Starthilfe für ethnische Minderheiten

Nordthailand ist die Heimat verschiedener Bergstämme, die zum Teil vor Jahrhunderten aus den Hochebenen Tibets und Südchinas über Laos und Burma nach Thailand einwanderten. In der Vergangenheit war deren Populationsdichte gering. Sie kamen kaum in Konflikt mit der thailändischen Bevölkerung.

Mit der zunehmenden Bevölkerungsdichte steigen auch soziale Spannungen

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Lage im Norden Thailands jedoch verschärft. Die Bevölkerungsdichte steigt immens und das massive Abholzen der Bergwälder nimmt den Menschen die Lebensgrundlage. Ein zunehmender Kontakt mit der entwickelten, städtischen Bevölkerung führt außerdem zu sozialen Spannungen und Schieflagen unter den Bergstämmen. Als nicht thailändische Staatsbürger haben sie keinen rechtlichen Status und die Kinder können daher auch nicht in die Schule gehen. 70 Prozent der rund 5 600 Menschen leben unterhalb der in Thailand definierten Armutsgrenze von 1,5 USD/Tag.

Integriertes Projekt stärkt ethnische Minderheitsgruppen

ADRA hilft daher den armen, ethnischen Minderheitsgruppen in Nordthailand. Ein integriertes Dorf-Entwicklungsprogramm mit ganzheitlichem Ansatz soll die Lebenssituation der Menschen langfristig verbessern. ADRA sorgt für sauberes Trinkwasser und ermöglicht Kleinkredite, damit die Menschen Einkommen erwirtschaften und so ihren Lebensunterhalt sichern können. Zusätzliche werden Gesundheitskurse angeboten. Sie leisten wichtige Aufklärungsarbeit über mögliche Krankheiten und wie man sie bekämpfen kann.

Eine weitere, bedeutende Hilfeleistung ist die rechtliche Aufklärungsarbeit. ADRA verhilft den Menschen zur Staatsbürgerschaft, so dass deren Rechte gestärkt sind. Nur so erhalten die Kinder einen Zugang zur Bildung.