wie erneuerbare Energien Leben in Vietnam verändern

In den nördlichsten Bergregionen Vietnams gelegen, beeindruckt Bao Lac die Besucher mit seiner atemberaubenden Natur und ethnischen Vielfalt. An den Hängen sind Reisfelder angelegt und Bäche durchfließen die malerische Landschaft. Aber die Idylle trügt. Die Menschen, die in dieser entlegenen Region leben, führen ein beschwerliches Leben in Armut. Vor allem fehlt es ihnen an zuverlässigen und nachhaltigen Energiequellen.

Xuyen mit ihrem Enkelsohn
Xuyen mit ihrem Enkelsohn

ADRA hat im Bezirk Bao Lac ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem klimaresistente Landwirtschaft und erneuerbare Energien gefördert werden. Schon jetzt hat das Projekt das Leben der Menschen maßgeblich zum Positiven verändert.

Wasserkraft bringt Leben in die Häuser

„Als es noch keinen Strom gab, war es überall dunkel, still und eintönig. Abends versammelte sich die Familie im Haus, aber wir konnten nicht viel machen. Die Kinder gingen früh zu Bett und lernten nichts mehr für die Schule. Ich weiß, dass einige Kinder die Schule deswegen abgebrochen haben, weil sie im Unterricht nicht mitkamen. Dann kam das Licht in unser Dorf. Das hat unser Leben verändert“,

sagt Xuyen, die mit ihrer Familie im abgelegenen Dorf Na Tong lebt. Dank einer Wasserkraftanlage hat ihre Familie endlich Strom und Licht in den Abendstunden.

 

Frau DaoDas Leben von Frau Dao, 79, ist eine Geschichte voller Traurigkeit und Entbehrungen. Nach traditionellem Brauch heiratete sie sehr früh, blieb nach unglücklicher Ehe aber alleinstehend zurück:

„Ich fühlte mich als Belastung für meine Familie. Als ich jung war konnte ich keine Arbeit finden, um meine Familie zu unterstützen und im hohen Alter bin ich durch mein nachlassendes Augenlicht sehr eingeschränkt. Dank der neuen Beleuchtung im Haus kann ich jetzt viel besser sehen und wieder leichte Hausarbeiten ausführen. Trotz meines Alters fühle ich mich endlich wieder nützlich für meine Familie!“

Biogas schützt Umwelt und Gesundheit

Ein durchschnittlicher Haushalt in den Bergregionen Vietnams hat vier Schweine und zwei bis drei Kühe oder Ochsen. Die Verwendung der tierischen Abfälle zur Produktion von Biogas ist eine praktische Lösung, um dauerhaft Energie für die Haushalte zu erzeugen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Trieu Van hat zwölf Schweine, die tierischen Abfälle bereiteten ihm aber Sorgen:

„Wir nutzen einen Teil der Abfälle auf den Feldern als Dünger. Aber es bleibt noch eine Menge übrig, für die es keine Verwendung gab. Bisher gab es keinen Ort, an dem wir die Rückstände sammeln konnten. Bei der Reinigung der Tiere versickerte das Wasser zusammen mit den Fäkalien in der Umgebung des Hauses und stellte ein Gefährdung für die Umwelt und unsere Gesundheit dar.“

Mit der neuen Biogasanlage können jetzt alle tierischen Abfälle sinnvoll genutzt werden. Die Anlage ist ein geschlossenes System und hilft dabei, Luft-, Boden- und Grundwasserverschmutzung zu reduzieren. Zudem wurden unterhalb der Ställe Becken gebaut, in denen die tierischen Abfälle gesammelt und direkt in den Faulbehälter weitergeleitet werden. Das reduziert spürbar die schlechten Gerüche.

Thong mit seinem EnkelkindDie Familie von Thong besteht aus fünf Erwachsenen und einem kleinen Kind, das zwei Jahre alt ist. Pro Tag benötigen sie ein Bündel Holz. Das Volumen verdoppelt sich in der Winterzeit und subsumiert sich auf 30 Kubikmeter Holz pro Jahr.

„Das Sammeln von Brennholz obliegt meiner Frau und meiner Schwiegertochter. Sie gehen eine lange Strecke, manchmal bis zu vier Kilometer, um den Wald zu erreichen. Diese Arbeit ist mühsam und zeitaufwendig, “ so Thong.

„Mit der Umstellung auf Biogas gibt es viele positive Veränderungen für unser Leben. Das Wasser kocht schneller, im Haus entsteht kein schädlicher Rauch mehr und niemand muss den beschwerlichen Weg auf sich nehmen und Brennholz holen. Aber die wichtigste Veränderung ist, dass weniger Bäume gefällt werden und die fruchtbaren Böden geschützt bleiben!“

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