Ostukraine: Corona-Virus entlang der ‚Kontaktlinie‘

Seit 2014 ist Bürgerkrieg in der Ostukraine. Seit dem Ausbruch des Konfliktes leistet ADRA Deutschland humanitäre Hilfe in den Gebieten Donezk und Luhansk. Im Dezember letzten Jahres wurde ein Projekt fortgesetzt, dass den humanitären Schutz, die psychosoziale Gesundheit, den Zugang zu Basisdienstleistungen und zu Trinkwasser der betroffenen Bevölkerung verbessert. Das Projekt richtet sich an insgesamt 13.900 Personen, vor allem ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Verletzte. Diese Gruppe ist auch besonders anfällig für die Ansteckung mit dem Corona-Virus. Deshalb sind besondere Maßnahmen und Umplanungen nötig.

In dem Projekt wird der Hygieneteil umgeplant. Anstatt jetzt Wasseraufbereitungsanlagen in geschlossenen Schulen zu bauen, bringen wir die Reinigungsmittel und das Wissen um die richtige Anwendung zu den Menschen nach Hause. Genauso verhält es sich mit den Krankentransporten. Anstatt Patientinnen und Patienten zum Arzt zu bringen, kommt nun das medizinische Personal zu den Kranken. Dadurch steigt natürlich der Aufwand, doch für die gefährdeten Personen ist es so sicherer.

Menschen, die in einer unsicheren Lage leben, wie die Menschen in der Ostukraine, sind einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt. Deshalb ist auch psychosoziale Betreuung ein wichtiger Faktor des Projekts. Doch wie kann eine Einzel- oder Gruppentherapiesitzung unter dem Corona-Virus stattfinden? Digital! Die Therapien werden umgestaltet und erweitert. Zum einen werden Kinder einbezogen und gleichzeitig Gewaltprävention (häusliche Gewalt nimmt aufgrund der Isolation zu) integriert.

Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt und das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ unterstützt.