Jahrhundertflut in Brasilien: ADRA leistet Nothilfe

Überschwemmungen und Erdrutsche sind die häufigsten Naturkatastrophen in Brasilien. Immer wieder müssen Bewohner fliehen und ihr Zuhause aufgeben. So auch im Mai diesen Jahres. Im Südosten Brasiliens hatten heftige Regenfälle den Rio Negro über die Ufer treten lassen und zu schweren Überschwemmungen geführt. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Landesmedien sprechen von einer Jahrhundertflut in Brasilien, doch die Medien hierzulande nehmen kaum Notiz davon. Unsere Kollegen vor Ort versorgen die Menschen mit Nahrungsmitteln und Hygiene-Kits und leisten Nothilfe.

Ein ADRA-Mitarbeiter transportiert Hilfspakete zu den Betroffene dern Flutkatastrophe | Bildquelle: ADRA Brasilien
Die Flutopfer sind teilweise schwer zu erreichen

Seit Anfang des Jahres kam es in Brasilien immer wieder zu Überschwemmungen. Seither konnte ADRA Brasilien bei Hilfseinsätzen schon über 17'000 Menschen mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs wie Hygieneprodukte versorgen. Seit April 2012 ist das Amazonasgebiet wieder von heftigen Regenfällen betroffen. Mit einer Höhe von 30,13 Metern erreichte der Rio Negro sogar den höchsten Stand seit Einführung der Messungen vor über 100 Jahren. Über 80'000 Familien sind von den Überschwemmungen betroffen. Sie benötigen dringend Hilfsgüter wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Reinigungsprodukte, Mobiliar und Medizin. Aufgrund der akuten Not der Menschen starteten unsere Kollegen vor Ort ein Hilfsprojekt für die Betroffenen der Flutkatastrophe.

ADRA  startet Hilfsprojekt für Überschwemmungsopfer

Durchgeführt wird das Hilfsprojekt in den Stadtbezirken Sapiranga, Manacapuru, Anamã, Coari, Barreirinha und Beruri. Sie sind besonders stark von den Fluten betroffen – viele Bewohner mussten ihr Zuhause verlassen. Zunächst sollten 310 betroffene Haushalte Nahrungsmittel erhalten. Doch aufgrund zusätzlicher finanzieller Unterstützung konnte ADRA sogar 375 Familien mit einer Ration Essen pro Tag und Kleidung versorgen. Außerdem wurden  medizinische Versorgungsstationen organisiert. Freiwillige Ärzte, Krankenpfleger, Zahnärzte, Ernährungswissenschaftler und Psychologen sind dort im Einsatz und versorgen die Opfer der Überschwemmungen ärztlich. Gesundheitsschulungen mit Schwerpunkt auf Wasser- und Sanierungsproblemen sollen den Menschen zusätzlich die grundlegenden Gesundheitsmaßnahmen näher bringen und ihnen zeigen, wie sie ihr Wasser sauber halten.

Hilfsleistungen von ADRA im Überblick

  • Nahrungsmittelversorgung und Kleidung für 375 Familien
  • Hygiene-Kits für 520 Haushalte (ca. 2'600 Betroffene)
  • Medizinische Grundversorgung für 600 Betroffene
  • 72 Gesundheits- und Vorsorgetrainings für 600 Betroffene
  • Aufbau von 6 medizinischen Versorgungsstationen

Da die Überschwemmungen in den vergangenen Wochen kaum abnahmen, entschied ADRA, die Hilfsmaßnahmen weiter fortzusetzen. ADRA Brasilien verteilt Hygiene-Kits an 520 Haushalte (etwa 2'600 Personen) und lässt auch die ärztliche Versorgung weiterlaufen. Insgesamt wird durch die Maßnahmen von ADRA über 5'000 Menschen geholfen.