Denk mal über Wasser nach! Am 22. März ist Weltwassertag

 An diesem internationalen Gedenktag soll dem Thema Wasser besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Warum ist das wichtig? 750 Millionen Menschen leben ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Milliarden ohne sanitäre Grundversorgung. Weltweit fließen 80 Prozent des Abwassers ungereinigt und ohne Weiternutzung zurück in die Umwelt.

1993 haben die Vereinten Nationen den 22. März zum Weltwassertag ausgerufen. Jedes Jahr gibt es einen neuen Fokus. 2017 werden sich die Veranstaltungen zum Weltwassertag mit dem Themen Abwasser und Abwassernutzung beschäftigen. Bei uns in Deutschland gibt es Wasser im Überfluss. In Afrika südlich der Sahara dagegen herrscht dauerhaft Wasserknappheit. Weltweit hat jeder achte Mensch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Derzeit sind 30 Länder der Welt von akutem Wassermangel bedroht. Dabei ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht.

Ohne Wasser ist kein Leben möglich

Wasser wird als Trinkwasser für Menschen und Tiere, für die Zubereitung von Speisen und für die Hygiene verwendet. Um Lebensmittel zu erzeugen, benötigen wir Wasser in der Landwirtschaft. In einigen Ländern werden 70 Prozent der Wasserressourcen für die Bewässerung der Felder verbraucht. Wasser in hohen Mengen steckt beispielsweise auch in der Produktion von Rindfleisch (15.000 Liter für 1 Kilogramm), Jeans (8000 Liter für ein Exemplar), Büchern (1650 Liter für einen umfangreichen Roman),) oder Tetra-Pack (4 Liter pro Behälter). Während in den Industrieländern Wasser zum Trinken jederzeit aus den Wasserhähnen und in den Supermärkten verfügbar ist, sieht es in Entwicklungsländern ganz anders aus. Oder können Sie sich vorstellen, Fußmärsche bis zu drei Tagen zurückzulegen und sich Flaschen oder Kanister aus Brunnen oder anderen Quellen abzufüllen? Oder einen offenen Eimer auf dem Kopf vom Brunnen nach Hause zu tragen? In vielen Regionen der Welt ist diese schwere körperliche Arbeit die Aufgabe der Frauen und Mädchen. Sie sind es, die täglich ihre Dörfer mit Wasser versorgen. 

ADRA ist Mitglied im WASH-Netzwerk

ADRA engagiert sich in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) und ist mit 20 deutschen Nichtregierungsorganisationen aus der humanitären Hilfe Mitglied im WASH-Netzwerk. Das Netzwerk wurde 2011 gegründet und teilt die Vision, allen Menschen zum Recht auf sicheren Zugang zur Wasser- und Sanitärversorgung zu verhelfen. ADRA transportiert in Krisengebieten Trinkwasser mit LKW in die Dörfer und verteilt es an die Bedürftigen. Des Weiteren werden Brunnen und Sanitäranlagen gebaut und Wasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung gestellt. Sanitäranlagen reichen von Grubenlatrinen einfachster Ausstattung bis zur Spültoilette. Hierfür ist die Installation eines Abwassersystems mit Leitungen Voraussetzung. Bei fehlenden oder unzureichenden sanitären Anlagen gelangen Fäkalien und Keime schnell ins Trinkwasser. Das Wasser wird verunreinigt und verursacht Krankheiten, die zum Tode führen können. 5.000 Menschen kostet verunreinigtes Wasser täglich das Leben. Eine gute Wasser- und Sanitärversorgung kann Krankheiten vorbeugen und schützt die Umwelt. Wasser ist ein kostbares Gut!