Projekt zur Rehabilitierung und Katastrophenvorsorge abgeschlossen

Mitte 2009 hinterließ Zyklon AILA in Westbengalen ein Feld der Verwüstung. Über 500'000 Menschen wurden auf einen Schlag obdachlos. Schicksalsschläge dieser Art sind für die Menschen in Westbengalen keine Seltenheit. Kaum haben sie sich etwas erholt, bricht die nächste Katastrophe über sie herein. 2010 startete ADRA daher ein Projekt zur Rehabilitierung der Menschen und zur Katastrophenvorsorge. Anfang 2011 konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Sauberes Trinkwasser für die Opfer des Zyklons AILA

Bereits im November 2010 berichteten wir von dem AILA-Projekt in Westbengalen. Ziel des Projekts: die bestehende Not der Menschen lindern und Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge etablieren.

Vor allem die Ärmsten der Armen im Gebiet der Sundarbans, dem größten Mangrovenwald der Erde, wurden durch dieses Projekt unterstützt.

Sie leben in einem tief gelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von vier großen Flüssen und sind dadurch immer wieder potenziellen Gefahren ausgesetzt. Viele von ihnen sind Migranten aus dem benachbarten Bangladesch, die in Indien ohne gültige Papiere leben. Sie haben keinerlei politischen Rechte und sind von jeglichen Hilfsmaßnahmen der Regierung ausgeschlossen.

ADRA leistete in Westbengalen Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung

Oberste Priorität der ADRA-Hilfeleistungen: eine ausreichende Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung. Viele Brunnen wurden im Zuge der Naturkatastrophe durch die Vermischung mit Salzwasser und Flutwasser verunreinigt und wurden dadurch nutzlos.

ADRA reinigte 100 Trinkwasserbrunnen hob ihre Plattformen an. So halten die Brunnen den stets wiederkehrenden Überschwemmungen stand und es dringt kein ungenießbares Wasser mehr ein. Zusätzlich hat ADRA zahlreiche Toilettenhäuser aufgestellt, die die Hygienesituation vor Ort verbessern sollen. Gesundheitstrainings im Anschluss der Bauarbeiten verhalfen den Menschen zu einem richtigen Umgang  mit Wasser und Seife zur persönlichen Hygiene.

Auch die Nahrungsmittelsituation im Nordosten Südasiens war nach dem Zyklon kritisch. Durch die Überschwemmungen der Reisfelder, mit salzhaltigem Meereswasser, gingen die Reiserträge fast vollständig verloren und der Boden wurde für die Landwirtschaft unbrauchbar.

ADRA stellte Enten, Schafe und Fische zur Verfügung, um den Menschen die Existenzgrundlage und Nahrung zu sichern. Damit diese Maßnahme nicht nur eine kurzfristige Verbesserung hervorbringt, wurden die Menschen auch in der Tierzucht geschult. Für eine vielfältigere Ernährung ermutigten die Mitarbeiter von ADRA sie außerdem zum Anbau eigener Gemüsegärten.

 

Zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation wurden in den 18 am stärksten betroffenen Dörfern Sondereingreifgruppen gebildet, die Schulungen in Verhaltensweisen während und nach einer Katastrophe erhielten. Zu ihren Aufgaben gehören auch Maßnahmen zur Frühwarnung der Bevölkerung vor einer Katastrophe, erste Hilfe-Leistungen sowie Bergungs- und Rettungsaufgaben.

Über 11000 Haushalte haben durch die Arbeit von ADRA einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und können durch Gesundheitstrainings sowie Schulungen im Bereich der Katastrophen-Frühwarnung profitieren. Innerhalb eines Jahres konnte ADRA so über 57000 Menschen unterstützen und ihnen neue Hoffnung schenken.