Wenn mangelnde Hygiene krank macht

Was passiert, wenn die Natur zur Toilette erklärt wird und das Trinkwasser ein Bakterienherd ist? Menschen werden krank. In Laos gehört das leider zum Alltag vieler Dorfbewohner. Alleine finden die Menschen keinen Ausweg aus ihrer Lage. ADRA hat ihnen ihr Wissen und Baumaterialien zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Lage verbessern können.

Laos

Hände waschen ist für Tai Lee völlig neu

Der 15-jährige Tai Lee besucht die Paknamla Schule in Luang Namtha, im Nordwesten von Laos. Luang Namtha ist die drittärmste Provinz des Landes. Tai Lee, seine Familie und seine Freunde kämpften vor einigen Jahren noch mit Malaria und anderen Krankheiten. Sie tranken schmutziges Wasser, in dem sie auch ihre Wäsche wuschen und Tiere badeten - Wasser, das von Parasiten befallen war. Doch Tai Lee und seine Familie hatten keine Wahl. Auch die Hygienebedingungen waren katastrophal. Die Dorfbewohner verrichteten ihr Geschäft in der Natur und wussten nicht einmal, dass man sich danach die Hände reinigen sollte. Ländliche Gemeinden wie Luang Namtha weisen landesweit die schlechtesten Gesundheitsindikatoren auf, so waren gerade dort dringend Maßnahmen notwendig, um den Menschen zu helfen und ihre Situation langfristig zu verbessern.

Allgemein ist die Wasserversorgung in Laos schlecht – nur 32 Prozent der ländlichen Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dementsprechend ist auch die gesundheitliche Situation der Menschen oft mangelhaft, was es vielen erschwert, einer Arbeit nachzugehen – ein Teufelskreis.

Hygienetrainings für die Dorfbevölkerung

Um die gesundheitliche Situation der Menschen langfristig zu verbessern, führt ADRA Deutschland zusammen mit ADRA Laos ein Hilfsprojekt bei ethnischen Minderheiten wie den Hmong, Lanten, Khmu und Yao durch. Innerhalb von drei Jahren errichtet ADRA in 14 Dörfern und deren Schulen  Wasserversorgungssysteme. Hygienetrainings für die Dorfbevölkerung helfen dabei, die Menschen für das Thema Hygiene zu sensibilisieren und machen ihnen bewusst, welche negativen gesundheitlichen Folgen das Nutzen der Natur als Toilette haben kann.

In Form unterhaltsamer Theaterstücke wurden so bereits über 100 Schulungen durchgeführt, die das Gesundheitsbewusstsein der Menschen fördern – vom Schulkind bis zum Dorfältesten. Sie erlernen in den Schulungen die einfachsten Dinge, wie regelmäßiges Hände waschen oder das waschen der Lebensmittel vor der Zubereitung. Was für uns selbstverständlich klingt, ist für sie völlig neu. Ein mobiles Klinikteam kontrolliert im Zuge des Projekts zusätzlich den Gesundheitszustand der Einwohner und gibt Tipps, wie sie weiterhin gesund bleiben. Parallel zum Hygienetraining baut ADRA in Luang Namtha 510 Latrinen.

Ein neues Lebensgefühl

Dank der Unterstützung von ADRA lernen die Bewohner von Luang Namtha, dass Sauberkeit und Gesundheit einander bedingen: Sauberes Wasser und eine saubere Umgebung fördern die Gesundheit. Tai Lee und die anderen Dorfbewohner haben die neuen Verhaltensweisen bereits verinnerlicht. Sie nutzen die gebauten Latrinen, trinken sauberes Wasser aus den neu angelegten Wasserpumpen im Dorf und schlafen unter Mosquito-Netzen, um nicht an Malaria zu erkranken.

Insgesamt wird mit dem Projekt 3700 Menschen nachhaltig geholfen. Eine Hilfe für die Zukunft, die sich auch auf die nächsten Generationen überträgt.

Helfen auch Sie, die Lebensbedingungen von Kindern wie Tai Lee zu verbessern!