Keine Chance für Menschenhändler

Menschenhandel und Zwangsarbeit sind in Thailand trauriger Alltag. Kriminelle nutzen die Not und Verzweiflung armer Familien aus, um daraus Kapital zu schlagen. Mit dem Versprechen auf eine bessere Zukunft werden jährlich tausende Opfer von Menschenhändlern – die meisten von ihnen sind minderjährig und weiblich. Innerhalb eines dreijährigen Projekts setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und gefährdeten Jugendlichen einen sicheren Zufluchtsort zu bieten.

Menschenhändlerringe wenden sich in Thailand gezielt an Dorfbewohner, die meist in großer Armut zurückgezogen in den Bergen oder auf dem Land leben. Ihr Alltag wird beherrscht von Perspektivlosigkeit, die Eltern können nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. Viele von ihnen besitzen nicht die thailändische Staatsangehörigkeit, was neben mangelnder Bildung die Aussicht auf eine Arbeitsstelle erschwert.Da viele der Familien ausschließlich von der Landwirtschaft leben, herrscht die Meinung, dass Mädchen weniger wert seien als Jungen, denn sie können weniger schwere körperliche Arbeiten verrichten und sich dadurch weniger für die Familie nützlich machen. All diese Umstände machen es Menschenhändlern leicht, neue Opfer zu gewinnen. Mit der angeblichen Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit wenden sich sogenannte Mittelsmänner gezielt an Menschen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihnen werden Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprochen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen können. In ihrer Verzweiflung unterzeichnen Eltern gefälschte Verträge und begeben sich und ihre Kinder in ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch der Verkauf der eigenen Kinder gehört zu den gängigen Szenarien des Menschenhandels. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und sklavenähnlichen Verhältnissen – meist in der Sexindustrie.

Menschenhandel vorbeugen

In der ländlichen Provinz Chiang Rai setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und vorzubeugen. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Aufklärung und Prävention, sodass die Bewohner des Projektgebiets weniger anfällig für die Versprechungen und Absichten der Menschenhändler sind. ADRA informiert die Familien und Kinder über die Bedeutung des Besuchs einer Schule und die Risiken von Menschenhandel. Jugendarbeiter arbeiten hierfür mit gefährdeten Personen zusammen, um deren Bewusstsein zu schärfen und sich deren Problemen anzunehmen. In Form von Schulkampagnen soll erreicht werden, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und deren Bewusstsein für gefährliche Situationen zu schärfen. In einem Mädchenheim bietet ADRA denjenigen Mädchen einen sicheren Zufluchtsort, die bereits Opfer von Menschenhandel wurden oder gefährdet sind. An diesem Ort können die Heranwachsenden eine Schule besuchen, erhalten psychologische Betreuung und haben mit einem Schulabschluss Chancen auf eine Arbeitsstelle.