Welternährungstag – Die nächste Hungerkrise ist schon da!

Die Welt war auf einem guten Weg! Das Ziel „Eine Welt ohne Hunger bis 2030“, ausgegeben von den Vereinten Nationen (UN) als eines der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele, schien möglich. Bis 2015 mussten immer weniger Menschen hungern. Doch seitdem steigt die Zahl wieder an. Die Gründe dafür sind altbekannt: Armut, Kriege und der Klimawandel. ADRA stemmt sich in den Projekten gegen diesen Trend.

Hungerkrisen schaffen es bei uns meist nicht in die Nachrichten. Wenn, dann nur als Kurzmeldung oder Randnotiz. Dabei ist das Problem global und betrifft ein Drittel der Weltbevölkerung. Nach Angaben der UN leben 2,37 Milliarden Menschen ohne Zugang zu ausreichend gesundem Essen. Die Corona-Pandemie war ein echter Brandbeschleuniger: gegenüber 2019 ist die Zahl um 320 Millionen Menschen angestiegen. Menschen sind mangelernährt, wenn ihre Ernährung einseitig und arm an lebenswichtigen Nährstoffen ist. Das hemmt ihre Leistungsfähigkeit und führt zu einem insgesamt ungesunden Leben. Besonders betroffen davon sind Kinder, die durch den Mangel in ihrer Entwicklung verzögert sind. Drei Viertel
aller Unter- und Mangelernährten leben im ländlichen Raum. Dort gibt es zwar landwirtschaftliche Anbauflächen, doch es fehlt an Arbeit und Lohn. Dort, wo die Armut am größten ist, da herrscht Hunger.

Fast 1 Milliarde Menschen leben in extremer Ernährungsunsicherheit

Extreme Ernährungsunsicherheit, hinter diesem technischen Begriff versteckt sich Hunger in seiner brutalsten Form. Menschen, die in ihrer Verzweiflung alles halbwegs Essbare zu sich nehmen, wie Blätter oder Insekten. Eltern, die den ganzen Tag nichts essen, um ihren Kindern wenigstens eine Mahlzeit zu ermöglichen. Und Babys, die noch nie in ihrem Leben satt waren. Die Zahl der Menschen in einer Hungersnot ist gegenüber 2019 um 148 Millionen Menschen gestiegen und beträgt nun 928 Millionen Menschen.

Drei Gründe und ein Brandbeschleuniger

Leidtragende von Konflikten, Klima- und Konjunkturkrisen sind immer die Ärmsten einer Bevölkerung. Sie können keine Rücklagen bilden, sie leben von der Hand in den Mund. Ohne Rücklagen trifft sie eine Naturkatastrophe, ein bewaffneter Konflikt oder eine Phase der Arbeitslosigkeit härter. So zum Beispiel in Ostafrika. Dort hat im letzten Jahr eine Heuschreckenplage ungekannten Ausmaßes die Feldfrüchte vernichtet. In Kenia, Somalia und Äthiopien konnten die Landwirte nichts ernten und waren, sofern sie keine Vorräte hatten, auf Unterstützung angewiesen. Die Heuschreckenplage fordert
die Bevölkerung auch 2021 heraus, wie Dawit Mehari, Äthiopien-Referent von ADRA Deutschland e.V., berichtet.

Pandemie und Hungersnot

Durch den Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie hat sich die Hungerkrise noch verstärkt. Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und geschlossene Schulen stürzen arme Menschen vor nahezu unlösbare Aufgaben. Ihnen zu helfen hat sich ADRA Deutschland e.V. zum Ziel gesetzt. Deshalb hat die Hilfsorganisation im vergangenen Jahr fast 2 Millionen Euro in Ernährungsprojekte investiert. Das jahresübergreifende Budget beläuft sich auf über 12,6 Millionen Euro und hilft mehr
als 370.000 Menschen. ADRA bekämpft die Wurzeln der Hungersnot, die Armut und die Klimakrise. Durch Einkommens- und Ernährungsprojekte sowie durch Klimaanpassungsmaßnahmen hilft ADRA der Bevölkerung, widerstandfähiger gegen Katastrophen, Krisen und Kriege zu werden. Und ADRA leistet Nothilfe mit Lebensmittellieferungen. Durch die ADRA-Projekte wird mittel- bis langfristig die Resilienz gesteigert, damit Menschen wieder hoffen können.
Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag oder Welthungertag statt. Er macht darauf aufmerksam, dass noch immer zu viele Menschen auf der Welt an Hunger leiden.

Unterstützen auch Sie unsere Projekte im Bereich Ernährung unter dem Spendenstichwort „Hunger“.
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