UN-Gipfel: ADRA rückt zwei humanitäre Prinzipien in den Fokus

Jonathan Duffy
Jonathan Duffy
Am zweiten Tag des UN-Gipfels für humanitäre Hilfe (WHS) in Istanbul beschrieb Jonathan Duffy, Präsident von ADRA International, zwei Herausforderungen, denen sich ADRA in besonderer Weise widmet.

Istanbul/Weiterstadt 25.05.2016. Der Einladung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zum ersten UN-Gipfel für humanitäre Hilfe in Istanbul waren neben Regierungsvertretern auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen  gefolgt. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) wurde durch ihren Präsidenten Jonathan Duffy und den Leiter des UN-Verbindungsbüros Frank Teeuwen vertreten.

Duffy sprach auf dem Gipfeltreffen über zwei humanitäre Prinzipien. ADRA setze den Fokus seiner Arbeit darauf, niemanden zurückzulassen und außerdem das Leben der Menschen so zu verbessern, dass sie von Hilfeleistungen unabhängig werden. Die Verbindlichkeit dieser Kernaufgaben erläuterte Duffy wie folgt:

Niemanden zurücklassen

  1. ADRA verpflichtet sich vermehrt Maßnahmen zur Stärkung von Frauen und Mädchen durchzuführen, dazu zählt auch die Unterstützung lokaler Frauengruppen. Diese Aktivitäten betreffen bis zu 40 % unserer Programme.
  2. ADRA verpflichtet sich eine umfassende Sexualaufklärung und nachhaltige Gesundheitsfürsorge zu gewährleisten. Dies betrifft bis zu 50 % unserer Projekte mit dem Ziel der selbstbestimmten Familienplanung für Frauen und Mädchen in Krisenregionen.
  3. ADRA verpflichtet sich politische Ansätze zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt zu unterstützen und zu verbessern. Entsprechende Maßnahmen werden besonders in solchen Regionen gefördert, die verstärkt von der Gewalt gegen Frauen und Mädchen betroffen sind.
  4. ADRA beabsichtigt in allen Programmen, die Gleichstellstellung der Geschlechter zu berücksichtigen und innovative Lösungsansätze zu finden.
  5. ADRA fördert seit den Anfängen im Jahr 1956 die Gleichstellung der Geschlechter, sowie die politische Mitwirkung und Rechte von Frauen. Dies ist ein unverrückbarer Bestandteil unseres Auftrages. Wir verpflichten uns, die Arbeit, entsprechend unseres humanitären Auftrages und den dazugehörigen Rahmenbedingungen, fortzuführen.

Menschenleben ändern – Die Abhängigkeit von Hilfeleistungen beenden

  1. ADRA verpflichtet sich die humanitäre Hilfe bei Notfalleinsätzen zu intensivieren. Hierbei ist die regionale und lokale Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen für die weitere Entwicklung von innovativen Lösungsansätzen unerlässlich.
  2. ADRA hat eine langjährige Erfahrung bei der Durchführung von Notfalleinsätzen und verpflichtet sich diese fortzuführen. Außerdem verpflichtet sich ADRA zu einer flexiblen Mobilisierung von Ressourcen sowie einem umfassenden Trainingsangebot für Mitarbeiter.
  3. ADRA verpflichtet sich die Auswertung von Daten, zum Beispiel für den Einsatz von Frühwarnsystemen, zu optimieren. Diese Verpflichtung beinhaltet auch die Verbesserung von Maßnahmen, die ergänzend zu denen der Partnerorganisationen, durchgeführt werden.
  4. ADRA verpflichtet sich Kommunen zu fördern, bei denen Frauen in die Verantwortung einbezogen werden.