Neuer Ebola-Fall in der Demokratischen Republik Kongo

Während das Corona-Virus die Welt in Atem hält, haben die Menschen in der Demokratischen Republik (DR) Kongo gleich drei tödliche Herausforderungen zu meistern: ein neuer Fall von Ebola, die Ausläufer einer Masern-Epidemie und jüngst auch das Corona-Virus.

Ebola im Kongo - ADRA hilft
MedizinerInnen in Schutzkleidung

Die Hoffnung auf ein Ende der zehnten Epidemie war groß. Am 6. März wurde laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die letzte Ebola-Patientin aus ihrer Quarantäne entlassen. Damit die Epidemie offiziell beendet werden kann, soll laut WHO für die Dauer von zwei Inkubationsperioden, also 42 Tagen, kein neuer Fall auftreten. Den Menschen in der DR Kongo war dies nicht vergönnt, nach 36 Tagen wurde am Karfreitag wieder ein bestätigter Fall gemeldet. Dem Ebola-Virus sind fast 2.300 Menschen zum Opfer gefallen, knapp 1.200 Menschen wurden infiziert und konnten geheilt werden. Wie wird die Bevölkerung auf den neuen Ebola-Fall reagieren? Ist die Bevölkerung bereits an Hygienemaßnahmen gewöhnt und kann deshalb besser mit der Bedrohung umgehen?

Klar ist, die DR Kongo war im letzten Jahr das Epizentrum einer Masern-Epidemie. Ohne flächendeckende Impfungen sind die Masern mehr als eine Kinderkrankheit. Sie führten in der DR Kongo zu über 6.000 Toten. Masern sind im Vergleich zu Ebola oder Corona hoch ansteckend. Während die Ansteckungszahl von Ebola durchschnittlich bei 1,5-2 Personen liegt, steckt bei Masern eine Person durchschnittlich 13-18 Personen an. So erklären sich auch die hohen Opferzahlen im Vergleich zu Ebola.

Impfungen sind möglich
Jedenfalls theoretisch. Es gibt einerseits Verschwörungstheorien und Misstrauen gegenüber den Impfungen, andererseits sind die betroffenen Regionen nicht leicht zugänglich oder wegen bewaffneter Auseinandersetzungen unsicher.

Die Corona-Pandemie ist gerade erst im Kongo angekommen. Es gibt bisher 300 gemeldete Fälle, darunter 22 Tote. Das Virus trifft auf eine geschwächte Bevölkerung, die unter dramatischen Mehrfachbelastungen leidet. Das wird die Sterblichkeit von CoVid-19 weiter steigern. In der DR Kongo ist ADRA aktiv und installiert an öffentlichen Orten in der Region Musienene Handwaschgelegenheiten und kümmert sich ganz besonders um Kleinkinder (0-23 Monate), werdende und stillende Mütter, die sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben. Außerdem gibt es eine psychologische Betreuung für Waisenkinder.