Wiederaufbau nach Zyklon Thane erfolgreich abgeschlossen

Ende 2011 wurden tausende Inder durch den Zyklon Thane auf einen Schlag obdachlos. ADRA Deutschland unterstützte die Bevölkerung beim Wiederaufbau der Unterkünfte und leistete Aufklärungsarbeit in Hygienefragen. Durch "Cash for Work" Programme konnten sich die Bewohner finanziell absichern und zum Wiederaufbau ihres Dorfes beitragen. Mit diesem Projekt konnte ADRA über 25.000 Menschen helfen.

Hygieneschulungen für 7'510 Familien

Es war der 30. Dezember 2011, als der Zyklon Thane mit Spitzengeschwindigkeiten von über 125 km/h über die Südostküste Indiens fegte. Zusätzlich wurden die Menschen im Bundesstaat Tamil Nadu und dem Gebiet Pondicherry von starken Überschwemmungen heimgesucht. Zehntausende waren betroffen - viele von ihnen verloren bei dem Unwetter ihr Zuhause und ihre stärkste Einnahmequellen – das Vieh und die Ernte. Über 90.000 Hektar bebautes Land - das entspricht etwa der Größe Berlins - und fast 350.000 Hütten wurden in wenigen Stunden beschädigt oder ganz zerstört.

"Kurz nach dem Unwetter begutachteten unsere Kollegen in Indien die Lage vor Ort und es war klar: hier müssen wir handeln. Die Menschen in Tamli Nadu leben bereits am Existenzminimum und sind auf regelmäßige Einkünfte durch die Landwirtschaft angewiesen, um ihre Familien zu versorgen. Nun, da diese wichtige Einnahmequelle zerstört wurde, standen die meisten vor der Herausforderung, sich ohne den geringsten finanziellen Rückhalt über Wasser zu halten. Ohne Hilfe von außen ist das schier unmöglich", so der Regionalkoordinator von ADRA Deutschland, Nikolaus Kirchler.

In 29 Dörfern der Regionen Tamil Nadu und Pondicherry führte ADRA mit Unterstützung des Amts für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) daher ein sechsmonatiges Hilfsprojekt durch. Der Fokus lag hierbei vor allem auf sogenannten "Cash for Work" Programmen. Besonders nach zerstörerischen Naturkatastrophen sind diese Maßnahmen sinnvoll. So können die Menschen ihre Unterkünfte wieder aufbauen und erhalten die notwendigen Mittel, um während des Wiederaufbaus ihre Familien ernähren zu können.

870 Dorfbewohner von 29 Dörfern wurden aktiv in die Hilfsmaßnahmen eingebunden. Ihnen wurde beigebracht, wie sie die Häuser so reparieren/bauen können, dass sie zukünftigen Unwettern weitestgehend standhalten. Zum Beispiels muss das Dachdesign leicht abgeändert werden, damit die Dächer nicht mehr so leicht weggeweht werden. Unsere Mitarbeiter berichteten bei der Durchführung des Projekts, dass die Bevölkerung die neuen Bauverfahren sehr positiv annimmt und auch andere Dorfbewohner, deren Häuser nicht von ADRA repariert werden konnten, ihre Dächer umrüsten.

Auch schwache Bevölkerungsgruppen wie Frauen, Kinder, Witwen, kranke und ältere Menschen, die sicht nicht aktiv am Wiederaufbau beteiligen konnten, wurden von ADRA finanziell unterstützt.

Um der breiten Bevölkerung auch grundlegendes Hygienewissen möglichst anschaulich und interessant zu vermitteln, wurden Theaterstücke inszeniert. Diese öffentlichen Ereignisse locken in der Regel einen Großteil der Dorfbewohner an, wodurch eine nahezu flächendeckende Wissensvermittlung gewährleistet werden kann. Die Vorführungen halfen den Menschen, beispielsweise die Wichtigkeit des Händewaschens besser zu verstehen. Infobanner und -tafeln erinnern sie im Alltag immer wieder daran.

Hilfeleistungen von ADRA in Indien im Überblick:

  • Bau/Reparatur von Notunterkünften für 1080 Familien
  • Schulungen für 87 Maurer und 89 Zimmermänner aus 29 Dörfern über Techniken zum katastrophensicheren Bau von Häusern
  • "Cash for Work"-Programme für 870 Dorfbewohner und ihre Familien
  • Hygieneschulungen für 7.510 Familien (indirekt können dadurch über 20.000 Menschen erreicht werden)

Über 9.400 Menschen konnte ADRA mit diesem Projekt ganz direkt helfen – insgesamt profitierten sogar über 25.000 Menschen von der Arbeit, die ADRA in Tamil Nadu und Pondicherry durchgeführt hat. Ein besonderes Dankeschön geht an die zahlreichen Spender, die dieses Projekt möglich gemacht haben.