Hilfe für Opfer des Zyklon AILA

Im Mai 2009 hinterließ der Zyklon AILA in Westbengalen ein Feld der Verwüstung. Ganze Dörfer wurden im wahrsten Sinne des Wortes weggefegt. Mehr als 300 Menschen starben, 500'000 wurden auf einen Schlag obdachlos. Nicht selten erleben die Menschen im Nordosten Südasiens Schicksalsschläge dieser Art. Kaum haben sie sich von einem dieser tragischen Ereignisse erholt, bricht bereits die nächste Katastrophe über sie herein.

ADRA startet Projekt zur Rehabilitierung und Katastrophenvorsorge

Um die Menschen in Westbengalen langfristig aus ihrer existenziellen Not zu befreien, hat ADRA mit finanzieller Unterstützung des Europäischen Amts für Humanitäre Hilfe (ECHO) Anfang 2010 ein Rehabilitierungsprojekt gestartet. Dieses soll nicht nur die bestehende Not lindern, sondern zusätzlich dabei helfen, verschiedene Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge zu etablieren. Vor allem die Ärmsten der Armen im Gebiet der Sundarbans, dem größten Mangrovenwald der Erde, werden dadurch unterstützt. Sie leben in einem tief gelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von vier großen Flüssen und sind dadurch stets einer potenziellen Gefahr ausgesetzt. Viele von ihnen sind Migranten aus dem benachbarten Bangladesch, die in Indien ohne gültige Papiere leben. Sie haben keinerlei politische Rechte und sind somit von jeglichen Hilfsmaßnahmen der Regierung ausgeschlossen.

ADRA hilft in Westbengalen durch Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung

Oberste Priorität der ADRA-Hilfeleistungen: eine ausreichende Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung. Viele Brunnen wurden im Zuge der Naturkatastrophe durch die Vermischung mit Salzwasser und Flutwasser verunreinigt und sind dadurch nutzlos geworden. ADRA hat 100 Trinkwasserbrunnen gereinigt und ihre Plattformen angehoben. So halten sie den stets wiederkehrenden Überschwemmungen stand und es dringt kein ungenießbares Wasser mehr ein. Zusätzlich hat ADRA zahlreiche Toilettenhäuser aufgestellt, die die Hygienesituation vor Ort verbessern sollen. Gesundheitstrainings im Anschluss der Bauarbeiten sorgen für den richtigen Umgang der Menschen mit Wasser und Seife zur persönlichen Hygiene.

Auch die Nahrungsmittelsituation im Nordosten Südasiens ist kritisch. Durch die Überschwemmungen der Reisfelder, mit salzhaltigem Meereswasser, gingen die Reiserträge fast vollständig verloren und der Boden wurde für die Landwirtschaft unbrauchbar. ADRA stellt Enten, Schafe und Fische zur Verfügung, um den Menschen die Existenzgrundlage und Nahrung zu sichern. Damit diese Maßnahme nicht nur eine kurzfristige Verbesserung hervorbringt, werden die Menschen in der Tierzucht geschult. Für eine vielfältigere Ernährung ermutigen die Mitarbeiten von ADRA sie außerdem zum Anbau eigener Gemüsegärten.

Zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation wurden in 18 Dörfern Sondereingreifgruppen gebildet, die Schulungen in Verhaltensweisen während und nach einer Katastrophe erhalten. Zu ihren Aufgaben gehören auch Maßnahmen zur Frühwarnung der Bevölkerung vor einer Katastrophe, erste Hilfe-Leistungen sowie Bergungs- und Rettungsaufgaben.