Bildung sprengt Ketten

Bildung und Ausbildung sind für die Zukunft jedes Menschen sowie der Gesellschaft richtungsweisend. Im Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf Bildung für jeden Menschen festgeschrieben. Deswegen setzt sich ADRA weltweit dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zur Schule gehen und eine Ausbildung machen können, wie diese Beispiele aus Thailand, Kenia und Libanon zeigen.

Thailand – ADRA fördert Selbstverantwortung

Viele Flüchtlinge aus Myanmar sind an den Grenzen zu Thailand in Camps untergebracht und dürfen diese nicht verlassen. Perspektivlosigkeit und Frustration bestimmen ihren Alltag. ADRA gibt den Geflüchteten durch unterschiedliche Ausbildungsprogramme die Chance, zur Selbstständigkeit zu finden und in ihre Heimat zurückzukehren.

Eh Paw lebte einst auf einem kleinen Bauernhof in Myanmar. Ihr Ehemann betrieb Viehwirtschaft, während sie sich um das Haus und die Kinder kümmerte. Aufgrund politischer Unruhen mussten sie alles aufgeben und leben seit zehn Jahren in einem Flüchtlingscamp in Thailand. Eh Paw hat vor Kurzem ein Ausbildungsprogramm in Hotelwesen absolviert, was ihr viel Spaß gemacht hat. Schon bald möchte sie nach Myanmar zurückkehren und in diesem Bereich weiterarbeiten.

Mehrere junge Männer aus dem Flüchtlingscamp lernen in einem Elektronikgeschäft in Mea Sot, wie man Waschmaschinen, Kühlschränke und andere elektronische Geräte repariert. Sie sind im Camp aufgewachsen und hatten bisher keine berufliche Perspektive. Durch das Ausbildungsprogramm sammeln sie erste Kenntnisse, die sie später weiter vertiefen können. Diese Fertigkeiten werden ihnen dabei helfen, in einem selbstständigen Leben außerhalb des Camps Fuß zu fassen.

Poe hat es bereits geschafft, das Flüchtlingscamp zu verlassen und sich ein neues, unabhängiges Leben in seiner Heimat aufzubauen. Er ist in einem Waisenhaus in Myanmar aufgewachsen und kam als 15-jähriger nach Thailand. Dort hat er wieder angefangen zu lernen und ein Ausbildungsprogramm in einem Computer- und Handyladen erfolgreich abgeschlossen. Anschließend eröffnete er seinen eigenen Computer- und Handyladen in Loikaw. Dort bietet er Software-Installationen und Reparaturen an und hat sich mittlerweile einen festen Kundenstamm aufgebaut.

Kenia – Neue Zukunftsperspektiven für Massai-Mädchen

Eine Mädchenschule in Kajiado bietet jungen Massai-Mädchen Zuflucht vor Zwangsehe und Beschneidung. Das Zentrum bietet ihnen Bildung, Sicherheit, medizinische Versorgung sowie ein familiäres und liebevolles Umfeld.

Die zwölfjährige Susan ist die Älteste von sechs Geschwistern. Sie wurde als zweite Frau an einen über 45-jährigen Mann verheiratet. Bereits vor der Hochzeit wurde sie beschnitten. Schließlich konnte sie aber gerettet und nach Kajiado gebracht werden. Dort besucht sie die Schule und hat schnell Fortschritte gemacht. Aus einem verängstigten Mädchen ist eine fröhliche Jugendliche geworden, die nun die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben hat.

Die vierzehnjährige Naserian (rechts) kam im Alter von neun Jahren nach Kajiado, als sie an einen 70-jährigen Mann zwangsverheiratet werden sollte. Naserian bedeutet Frieden und den möchte sie auch mit ihrer Familie haben. Ihr Verhältnis zu den Eltern wird durch Workshops und Dorfbesuche gestärkt. Auf diese Weise wird ein kultureller Bewusstseinswandel innerhalb der Familie Stück für Stück herbeigeführt.

Nashipae kommt aus einer großen polygamen Familie, die in extremer Armut lebt. Der Vater verbietet den Töchtern den Besuch der Schule. Zwei von Nashipaes Schwestern wurden bereits im frühen Kindesalter verheiratet. Eine andere Schwester, Reson, ist ebenfalls früh verheiratet worden, konnte jedoch acht Monate später durch eine Aktivistin gerettet und im Kajiado Adventist Rescue Centre untergebracht werden. Nun befinden sich Nashipae und Reson in Sicherheit, besuchen dieselbe Schule und sind somit vor Zwangsheirat geschützt. 

Libanon – Schulbildung für syrische Flüchtlingskinder

Im Libanon ermöglicht ADRA Flüchtlingskindern aus Syrien eine Schulbildung, die ihnen sonst aufgrund fehlender Kapazitäten im Land verwehrt wäre. In einer erweiterten Schule können sie ihre schulische Ausbildung in einem geschützten Umfeld fortzusetzen.

©Aktion Deutschland Hilft/Fulvio ZanettiniDer zwölfjährige Adnan lebt mit seiner Familie, die aus Syrien geflohen ist, in einem kleinen Lagerraum in Beirut. Sechs Stunden täglich arbeitet er bei einem Metzger, um seine Familie zu unterstützen. Gleichzeitig kann er jetzt wieder zur Schule gehen und seinen zukünftigen Lebensweg mitbestimmen.

 

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