Humanitäre Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge in Kurdistan

Seit Anfang 2014 sind über drei Millionen Menschen im Irak auf der Flucht. Insgesamt benötigen über zehn Millionen Menschen Hilfe, um ihr Überleben zu sichern. Nachdem mit der Unterstützung von ADRA Deutschland im Dezember 2014 das Büro von ADRA Irak in der Hauptstadt Erbil bezogen wurde, konnte ein Projekt für geflohene Familien im Norden des Irak (Kurdistan) umgesetzt werden.

Ausschreitende Gewalt und schwere Menschenrechtsverletzungen

Die ausschreitende Gewalt richtet sich gegen religiöse Minderheiten, die seit Jahrtausenden in der Region leben, vor allem Christen und Jesiden. Aber auch gemäßigte Muslime sind aus ihren ehemaligen Wohngebieten geflohen. Die Situation wird bestimmt von schweren Menschenrechtsverletzungen, welche willkürliche Festnahmen, Erpressungen, Vergewaltigungen, Folter und Hinrichtungen beinhalten.

Psychosoziale Betreuung lindert Traumata

Da die Menschen durch ihre Erlebnisse der teils überstürzten Flucht stark traumatisiert sind, vermittelt ADRA ihnen Halt in ihrem tristen Alltag. Mithilfe von psychosozialer Betreuung lernen die Betroffenen, die Geschehnisse zu verarbeiten und besser mit ihrer Situation umzugehen. Zudem erhalten die Erwachsenen Unterstützung und Ratschläge, um ihren Kindern bei der Verarbeitung des Erlebten zu helfen.

Förderung und Sprachkurse für Schulkinder

Um trotz aller gegebenen Umstände den Sprung in die Schule zu schaffen, werden Kinder mit Sprachkursen und Vorschulunterricht gefördert. Auch das Angebot von Aktivitäten in ihrer Freizeit ist immens wichtig, um für Ablenkung zu sorgen. So können sie für gewisse Momente ihr Umfeld vergessen, Freundschaften knüpfen, kurzzeitig ihrer Opferrolle entkommen und einfach nur Kind sein.

Zusammenhalt wird gestärkt

Da alle in dem Camp auf teils engem Raum miteinander auskommen müssen, sorgt ADRA dafür, den Zusammenhalt unter den Bewohnern zu stärken. Bei Versammlungen werden die Flüchtlinge und Vertriebenen für Themen, die für das friedliche Zusammenleben relevant sind, sensibilisiert. Hierzu zählen Vorträge über Gesundheit und Hygiene, Bildung für Kinder und Erwachsene und individuelle Rechte jedes Camp-Bewohners.

Bisher ist das benannte Projekt insgesamt 6583 Personen zugutegekommen.