Armut bekämpfen, Ressourcen schonen und Alternativen aufzeigen

Burundi gehört zu den am wenigsten entwickelten und am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Auch die Geburtenrate ist die höchste in Afrika. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze und hat keine ganzjährige Versorgung mit Lebensmitteln. Der Klimawandel und die Rodung des Kabila Nationalparks verschärft die Situation zusätzlich.

Im Einsatzgebiet von ADRA rund um den Kibira Nationalpark findet ein Kampf um Anbauflächen statt. Der Wald ist einerseits unabdingbar für die Wasserversorgung der Region, andererseits wird er durch illegale Rodung zurückgedrängt, um Platz für landwirtschaftliche Anbauflächen zu schaffen. An den Steilhängen sorgten einst Baumwurzeln für halt, durch die Rodung der Bäume kommt es nun immer wieder zu Erdrutschen, die Mensch, Tier und Ernten bedrohen. Weil den Anwohnern des Nationalparks anderweitige Einnahmequellen fehlen, werden sie weiter Bäume abholzen und versuchen, den Wald in landwirtschaftliche Nutzflächen umzuwandeln.

Wirtschaftliche Alternativen fördern, die nachhaltig sind

Um aus diesem Kreislauf auszubrechen bietet ADRA den Anwohnern nachhaltige wirtschaftliche Alternativen an. Ein zentraler Teil des Projektes besteht in der Einrichtung und Förderung von landwirtschaftlichen Produktionskooperativen. 50 lokale Gruppen lernen wassersparende Bewässerungsmethoden zum Anbau von Gemüsepflanzen in der Trockenzeit kennen, und wie ein besseres Management der Kooperativen funktioniert. Dank der Einrichtung einer Bewässerungsanlage konnte eine zusätzliche Ernte eingefahren werden. Überschüsse werden verkauft.

Die Vermarktung der produzierten Lebensmittel bietet noch Verbesserungspotenzial. Deshalb ist Teil des Projektes ein Alphabetisierungsprogramm, das vor allem Frauen schult und sie auf Führungsaufgaben in den Kooperativen vorbereitet, so dass Frauen verstärkt mit Führungsaufgaben betraut werden können.

Schulung in Anbautechniken gegen Mangelernährung

Um die Unterernährung, speziell von Kindern unter fünf Jahren, zu beenden werden Familien im Gemüseanbau unterrichtet und befähigt selbst die Nahrungsmittelversorgung zu verbessern. Dazu stehen ihnen Hausgärten zur Verfügung. Durch den Unterricht lernen sie vorhandene Flächen effizienter zu nutzen und durch clevere Anbautechniken gezielt gegen Mangelernährung vorzugehen. Die Familien ernähren sich abwechslungsreicher und gesünder.

Aus den Kooperativen heraus wird auch die Wiederaufforstung vorangetrieben. In Baumschulen werden Setzlinge gezogen und bei Zeiten ausgebracht. Zum Schutz des verbliebenen Kibira Nationalparks stattet und bildet ADRA Umweltkomitees aus. Diese patrouillieren im Wald, um illegale Holzfällung zu ahnden und sorgen als Multiplikatoren dafür, dass der Umweltschutz in den Köpfen und Herzen der Anwohner verankert wird.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner des Kibira Nationalparks ist der Wald eine Lebensader. Doch Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelknappheit erhöhen den Druck auf die Anwohner wirtschaftliches Kapital aus dem Nationalpark zu schlagen. ADRA bietet den Menschen alternative Formen der Landwirtschaft, steigert Effizienz und sorgt für ressourcenschonendes, nachhaltiges Wachstum zum Wohl der Menschen und der Natur. Damit schützt ADRA wiederum den Kibira Nationalpark, die größte zusammenhängende Waldfläche in Burundi und den größten CO2-Speicher des Landes und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

         

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