Integration und Selbsthilfepotential von geflüchteten Fördern

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, benötigen auf unterschiedlichen Ebenen Unterstützung. Um einen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland leisten zu können, wurde die Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Hanna Arhin-Sam, ADRA-Projektleiterin für Europa und Deutschland, erzählt im Interview, wer dahintersteht und was die Projekte bewirken.

Foto aus dem Projekt "Tolerant im Jerichower Land"
Foto aus dem Projekt „Tolerant im Jerichower Land“

Was genau ist die Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ und warum wurde sie ins Leben gerufen? 

„Gemeinsam für Flüchtlinge“ ist eine Initiative der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA), des Advent-Wohlfahrtswerks e.V. (AWW), der Theologische Hochschule Friedensau (ThHF) und ADRA Deutschland e.V. (ADRA). Sie möchte einen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland leisten, indem Flüchtlingsprojekte auf Basis der Gemeinden, Helferkreise sowie in kleinen Vereinen gefördert werden.

Wie viele Projekte gibt es derzeit und was sind die Schwerpunkte dieser Projekte?

Es gibt derzeit bundesweit 24 Projekte mit Flüchtlingen. Hauptziel ist die Integration der Geflüchteten in die Gesellschaft. Das heißt, es werden diverse Aktivitäten angeboten, die einerseits den Geflüchteten die Orientierung in der neuen Heimat erleichtern, andererseits sie aktiv zur Beteiligung animieren und sie bei der Planung mit einbeziehen. Hierzu zählen die Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen, Sprachkurse und Üben der deutschen Sprache, Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Begegnungstreffen, gemeinsamer Sport, musizieren oder kochen. Der gegenseitige Austausch steht immer im Vordergrund, um kulturelle Unterschiede kennenzulernen und zu verstehen. Man begegnet sich auf Augenhöhe und teilt das Leben miteinander.

Wie werden die Qualität und die Nachhaltigkeit der Projekte sichergestellt?

Verschiedene Punkte, wie Projektinhalte, die Planung, die Partizipation der Flüchtlinge sowie die Nachhaltigkeit, müssen bereits im Projektantrag dargelegt werden. Abhängig von der Projektlaufzeit wird halbjährlich oder zur Projekthalbzeit ein Zwischenbericht verlangt, in dem der Status quo abgefragt und eine Zwischenbilanz gezogen wird. Unter Umständen werden dann einige Punkte angepasst. Schließlich folgt der Abschlussbericht.

Die Nachhaltigkeit ergibt sich aus den Inhalten der Projekte. Beispielsweise werden keine einzelnen Aktionen, wie etwa ein Kulturfest, unterstützt. Ein Fest kann aber eine Komponente innerhalb eines langfristigen Projektes sein. Außerdem ist es wichtig, dass die Geflüchteten selbst gefragt werden, was sie benötigen und nicht über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Es wird zusammen erörtert, was machbar ist, um ihre Situation nachhaltig zu verbessern. Schließlich macht sich ADRA einen eigenen Eindruck der Projekte direkt vor Ort.

Wird es noch weitere Projekte geben und ist eine Verlängerung der Projekte geplant?

Im Prinzip können alle Projekte verlängert werden, die sich innerhalb der Gesamtlaufzeit bis September 2017 befinden. Die Freiwilligen machen eine sehr wichtige Arbeit, indem sie dabei helfen, die Geflüchteten in die Gesellschaft zu integrieren. Das benötigt Zeit und einen langen Atem. Deswegen möchten wir die Projekte so lange wie möglich fortführen.

Bis jetzt können auch weitere Gruppen oder Vereine, die Flüchtlingsarbeit leisten, einen Antrag auf Förderung einreichen. Erfüllt das Projekt die geforderten Kriterien, ist eine Förderung mit bis zu 5000 Euro möglich. Detaillierte Informationen dazu kann man auf der Homepage der Initiative www.gemeinsamfuerfluechtlinge.de nachlesen.

Hanna Arhin-Sam, ADRA-Projektleiterin für Europa und Deutschland

 

Dieses Projekt wird gefördert von: