Schritt aus der Armut – ADRA unterstützt Roma in Serbien

Ein Drittel der Balkanflüchtlinge sind Roma. Kommen sie aus Bosnien-Herzegowina, Mazedonien oder Serbien, werden sie aus Deutschland zurückgeschickt, denn diese Balkanstaaten gelten als sichere Herkunftsländer. ADRA hat in Serbien ein Projekt initiiert, um den Menschen in ihrem Zuhause eine Zukunft zu bieten. 

Berufsausbildung für Roma

Seit dem 11. Jahrhundert leben die Roma auf dem Balkan und bilden eine der drei größten ethnischen Minderheitengruppen. Überall sind sie in sozialer und kultureller Hinsicht Diskriminierung, rassistischen Bedrohungen und Gewalt ausgesetzt. Diskriminierung von Roma findet auf verschiedenen Ebenen statt: Durch räumliche Trennung und der Bildung von Roma-Siedlungen oder Ghettos werden die Roma von der serbischen Bevölkerung isoliert. Außerdem sind die Roma durch hohe Arbeitslosigkeit oder Beschäftigung im Niedriglohnsektor auf wenig geschätzten Arbeitsplätzen wirtschaftlich benachteiligt. Zudem haben ethnische Minderheiten in Serbien politisch keine Stimme.

Nur ein Viertel der eingeschulten Roma-Kinder beendet die Grundschule, einen Sekundarabschluss erlangen weniger als zehn Prozent. Oftmals müssen die Kinder ihre Eltern bei der Einkommenssicherung unterstützen. Sozial-wirtschaftlich leben die Roma in Armut, mehrheitlich sogar am Rande des Existenzminimums. Dieses isolierte perspektivlose Leben macht sie anfällig für verschiedene Formen von Gewalt. Menschenhandel, Drogenabhängigkeit und Kriminalität sind die Folgen.

ADRA hilft mit Bildung gegen Armut

Ziel dieses ADRA-Projektes ist es, die Armut der Roma zu bekämpfen und sie sozial besser in die serbische Gesellschaft zu integrieren. Armut und Bildung hängen eng miteinander zusammen. Durch die Teilnahme am öffentlichen Schulsystem werden bereits bei den Kindern Perspektiven und Chancen für die Zukunft geschaffen. Dieses wird von ADRA in Zusammenarbeit mit den Behörden entwickelt. Durch Schulabschlüsse und Ausbildungen können sich die Jugendlichen besser in den Arbeitsmarkt und damit in die serbische Gesellschaft integrieren. Zusätzlich hilft ADRA jungen Erwachsenen mit mehrmonatigen Bildungsprogrammen, sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Diese Lehrgänge bieten eine Weiterbildung zu handwerklichen Berufen wie Bäcker, Maler, Schweißer oder Friseur und geben Hilfestellung beim Schreiben von Bewerbungen. Zum Berufsstart bekommen sie die erforderliche Werkzeuge, Kleidung und andere berufsspezifische Utensilien geliehen, um so einen leichteren Start ins Berufsleben zu haben. Nur durch Bildungsmaßnahmen kann langfristig der Armutskreislauf bei den Roma unterbrochen werden.