Nothilfe Ukraine: ADRA bereitet sich auf Notlage vor

Seit vielen Jahren engagiert sich das ADRA-Netzwerk in der Ukraine, auch ADRA Deutschland war bis 2020 mit Projekten entlang der Ostukraine vertreten. Gemeinsam mit Aktion Deutschland Hilft und dem Auswärtigen Amt haben wir psychosoziale Unterstützung für die Menschen an den Grenzen zu Luhansk und Donezk ermöglicht sowie die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. Nach dem Beginn der Kampfhandlungen in dieser Woche ist die humanitäre Lage in weiten Teilen der Ukraine unübersichtlich.

ADRA Ukraine ist mit 30 Mitarbeitenden in ihren Büros in Kiew, Kramatorsk, Mariupol und Mukachevo sowie lokalen ADRA Koordinatoren und Hunderten von Freiwilligen sehr aktiv und bereitet sich derzeit auf eine mögliche Notlage im Land vor.

Medizinische Hilfe

Momentan betreibt ADRA Ukraine aktive Projekte im Gesundheitssektor (einschließlich medizinischer Notdienste) sowie psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung. Diese Projekte befinden sich entlang der Kontaktlinie, um die isolierten Siedlungen mit Nötigsten zu versorgen.

Wasserversorgung

Da bereits vor dem Beschuss viele Dörfer und Städte entlang der Kontaktlinie keine oder nur eine sehr eingeschränkte Wasserversorgung hatten, laufen auch in diesem Bereich Projekte, mit denen die Wasserversorgung der Bevölkerung wieder sichergestellt werden soll. Bis zur Fertigstellung sind jedoch weiterhin Wassertransporte in diese Regionen notwendig. Derzeit geht man davon aus, dass bereits in wenigen Tagen ca. 90.000 Menschen auf Wassertransporte angewiesen sein werden.

ADRA Ukraine braucht Unterstützung

ADRA Ukraine hat bereits kommuniziert, in welchen Bereichen Hilfe benötigt wird:

  • Finanzielle Mittel, um das WASH-Programm (Wasserversorgung) im Osten der Ukraine fortzusetzen, da Tausende von Bewohnern in den abgelegenen Dörfern entlang der Kontaktlinie aufgrund des Beschusses keinen Zugang zur Grundversorgung, insbesondere Wasser, haben
  • Unterkünfte für die Überwinterung von Geflüchteten
  • Bevorratung von Nahrungsmitteln, Wasser und Hygieneartikeln, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in Flüchtlingslagern an Bedürftige zu verteilen
  • Beschaffung von Benzin zum Betanken von ADRA-/Partnerfahrzeugen, um die gefährdete Bevölkerung zu evakuieren, wenn die lokalen Behörden nicht in der Lage sind, dies zu tun.

ADRA Deutschland prüft Einsatz

Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort sondieren wir die humanitäre Lage und prüfen mögliche Nothilfeeinsätze in der Ukraine und – für den Fall größerer Fluchtbewegungen – auch in den Nachbarländern. Wenn Sie die humanitäre Arbeit von ADRA in der Ukraine unterstützen möchten, spenden Sie bitte unter dem Stichwort „Notfall Ukraine“.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine. Wir hoffen auf ein baldiges Ende der Gewalt und Frieden in der Region.

Quelle: ADRA Ukraine, ADRA Schweiz, APD Schweiz


Mitarbeiter von ADRA Ukraine helfen bei der medizinischen
Versorgung (Foto aufgenommen am 09.02.2022)

Unterstützen auch Sie die Arbeit von ADRA mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort „Nothilfe Ukraine“