Wasserkraft als Energielieferant für ein Krankenhaus im Hochland

Eisige Kälte, verschneite Berge und karge Landschaften: So kann man sich die Region Bamiyan im Zentralen Hochland Afghanistans im Winter vorstellen. Gesäumt wird das Landschaftsbild von vielen Flüssen. Um die kontinuierliche Energieversorgung des regionalen Krankenhauses zu gewährleistet startete ADRA im Juni 2014 im Hochland Afghanistans den Aufbau eines Wasserkraftwerks.

Aufbau eines Wasserkraftwerks

Auf fast 3000 Metern Höhe liegt das regionale Krankenhaus der Region Bamiyan. Es ist eine lebenswichtige Anlaufstelle für die Menschen in der abgeschiedenen Region. 5‘100 Patienten werden hier im Monat behandelt.

Strom für das Spital lieferte bislang ein Diesel-Generator, doch der dafür benötigte Treibstoff muss mühsam in gut 20 Stunden Fahrt von Kabul über Bergpässe bis hin zum Krankenhaus gebracht werden. Der Kostenaufwand für den Dieselgenerator liegt im Monat bei über 6.000 Euro. Durch diese extrem hohen Betriebskosten gibt es im Krankenhaus durchschnittlich nur wenige Stunden Strom pro Tag. Im Winter fällt die Versorgung oft ganz aus. Dieser Anfahrtsweg macht den Treibstoff nicht nur sehr teuer, sondern auch zu einem besonders kostbaren Gut. Denn im Winter ist die ohnehin schwierige Straße für die LKWs nicht passierbar.

Die schlechte Energieversorgung ist fatal für das Krankenhaus, denn wichtige elektronische Diagnosegeräte und Ausrüstungen für Eingriffe können mangels Strom häufig nicht verwendet werden. Eine Geburt beispielsweise wird so zu einem riskanten Eingriff. Die Abhängigkeit von der Stromverfügbarkeit macht deutlich, wie dringend das Hochland von Afghanistan auf Hilfe angewiesen ist.

Die Herausforderung für ADRA: Eine möglichst nachhaltige und günstige Energiequelle aufzubauen, mit der das Krankenhaus kontinuierlich und möglichst günstig mit Strom versorgt werden kann, um somit eine möglichst unterbrechungsfreie medizinische Hilfe leisten zu können.

Ganz nah an der Klinik entlang verläuft ein Fluss. Diese Energie nutzt ADRA und baut eine Kleinwasserkraftanlage mit 46kW auf. Durch die Nutzung dieser erneuerbaren Energiequelle reduzieren sich die Stromversorgungskosten drastisch.

Zwar friert auch dieser Fluss etwa zwei Monate im Jahr zu, doch in dieser Zeit kann das Krankenhaus mit Dieselvorräten betrieben werden. Nicht nur die Patienten des Krankenhauses, auch die insgesamt 150'000 Menschen der Region profitieren auf lange Sicht von diesem Projekt. Ihre medizinische Versorgung ist nachhaltig gesichert.