Heimat – ein Ort, an dem man sich sicher und geborgen fühlt

Heimat – ein Ort, an dem man sich sicher und geborgen fühltHeimat ist da, wo man gelebt und sich geborgen gefühlt hat. Man muss dort nicht lange gelebt haben, aber eine Weile. Manche Leute unterscheiden Zuhause und Heimat nicht. Sie haben einen oder mehrere Orte, wo sie vielleicht ein Haus sowie Familie und Freunde haben und wo sie sich wohl fühlen.

Ich bin in England geboren, aber meine Familie ist sehr bald dort wegezogen. Aber ich besuche es manchmal und habe noch Freunde und Familie dort. Meine Muttersprache ist Englisch und es ist immer noch die Sprache, die in der Familie hauptsächlich gesprochen wird. Die Sprache ist für mich also ein Stück Heimat. Aber das Land nicht, weil ich dort nie länger als drei Monate gewesen bin.

Ich bin in Portugal aufgewachsen und als ich elf Jahre war, bin ich weggezogen. Es ist mein Zuhause. Also eins von mehreren. Und es ist auch meine Heimat. Ich habe da noch Freunde und sehr viele Erinnerungen. Ich fühle mich dort wohl und glücklich. Ich kenne mich dort aus. Ich hatte sehr viel Zeit, eine nahe Beziehung zu Portugal zu entwickeln.

Aber es ist nicht nur der Ort, an dem ich Heimat festmache. Was ich am meisten vermisst habe, als ich wegezogen bin, waren die Leute. Meine Freunde, die Leute mit dem ich aufgewaschen bin. Ich werde mich da immer wohl fühlen und es immer vermissen. Zuhause ist der Ort, den man vermisst, wenn man lange weg ist.

Der Ort, wo man geboren wurde, ist nicht automatisch Heimat. Es gibt auch viele andere Kriterien, ob ein Ort Heimat ist oder nicht. Zum Beispiel, ob man die Sprache spricht, ob Teile der Familie dort leben und wie oft man den Ort besucht.

Meine Schwester wurde zum Beispiel in Portugal geboren und ist da aufgewaschen, aber ihre Familie kommt aus England. Sie hat die englische Nationalität, aber sie fühlt sich sehr zu Portugal hingezogen und sagt, dass sie Portugiesin ist. Das es ihre Heimat ist. Für sie ist der Geburtsort sehr wichtig.

Es gibt keine festen Regeln, was für jemanden Heimat oder Zuhause ist. Manche fühlen sich dort, wo sie nur ein paar Tage lang waren, schnell Zuhause. Manche leben viele Jahre lang in einen Ort, wurden vielleicht sogar dort geboren, aber es geht ihnen dort nicht gut, sie haben keine Freunde, fühlen sich nicht sicher und wohl. Dann ist es auch kein Zuhause und keine Heimat.

Ich glaube, dass der Unterschied zwischen Zuhause und Heimat darin liegt, dass es nicht so schwer ist, einen Ort Zuhause zu nennen. Man lebt dort eine Weile lang, man ist glücklich. Aber um einen Ort seine Heimat zu nennen, braucht es etwas mehr. Einerseits einfach mehr Zeit, aber man muss auch wirklich eine Verbindung und Zugehörigkeit fühlen.

Ich konnte nach ein paar Monaten Deutschland mein Zuhause nennen, aber es hat Jahre gedauert, bis es eine Heimat war.

IRIS MONTGOMERY BESUCHT DIE 9.KLASSE UND HAT EIN PRAKTIKUM BEI ADRA IN BERLIN ABSOLVIERT. ADRA UNTERSTÜTZT WELTWEIT PROJEKTE FÜR MENSCHEN, DIE IHRE HEIMAT VERLOREN HABEN, ZUM BEISPIEL DURCH KLIMAVERÄNDERUNGEN, KRIEG ODER VERTREIBUNG. SPENDE UNTER DEM STICHWORT „HEIMAT“ FÜR MENSCHEN IN NOT AUF https://adra.de/spendenformular/.