ADRA leistet Hilfe nach Zyklon „Winston“ auf Fidschi

Anna Krikun, Koordinatorin für die Region Südostasien & Pazifik, befand sich im Februar auf dem Weg nach Fidschi, als der gewaltige Zyklon „Winston“ auf die Inselgruppe traf und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Wie der Zyklon ihre Reise im wahrsten Sinne des Wortes durcheinandergewirbelt hat und welche Rolle Hollywood-Schauspieler Mel Gibson spielte, davon erzählt sie im Interview.

Was war der eigentliche Grund deiner Reise nach Fidschi?

Ich bin nach Fidschi geflogen, weil ADRA ein Projekt auf der Grundlage erneuerbarer Energien auf Vanua Balavu, einer Insel der Fidschis, beginnen wird. Mit Hilfe von Solaranlagen und Solarkochern soll die Energieversorgung von 500 Haushalten auf ökologische und effiziente Weise verbessert werden. Allerdings habe ich kurz vor meiner Abreise von dem schweren Wirbelsturm erfahren und bin dann in erster Linie zur Unterstützung des ADRA-Notfallteams auf Fidschi eingetroffen.

Welche Situation hast du bei deiner Ankunft auf den Fidschi-Inseln vorgefunden und was waren die ersten Hilfsmaßnahmen?

Als ich angekommen bin, haben wir uns zunächst ein Bild von der Situation gemacht. Viele Dörfer wurden zerstört – auch das Dorf, in dem ADRA das Solar-Projekt beginnen wollte. Die Menschen hatten alles verloren, hatten nichts zu essen und zu trinken. Deswegen haben wir als Soforthilfemaßnahme Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel verteilt. ADRA war eine der wenigen Hilfsorganisationen, die den Menschen auf Fidschi schnelle Hilfe geleistet hat.

Wie ist die aktuelle Lage?

Viele Menschen leben bis jetzt in Notunterkünften, weil sie ihre Häuser noch nicht aufbauen konnten. Die Notunterkünfte sind überfüllt und es fehlt an Nahrung und Sanitäranlagen. Deswegen werden die Betroffenen weiterhin von ADRA mit Lebensmitteln oder Lebensmittelgutscheinen unterstützt. ADRA versorgt sie außerdem mit Materialien zur Ausbesserung ihrer Häuser, damit sie die Notunterkünfte verlassen können. Bisher hat ADRA mehr als 10.000 Menschen mit den Hilfsmaßnahmen erreicht.

Wie geht es weiter? Vor welchen Herausforderungen steht ADRA auf Fidschi?

ADRA unterstützt die Menschen beim Aufbau ihrer Häuser, gerade auch im Hinblick auf das bereits geplante Projekt. Über 70 Prozent der Häuser auf Vanua Balavu wurden durch den Zyklon zerstört.  Zudem werden zur langfristigen Sicherung der Ernährung Saatgut und Setzlinge verteilt, denn die Menschen haben durch den Wirbelsturm auch ihre Ernten verloren. Zusammen mit dem Solar-Projekt werden diese Maßnahmen die Ernährungssituation und Gesundheit der Menschen nachhaltig verbessern.

Mel Gibson hat eine wichtige Rolle bei deiner Reise gespielt. Welche war das?

Wir haben uns gerade ein Bild von der Situation auf Vanua Balavu gemacht, als unser Flug nach Suva, der Hauptstadt von Fidschi, gestrichen wurde. Wir hatten nur noch wenig zu Essen und kein sauberes Wasser. Und es war unklar, wann der nächste Flug nach Suva gehen würde. Wir befanden uns in einer echten Notsituation. Mit Hilfe der lokalen Regierung konnten wir zur nahe gelegenen Insel Mago reisen, die Mel Gibson gehört. Wir durften in seinem Haus übernachten, wurden dort versorgt und am nächsten Tag mit dem Privatflugzeug nach Suva gebracht. Das war ein großes Glück für uns!

Anna Krikun, Regionalkoordinatorin Südostasien & Pazifik

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