Nach Hurrikan "Sandy" droht eine Hungersnot in Haiti

Die Bewohner Haitis, die noch immer unter den Folgen des schweren Erdbebens vor knapp drei Jahren zu kämpfen haben, müssen sich nun einer neuen Herausforderung stellen. Heftige Überschwemmungen und reißende Flüsse haben vielerorts die noch immer bewohnten Notunterkünfte zerstört, Wege unpassierbar gemacht und die Ernten vernichtet – knapp 40.000 Familien sind betroffen.

68.000 Liter sauberes Wasser für die Hurrikan-Opfer

Insgesamt wurden über 6.000 Häuser überflutet, über 21.000 beschädigt und weitere 6.000 Häuser völlig zerstört. Anfang November rief die haitianische Regierung daher den Notstand aus und hofft nun auf internationale Hilfe, um die drohende Krise abzuwenden. Ohne Hilfe von außen steht Haiti bald vor einer Hungersnot.

In den nächsten 6 Monaten wird ADRA daher die Redo-Trinkwasseranlage, die schon nach dem Erbeben 2010 eingesetzt wurde, wieder in Betrieb nehmen. Sauberes Trinkwasser ist ein Grundbedürfnis, ohne das schnell Krankheiten und Seuchen ausbrechen. Schon jetzt nimmt die Zahl der Choleraerkrankten in Haiti zu. Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Die Regionen Anse-A-Veau, Petit-Trou und Petite-Rivère, die besonders von den Auswirkungen des Harrikans betroffen sind, können nun aufatmen. Besonders Frauen und Kinder stehen im Fokus der Hilfeleistungen.

Insgesamt kann ADRA durch dieses Projekt 13.600 Betroffene mit 68.000 Liter sauberem Wasser versorgen. Zusätzlich werden Hygiene-Kits an 2.720 besonders bedürftige Menschen in der Projektregion verteilt.

ADRA hilft in Haiti nach dem Erdbeben 2010

Schon nach dem Erdbeben 2010 wurde ADRA Deutschland sofort aktiv und schickte seine Trinkwasseranlage in die Region um Petit-Goave, um die Menschen vor Ort mit sauberem Wasser zu versorgen. Täglich wurden dabei 32.000 Liter Trinkwasser gereinigt und an die Bevölkerung verteilt. Zusätzlich baute ADRA drei neue, erhöhte Brunnen, um einen langfristigen Zugang zu mehr Trinkwasser zu generieren.

Mit Hilfe der Bevölkerung baute ADRA 72 Toiletten, vier Biogas-WCs sowie 41 traditionelle Toiletten. Zusätzlich wurden der Bevölkerung 72 Waschräume zur Verfügung gestellt. In 40 Hygiene-Schulungen erhielt die Bevölkerung ein besseres Verständnis für die Gefahren mangelnder Hygiene.