Kooperativen bringen Ernährungssicherheit und Einkommen

Bereits seit über 15 Jahren ist ADRA Deutschland in der Mongolei aktiv, denn das raue Klima sowie die hohen Arbeitslosenzahlen führen zu großer Armut im Land. ADRA ergriff als eine der ersten Hilfsorganisationen die Initiative, um den Menschen in der Mongolei zu helfen. Derzeit unterstützt ADRA einen Genossenschaftsverband, bestehend aus acht Kooperativen, die sich in der Provinz Zavkhan, einer der ärmsten Provinzen des Landes, befinden.

Die Mongolei wir immer wieder von sogenannten Dsuds mit Temperaturen von bis -50 Grad heimgesucht. Dsud ist die mongolische Bezeichnung für einen sehr schneereichen Winter, der es den Viehherden erschwert, Futter zu finden. Viele Tiere sterben aufgrund von Hunger und Kälte. Nomaden, die mit ihren Viehherden in der mongolischen Steppe leben, sind am stärksten von den Dürren und Winterstürmen betroffen. Die Tiere sind ihr wichtigste Nahrungsquelle und ihr Verlust stürzt sie in Not und Armut.

Lebensgewohnheiten mussten umgestellt werden

Um eine langfristige Veränderung für die Menschen zu erreichen, startete ADRA ein umfassendes Hilfsprogramm. Ziel ist es, die Lebensgewohnheiten der Menschen langfristig an das sich verändernde Klima anzupassen und ihnen neue Zukunftsperspektiven zu bieten. Das geschieht mit Hilfe so genannter Kooperativen, die Ernährungssicherheit und Einkommen in Zukunft gewährleistet sollen. Dazu mussten die Menschen aber erst lernen, Landwirtschaft zu betreiben. Sie lernten Gemüse anzubauen, zu verarbeiten, zu lagern und haltbar zu machen. Sie pflanzten Viehfutter an, bauten Brunnen und Gewächshäuser. Gerade Gewächshäuser sind in den kalten Regionen der Mongolei wichtig, denn der Permafrostboden taut nur für kurze Zeit oberflächlich auf.  

Neue Zukunftsperspektiven für Nomaden

Mittlerweile haben sich die Kooperativen zu erfolgreichen Betrieben entwickelt, die Land-, Viehwirtschaft und andere Geschäfte betreiben. Erzeugnisse wie Gemüse, Milch, Getreide, Tee, Kräuter und Wolle werden verarbeitet und regional verkauft. Allerdings müssen die Betriebe sich noch weiterentwickeln, um verschiedene Absatzmärkte optimal bedienen zu können. Deswegen unterstützt ADRA den Genossenschaftsverband sowie die Kooperativen auf ihren Weg zur weiteren Professionalisierung und Nachhaltigkeit. Die Maßnahmen umfassen Aspekte wie Produktentwicklung, Verpackung, Markenbildung und Vertrieb, um den Absatzmarkt auf regionaler und nationaler Ebene zu erweitern. Neu gebildete Gewerkschaften werden zukünftig die Aufgaben von ADRA übernehmen, die Kooperativen mit Trainings unterstützen und sie gegenüber Großhändlern vertreten.

Durch dieses Projekt werden die Kooperativen in die Lage versetzt, ihre Geschäfte selbstständig und erfolgreich alleine weiterzuführen. So erlangen die in der Vergangenheit vor allem von der Viehwirtschaft abhängigen Menschen eine gute Zukunftsperspektive und zunehmende Unabhängigkeit. Insgesamt profitieren in diesem Projekt 31.226 Menschen durch die Arbeit von ADRA.