Verbesserte Lebensgrundlagen durch Umweltschutz und erneuerbare Energien

Für die ethnischen Minderheiten in den abgelegenen Gebieten des Bao Lac Distrikts in den Bergen Vietnams dienen die natürlichen Ressourcen als Lebensgrundlage. Deren Produktivität ist von den Wetter- und Klimabedingungen abhängig – doch besonders Vietnam bekommt die Folgen des weltweiten Klimawandels immer mehr zu spüren. Die Bewohner des Landes sind mit regelmäßig extremen Wetterphänomenen konfrontiert. Mithilfe von klimaresistenter Landwirtschaft und dem Einsatz erneuerbarer Energien hilft ADRA den Betroffenen, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.

Licht aus Wasserkraft

Weil sie zu den ethnischen Minderheiten des Landes gehören und es ihnen an Möglichkeiten fehlt, ihre Situation zu verbessern, leben die Bewohner der nördlichen Bergregionen Vietnams meist in Armut. Durch ihre ethnische Zugehörigkeit haben sie kaum Zugang zu Bildung, zum Markt oder formellen Finanzdienstleistungen. Diese Umstände zwingen sie, in die entferntesten ländlichen Gebiete zu ziehen, die wiederum am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Die Menschen im Bao Lac Distrikt verfügen nur über begrenzte Anbauflächen und wenige Wasserquellen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Viehzucht und Landwirtschaft angewiesen. Deren Erträge sind stark abhängig vom Wetter und den herrschenden Klimabedingungen. Wetterextreme zerstören jedoch häufig die komplette Ernte und auch die Wohnhütten der Menschen. Jedes Jahr kommt es beispielsweise zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die den Verlust von Ackerland nach sich ziehen. Da sich die Ackerflächen der Bewohner der Bergregionen an Steilhängen befinden und nicht in Terrassenform angelegt werden, wird der Boden schneller ausgewaschen und das Risiko von Erdrutschen und dem damit verbundenen Verlust von Ackerland verstärkt. Das führt vermehrt zu Brandrodungen und dem Niedergang des Waldbestandes, weil neue Anbauflächen gewonnen werden müssen.

Einsatz von Biogas

Um den Lebensunterhalt der Menschen nachhaltig zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, setzt das Projekt von ADRA auf die Förderung klimaresistenter Landwirtschaft und erneuerbarer Energien. Hierzu zählen Trainings zu klimaresistenten Agrartechniken wie Wiederaufforstung, Terrassenanbau, biologischer Landwirtschaft und tierischer Abfallwirtschaft. Im Zuge der Wiederaufforstung sollen Baumsetzlinge dafür sorgen, die Emission aus Entwaldung und Waldschädigung zu reduzieren.
Da die Bewohner des Distrikts über offenem Feuer kochen, leiden viele von ihnen wegen des aufsteigenden Qualms an gesundheitlichen Problemen. In Form von Biogas, das zum Kochen verwendet werden kann, hilft ADRA, das bestehende Gesundheitsrisiko zu verringern. Diese effektive Nutzung von Energie kommt auch der Umwelt zugute. Die meisten der Bewohner besitzen eigenes Vieh, sodass sie aus dessen Abfällen genügend Einsatzstoffe für die Biogasanlagen zur Verfügung haben. Außerdem wird damit den Frauen das Schleppen von schwerem Brennholz erspart. Als Nebenprodukt der Biogasanlage wird ein natürlicher Dünger produziert, der als Alternative zu chemischen Düngemitteln in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Wasserkraft nutzen

Durch den Einsatz von Wasserkraftgeneratoren sorgt ADRA dafür, dass die Familien mit Elektrizität versorgt werden. So können Kinder auch abends noch für die Schule lernen. Die Erwachsenen bekommen durch Fernsehen oder Radio Zugang zu Informationen, die für den Ackerbau und die Viehzucht relevant sind. In Trainings erhalten die Bewohner des Distrikts wichtige Informationen zum sicheren Umgang mit Elektrizität. Durch den gewonnenen Strom können auch andere elektronische Geräte betrieben werden, die den Alltag der Menschen erleichtern. Darüber hinaus ist es so möglich, ihre Hütten mit Licht zu versorgen und bei verschiedensten Aktivitäten gemeinsam Zeit zu verbringen – das fördert sie Gemeinschaft innerhalb der Familie und auch des Dorfes.