund ist der Jahrzehnte anhaltende Bürgerkrieg. Aufgrund der jahrelang nicht funktionierenden Regierung wurden zerstörte Schulen nicht instandgesetzt und der Bildungssektor vernachlässigt. Kostengünstige öffentliche Schulen waren kaum vorhanden und es gab wegen der fragilen Sicherheitslage wenig Lehrer, die unterrichteten. Bildungsangebote gab es hauptsächlich an privaten und religiösen Schulen sowie an Einrichtungen, die von internationalen Organisationen geführt werden. Die Analphabetenquote Somalias liegt bei 62 Prozent und ist eine der zehn höchsten weltweit. Laut UNICEF besuchten 2017 weniger als ein Drittel der Kinder im Einschulungsalter eine Schule. Zudem liegt das Einschulungsalter vieler Schüler deutlich höher als das vorgesehene Alter von sechs Jahren. Das Bildungssystem Somalias wird durch die neue Regierung seit 2012 langsam neu organisiert. 2013 wurde ein Bildungsministerium gebildet.

ADRA arbeitet eng mit dem Bildungsministerium Somalias zusammen

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben mit eigenem Einkommen. Die Maßnahmen, die ADRA in Somalia realisiert, erfolgen nach einem ganzheitlichen Ansatz auf mehreren Ebenen. ADRA unterstützt das Bildungsministerium dabei, neue Schulgebäude zu bauen und nutzbare auszubessern. In der Hauptstadt Mogadishu wurde kürzlich die erste staatliche Schule eröffnet, die ADRA gemeinsam mit dem somalischen Bundesministerium errichtet hat. Im Rahmen dieser Projektmaßnahmen erhalten 49.990 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Zugang zu Bildungsangeboten, darüber hinaus werden 8.500 Kinder und 1.200 Jugendliche aus Vertriebenen- und Rückkehrer-Familien in das somalische Schulsystem integriert. Hier liegt der Fokus besonders auf der Förderung von Mädchen sowie der gleichberechtigten Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Krankheiten und Behinderungen. Zusätzlich zu der Verbesserung der Situation für die Schülerinnen und Schüler ist es für ADRA wichtig, staatliche Institutionen mit aufzubauen und die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, Lehrerinnen und Lehrer fort- und weiterzubilden sowie neue Lehrer auszubilden. Hier arbeitet ADRA eng mit den staatlichen Akteuren wie der nationalen Universität zusammen, stellt Lehrmaterialien zur Verfügung und unterstützt bei der Vermittlung von psychosozialer Hilfe für Schüler, Eltern und Lehrer, um die Folgen des Bürgerkrieges zu verarbeiten.

 

Projektlaufzeit: 04.11.17 – 03.11.21

Dieses Projekt wird gefördert durch