„Und dann hörte ich das schreiende Baby“

Im Jemen fehlt es an allem, außer Gewalt. Durch den Krieg wurden viele Krankenhäuser zerstört und eine vernünftige Behandlung ist nur noch selten möglich. Das hat tödliche Konsequenzen. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei Leben gerettet werden, wie uns ein Vater im Jemen berichtete.

„Meine Frau war im neunten Monat schwanger. Als der Geburtstermin näher rückte, stieg bei uns beiden die Nervosität. Was, wenn etwas schief geht? Ich bin ein einfacher Mann ohne viel Geld oder ohne regelmäßiges Einkommen. Als dann schließlich meine Frau in den Wehen lag, kümmerte sich meine Mutter so gut es ging um sie.

Ich wartete angespannt vor der Tür und hoffte.
Plötzlich fing meine schwangere Frau an zu schreien und verlor das Bewusstsein. Meine Mutter war verzweifelt und rief um Hilfe. Ich konnte aber nichts anderes tun, als meine Frau auf den Arm zu nehmen und mit ihr Hilfe zu suchen. Eigentlich wollte ich ins Krankenhaus nach Sana´a, doch wer sollte uns hinbringen? Ich flehte überall um Hilfe. Ein Mann gab uns den Rat in die ADRA Gesundheitsstation zu gehen, die war näher.

Als wir bei ADRA ankamen ging es meiner Frau nicht besser. Ein Arzt und eine Hebamme kümmerten sich sofort um sie. Sie bekam Medikamente und ich hörte, wie die Hebamme sagte, dass meine Frau operiert werden müsse, um ihr Leben und das des Babys zu retten. Ich stimmte einem Kaiserschnitt zu und musste dann warten.

Die Operation dauerte zwei Stunden.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich fühlte, als ich mein Baby schreien hörte. Das schönste Geräusch meines Lebens. Die Krankenschwester kam aus dem Kreißsaal und reichte mir das Baby. Mir stiegen Freudentränen in die Augen, als ich sah, dass auch meine Frau wohlauf war!

Ich bin dem Arzt, der Hebamme und all den Freiwilligen so dankbar für ihren Einsatz. Sie haben ihre ganze Arbeit unterbrochen, um das Leben meiner Frau und des Babys zu retten!

Worte sind nicht genug, um all den treuen Menschen zu danken, die sich unermüdlich um die Kranken und Verletzten kümmern.“

ADRA hat einen Schwerpunkt der Arbeit im Jemen auf die Versorgung von Schwangeren und Kleinkindern gelegt. Ihr könnt uns dabei unterstützen, zum Beispiel durch eine Spende in Höhe von € 110:

  https://adra.de/gift-catalogue/jemen_schwangerschaft/ Wir werden nicht aufhören, uns für die Menschen im Jemen einzusetzen. Bist du dabei?