Winterhilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien

Über 2,5 Millionen Menschen sind inzwischen vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen. Die Zahl derer, die aus Angst vor Angriffen ihr Heimatland Syrien verlassen, wird immer größer. ADRA unterstützt Flüchtlingsfamilien in Jordanien, die kaum noch Geld haben, sich die Miete zu leisten oder sich und die Familie für den herannahenden Winter adäquat vorzubereiten.

Eine Mutter flieht mit ihren Kindern | Bildquelle: Reuters/Zohra Bensemra
Oft ist eine Flucht der einzige Ausweg

Nur schwer kann man sich den tränenreichen Abschied in eine ungewisse Zukunft vorstellen. Keiner weiß, was morgen wird. Doch Alternativen gibt es nicht. Um den Menschen in ihrer Not zu helfen, hat ADRA ein Hilfsprojekt in Jordanien auf die Beine gestellt, das die Flüchtlinge auf die kalten Wintertage mit Nachttemperaturen nahe dem Gefrierpunkt vorbereitet. Sie konnten auf ihrer Flucht nur das Nötigste mitnehmen.

Ihr Erspartes fließt fast vollständig in Miet- und Lebenshaltungskosten. Für warme Winterkleidung reicht es nicht.

Bis Dezember versorgt ADRA mit Unterstützung eines lokalen Partners daher 3.500 besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien aus Syrien mit Winter-Hilfspaketen. Über 17.500 Menschen müssen dem Winter nun nicht mehr mit Angst entgegensehen. Sie sind in den Städten Irbid, Mafraq, Zarqa, Amman und deren Umgebung untergekommen. Erst kürzlich wies eine UNHCR Arbeitsgruppe auf den großen Bedarf an Hilfsgütern dieser Art hin, da bislang nur wenige Organisationen in diesem Bereich tätig werden. ADRA schließt diese Lücke. Zu den Hilfsempfängern gehören vor allem kinderreiche Familien, ältere Menschen und Witwen.

Ein Hilfspaket für 2 Erwachsene und 3 Kinder besteht aus:

  • 1 Schal für Damen
  • 2 Leggins für Damen
  • 6 Paar Socken für Erwachsene
  • 6 Paar Socken für Kinder
  • 1 Fleecejacke für Damen
  • 1 Fleecejacke für Herren
  • 3 Fleecejacken für Kinder
  • 2 Wollmützen für Herren/Damen
  • 3 Wollmützen für Kinder
  • 2 warme Decken

Die Kleidungsstücke werden vorwiegend von regionalen Anbietern bezogen, um Arbeitsplätze zu sichern und die lokalen Märkte zu unterstützen.

Situation in Jordanien spitzt sich zu

Über 60.000 Menschen haben sich in Jordanien bislang offiziell als Flüchtlinge registriert. Die Dunkelziffer liegt weit höher - knapp 180.000 Menschen sollen nach Angaben der Regierung bereits in das Land eingereist sein. Das Land mit einem Wüstenanteil von gut 95 Prozent kann den anhaltenden Flüchtlingsstrom kaum noch bewältigen. Wer kann, kommt bei Verwandten oder Bekannten unter. Die Mieten im Land sind horrend: längst ist Wohnraum für Tausende  unbezahlbar geworden. Sie suchen Unterschlupf in den Flüchtlingslagern.

Etwa 30.000 Menschen leben bereits im größten Flüchtlingslager Za'atari. Das fällt ihnen nicht leicht, denn in Syrien hatten sie eine eigene Wohnung, einen Job, oft sogar ein eigenes Auto. Jetzt sitzen sie mit der Familie in Großzelten, die den sandigen Wüstenwinden kaum standhalten. Man arrangiert sich und hofft auf Hilfe von außen, denn für den kühlen, verregneten Winter ist auch hier fast keiner ausreichend geschützt.

Um auch diese Menschen zu unterstützen, plant ADRA Deutschland ein weiteres Projekt, das sich auf Hilfe für die Bewohner der Flüchtlingscamps konzentriert. Winterfeste Notunterkünfte sollen ihnen über die kalte Jahreszeit helfen.

Spendenbeispiel: Mit einer Spende von 107 Euro können Sie in Jordanien einer Familie mit drei Kindern ein Winterhilfspaket zur Verfügung stellen.