Sauberes Trinkwasser für Flüchtlingsfamilien und Schüler

Die Situation im Tschad ist alarmierend. 3,5 Millionen Menschen stehen vor einer Hungersnot. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ernteerträge um fast die Hälfte zurück. Die knappen Ressourcen und die überteuerten Preise für Nahrungsmittel machen es den Menschen schwer, sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor allem die ländlichen Gebiete im Osten Tschads wie die Regionen Ouaddai und Dar Sila sind betroffen. ADRA unterstützt vor allem Binnenflüchtlinge mit sauberem Trinkwasser.

Etwa 1,5 Millionen Menschen im Tschad, vor allem Flüchtlinge aus dem Sudan und Binnenflüchtlinge, benötigen dringend unsere Unterstützung im Kampf gegen Hunger und Durst. 90 Prozent der Einwohner Tschads verdienen ihr Geld in der Landwirtschaft. Doch gerade in diesem Bereich wird es immer schwerer zu überleben, denn Dürren und steigende Nahrungsmittelpreise schwächen Ertrag und Absatz der Waren.

Sauberes Trinkwasser für Flüchtlinge im Tschad

Im April startete ADRA ein Hilfsprojekt, um 15.000 Menschen im Tschad zu unterstützen. Innerhalb der nächsten sechs Monate kümmert sich ADRA speziell in den Regionen Ouaddai und Dar Sila um die dringenden Nöte wie Wasser, Sanitär und Hygiene, um so die Risiken tödlicher Krankheiten zu reduzieren. 75 Prozent der Begünstigten des ADRA-Projekts sind Binnenvertriebene und dringend auf Hilfe von außen angewiesen. Alle anderen sind ebenfalls Notleidende aus der Region. Finanziell unterstützt wird die Durchführung des Projekts vom Auswärtigen Amt.

1,5 Mio. Liter sauberes Wasser für Schulen

10 traditionelle, offene Dorfbrunnen werden desinfiziert und versiegelt, so dass von außen kein Schmutz mehr eindringen kann. Ein Handpumpenaufsatz hilft den Menschen, das Wasser einfach und schnell aus dem Brunnen zu holen. Das saubere Trinkwasser wird dann auch an 50 Schulen verteilt, in denen vor allem Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Insgesamt 1,5 Mio. Liter Wasser werden so in den sechs Monaten des Projekts an die Schulen ausgegeben.

Zusätzlich zur Trinkwasserversorgung stellt ADRA zwei Toilettenanlagen mit drei Toiletten für Jungen und drei für Mädchen in den Schulen auf und unterrichtet die Kinder in Hygiene. So werden schon die Jüngsten für das Thema sensibilisiert.

50 "Hygiene und Sanitär Clubs", bestehend aus jeweils fünf Mitgliedern, die Schulungen im Bereich Hygiene und Sanitär erhalten, sollen helfen, ihr Wissen an die gesamte Dorfbevölkerung weiterzugeben. Durch Poster mit verschiedenen Sanitär- und Hygiene-Maßnahmen in den Dörfern trainieren die Dorfbewohner ihr Wissen, bis sie es verinnerlicht haben.

ADRA verteilt 2.500 Hygiene-Kits an die Binnenvertriebenen, damit sie auch im Alltag das neu gewonnene Wissen umsetzen können.

Warum ist sauberes Trinkwasser so wichtig?

Nur 44 Prozent der ländlichen Bevölkerung im Tschad hat bislang Zugang zu sauberem Trinkwasser. In der Regel wird das Wasser von traditionellen Brunnen geholt, die keine Abdeckungen haben und somit nicht vor der Kontamination von außen geschützt sind. Dennoch trinken die Menschen das Wasser, um nicht zu verdursten. Die Folge sind Durchfallerkrankungen und der Ausbruch von Cholera. Vor allem in Kombination mit der Unterernährung kostet das vielen Kindern und Erwachsenen das Leben.

Binnenvertriebene brauchen besonderen Schutz

Immer wieder sprechen Hilfsorganisationen wie ADRA von Hilfe für Flüchtlinge und intern Vertriebene. Diese Binnenvertriebenen (IDPs) bestehen im Tschad hauptsächlich aus Frauen und Kindern, die vor Krieg, Gewalt oder Naturkatastrophen geflohen sind. Sie haben alles zurückgelassen und müssen in ihrer neuen Heimat wieder von vorn beginnen. Was hierzulande schon vielen schwerfällt, ist in Ländern wie Afrika ohne Hilfe von außen fast unmöglich.

Die Menschen im Tschad brauchen unsere Unterstützung – helfen auch Sie!